Bonifacio: die richtigen Dinge tun


In dichten Verkehr wenden wir mittags in die Calanques von Bonifacio. Fähren, Motorboote, Katamarane, wir fallen mit unserem 16m Segler kaum auf. Johan steuert zwischen den hohen Felswänden die Ganesha immer tiefer in diesen natürlichen Hafen, sichtlich konzentriert, in alle Richtungen schauend, aber alle anderen stehen entspannt an der Reling auf beiden Seiten des Bootes und betrachten die hohen Festungsmauern, die sich über den smaragdgrünen Wasser erheben.

Es war eine ereignislose Fahrt gewesen. Am Morgen habe ich mit Jonna das Schiff die Westküste entlang geführt, während der Rest der Crew in ihren Kojen den Tag verschlafen hat. Aber die Ruhe im Cockpit war unbezahlbar. Die wenigen Boote, die uns entgegen kamen, die seltenen Leuchttürme, die Lobsterfallen, die Fischerboote, das leicht schaukelnde Meer, die Berge im Hintergrund auf Port, das Steuer in der Hand, da fühle ich zum ersten einen Anflug von Freiraum, den ein Boot verschaffen kann. Zu zweit halten wir das Boot auf Kurs, auch wenn unter Motor, weil kein Wind da ist. Alles läuft rund und es könnte lange so weiter gehen.

Um halb sechs tauchte ich ins Wasser. Es ist noch niemand auf Deck. Im dunklen Wasser blicke ich auf die Bucht am Cap Muro, alles ist ruhig, keine Vögel, keine Boote, aber das beständige Schaukeln der See, die Farbe des Himmels, kurz bevor die Sonne über den Horizont kommt. Ich treibe und treibe und werde langsam ein Teil meiner Umgebung. Ich denke an die Delfine zurück, die gestern in unserer Bugwelle gesurft sind, eine gute Viertelstunde. Ein Dutzend Tiere, so mühelos, springen und tauchen. Eine halbe Stunde später ist das Boot klar zum Anker holen, zusammen mit Johan gelingt das Manöver in wenigen Minuten.


Log: Tag 11 Ganesha, 7. Seetag


Leave the first comment

Teilen
Veröffentlicht
Kategorien
Tags
Ring of Fire T-Shirts
Über dieses Blog

Reisen und die Natur, inklusive Skitouren, Bergsteigen und Wanderungen, das sind die Inhalte meines Blogs „Super gsi – Beginner’s Mind“. Mehr dazu hier…