Transalp 2010 – Tag 4: La Baita – Mestriago
Nach der Monster-Etappe von Tag 3 hatten wir einen wahrlich erholsamen Tag vor uns – drei Pässe mit etwas mehr als 2.000 Höhenmetern. Nach einem sehr ausgiebigen Frühstück auf La Baita (1.884m) bei Alessandro starteten wir durch das Valle di Rezzalo hinauf zum Passo dell‘ Alpe (2.463 m), über steinerne Römerwege, vorbei an schläfrigen Schafherden und munteren Schafhirtehunden. Die Sonne kam uns entgegen, als wir die letzten Meter zum Pass hinaufschoben, es sollte ein feiner Tag werden.

So schön können frühe Morgenstunden sein
Die Abfahrt war ein Trail auf einem etwas breiteren Grobschotterweg, rucklig aber ob des Panorama um den Monte Cevedale unglaublich schön. Schon bald stießen wir auf die Passstraße (2.305m) zum Passo Gavia, und schon hieß es wieder ordentlich in die Pedale treten. Glücklicherweise hatten wir wenig Verkehr, und so hielt sich der Stress in Grenzen. Die Straße verlief ruhig und gleichmäßig sanft steigend bis zur Passhöhe (2.637 m), ein Klassiker des Giro d’Italia. Auf der Passhöhe kamen uns schon die ersten Rennradfahrer entgegen, die von Pezzo kommend schon mehr als 1.000 Höhenmeter in den Beinen hatten. Wir genossen die Aussicht, zogen unsere winddichten Jacken über und schoßen in die enge Abfahrt hinunter. Mehrere Dutzend Kehren kamen uns entgegen, und dann ein völlig dunkler Tunnel, wir fuhren einfach auf „Verdacht“. Alles ging gut, manchmal erahnte man andere Radfahrer auf der anderen Seite durch ihr Schnaufen.
Immer weiter bohrte sich die Straße ins Valle delle Messi, und in Pezzo (1.573 m) bogen wir dann endgültig ab, um wieder Höhenmeter zu gewinnen. Jetzt wurde es richtig spannend. Noch schnell eine Stärkung eingekauft, und schon mussten wir die steilen Straßen durch das Dorf passieren, später eine schmale Piste zum Case di Viso (1.751 m). Dort wurden wir vom August-Rummel der Italienischen Urlauber überrascht, alles fuhr und lieft den Berg hinauf, zum Refugio Bozzi, einem unserer Zwischenziele. Die Straße hatte es in sich, war holprig, hart zu fahren, staubig, und wie erwähnt mit viel Verkehr. Manchmal mussten wir schieben, aber bis zum Refugio hatten wir das meiste doch fahren können.
Bei der Hütte Bozzi (2.489 m) schlug dann das Wetter kurz um, es wurde dunkel, Gewitter drohte, Nebel zog ein und es fing an zu regnen. Mit Regenmontur schoben wir dann den steilen Schlusshang die Räder hoch zu den Stellungen auf der Montozzo-Scharte (2.613 m). Kaum oben angelangt schien schon die Sonne, und wir waren schon auf dem Trail nach unten. Zuerst etwas flacher und holpriger, dann steiler und immer noch holprig. Bei einem kleinen Sprung verfing sich mein Vorderrad an einem Block und ich machte eine Hechtrolle seitwärts über die Schulter. Alles bestens, Rad ok, Radler ok, und weiter ging es. Leider wurde der Weg für uns nun zu steil, mit unseren Rädern kaum zu bewältigen. Also schieben und fahren, schieben und fahren, dann endlich durch einen Föhrenwald eine wilde Single-Trail Gaudi ohne Sturz bis zum Lago di Pian Palu (1.818 m).
Die Schlussabfahrt des Tages folgte den Ferienorten Peio (1.430 m), Fucine (998 m) und Pellizano (956 m), bis wir auf guter Asphaltpiste und feinen 50km/h Durchschnitt unsere Übernachtungsmöglichkeit in Mestriago unweit von Dimaro fanden. Zur Belohnung gab’s heiße Dusche, ein Spar-Buffet im Zimmer und einen Fernseher mit einem Sender auf italienisch. Gut erholt fielen wir schon gegen 21.00 ins Bett…















