Ile de Porquerolles: nach einer Woche, ein Lichtjahr entfernt


Dornbirn ist nun Lichtjahre entfernt. Der Sternenhimmel strahlt über mir, die Segel schieben unser Boot mit sieben Knoten gegen Nordosten. Mir ist seit Stunden schlecht, aber ich sitze hinter dem Steuer, blicke hinaus in das silber-scheinende Meer, versuche Hindernisse zu entdecken, aber weder vor mir noch auf dem Radar oder dem GPS-Plotter lässt sich etwas ausmachen, das uns gefährlich werden könnte. Johan ist zurück in seiner Kabine, ich habe aber noch Wache bis in den frühen Morgen. Der Rest der Mannschaft ist in ihren Kojen, bis auf Jonna, die gerade einen neuen Eintrag im Logbuch einfügt. Es ist still auf dem Meer.

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35 Stunden haben wir von Barcelona gebraucht. Am Ankerplatz vor der Ile de Porquerolles tauchen wir mit einem Hechtsprung in das kühle Wasser, welches mich wieder die Elemente besser fühlen lässt, dann zieht Nebel auf. Die Schiffe, die um uns vor Anker liegen, verschwinden hinter dichten Nebelbänken, beinahe wie in Schottland. Hin und wieder durchbricht ein fahles Licht diese Schatten, doch die meiste Zeit fühlen wir uns wie verlassen an einem fremden Ort, von dem wir nichts sehen und nichts wissen. Nur die Chart sagt uns, wo wir liegen, und auch das ist irgendein Punkt auf einer Karte, ein Punkt, der Lichtjahre von Dornbirn entfernt ist. Christina und Vicky und Barcelona, das ist alles hier mit mir, im Wasser, auf dem Boot, unter einem neuen Sternenhimmel.

Log: Tag 7 Ganesha, 3. Seetag


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