Avakas: Ziegen, Badende, Schluchtgefühle


Im Dunkeln verlasse ich mein Bett. Ich will den ersten Bus nach Coral Bay erwischen, aber die Bushaltestelle ist eine gute Gehstunde in Paphos entfernt. Snowball, der weisse Husky der Gärtnerei, folgt mir auf den ersten Kilometer, dann muss ich ihn zurückschicken. Er ist sichtlich enttäuscht.

Der Bus ist mit Arbeitern und Putzfrauen gut besetzt. Alle steigen auf der Strecke entlang der Südwestküste Zyperns aus, meist in der Nähe eines der vielen, großen Hotels. Ich bleibe bis zur letzten Haltestelle im Bus, mache mich dann zu Fuß auf. Die Sonne brennt schon früher herunter, der Asphalt wirkt unfreundlich und zu meiner Überraschung passiere ich viele Bananen-Pflanzungen. Nach einigen Kilometern wird die Straße schmaler und mündet in einen Schotterweg, der mich entlang von Olivenhainen nach mehr als einer Stunde zur Avakas-Schlucht führt.

Die Schlucht ist nicht besonders lang, aber der schön angelegte Weg führt mich immer tiefer in eine schattige Welt, die sich über die Jahrtausende im Fels gebildet hat. Der Stein fühlt sich gut an, ist griffig und mich ergreift die Lust nach Klettereien. Der Bach führt etwas Wasser, das Licht fällt karg, die Schlucht verengt sich. Über ihr führen dutzende Meter Fels zur Sonne hinauf. Ziegen klettern herum und ein paar Weitwanderer nehmen sich ein Bad. Ich hätte mich gerne angeschlossen, aber der Weg an diesem Tag ist ein verdammt langer. Ich muss vorwärts machen und nehme den Weg von der Schlucht hinunter zur Küste, entlang des Fernwanderweges E4.


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