Trails & Raids Week: Der TransRätikon-Lauf


Letzte Woche noch wegen des schlechten Wetters verschoben, heute durchgezogen. Ein Lauf, der es in sich hatte. Von Malbun (Fürstentum Liechtenstein) ging es über den gesamten Rätikonkamm auf der schweizer und vorarlberger Seite bis nach Gargellen (Vorarlberg), innerhalb der 10-Stunden-Marke.

transraetikon
super gsi!

Die Wetterbedingungen waren wirklich optimal: relativ trocken, kein Wind, ein bißchen Wolken, und Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Von Malbun (1.599 m) um 07:20 gestartet, hieß es zunächst hinauf auf den Augstenberg (2.359 m), in einem zügigen Tempo. Schnell erreicht ist auch die Pfälzer Hütte (2.108 m) nach 1,5 Stunden. Nun ging es beständig aufwärts, ein bißchen hinab, und wieder hinauf, eine Vorschau auf viele Abschnitte. Vorbei am Naafkopf war die nächste Höhe die Große Furka, ein Tor ins Prättigau, zu bewältigen. Eine Abzweigung hätte auch zum Oberzalimkopf geführt.

Von der Großen Furka (2.353 m) ging es nun rasend schnell hinunter, schließlich bis zur Schesaplanahütte (1.910 m). Hier mal eine erste Minutenpause zur Orientierung und Essen. Nun lag das Prättigau südlich, und eine elend lange Traverse bis zum Schweizer Tor. So schlimm war es anfangs nicht, das Auf und Ab hielt sich in Grenzen, erst aber der Alpe Golrosa (2.1 28 m) wurde der Weg zu einem Schlammbad. Der Weg tauchte auf 1.900 Höhenmeter ab. Kurz vor dem Anstieg zum Schweizer Tor (2.137 m) gab es wieder felsigen Untergrund (das spürten mittlerweile meine Zehen schon recht deutlich), und steil wurde es. Doch das Schweizer Tor war nicht das Ende des Aufstiegs, der Öfapass (2.374 m) musste genommen werden. Hier zeigten sich schon die ersten Ermüdungserscheinungen, kurze Steilpassagen konnten nur mehr im Gehen begangen werden.

Von der Alpe Golrosa bis zum Öfapass ging viel Zeit verloren. Der letzte Bus in Gargellen (17.15) schien unerreichbar. Auch ein flotter Abstieg vorbei an den Drei Türmen zur Lindauer Hütte (1.744 m) motivierte mich nicht – ich war um 13.45 vorbeigelaufen. Nun wurde es zäh. Meine Knöchel und Zehen waren angeschlagen, ein ordentlicher Anstieg zur Tilisuna Hütte über die Schwarze Scharte stand bevor. Vom Fuss des Bilkengrats ging es nur noch im Gehen hinauf, und immer wieder Wanderer, die ich überholen musste. Trotz all den Widrigkeiten, um 15.00 stand ich auf der Tilisuna Hütte (2.211 m), ich war sehr glücklich und dachte, dass ich es mit ein bißchen Glück rechtzeitig zum Bus schaffen müsste.

Eine letzte Steigung stand bevor, der Plasseggenpass (2.354 m) und das Sarotlajoch (2.389 m). Der Weg dorthin zog sich, ich konnte wenig Zeit gut machen, war um 16.00 am Sarotlajoch, überholte hier die letzten Wanderer, die mir während dieses Laufes begegneten. Jedes Mal war es ein Rennen gegen die Zeitangaben der Wanderschilder – 2,5 Stunden nach Gargellen, ich durfte nur 1 Stunde brauchen. Auch wenn es nun nurmehr ein Abstieg (ein großer Teil war mir von unserer Tour auf die Rotspitze bekannt) war, abgesehen von kleinen Gegenhängen, brauchte ich alle Kraft, um hier heil und schnell nach unten zu kommen. Gargellen schien so weit weg, und bis ich es dann sah, dann war es einfach nur Gargellen, und der Spar, den ich brauchte, und die Bushaltestelle. Ankunft: 16:59 in Gargellen.

Insgesamt hielt der Trailrun 45 km und 3.000 Höhenmeter bereit. Die Strecke ist an einem Tag machbar, allerdings sollte man sich nicht um wundersame Blicke und Kommentare „konventioneller“ Wanderer kümmern, sonst kommt man nirgends hin. Ich war froh, dass ich im Mai den Trailrun-Marathon im englischen Exmoor gelaufen bin – die Erfahrung hat mir hier weitergeholfen (allerdings ist mein vom Rucksack wundgescheuerter Rücken da anderer Ansicht…). Teleskop-Stöcke fand ich sehr brauchbar, gerade auf rutschigen Passagen und später im müden Zustand bei schnellen „Abfahrten“ hätte ich nicht auf sie verzichten wollen.

Und hier noch ein paar Bilder…



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