River Irbe: Bernstein-braun bis pechschwarz


Das Rauschen der Wellen begleitet mich fortwährend, wie auch das knautschende, zermalmende Geräusch von brechenden Muscheln, die wie Butterkeks unter meinen Stiefeln zerbröselnd auseinanderfallen. Der Strand ist verlassen, alle Kilometer ein paar Angler, die dem Wind trotzen. Die Sonne lässt sich an diesem Tag nicht blicken, und in meinem Rücken braut sich was zusammen.

Gefühlte zwei Stunden später komme ich am Fluss Irbe an, der als breiter Strom in die Baltische See übergeht. Das Bernstein-braune Wasser ist nun pechschwarz und ich lasse mich am sandigen Ufer nieder. Es ist ruhig. Aber ohne hinter mich zu sehen, weiss ich, dass es Zeit ist, die Regenjacke aus dem Rucksack zu holen, alles wasser- und winddicht zu verpacken, sich auf das Kommende vorzubereiten, denn ein Entkommen wird es nicht geben.

Keine fünf Minuten später fegt die erste Böe über den Strand hinweg, gefolgt von einem Platzregen, der im Wind beinahe horizontal kommt. Der Sand zischt über dem Boden hinweg, verweht alle Spuren des Tages. Der Strand, ein riesiges Sand-Mandala! Das Schauspiel ist bald vorbei, der Regenvorhang zieht weiter nach Osten und ich mache mich mit einer durchnässten Hose auf den Heimweig. In Mikeltornis kehre ich schon wieder trocken zur Küchentüre ein, ich hatte ganz auf das Mittagessen vergessen. Kartoffeln von gestern und Reis von heute, und ein Schoko-Bonbon von Inga als Nachtisch. Ich lege noch zwei Kekse nach und spaziere in die heiße Dusche.



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