Piz Uccello: Steile Rampe über den San Bernardino


Hatten wir gestern am Zapporthorn einen Traumtag mit Sonne, Pulver und keiner Menschenseele um uns herum, so sind wir mehr als gespannt auf das, was uns auf dem Piz Uccello erwartet. Der Wind hat ein wenig abgenommen, aber lange bis in die Nacht an unserem Fenster gepfiffen. Hatte sich die Lawinensituation verändert?

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Farbenspiel am Morgen über San Bernardino

Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir vom Dorfzentrum in San Bernardino (1.608 m) gegen NNO. Wir finden die winzige Brücke über den Bach aus dem Val Vignun, folgen ihm über Buckel und Senken. Im Süden ist der Himmel feuerrot gefärbt, später dunkel, und von Nordwest rauschen dunkelgraue Wolken heran. Unser Gipfel ist stets gut zu sehen, doch das diffuse Licht macht die unmittelbare Orientierung schwierig. Und dennoch: ohne einen groben Schnitzer gelangen wir mühelos zur Cassina de Vignun (2.115 m). Wir blicken zurück ins Tal und auf die gegenüberliegenden Hänge. Auch auf dem Motton herrscht Ruhe.

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der Weg ist recht kurz, den Gipfel hat man stets im Blick

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endlich unterhalb des steilen Gipfelanstiegs

Der Weg wird nun steiler, das Licht aber kaum besser. So gut es geht definieren wir das Gelände mit Hilfe hervorstehender Felsen und gelangen etwas Südlich des Piz Uccello auf eine Hochebene unterhalb des Gipfelanstiegs. Hier bekommen wir den starken Westwind nun zu spüren und lassen uns weiter nach NO treiben, stets Höhenmeter gewinnend. Das Gelände erfordert nun Spitzkehren, und wir prüfen stets die Stabilität der Schneedecke. Oft finden wir Pulver, und darunter eine etwas harte Gleitschicht. Oder bereits etwas Windharsch. Am Gipfel (2.724 m) bläst es uns fast um, wir fahren mit den Fellen etwas tiefer, machen uns für die Abfahrt bereit.

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Piz Uccello (li knapp vor den Wolken) am Vortag, gesehen vom Zapporthorn aus

Auch hier wieder: Pulver, dann aber schon etwas Harsch. Das Schwierige an dieser Abfahrt ist nicht das Gefälle, sondern die diffusen Lichtverhältnisse. Richtig Laufenlassen können wir es heute nicht. Aber schon zum Zwölf-Uhr-Schlag der Kirche in San Bernardino tragen wir unsere Ski durch das Dorf zum Parkplatz. Mit guter Sicht ist das eine Traumtour!



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