Wishbone Ridge: die Touren werden länger


Es war Zeit, die Touren etwas zu strecken, den Beinen einen Extra-Reiz zu verpassen. Vom Dry Creek Trailhead in Alpine (1.767 m) starte ich als erster vom Parkplatz, und bis auf wenige Spaziergänger auf den Weg um den Parkplatz werde ich den ganzen Tag niemanden sehen. Und es war auch keiner da, seit dem letzten Schneefall vor einer Woche. Entweder ist die Route zu lang oder zu fad für die meist abfahrtsorientierten Back country Skier hier. Zunächst kann ich einer fetten Spur von allem möglichen folgen. Und wie immer, plötzlich ist da nur mehr ein einziger Schneeschuhwanderer übrig, der nach Osten einen Trek gezogen hat. Ich folge, und bin gespannt.

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die erste Erhebung der Wishbone Ridge

Zu meiner Rechten (Süden) steigen die Wälder steil auf, in verschiedenen kleinen Canyons und Graten zum Box Elder Peak. Eigentlich ein Tourenziel, aber durch diesen dichten Wald mit tiefen Schnee wage ich mich nicht – zu sehr sind die Erinnerungen von gestern am North Peak präsent. Die Route führt nach einigen Sackgassen schließlich auf eine kleine Hochebene nordöstlich des Box Elder Peak, und hört hier abrupt auf. Ich stehe vor der Wishbone Ridge, die sich weiter nach Osten zieht. Die Nordwestflanke macht einen passablen Eindruck. Nach Stunden des Aufstiegs, der Wegsuche, des Spurens kommt mir das gerade recht. Ein Gipfel, eine Abfahrt, mehr will ich gar nicht. So steige ich also diesen Hang hoch, ziehe mir noch die Windjacke gegen den starken Westwind über, und kann die Ski am ersten, höchsten Punkt der Wishbone Ridge (ca. 3.290 m) abschnallen.

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meine Spur, dahinter das Tal weit weg

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Box Elder Peak von Nordosten aus

Am Gipfel geht der Ski-Umbau schnell. Es ist kalt und windig, und ich habe eine lange Abfahrt mit vielen Schiebestellen vor mir. Überraschend gut ist der Schnee auch heute, besonders im lichten Wald geht’s in Slalommanier gut voran. Einige Bachbrücken (aka Holzstamm) nehme ich risikoreich mit Schwung, verschone meine Ski vor Felskontakt und überstehe auch querliegende Tannen in Stunt-Manier. Sieben Stunden auf Ski, mein Tag ist ausgefüllt.


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