Eureka Gullies: Klettern in Eis und Schnee
Wir starten zeitig, aber nicht früh genug: unsere angedachte Route, Stairway to Heaven, ist bereits belegt. Vicente und ich marschieren das Tal um die ehemalige Bergbausiedlung Eureka (8 Meilen östlich von Silverton) weiter hinein und suchen uns eine lange Eisrinne für unsere Kletterei. Ich fühle mich für eine Mehrseillängenroute fit und bereit nach zwei Tagen im Ouray Ice Park.

eine feine Mehrseillängen-Eiskletterei
Noch im Anmarsch denke ich an den gestrigen Abend im Outlaw Restaurant – wir essen mit Eva und Steve House zu Abend. Das Essen kann nicht lange genug sein, es gibt viel zu erzählen und auszutauschen. Über unsere Reise, über Eva’s neues Zuhause ‚Colorado‘, über Steve’s Bergaktivitäten. Wer weiss, vielleicht sehen wir uns in Vorarlberg wieder…
Die Eiskletterei beginnt im leichten Gelände und ich führe die erste Seillänge. Nach einigen Eisstufen kommt lange nur mehr tiefer Schnee. Das Seil ist zu Ende, und ich muss einen ‚toten Mann‘ als Anker einrichten. Die nächste Länge ist ein Spaziergang, dann habe ich frei, weil Vicente führt. Herrliches Wetter, etwas Wind, leicht unter null Grad. Das Seilhandling ist recht eingerostet, ich brauche lange um alles so am Stand zu haben und einzurichten, wie ich es für gut empfinde.

nach getaner Arbeit gemütlich abseilen
Die letzte Länge habe ich wieder in meinen Händen. Eine kleine Traverse, dann steil in einem weit offenen Kamin hinauf. Ich setze drei Eisschrauben auf den zwölf Metern, dann nur noch über einen Eisbuckel drüber. Kaltes, hartes Eis, kaum ein guter Tritt, und dann geht mir langsam die Kraft in den Unterarmen aus. Ich muss einen Meter zurück in eine bessere Position, das linke Steileisgerät sitzt bombenfest, wenn ich den Druck nach unten beibehalte. Ich muss meine Eigensicherung am Steileisgerät einhängen, dann habe ich etwas Luft, beginne mit dem Setzen einer Eisschraube. Das dauert ewig, meine Unterarme brennen und pumpen, endlich ist die Schraube drin, dann die Expresse, und quasi mit dem letzten Aufgebot im Unterarm auch das Seil. Ich schnaufe tief aus und setze mich ins Seil. Es dauert gute fünf Minuten, bis ich die Steileisgeräte wieder fest in den Händen halten kann. Dann geht alles rasch. Drei, vier Schläge, Beine nach oben, drei, vier Schläge, wieder die Beine nach oben, endlich über der Kante, dann vorsichtig über das mittelsteile Eis hinüber zum Abseilpunkt.
Die Unterarme spüre ich Stunden später im Auto immer noch. Leer und müde. Wir wollen wieder zurück nach Silverton.
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Über dieses Blog
„Super gsi – Beginner’s Mind“ berichtet über Mark’s Reisen und Outdoor-Aktivitäten, meist Skitouren, Bergsteigen und Bike-Touren. Mehr dazu hier…













