Middle Teton: Abschied aus der Teton Range
Das Sliver Couloir gestern war nicht genug – wir waren nicht am Limit, brauchten noch etwas Saftigeres für den Abschied aus der Teton Range. Grand Teton schien uns zu massiv (viel Schnee in den Couloirs, die sonst bei Eis recht schnell zu durchlaufen sind), also fiel die Wahl auf den Middle Teton (3.902 m). Der Zustieg erfolgt wieder über den Garnet Canyon, vorbei am Nez Percé und dem Disappointment Peak, fast bis zum Talschluss. Kurz davor wartet das südseitig ausgerichtete, sehr lange, prächtig steile aber breite Ellingwood Couloir (460 m, 50°).
Der lange Marsch hinauf wird erleichtert durch eine bereits größtenteils vorhandene Trittspur. Dennoch, der Weg zieht sich, und am Sattel holen wir ein Skibergsteiger-Duo ein, welches sich gerade für den Weitermarsch bereit macht. Denn ab hier wird es knifflig. Abhänge, Wechten, sehr steile Hänge und tiefer Triebschnee. Wir machen noch gut 150 Höhenmeter zum Gipfel gut. Dann blockieren blanke Felsplatten unseren Weg. Die Skitouren-Geher probieren eine nördliche Umgehung, scheitern. Ich versuche südlich auszuweichen und versinke im tiefen Schnee des Steilhanges. Die blanken Felsen darunter bieten keinen Halt, und wir haben keine Firnanker oder ein Seil zur Sicherung dabei. Kurz unter dem Gipfel (geschätzte 50m) müssen wir ebenfalls umdrehen.

in der Mitte des Ellingwood Couloirs

der unterste Teil der Ostwand, oben links unser Skidepot
Das Skidepot liegt im östlichen Steilhang und der Tiefblick macht es etwas ausgesetzt. Jeder Handgriff geschieht konzentriert, was hier wegrutscht, ist weg – Ski, Ausrüstung, Menschen. Wir warten, bis die anderen Skitourengeher den Steilhang abfahren, geschätzte 50°+. Das fühlt sich nun auch so an, und meine Begleiterin vergisst fast vor lauter Respekt, Schwünge zu fahren und rutscht langsam den Hang ab, bevor sie sich vor einem Abhang fängt, aufsteht und zur eigentlichen Steilstelle gelangt. Es dauert etwas, dann sticht sie in den Querhang, der wild ausschaut, noch steiler wird und etwas Mut verlangt. Hier ist der Adrenalin-Ausstoß wohl am höchsten, dann kommen noch ein paar hundert Höhenmeter im gemäßigten 45° Terrain, bis es endlich zum Middle Teton Glacier geht. Von hier kann man die Abfahrt auch blind fahren. Durch den Garnet Canyon geht es wieder retour zum Auto, wo wir groß umpacken, alles trocknen und uns für den langen Weg nach Süden machen. Wer alpine Skitouren liebt, der kommt in der Teton Range auf seine Kosten. Man muss lange Zustiege auf sich nehmen, und dann gibt es keine Ausreden mehr. Ich habe Geschmack an den Steilabfahrten gefunden.
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„Super gsi – Beginner’s Mind“ berichtet über Mark’s Reisen und Outdoor-Aktivitäten, meist Skitouren, Bergsteigen und Bike-Touren. Mehr dazu hier…















