Vermillion Peak: Durch den Lawinenstrich zum Spiegelei-Sandwich


Es kracht, es donnert, wir blicken hinüber, etwas links, dann etwas rechts, und dann sehen wir es, wieder eine dieser dunklen, trägen Feuchtlawinen, die sich vom Fels löst oder darüber liegenden Wechten fallend ausgelöst wird. Es ist Frühling, es ist warm, und wir hören dieses Geräusch den ganzen Tag lang, bis wir den Paint Pot Parkplatz nahe des Vermilion Pass verlassen.

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Das Tagesziel in Wolken – Vermilion Peak über den Lawinenstrich

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in der Lawinenbahn

In der Nacht regnete und schneite es leicht, am Morgen ist der Himmel tiefblau mit einigen tiefhängenden Restwolken. Wortlos machen wir uns auf den Weg (1.200 m), es ist eine etwas leichtere Tour, und so fängt es an, die ersten 1500 m einfach nur flach. Dann kommt der Lawinenstrich, in den wir einbiegen. Und nicht mehr verlassen. Denn das eigentliche Aufstiegsgelände scheint uns unangenehm: harter, rutschiger Schnee. In der Lawinenbahn können wir zumindest schnurstracks, wenn auch steil, auf harter Piste aufsteigen.

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Die Reste des großen Waldbrandes von 2003

Der Lawinenstrich verengt sich an einem Felsband, das wir zu Fuß überwinden, und weiter geht’s mit den Ski gegen den Westhang. Der Schnee bleibt hart, und so auch wir in der Bahn, die wir in gut zwei Stunden durchsteigen und uns dem Sattel südlich des Vermilion Peak nähern. Wir nehmen wieder mal eine Abkürzung, steil, hoch, und dann Skidepot unterhalb des Grats. Wir erklimmen diesen in etwa 30 Metern, dann setzen wir jeden Schritt sehr vorsichtig entlang des Grats bis zum Gipfel des Vermilion Peak (2.620 m): der Grat ist mächtig überwechtet.

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Der Gipfel des Vermilion Peak sehr nah

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wir umgehen riesige Grat-Wechten großzügig

Die Abfahrt ist überraschend gut. Die Sonne weicht den Westhang schon gegen 11.00 leicht auf, so dass wir oben noch Pulver und in der Mitte etwas nassen Lockerschnee haben. Der Lawinenstrich bleibt hart, und wir passieren entsprechend flott die mehreren Hundert Meter Abfahrt bis zum Flachstück, und mit den Fellen zurück zum Parkplatz. Die Sonne trocknet unsere Felle und Innenschuhe, und es gibt ein Spiegelei-Sandwich. Es donnert wieder irgendwo in einem Südhang, Schnee, Geröll, während ich einen Bissen nehme. Schmeckt hervorragend.


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