Trek Landmannalaugar nach Skogar: Tag 2
Nach einer ruhigen Nacht am Aftivatn und einem längeren Ausschlafen bis 07.30 packen wir schon recht routiniert unsere Camping-Ausrüstung zusammen. Eine halbe Stunde später beginnt es wieder zu regnen an. Wir lernen: Regenfenster sind auszunützen. Die heutige Etappe beginnt mit einer ersten Flussdurchquerung – Schuhe aus, Hosenbeine hoch, und ab durch das frische Wasser. Gut eineinhalb Stunden später wieder, nur etwas tiefer ist das Bachbett und reißender. Meine Begleiterin ist nicht sehr erfreut. Aber so haben wir wenigstens die Füsse immer sauber.
Die 16 Kilometer gehen beschwingt, die Landschaft wie immer faszinierend und abwechselnd, auch wenn wir oft kilometerlange Ebenen aus Vulkanasche passieren. Die Abwechslung kommt auch mit dem Wetter, denn Regengüsse kommen wie in 10-minütigen Wellen. Da ist der Zeltplatz bei Botnar auch sehr willkommen, denn es ist nicht nur kalt geworden, sondern auch noch stürmisch. Nun muss das Zelt bei Wind und Wetter aufgebaut werden, sie hat es nun mit der Kälte und ist heilfroh, sich endlich im Schlafsack zu verkriechen. Um 13.30. Der Tag ist also noch lang, ich bastle einen Windschutz aus Steinbrocken, repariere meine Fleecejacke und etwas Pediküre ist auch drin.
Erst am späten Nachmittag wird es an diesem eigentlich gemütlichen Platz hektisch, größere Gruppen haben endlich ihre Tagesetappe geschafft und wetteifern nun um die Zeltplätze. Da werden einige schon etwas nervös und vorlaut. Uns egal, denn Curry Reis ist gerade am werden, und Gemüsepüree gerade im Magen. Wie immer geht dann der Abend mit einer Portion Peronin zu Ende, dem Gang zum WC und dem schnellen Zähneputzen. Klingt nicht romantisch, und ist es auch nicht. Es ist Wandern mit Zelt und großem Rucksack, bei jedem Wetter. Da bleiben hellblauer Himmel und Lagerfeuer zuhause am Schreibtisch. Island, das ist Trekking-Realität. Wie wir es auch am nächsten Morgen erleben, als wir schon früh nach Pörsmörk aufbrechen.














