Siem Reap: Eat, Pray, Live


Was gibt es viel aus Kambodscha zu berichten? Phnom Penh ist erstaunlich begehbar, trotz Moped-Raserei und zugeparkten Gehwegen. Es ist laut und doch anständig friedlich. Es hat eine bewegte Geschichte und nun eine aufstrebende Mittelschicht. Außerhalb von Bali haben wir noch nicht so viele Touristen auf einem Fleck gesehen wie hier: Busladungen voll. Und trotz des Hauptstadt-Effekts ist es hier immer noch sehr billig – ein Doppelzimmer mit Klima um 10US$. Wir kommen aber bei Louis unter, kein Franzose, sondern Taiwanese, der hier für YKK (schaut auf eure Reissverschlüsse!) arbeitet. Wir haben gar eine Gym und einen Pool…

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am Markt in Siem Reap

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das Diplom habe ich schon in der Tasche

Wir besorgen uns in Phnom Penh das Visum für Vietnam, bevor wir nach Nordwesten fahren: Siem Riap, für die meisten als „Angkor Wat“ bekannt. Es sind zwar zwei verschiedene Dinge, aber die Leute kommen wegen Letzterem. Uns gefällt die Stadt recht gut, am Abend voller Leben, denn hier ist die Hautfarbe „weiss“ so zahlreich, dass die ganze Stadt von ihr lebt. Bar an Bar, Laden an Laden. Wir interessieren uns für die Küche und machen einen Kochkurs. Wir dürfen nun sagen, wir sind zertifiziert, das Diplom habe ich in der Tasche. Wieder ein Titel mehr… mit der Nostrifizierung wird’s allerdings etwas schwer. Meine Aufgabenstellung: Seafood Curry und Papaya Salad. Unsere Lehrerin zeigt alles vor und kommentiert ihre Kunstgriffe mit „chopp, chopp!“ oder „bumm, bumm!„. Alles klar, und am Ende konnte ich es sogar essen.

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es gibt auch Seltsames in der kambodschanischen Küche

Angkor Wat steht auch bei uns auf dem Programm. Um nicht ganz im Massenandrang unterzugehen, borgen wir uns Fahrräder aus und fahren hinaus auf das sehr weitläufige Gelände. Gute 40 Kilometer mit wackligen Eingang-Fahrrädern. Endlich etwas Energie loswerden! Die Tempelanlage ist sehenswert, und verdient zu Recht den „Weltkulturerbe“-Stempel. Hätten die Bewohner dieser Metropole noch ein paar Jahrhunderte durchgehalten und die Gegend nicht aufgegeben, so würden sie heute satt an den Touristen verdienen. Indirekt tun die Nachfahren ja das immer noch, die Leute von Siem Reap sind Dienstleister: entweder Tuk-Tuk Fahrer, im Massage-Sektor tätig oder im Bettelgewerbe. Da halte ich den Ball natürlich sehr flach, aber im Grunde ist es das.

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Angkor Wat

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nicht nur für Steinmetze interessant

Wenn ich in einem klimatisierten Raum mit Bubble-Tea-Strohhalm im Mund und Weihnachts-Tralala aus den Lautsprechern darüber nachdenke, dann ist Kambodscha ein durchaus interessantes Land. Der Kontraste wegen. Nicht, dass es diese sonst nirgendwo gibt. Eher, weil es sie hier so schnell wieder gibt: Kambodscha hat 1980 wieder erst begonnen zu leben. Die großen Städte wurden davor von den Khmer Rouge vollkommen geräumt, die Mittelschicht vernichtet. Alle zu Bauern umfunktioniert, zu Toten ausgehungert. Und nun, 34 Jahre später, steht man in so einer pulsierenden Gesellschaft. Durchaus interessant, weil kaum nachvollziehbar.


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