Den Vormittag am Kolastinden


Der Slogen liegt hinter uns, und damit auch Saebo. Wir fahren nach Orsta, schauen uns die Stadt an und genießen das feine Wetter. Erst am Abend fahren wir wieder auf die andere Seite der Halbinsel, über eine vereiste Dirt-Road-Piste zum Nachtplatz. Direkt neben der Aufstiegsroute zum Kolastinden. Die sternenklare Nacht wird wieder frisch, der Trick mit dem Kühlschrank funktioniert, allerdings nicht mit Olivenöl, welches wieder vollständig gefriert.

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ein Klassiker: der Morgen-Blick aus dem Büssle – klarer Himmel, vereiste Innenscheiben

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und auf zum Kolastinden!

Am Morgen haben wir wieder einmal sagenhaftes Wetter. Ich mache das Auto abreise-bereit, und dann müssen wir auch schon in die kalten Ski-Sachen. Es gibt nichts zu meckern. Ein paar Löffel warmen Porridge, und schon stehen wir draußen in den Ski. Auch die Skispuren sind heute recht markant, genauso wie die Wegführung insgesamt.

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schöne Passage mit anschließendem Felsdurchschlupf

Wir marschieren also in unser Tälchen oberhalb von Standalhytta, staunen ob der Berglandschaft hier, nehmen die eine oder andere kleine Steilstufe und stehen vor einer uns umfassenden Bergarena. Links ein Steilgletscher mit Eisfeldern, rechts senkrechte Felsgrate, und mittig unser Weg über hügeliges Terrain bis zum Talschluss.

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der Kolastinden in Sehweite

Skitechnisch anspruchsvoll wird die Tour nie wirklich, ein paar steile Quergänge zu einem Felsdurchschlupf, dann wieder einige Meter über Gletscher, und schließlich der Steilanstieg zum Skidepot. Dort ist erstmal kleine Pause, die Sicht ist fantastisch, und wir entdecken zum ersten Mal andere Skitourengeher, weit entfernt in einem Paralleltal. Windstille, Sonnenschein. Wir steigen zu Fuß die letzten 30 Höhenmeter hoch, erklimmen den scharfen Grat, stehen wenig später am Gipfel des Kolastinden (1.432 m). Nach Westen geht es markant in die Tiefe. Das Leben ist gut. Die Tage hier sind wie in einem Wunderland. Wir bewegen uns in den Bergen wie in einer Seifenblase, in der es nur Sonnenschein und gute Tourenbedingungen gibt.

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steiler Gipfelaufbau, später zu Fuß zum Gipfel

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Blick vom Kolastinden in die Tiefe

Die Abfahrt ist lässig. Pulver oben, auch über den Gletscher, dann kurz Harsch, später wieder locker oder soft-schwer. Wir brausen hinunter. Am Parkplatz dann ein Schwätzchen mit einem Filmemacher aus Bergen, der hier eine Doku dreht. Wir tauschen Bergweisheiten und Geheimtipps aus. Nach einer halben Stunde trennen wir uns – er fährt ins Krankenhaus zu einem Freund, der beim Pinkeln vom Balkon aus dem 2. Stock gestürzt ist. Mehr wollen wir nicht wissen und wünschen viel Erfolg mit seiner Berg-Doku. Wir fahren weiter nach Festoya, erwischen die Fähre nach Solavagen, und steuern das einzige Hallenbad weit und breit an. Körperpflege ist angesagt. Aber auch die einfachsten Dinge können manchmal schwierig sein, da unser Duschbad immer noch gefroren ist… Da hilft nur eins: es mit in die Sauna nehmen. Sauber und gepflegt geht es dann an die Wasserfront von Alesund.



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