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No comment: Wyoming roads

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Impressionen aus Jackson, Wyoming

Jackson, eine Stadt, die für alpine Skitouren schon etwas bietet. Trotz des Touristenrummels hat es uns hier sehr gefallen.

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Cowboy Coffee

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klein, aber fein das Zentrum von Jackson

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auf dem Sattel sitzen in der Cowboy Bar

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Elk Hörner überall

Middle Teton: Abschied aus der Teton Range

Das Sliver Couloir gestern war nicht genug – wir waren nicht am Limit, brauchten noch etwas Saftigeres für den Abschied aus der Teton Range. Grand Teton schien uns zu massiv (viel Schnee in den Couloirs, die sonst bei Eis recht schnell zu durchlaufen sind), also fiel die Wahl auf den Middle Teton (3.902 m). Der Zustieg erfolgt wieder über den Garnet Canyon, vorbei am Nez Percé und dem Disappointment Peak, fast bis zum Talschluss. Kurz davor wartet das südseitig ausgerichtete, sehr lange, prächtig steile aber breite Ellingwood Couloir (460 m, 50°).

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im Garnet Canyon

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South Teton im Blickfeld

Der lange Marsch hinauf wird erleichtert durch eine bereits größtenteils vorhandene Trittspur. Dennoch, der Weg zieht sich, und am Sattel holen wir ein Skibergsteiger-Duo ein, welches sich gerade für den Weitermarsch bereit macht. Denn ab hier wird es knifflig. Abhänge, Wechten, sehr steile Hänge und tiefer Triebschnee. Wir machen noch gut 150 Höhenmeter zum Gipfel gut. Dann blockieren blanke Felsplatten unseren Weg. Die Skitouren-Geher probieren eine nördliche Umgehung, scheitern. Ich versuche südlich auszuweichen und versinke im tiefen Schnee des Steilhanges. Die blanken Felsen darunter bieten keinen Halt, und wir haben keine Firnanker oder ein Seil zur Sicherung dabei. Kurz unter dem Gipfel (geschätzte 50m) müssen wir ebenfalls umdrehen.

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in der Mitte des Ellingwood Couloirs

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exponiertes Skidepot

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der unterste Teil der Ostwand, oben links unser Skidepot

Das Skidepot liegt im östlichen Steilhang und der Tiefblick macht es etwas ausgesetzt. Jeder Handgriff geschieht konzentriert, was hier wegrutscht, ist weg – Ski, Ausrüstung, Menschen. Wir warten, bis die anderen Skitourengeher den Steilhang abfahren, geschätzte 50°+. Das fühlt sich nun auch so an, und Beate vergisst fast vor lauter Respekt, Schwünge zu fahren und rutscht langsam den Hang ab, bevor sie sich vor einem Abhang fängt, aufsteht und zur eigentlichen Steilstelle gelangt. Es dauert etwas, dann sticht sie in den Querhang, der wild ausschaut, noch steiler wird und etwas Mut verlangt. Hier ist der Adrenalin-Ausstoß wohl am höchsten, dann kommen noch ein paar hundert Höhenmeter im gemäßigten 45° Terrain, bis es endlich zum Middle Teton Glacier geht. Von hier kann man die Abfahrt auch blind fahren. Durch den Garnet Canyon geht es wieder retour zum Auto, wo wir groß umpacken, alles trocknen und uns für den langen Weg nach Süden machen. Wer alpine Skitouren liebt, der kommt in der Teton Range auf seine Kosten. Man muss lange Zustiege auf sich nehmen, und dann gibt es keine Ausreden mehr. Ich habe Geschmack an den Steilabfahrten gefunden.

Nez Percé: ab durch das Sliver Couloir

Das Sliver Couloir beschäftigt uns schon seit Tagen. Eigentlich schon seit dem ersten Tag in Jackson, denn der Couloir ist vom Weiten als feiner, weisser Strich im Fels des Nez Percé (3.627 m) zu sehen. Vom Short 25 blicken wir hinüber, vom Disappointment Peak, und nun wollen wir es wissen, ob wir diese Rinne (3-5 m breit, 550 m lang, 45°-55° steil) auch packen können. Ja, wir können.

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unser Tagesziel: das schmale Sliver Couloir leicht rechts vom Gipfel des Nez Percé

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schöner Morgen über dem Tetons National Park

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Einstieg in den Garnet Canyon

Noch im Dunkeln steigen wir in den Garnet Canyon ein, folgen einer schlecht angelegten Spur weit hinein, sehen rechts zum Disappointment Peak hinüber, zum Grand Teton, und links nur eine Felswand, die ab und zu von Couloirs durchbrochen wird. Für eine Rinne entscheiden wir uns, fellen hinauf und gelangen zum Plateau zwischen Nez Percé und Shadow Peak. Wir umkurven den Berg und stehen plötzlich vor dem Sliver Couloir. Ah, herrlich, denken wir, einfach hinauf stampfen. Einfach ist es, aber mühsam, weil lang und steil.

