Tiflis im Aufbruch


Die andere Hauptstadt unserer Reise, Tiflis, hat im Gegensatz zu Yerewan eine sehr lange Geschichte. Sie ist wechselvoll, voller Spannungen, Kriege und Hochblüten. Marco Polo hat sie schon besucht, und die Russen waren die letzten, die diese Stadt unter ihrer Herrschaft hatten. Wir kamen über die Berge aus Armenien in einem dicht bepackten Marschrutka in einem Chaos aus Menschen und Waren in Tiflis an, kamen nach unserem Kazbek-Abenteuer ein zweites Mal zurück, um die Stadt in seiner ganzen Weite zu erkunden.

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Ein Löwe bewacht einen Brückenkopf

Die Außenbezirke sind sowjetisch geprägt, Betonbauten und Satellitenstädte, äußerlich in einem sehr desolatem Zustand, wie überhaupt die meisten Straßen hier. Aber auch die U-Bahn stammt aus der Sowjet-Zeit, und diese ist tief in der Erde versteckt, mit der Rolltreppe geht es eine ganze Weile nach unten. Schwierig ist die Orientierung dann, wenn Straßennamen und Stationen nur in georgischer Schrift angegeben sind. Aber die Leute sind hilfsbereit, mit unserem Russisch kommen wir hier gut zu Recht. Englisch wird in manchen Restaurants gesprochen, und gelegentlich werden wir von Menschen in Englisch angesprochen, weil wir irgendwo hilflos in der Gegend herumstehen. Auch unsere Gastgeberinnen (zwei verschiedene Privatzimmer, in die wir uns einquartieren) sprechen Englisch oder Deutsch.

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Klassisches in Tiflis

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Die Menschen sind gebildet, aber arm. Viele kratzen am Existenzminimum, und der landläufige Witz ist, dass Georgien die höchste Dichte an akademischen Taxifahrern hat. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stand alles still, und viele verloren über Nacht ihre Arbeit und Einkommen. Unser Geld ist sehr willkommen, die Stadt scheint im Aufbruch (architektonisch), dennoch sieht man einige Bettler in den Straßen, oft ältere Frauen, deren Pension nicht einmal für warmes Wasser reicht.

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Spaziert man durch die Altstadt, so ist das wie in Europa. Auch die etwas neueren Bezirke sind recht europäisch, viele Läden, Restaurants, wenige Cafés. Straßenbäckereien haben es uns angetan, überall wird probiert. Dann die Geschichte in Form von Kathedralen, Stadtmauern, Befestigungsanlagen. Und natürlich dem türkischen Bad, das wir auskosten und ich eine georgische Massage verpasst bekomme. Samt Ganz-Körper-Peeling. So kann man Tage verbringen, wenn man nicht in den Bergen ist. Oder auch in der georgischen Provinz…

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