Oahu: die kleinen Freuden
Der Kaffee schmeckt gut. Einfache Dinge, einfache Freuden. Wir fahren hinaus, drehen eine Runde entlang der Westküste von Oahu. Das Wetter ist stürmisch, das Grün der Berge leuchtet in allen Farben und Schattierungen. Es sind satte Farben, und der Wind beugt die Äste und Wipfel in alle Richtungen. Der Kontrast zum türkis-farbenen Wasser könnte nicht größer sein, und so herrlich ergänzt es sich, bis es im Dunkelblau des Horizonts verschwindet. Wäre Oahu keine Insel, so hätte ich jetzt Lust auf einen Roadtrip, einen Roadtrip-Roman?
Reisen ist wie ein Roman. Ein Anfang, eine Steigerung, ein Klimax, das Ende. Fremde tauchen auf, die Protagonisten verändern sich, die Landschaft und die Leute prägen die Stimmung, schneiden sich in die Gedanken und Phantasien. Ihre Wirkung ist dauerhaft. Am Ende einer Reise kommt ein veränderter Mensch zurück. Er ist in einem anderen Tempo gewachsen, in eine andere Richtung, als seine gewohnte Umgebung, die er zurückgelassen hat. Das liebe ich am Reisen. Man weiss nie, als was man zurückkommt. Offensichtlich kann das ein zwei-Wochen-Badeurlaub nicht in der Weise wie eine monatelange Reise. Und deshalb ist diese Tour um den Pazifik so wertvoll, für mich. Ein Experiment. Ein Abschälen von Einflüssen, die zuhause den eigenen Geist ummanteln, zukleben, dicht machen. Woche für Woche fallen diese Schuppen von mir. Mal mehr, mal weniger. Je länger der Trip andauert, desto mehr beschleunigt sich dieser Prozess. Was wird übrig bleiben?
Auf der Bühne in der Shopping Mall von Kaneohe stehen zwei Dutzend Volksschulkinder, trällern mit kleinen Gitarren Hawaii-Songs ins Mikro. Alles happy hier, Aloha im Paradies. Die Leute sind entspannt wie man es vielleicht nur in Hawaii sein kann. Wer weiss, welche Sorgen sie haben, aber hier im Publikum vergisst man für Minuten seinen Alltag, schlürft an seiner Soda und bejubelt die kleinen Künstler. Kinder sind hier, wie überall auf der Welt, eine Quelle der Freude. Die Songs gehen weiter, die Leute gehen weiter, die Reise geht weiter. Das Leben ist ein Fluss. Ein Fluss, der beginnt in den Bergen und endet im Ozean. Was für eine hübsche Analogie zum „Ring of Fire„-Projekt!

der Pazifik als dominierendes Element der Insel-Gruppe
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Über dieses Blog
„Super gsi – Beginner’s Mind“ berichtet über Mark’s Reisen und Outdoor-Aktivitäten, meist Skitouren, Bergsteigen und Bike-Touren. Mehr dazu hier…














