Kleine Valkastiel: Wadenbeisser
Der Anstieg (von Bürs, 600 m) durch das Gavalinatobel ist direkt und steil. Die ersten Höhenmeter sind ein Kampf mit der dichten Vegetation, die den Weg überwuchert. Rutschige Böden, viel Hitze. Durch die Bodenbeschaffenheit und die Steilheit gehe ich oft auf den Ballen, und das ist ein hervorragender Wadentrainer. Spätestens ab der Gavalinaalpe (1.550 m) wird’s eindeutig besser: ein Brunnen, offene Alpflächen und die Bergspitzen im Blickfeld. An diesem Tag, prächtig wolkenlos und ein Sonntag, sehe ich keinen einzigen Menschen (bis auf einen Wanderer, der mir um die Mittagszeit beim Einstieg entgegen kommt). Keine populäre Route. Auch die Alpe ist geschlossen. Ich ziehe weiter, mein Weg führt auf das Gavalinajoch (2.118 m).

Gavalinaalpe, dahinter li Rosskopf und re Kleine Valkastiel
Vom Joch führen Wege zum Zwölferkopf und zum Eisernen Törle. Beide interessieren mich heute wenig. Ich will auf die Kleine Valkastiel (2.233 m), welche ich über einen Trampelpfad, voll mit lockerem Gestein, erreiche. Der Blick ins Montafon ist großartig. Ich schaue auf die Uhr. Ich habe gerade mal zwei Stunden für den Gesamtaufstieg gebraucht, der Fitness-Test ist also locker bestanden – die Tour am Hochkönig hatte Wirkung. Ich blicke hinüber zum Roßkopf, und das schaut auch ohne Weg machbar aus. Ich steige über das Gavalinajoch ab und dann zum Roßkopf (2.080 m) hinauf und traversiere weiter zum vorgelagerten Steinwandeck (1.996 m). Die Runde ist komplett, als ich den lästigen Weg durch den Gavalinatobel ins Tal beende.

Blick hinab auf den Roßkopf (Mitte hinten)
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