Höhe 11050’: Gratwanderung über den Cottonwood Canyons
Routiniert fahre ich in der Dunkelheit des frühen Morgens aus Salt Lake City in den Big Cottonwood Canyon. Die Route habe ich ja in groben Zügen schon gestern auf dem Weg vom Flagstaff Mountain einstudiert, dann den Nachmittag in der sehr sympathischen Bibliothek der Stadt verbracht und abends bei Kai und Emilie an die Tür geklopft. Couchsurfing. Wir plaudern und essen bis spät Abends, dann muss ich die Hauskatze aus meinem Zimmer werfen und schlafe durch.

mein Anmarschweg aus dem Big Cottonwood Canyon
Am Parkplatz am Mill D South Fork Trailhead (ca. 2.200 m) mache ich erstmal Frühstück. Ich wollte meine beiden Gastgeber nicht so früh wecken, also bin ich aus dem Haus geschlichen. Die Routenführung scheint klar, und ich freue mich wieder über einen wolkenlosen Tag mit viel Schnee. Wie gelegentlich, nehme ich eine falsche Spur, und lande eine halbe Stunde später in einer Sackgasse: die Spur hört plötzlich auf, und ich stehe vor einem Wasserfall. Die Ski in den Händen kraxle ich seitlich dutzende Meter hoch, dann spure ich erstmal, bevor ich wieder auf die richtige Linie stoße. Das passiert mir in diesem Tal gleich nochmals und nochmals. Wie ich später feststelle: die Spuren sind oft nur „Bruchstücke“ – Hubschrauber bringen Skifahrer in das Tal, die spuren dann etwas, fahren ab, und werden wieder abgeholt.

der schmale Grat zum Peak 11.050

Blick zum Nachbarn: Mt. Superior
Als ich endlich aus dem Wald trete, bekomme ich einen besseren Überblick über das Gelände und lege meine Spur möglichst ökonomisch an, um bereits vorhandene Trassen zu verbinden und zum Cardiff Pass zu gelangen. Ab hier folge ich dem Grat zum Cardiff Peak (3.132 m), später wird es ausgesetzter und ich packe die Ski auf den Rucksack. Über Felsen und einen schmalen Schneesteig steige ich weiter hinauf – zu meinem Tagesziel, Peak 11050 (3.368 m). Von hier führen steile Couloirs wieder zurück in mein Tälchen. Ein Blick zum Nachbarn, Mount Superior (3.393 m), zeigt leider einen stark überwechteten Grat. Das lasse ich bleiben, die Ski sind abfahrtsbereit und ich fahre direkt vom Gipfel nordwärts ab. Der Schnee ist immer noch pulvrig, wenn auch schwerer, besonders weiter unten, wo die Sonne seit Stunden wirken kann. Das Mittelstück ist deswegen unendlich mühsam, ein Schieben ohne Ende, bevor ich wieder die breite Skispur auf einem alten Forstweg nutzen kann.
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„Super gsi – Beginner’s Mind“ berichtet über Mark’s Reisen und Outdoor-Aktivitäten, meist Skitouren, Bergsteigen und Bike-Touren. Mehr dazu hier…














