Eisgekühlter Pina colada und das Internet-Palermo


Die Hitze wird immer aerger hier, und die Luftfeuchtigkeit tut das Seine dazu. Wir duschen drei mal taeglich (sowie die lustigen Leute auf dem Bild), und haben manchmal immer noch nicht genug. Da hilft dann halt viel Eis im Pina colada.

palermo-buenos-aires
aus dem Barrio Nuevo Palermo

Das Bild stammt aus Palermo. Das ist so eine Art Soho von Buenos Aires, mit vielen Ateliers und Kunstlaeden. Da ist was los am Abend, die Party-Meile der Portenos. Auch die Hunde leiden hier unter der Hitze, liegen alle faul im Schatten, ausser ein professioneller Gassigeher macht mit ihnen die Runde. Dann aber gleich mit einem Dutzend. Scheint in Palermo ein eintraegliches Geschaeft zu sein, wir sahen in den zwei Stunden gleich mehrere.

Ob es eintraegliches Geschaeft ist oder nicht, kann ich nicht sagen, aber zumindest ein weitverbreitetes: Internet-Cafes (hier heisst das Cyber-Cafe). Die Dichte in Buenos Aires ist enorm, und der Stundensatz jenseits von billig, naemlich gratis: 30 Cent. Das gilt aber eigentlich fuer alle Laender, die wir bisher bereist haben: viel Angebot, niedrige Preise und hohe Besucherfrequenz. Nun, um einmal und endlich ein wenig soziologisch und informationsethisch zu formulieren, koennen wir mehrere Schlussfolgerung aus dem Beobachteten ziehen:

  1. Das Internet haelt global in das Leben der Menschen Einzug: es bietet eine sehr preiswerte Technologie zur Knuepfung und Pflege von Beziehungen bereit
  2. Das Internet ist integraler Bestandteil sozialer Beziehungen fuer weite Teile der Bevoelkerung Suedamerikas
  3. Der individuelle Anschluss scheint noch zu teuer bzw. die technische Infrastuktur noch nicht wie im Westen ausgebaut zu sein
  4. Die Techniken der Internetkommunikation (email, chat, VoIP) sind ueberall sehr weit verbreitet und sind auf dem selben Niveau wie in Europa oder Nordamerika.
  5. Das Phaenomen des Digital Divide kann nicht am Zugang zur Information oder am Know-How der NutzerInnen festgemacht werden. Vielmehr spielen hier Faktoren wie Bildung und Einkommen eine grosse Rolle.
  6. Die Hardware ist oft noch von Vorgestern, aber sie funktioniert, irgendwie.
  7. Manchmal braucht man akrobatische Kuenste, um ein USB-Geraet anzuschliessen…

Und nun noch ein Nachtrag zum gestrigen Eintrag: das suesse Gebaeck heisst hier nicht „Fracturas“. Ich mache nun ein Wortspiel fuer Buchhalter daraus: sie heissen korrekterweise „Facturas“. Ein Dutzend Facturas sind hier 3 argentinische Peso, also rund 75 Cent. Da soll einer sagen, man wird nicht zum Suessen verfuehrt!


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