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im Garnet Canyon, im Hintergrund South Teton

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langer Aufstieg im Sliver Couloir

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endlich die Abfahrt durch das Couloir

Am Ende des Couloirs, vielleicht ein hundert Höhenmeter unter dem eigentlichen Gipfel, bläst der Wind wie in einer Turbine. Wir machen uns rasch für die Abfahrt fertig. Beate macht heute den Anfang. Der Schnee ist fest und gut für die „Sprung“-Kurventechnik. Unsere Oberschenkel brennen, aber die Freude überwiegt, das Couloir ohne Schwierigkeiten bewältigt zu haben. Wir queren im Pulver zum Garnet Canyon hinüber, fahren nochmals ein steiles Couloir durch und dann über Pulverhänge bis zum Bradley Lake, wo wir nochmals in Felle wechseln und zum Parkplatz zurückkehren. Ok, damit wäre das auch geklärt. Wir haben noch jede Menge Puffer, das war noch lange nicht das Limit.

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zum Abschluss der Tour ein weiterer feiner Couloir hinab zum Garnet Canyon

Disappointment Peak: langer Pulvertag

Zwei Tage Schneefall und Jägerwetter bescheren Jackson Hole und der Teton Range wieder gute Schneeverhältnisse. Den ersten Schlechtwettertag verbringen wir im Avalanche Canyon, den zweiten in Jackson selbst – Pool, Bibliothek, Einkäufe. Nur die Nächte sind ein wenig unruhig, wir werden freundlich von einem Platz zum anderen gescheucht. Ist leider in Skiressorts recht üblich, wir sind nicht die “wohlhabende” Klientel.

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Grand Teton in der Morgensonne, darunter in roter Farbe Disappointment Peak

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Morgennebel bildet sich über den gefrorenen Bradley Lake

Die nächste große Tour starten wir am Disappointment Peak (3.541 m). Der Name kommt von einem frühen Besteigungsversuch des Grand Teton, der sich im Hintergrund aufbaut. Von Osten schaut es aus, als ob die Höhe eine direkte Verbindung zum Gipfel des Grand Teton aufweist. Daher die große Enttäuschung, am erwähnten Gipfel vor einem Abgrund zu stehen. Die Nacht ist kalt, und entsprechend locker ist der Schnee, den wir von Beginn an (Taggart Lake Trailhead, 2.072 m) unter den Ski haben. Nebel kommt im Tal auf, den wir aber bald hinter uns lassen. Wir spuren den gesamten Aufstieg, aber da der Schnee locker ist, ist es um ein Vielfaches einfacher als am Buck Mountain. Die Navigation passt heute relativ gut und wir finden die kleinen Seen am Hochplateau unterhalb des Spoon Couloirs. Dieser nicht enge Kanal führt über 150 m und ist meist um die 35° steil. Nicht viel, wenn auch einzelne Passagen deutlich steiler sein dürften (über 45°). Mit einer Serie von Spitzkehren gelangen wir bis zur Mitte des Couloirs, dann packen wir die Ski auf den Rücken – der Untergrund ist rutschig, besser für Skischuhe geeignet.

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Booten im Spoon Couloir

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Tiefblick vom Gipfel des Disappointment Peak

Weiter oben, das Gelände zieht sich, die Sonne brennt mittlerweile erbarmungslos auf uns herunter, und irgendwann ist im oberen Teil Schluss mit den Ski – zu viele Felsen. Skidepot, und dann Abmarsch hinauf zum Gipfel, mit ein paar Klettereinlagen auf rutschigem Stein im abschüssigen Gelände. Die Tiefblicke sind fantastisch, besonders zum Teepee Pillar östlich des Grand Teton. Es ist bereits ein Uhr nachmittags, also machen wir uns rasch auf die Abfahrt, der Schnee wandelt sich bereits. Dennoch, am Disappointment Peak wie im Spoon Couloir haben wir Prachtschnee, und weiter unten im Wald genauso. Eine herrliche Tour bei sicheren Verhältnissen.

