Leben und Sterben am Panama Kanal


Panama ist in aller Welt für eines bekannt: den Panama-Kanal. Kaum ein anderes Infrastruktur-Projekt hat die internationale Schifffahrt so sehr beeinflusst wie die 12 Schleusenkammern im tropischen Zentralamerika. 86 Kilometer Kanal ersparen einen rund 20.000 km langen Umweg um das Kap Horn, so dass sich auch die saftigen Nutzungsgebühren, die nach Tonnage verrechnet werden, lohnen: bis zu 300.000 US$ wurden schon für eine einzige Schiffspassage bezahlt.

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Blick von der Isla Taboga auf Panama City und die Einfahrt in den Kanal

Aus dem Viejo Centro von Panama City fahren wir im Taxi hinaus nach Miraflores, einem an der Hauptstadt nahe gelegenen Schleusenkomplex. Hier lassen sich riesige Frachter fast wie in einem Streichelzoo bei ihrer Passage beobachten. Wir warten, bis das Besucherzentrum öffnet, stehen mit Panamesen, Gringos und Schulkindern für die Eintrittskarten in der Schlange. Wir haben Glück, sind eine der ersten, die sich auf der Ausblickterrasse einen Platz verschaffen können. Andere stehen in der zweiten und dritten Reihe, wir aber betrachten ungetrübt Containerfrachter und Tanker, wie sie von Loks gezogen und mit Hilfe der Schleusen an Höhe gewinnen.

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viele Schiffe werden so gebaut, dass sie durch die Schleusen des Panama-Kanals passen

Im August 1914 fuhr das erste Schiff durch diese neue Passage, die wie ein technisches Weltwunder anmutete. Der internationale Welthandel profitiert ungemein von der Passage, besonders aber die USA, China und Japan. Für Panama bedeutet der Kanal eine beträchtliche Einkommensquelle (neben der Registrierung von Schiffen aller Art unter panamesischer Flagge), ist aber auch direkt und indirekt für eine große Anzahl an Arbeitsplätzen verantwortlich (rund 7.000 Personen arbeiten direkt für die Kanalbehörde).

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Alles in Panama scheint mit dem Kanal verwoben zu sein. Panama City ist eine Handelsmetropole, die Gewässer vor Panama wimmeln nur so von wartenden Frachtern, die Innen- und Außenpolitik ist vom Kanalthema durchdrungen und auch die Geschichte Panamas ist eng mit dem Kanalbau verknüpft. Gäbe es den Kanal nicht, wäre Panama heute wohl noch ein Teil Kolumbiens. Aber das ist Spekulation. Fakt ist, der Kanalbau hat in seinen zwei Phasen insgesamt rund 28.000 Menschenleben gekostet. Die meisten hat Malaria und das Gelbfieber dahingerafft, in einer teilweise so großen Anzahl, dass die Arbeiten eingestellt werden mussten. So dokumentiert es das Museum beim Besucherzentrum in Miraflores, welches auch mit einem kleinen Kinosaal ausgestattet ist.

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der Schiffsverkehr vor Panama City ist dicht

Einen Tag zuvor haben wir noch Frachtern auf dem offenen Meer ausweichen müssen. Die Fahrrinne zum Kanal hat Vorrang, und Fähren auf die Insel Taboga haben stehen zu bleiben. Wir waren beeindruckt von der Masse dieser Schiffsriesen. Und diese wachsen und wachsen, so dass eine neue, dritte Schleusenrinne im Bau begriffen ist, die diese neuen Riesen ebenfalls einen Shortcut durch Mittelamerika machen lässt.


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