Noch mehr Pulver am Zapporthorn
Unser Ausflug an den San Bernardino Pass war eine feine Idee gewesen. Im Rheintal regnet es noch, in Splügen schneit es, und als wir im Tessin aussteigen, sind die Hänge noch wolkenverhangen. Macht nichts, der erste Abschnitt folgt der gesperrten Passstraße nach Norden, da ist Orientierung noch kein Thema.

Blick nach Süden nach San Bernardino und ins Tessin
Zwei Stunden später reißt der Wolkenvorhang auf, und wir sind schon mitten im Anstieg durch etwas unübersichtliches Gelände, stets mäßig steil, aber im besten Pulver. Wie schon am Guggernüll vor wenigen Tagen ziehen wir hier die erste Spur hinauf und bleiben, bis auf einen Tourengeher, den ganzen Tag am Berg unter uns.

Das Zapporthorn, ganz hinten Bildmitte: die Schneefahnen deuten auf viel Wind
Das Zapporthorn (3.152 m) liegt am nördlichen Talschluss. Weiter westlich würde man über mehrere Grate zum Rheinquellhorn kommen. Wir erreichen das Skidepot geplant am frühen Nachmittag, rüsten uns für das steile Couloir, welches zum Ostgrat und zum Gipfel führt. Das Couloir ist wenig überraschend mit viel Triebschnee angefüllt, und entsprechend mühsam sind die ersten Meter. Ich sinke bis zur Hüfte ein, grabe mich quasi auf der Brust liegend die ersten 10 Meter hoch. Dann wird der Schnee etwas fester, wir können erste Tritte anlegen. Ungefähr kurz nach der Mitte des Couloirs ist der Schnee wird sehr pulverig und löst sich vom Fels. Der Stein unter uns ist mit Eis überzogen und gibt keinen Halt. Wir entscheiden uns letzlich nach mehreren Versuchen das Couloir wieder zu verlassen und den Gipfel nicht zu besuchen.

weiter oben im Couloir wären Steigeisen am eisglatten Fels die beste Wahl gewesen
Die Abfahrt ist wieder einmal Klasse. Pulver ohne Ende, steile und dann wieder langgezogene Abschnitte machen richtig Spaß. Wir hätten diesen Abschnitt bis zur Passstraße gerne noch ein paar Mal absolviert.

Piz Uccello (Bildmitte vorne) – das Ziel der nächst-tägigen Tour
In San Bernardino, kurz nach der Straßensperre zum Pass, haben wir unser Auto beim Campingplatz abgestellt. Gleich daneben ist ein kleines Restaurant mit ein paar Zimmern für die Nacht. Mit Halbpension 43 Franken gar nicht mal so schlecht für die Schweiz, und sicher die günstigste Variante in San Bernardino (1.608 m). Auf jeden Fall war das Abendessen nicht gerade kleinportioniert und schmeckte ausgezeichnet. Auch das Frühstück war sehr großzügig! Empfehlenswert, wer auch mit einem einfachen Zimmer das Auslangen findet. Und: am nächsten Tag wartet wieder die nächste Tour, diesmal auf die östliche Seite des Passes: zum Piz Uccello.












