Rombakstøtta: Narvik’s Prachttour


Ich spüre mein Löwenherz vom Geitgaljartinden immer noch, als ich nach Narvik einfahre. Auf der gegenüberliegenden Seite des Fjords sehe ich den Rombakstøtta, ein unübersehbarer Felsdaumen, der nur danach ruft, bestiegen zu werden. Ich weiss sofort, was ich am nächsten Morgen zu tun habe. Narvik selbst liegt schön, doch Tromsø spricht mich mehr an. Es ist Sonntag und nicht viel los auf den Straßen, fast alles geschlossen und so schlendere ich nicht allzu lange durch die Stadt. Stattdessen erkunde ich den Einstieg für die nächste Tour und bleibe über Nacht vor Ort.

Rombakstøtta
Rombakstøtta am Vortag, Nordwand

Wolken ziehen über den Fjord, als ich meine Ski zum Ausgangspunkt trage. Ich suche meinen Weg durch den Jungwald, zwischen großen Bouldern und kleinen Bächen. Irgendwann, wie immer, trifft man auf eine alte Spur, die dann zusehends ausgetretener wird. Aber keine Skitourengeher hier. Nirgends in den letzten sechs Tagen. Wahrscheinlich bin ich immer zu früh unterwegs, heute um 05.30. Aber wie kann man nur im Auto schlafend warten, wenn das Tageslicht schon um halb Drei einsetzt? Da werde ich ganz zappelig und verschwinde nach einem Happen bald im Wald. Später, der Wald öffnet sich, die Baumreihen werden lichter, der erste freie Hang nach oben. Ein silber-grauer Fuchs  sucht sein Frühstück, und ich staune ob der Aussicht über den Ofotfjorden. Die Lofoten im Westen sind von den Wolken ganz eingenommen, hier aber ist die Sicht noch gut und ich passiere mehrere kleine, zugefrorene Seen.

Rombakstøtta
Rombakstøtta am frühen Morgen, von Westen gesehen

Der Rombakstøtta schaut von Norden uneinnehmbar aus. Doch vom Westen folgt eine Schlangenlinie den Hang gegen Osten, quert den gesamten Berg unterhalb des Grats, bis es steil und eng zu den Felsabstürzen an der Nordseite geht. Hier kann ich noch eine Weile dem Grat gegen den Gipfel folgen, lege dann unter einer Steilstufe, die ich in Blockkletterei erklimme, ein Skidepot an. Ein Auf und Ab folgt, bis man zum höchsten Punkt des Rombakstøtta (1.230 m) gelangt. Es beginnt zu schneien, unvergesslich diese Aussicht. Die Abfahrt, wie in den letzten Tagen ein Mix aus harter Piste, seichter Pulverschicht und etwas Firn, verlangt etwas Konzentration, speziell im Wald, wo der Ski schlecht dreht und die Baumstämme eng stehen. Ich verlasse Norwegen und mache in Schweden Station: Riksgränsen liegt nur ein paar Kilometer hinter der Grenze.

Rombakstøtta
einer der vielen zugefrorenen Seen auf dem Weg zum Rombakstøtta

Rombakstøtta
Blick vom Ostgrat des Rombakstøtta


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