Leavitt Peak: Schneesuche in der Sierra Nevada


Hin und wieder schaut man in eine Straße, als wäre diese in einem Pariser Arrondissement. Hohe Bäume säumen die Fahrwege beidseitig, dutzende kleine Cafés reihen sich aneinander, und hin und wieder entdecke ich auch eine kleine Bäckerei. Nur die Masse an Mopedfahrern verwischt diesen ersten Eindruck. Also gehe ich meiner Liebe nach Brotgebäck nach, denn die Suppenküchen zum Frühstück sind nichts für mich – verträgt sich nicht so mit dem schwülen Wetter in Ho Chi Minh City.

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Obststand in einer Seitenstraße in Saigon

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Eingangsportal der Oper

Vietnam hat für mich auch Geschichte. Nicht dass ich schon mal hier war. Aber in meiner Jugend konnte ich nicht genug über den 30 Jahre langen Konflikt – Entkolonisierung und Vereinigung von Nord und Süd – lesen und meine Fachbereichsarbeit in Geschichte zu diesem Thema abliefern. Nun stehe ich in dieser Stadt und erkenne Plätze wieder, Straßen und geschichtliche Orte. Das War Remnants Museum ist ein umfangreich gestalteter Ausstellungsort, der in hunderten Fotografien die Erinnerung an diese Zeit hoch hält. Es ist immer wieder erstaunlich (wie schon in Kambodscha), wie eine Gesellschaft, die dreissig Jahre lang nur Kampf und Tod gekannt hat, diese Ereignisse überhaupt verarbeiten kann.

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am Mekong

In Phnom Penh steigen wir in ein Boot und nutzen den Mekong und seine Seitenarme, um nach Vietnam (Chau Doc) zu kommen. Wahrscheinlich die einfachste Art, „über Land“ die Immigration zu bewältigen. Keine Wartezeiten, höchstens schläfrige Beamte. Dafür brauchen wir aber, zusammen mit der Busfahrt nach Ho Chi Minh City, gute 14 Stunden. Wir nehmen es gelassen. Am nächsten Morgen schlendern wir durch Straßen, als wäre es hier schon immer so gewesen. Die Bautätigkeit und der Verkehr sind enorm, doch die Innenstadt hat ihren Charme. Viele Parks, breite Straßen, Museen. Und dann wieder ein Gassengewirr durch die Hinterhöfe, die niemals eine Sonne sehen. Von Kommunismus und Planwirtschaft ist hier nicht viel zu sehen, ausser einigen Bauwerken im Soviet-Stil. Wir sind uns einig: die interessanteste Stadt seit gut zwei Monaten – Wellington.

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Mittagsschläfchen auf dem Rad

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die moderne Ho Chi Minh City


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Leavitt Peak: Schneesuche in der Sierra Nevada


Die kurvige Bergstraße (108) führt mich immer tiefer und höher in die Sierra Nevada. Das Auffallendste sind die rost-roten Stämme der riesigen Sequoia-Bäume. Ich muss aufpassen, dass ich mit dem Auto auf der Straße bleibe, so fasziniert schaue ich drein. Die Passstraße wird gegen Ende eng, kurvig und steil. Selten kommt jemand entgegen. Man fühlt sich hier recht weit weg von allem.

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der Zustieg durch Nadelwälder ist schneefrei

Das gleiche Gefühl habe ich am nächsten Morgen. Der Wecker geht gegen 05.45, und ich schaue zum Fenster hinaus. Der Vollmond geht gerade hinter einem Grat unter. Die Nacht war ohne Vorkommnisse geblieben, den Abend verbringe ich mit Lesen, Schreiben und Essen. Das einsame Leben im Bus ist mir noch fremd. Aber als ich vom Leavitt Peak zum Auto zurückkehre, scheint wieder die Sonne.

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Latopie Lake

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Laevitt Peak, Zustieg über SO (li im Bild)

Die Tour auf den Leavitt Peak (3.526 m) ist nicht schwer. Zunächst trage ich die Ski bis zur Schneegrenze, das sind geschätzte 5 Kilometer. Lästig ist hier nur der Bärenspray, der mir vorne am Gürtel baumelt. Von der Schneegrenze geht’s eigentlich nur mit Harscheisen weiter, durch langgezogene Rinnen und Becken, und nicht wie im Guide beschrieben, über einen breiten Rücken. Denn auf diesen hat es keinen Schnee. Die Orientierung ist bei Sicht gut, auch wenn man sich den Weg selbst zusammensuchen muss. Keine Spuren. Beim Latopie-Lake drehe ich gegen den Berg, und über den Südost-Grat komme ich, teils mit Ski am Rücken, um 10.30 zum flachen Gipfel. ‚I connect to the peak‘, wie man so schön in spirituellen Kreisen sagt, blicke um mich. Auch im Süden der Sierra Nevada ist die Schneelage nicht besser. Ich überlege, ob manche Tour besser ohne Ski zu machen ist. Felle ab, und schon im Abfahrtsmodus. Der Schnee ist überraschend gut, und ich bin um Punkt Mittag zum Essen beim Auto. Es gibt Sandwiches.

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Blick über die Sierra Nevada nach Süden



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