Pistaziennüsse am Fenetre de Saleina
Ganz hatten wir die Idee vom Mont Blanc noch nicht aufgegeben, trotz des Wetterumschwungs Anfang letzter Woche. Wir fuhren nach Hause, brachten die Ausrüstung in Ordnung, zeigten uns wiedermal im familiären Umkreis, und wußten, wir kehren noch einmal zurück. Zwei Tage später standen wir wieder in Chamonix.
Für die nächsten zwei Tage war wechselhaftes Wetter vorhergesagt. Für uns also Zeit, eine zweitägige Tour einzuschieben. Gestartet sind wir von Argentiere (1.252 m) aus mit der etwas in die Jahre gekommenen Seilbahn hinauf auf die Grand Montets (3.238 m). Im etwas harschigen, zerfahrerenen Schnee gehts langsam über den Glacier des Rognons auf den Glacier d’Argentiere, der auf ca. 2.560 m für uns den Ausgangspunkt des Aufstiegs bildet.

Blick vom Glacier d’Argentiere hinauf zur Route
Das Wetter ist schön, in der Ferne sind ein paar Wolken zu sehen, und der Anstieg zum Col du Chardonnet, einer von zwei Pässen, die wir überwinden müssen. Die erste Steilpassage überwinden wir teils zu Fuß, teils per Ski. Auf unserer Route sind sehr wenige andere Skitourengeher unterwegs, was uns ein wenig überrascht, da dies der Ausgangspunkt für die klassische Haute Route darstellt. In jüngerer Zeit optiert man allerdings zu einem weiter östlich gelegenen Pass, der nicht ganz so heikel ist wie der Col du Chardonnet (also über den Col du Passon). Wir gelangen nach dieser ersten Steilstufe auf ein Hochtal, dem wir nun recht flach folgen und auf zwei Basken treffen, die an diesem Tag ihre erste Etappe nach Bourg St.Pierre laufen.

im Hochtal zum Col du Chardonnet
Das schmale Joch (3.323 m) fällt nach Westen eher steil ab. Ein Fixseil hilft, sich ohne großartigen Standbau sicher abzuseilen. Weiter unten gehts dann mit den Ski wieder weiter, wir queren ohne großen Höhenverlust den Glacier de Saleina nach Norden. Die letzten 50 Höhenmeter zum Fenetre de Saleina (3.267 m) müssen wir wieder auf allen Vieren hoch, treffen am Pass unsere zwei Basken wieder, mit denen wir Schokoloade gegen Pistaziennüsse tauschen.

weiter über den Glacier de Saleina

einmal mehr, auf allen Vieren hoch
Es zieht Nebel auf, das Plateau du Trient verschwindet im weißen Nichts. Grob orientierend halten wir und nach Nordost und finden mit Hilfe der Spur und einem kurzen Nebelloch die Cabane du Trient (3.170 m).

kurzes Nebelloch – und die Cabane du Trient erscheint!

Schnell noch einen Gipfel mitgenommen: Pointe d’Orny
Wir lassen diese aber noch rechts liegen, steigen zunächst auf den Pointe d’Orny (3.269 m) und fahren dessen steilen Südwesthang zur Hütte ab. Es zieht wieder zu, und wir hoffen, wiedermal, auf besseres Wetter für die Rückkehr ins Tal.












