Bettler Spitze: aus den Augen verloren
Die Ski lassen einen nicht los. Schneeschauer, tiefe Wolken, feuchte Luft. Nach drei Wochen im Hochalpin-Lehrgang schien mir das keinen Gedanken wert zu sein. Wir fahren nach Buchboden (884 m), warten vor einer kleinen Brücke, bis ein altes Männlein diese im Schneckentempo passiert. Dann sind wir schon auf den Ski und bald in Bad Rotenbrunnen (1.010 m), wieder einmal.

der eigentliche Start im Bad Rotenbrunnen
Das Gelände ist einfach, wenn auch ein halbes Dutzend Lawinenkegel den Weg zur Gadenalpe (1.317 m) bedecken. Alles Gleitschneelawinen. Es ist immer noch zu warm, zu feucht. Der frische Schnee fällt flockig, aber bei der Retourfahrt wird er schon pappig sein. Unter der Alpe nochmals ein mächtiger Lawinenkegel vom Osthang. Wir entschließen uns, nicht zum Mutterwangjoch hoch zu steigen, sondern auf der sichereren Seite in Richtung Matonaalpe zu gehen. Der Bergnebel hüllt uns nun ein, als wir aus dem Wald auf die freie Fläche treffen.

eine kurze Aufhellung als meteorologischer Höhepunkt
Das Orientieren wird nun schwierig. Wir halten grob die Richtung, aber eine Spur im Nichts anzulegen ist schwierig, wenn das sichtbare Gelände einen Radius von fünf Metern hat. Kurz haben wir Glück – es reißt auf, wir können uns für einen Weg entscheiden und machen einen guten Sprung vorwärts über einen steilen Hang hinauf auf das Plateau des Gadentals. Wir wollen zu den Spitzen am westlichen Rand des Gadental-Kamms. Es wird wieder neblig, wir gehen fast blind. Dann entscheiden wir uns aus Gefühl für einen scheinbar etwas breiteren Hang. Später stellt sich heraus, es ist der Aufstieg zum Grat südlich der Bettlerspitze (2.272 m). Den Grat erreichen wir um 50 Höhenmeter nicht. Wir sind im völligen White-Out, ich muss mich bei der Spuranlage auf meine Skispitzen konzentrieren, ob sie noch im Schnee stecken oder schon irgendwo über einen Abhang schauen. Wir packen zusammen, und suchen mühsam unseren Weg zurück, entlang der Aufstiegsspur. Der Schnee wäre so prächtig gewesen.
Weiter unten ist die Sicht deutlich besser. Die Abfahrt ist nun ein freies Vergnügen. Am Schluss heißt es aber oft anschieben, der Weg nach Rotenbrunnen ist sehr flach. Wir wissen, es war ein Arbeitstag. Spuren und suchen.












