Santa Gadea: La felicidad solo es real cuando es compartida
Es sind herrliche Erinnerungen, die mir durch den Kopf gehen, als ich die kleinen Straßen durch das Hinterland, irgendwo zwischen Burgos und Santander, abfahre. Von Weitem kann ich nach Santa Gadea hinüber sehen, aber ich habe noch nichts eingekauft, also kurve ich noch ein bißchen in Arija herum, um die kleine Panaderia zu finden, die ich schon vor fünf Jahren betreten habe. Die alte Dame im Geschäft kann sich natürlich nicht mehr an mich erinnern, ich besorge mir ein Brot und eine Flasche Rotwein, fahre die letzten Kilometer auf der engen Straße nach Santa Gadea hinauf, neugierig, aufgeregt, und dann sehe ich den kleinen, weissen Peugeot, der mir schnell entgegenkommt, in einem Sekundenbruchteil ist das Auto an mir vorbei, aber ich betätige sofort die Bremsen, fast schon eine Vollbremsung, schaue zurück, auch das weisse Auto schießt in die Wiese, die Türen gehen auf, ich springe aus dem Auto, Marta ebenso, keine Worte, ein großes Lächeln, wir umarmen uns, wir sind wieder da, als hätte sich nichts in der Zwischenzeit verändert.
Que horas! Erst in den vielen Stunden am Strand des Embalse de Ebro, in den Wäldern um Santa Gadea, am Tisch im Garten von Marta’s Pension, wird uns bewußt, was alles in den letzten fünf Jahren geschehen ist. Freunde sind gestorben, Paare haben sich kennengelernt und getrennt, die Geschäfte sind gut gelaufen, aber am meisten, wie wir älter geworden sind, wie viel Neues wir in uns aufgenommen haben. Und wie ähnlich wir uns geworden sind. Als hätten wir uns über die Entfernung und über die Zeit zugeflüstert. Wir haben die gleichen Bücher, die gleichen Ideen, Ansichten, Wünsche, Träume. Sofia ist groß geworden, spricht schon wie eine Erwachsene, parallel in Spanisch und Englisch, mit ihrem Haarreif und dem Herz drauf wirkt sie wie ein kleines Mädchen, aber was sie sagt und wie sie ihre Hände dabei bewegt, da ist sie ganz wie Marta. Eine ganz Große.

spanische Provinz vom Feinsten
Wie immer weht ein Wind über der Hochebene. Wir schauen gemeinsam über die Boulder-Blöcke, weit hinaus zu den Picos d’Europa, oder einfach über die Föhren-Wälder zum Ebro, denken darüber nach, wie wir unsere Leben in den Griff kriegen, und stellen fest, dass wir das eh schon tun. Der Rest ist Zukunft, also unbestimmt, und damit lassen wir es bewenden, denn nichts ist sinnloser als über etwas zu grübeln, was eintreten könnte. Jetzt ist jetzt, jetzt ist Leben. Ein Essen und eine Flasche Rotwein später, der Abend klingt langsam aus, Pläne sind geschmiedet. Nichts ist schöner, als Freuden zu teilen, und vielleicht noch eine Spur klarer: Glück wird Wirklichkeit, wenn wir es teilen. Es ist mir schon seit fünf Jahren klar, dass ich in Santa Gadea eine heimliche Schwester habe. Und damit eine großartige Familie, die fortwährend wächst.
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