Slogen: eine Pralinen-Tour


In Saebo hatten wir es uns gemütlich gemacht – im lokalen Camping eine Hütte gemietet und den langen Nachmittag ausgekostet. Wieder fit steht man locker am Ski für den nächsten Berg. Nicht bevor man allerdings per Fähre den Fjord quert. Was für ein Start in den Tag! Wolkenloser Himmel, der Fährmann und wir. In Urkedalen suchen wir den Einstieg in die Route zum Slogen (1.564 m). Diesmal haben wir nur eine sehr grobe, norwegische Beschreibung, aber kein Gipfelfoto und nur einen kleinen Kartenausschnitt. Wir gehen also auf gut Glück, oder um Forrest Gump zu zitieren, so eine Skitour ist „wie eine Pralinenschachtel, man weiss nie, was man bekommt„.

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Blick nach Seabo

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Einstieg ins lange Tal

Der Start läuft gut an – wir finden ein Hinweisschild, folgen einigen Skispuren. Kommen zu den ersten Hütten, dann weiter durch ein mäßig ansteigendes, tief verschneites Tal. Das Tal zieht sich, es wird immer länger. Den Slogen machen wir aber schon von Weitem aus. Zunächst vom Westen, irgendwann stehen wir im Süden, und letztlich betrachten wir seine Ostflanke. Wir überqueren den gefrorenen Isavatne (See), steigen dann auf die Ostschulter hoch. Hier sieht der sehr zerklüfftete Berg Skitauglich aus. Je näher wir über den Wechten-übersäten Grat zum Gipfelhang entlang marschieren, desto steiler wird dieser. Hier treffen sich alle Routen aus Süd, West und Ost. Wir gehen noch ein Stückchen weiter, testen die Steilheit aus. Auf einem der vielen Schultern oder Vorgipfel machen wir für heute Schluss. Die letzten 150 Höhenmeter sind sehr steil, und der nun in voller Sonne stehende Hang könnte Ärger machen. Wir fellen ab und fahren oberhalb des erwähnten Sees retour.

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Rechts hinten unser Ziel: Slogen

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die Nordwand

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extrem steiler Gipfelhang

Auf halber Höhe der Abfahrt entdecken wir Ost-seitig des Slogen noch einen weiteren Gipfel, den wir nicht benennen können, aber besteigen. Die Aussicht zum Fjord und nach Urkedalen ist gewaltig. Die Abfahrt wird wie gestern ein Mix aus Harsch und Pulver, dann etwas Sulz. Alles passt, die Fähre bringt uns wieder nach Saebo, und dann zurück nach Orsta. Morgen soll es auf den Kolastinden und den Nordre Saestretind gehen, mal schauen ob Tour Nummer 4 wieder wunschgemäß klappt! Norwegen ist einfach so wie es sein soll …

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Blick von einem unbekannten Gipfel zum Fjord und Saebo



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