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herrlicher Pulver im Spoon Couloir

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Spoon Couloir mit unserer Aufstiegs- und Abfahrtsspur

Schneesturm im Avalanche Canyon

Der Plan war einfach und unwiderstehlich: da relativ schlechte Sicht angesagt war, wählen wir eine Route, die uns mittlerweile zu großen Teilen vertraut ist: der Avalanche Canyon. Trotz seines Namens (“Lawinenschlucht”) sind die Bedingungen im Avalanche Canyon derzeit recht sicher, so schien es zumindest am Vortrag bei der grandiosen Abfahrt vom Buck Mountain. Wir erwarten miese Sicht aber feinen Schnee, und wollen bis zum Talschluss des South Fork, unterhalb des Veiled Peak (3.453 m).

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kurz vor dem Taggart Lake – Wolken ziehen zu

Der Morgen ist recht klar, und wir starten am Taggart Lake Trailhead gegen 07.00. Es dauert nicht lange, wir haben mittlerweile den Taggart Lake überquert, und es zieht zu. Der Avalanche Canyon wirkt dunkel und dunkler, je weiter wir hinein vordringen. Es beginnt zu schneien, Graupelschnee, später Schneeregen, aus dem kurzzeitig Regen wird. Ungemütlich. Wir wollen nicht umdrehen, spekulieren mit kälteren Temperaturen, je weiter wir hinaufkommen. Das tritt letztlich auch ein, aber mit einer enormen Wucht. Dichter Schneefall, böige Winde aus allen Richtungen. Der nasse Schnee stöckelt gewaltig, und wir mühen uns gegen das Wetter bis zur Trennung des North und South Fork weiter. Unter der mächtigen Felswand, die das Tal spaltet, wird es bissig. Vom Regen durchnässt, vom Wind ausgekühlt, packen wir die Felle ein und beschließen einen raschen, wenn auch koordinierten Rückzug aus der Lawinenschlucht. Es dauert seine Zeit, bis wir wieder beim Büssle sind, trockengeblasen vom Wind. Morgen ist wieder mäßiges Wetter angesagt, und klar, wir wollen wieder hinaus, in die Tetons.

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Jägerwetter im Avalanche Canyon

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es wird immer dunkler

Buck Mountain: Vorgeschmack auf alpine Touren in den Tetons

Oh, endlich: eine lange (8,5 Std, 1.600HM), alpine Skitour in den Tetons (Taylor Mountain und Oliver Peak sind hübsche Halbtagestouren). Der Morgen fängt etwas frustrierend an. Nicht wegen des Weckertons um 05.30, sondern des Klopfens von Regen auf dem Büssledach. Wir warten etwas ab, um 07.30 starten wir ohne Niederschlag vom Taggart Lake Trailhead (2.072 m) zum ersten Tagesziel, ein Gipfel mit dem Namen „25 Short“, ein Gipfel mit 25 Feet zu wenig für einen 10.000er (3.040 m). Der Aufstieg ist lang, steil und führt durch recht lichten Wald. Was uns müde macht: schwerer Schnee vom Regen, tief genug, um das Ziehen einer eigenen Spur ordentlich in den Beinen zu spüren. Wir wechseln uns mehrmals mit der Führungsarbeit ab, erreichen 25 Short um 11.00. Von hier sind wir am Grat unterwegs, dem Wind ausgesetzt.

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Blick in den Avalanche Canyon (South Fork) vom Gipfel des 25 Short

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entlang des Grates zur Höhe 10696, Beate inspiziert eine Abfahrtsvariante

Der Grat ist abwechslungsreich. Hin und wieder können wir ihm einfach folgen, öfters etwas abfahren und südseitig wieder den Grat gewinnen. So gewinnen und verlieren wir beständig Höhe, aber nach mehreren Kronen erreichen wir auch hier den höchsten Punkt, einen Felsriegel ohne Namen auf 3.260 m. Wir wissen, wir müssen nun auf die Nordseite wechseln, aber überall Klippen, so fahren wir südseitig nochmals ab, umrunden den gesamten Grat und fahren mit den Fellen einen steilen, aber kurzen Abschnitt in den Nordhang ein, um eine breite Rampe nach Osten zu gewinnen. Definitiv eine Tour, die man bei schlechter Sicht nicht machen sollte. Von der Rampe klettern wir schnell wieder, in Richtung unseres Tagesziels: Buck Mountain.

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Höhe 10696, vom Ostgrat des Buck Mountain betrachtet

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ein steiles Couloir zu Fuß weiter den Ostgrat hinauf

Über einen Sattel erreichen wir den Nordrand des Timberline Lake, dann in scharfen Kehren unter den ersten großen Felsriegel im Ost-Grat. Hier wird’s zu steil für die Ski, also rauf auf den Rucksack, wir erreichen über einen 50m langen Couloir eine etwas flachere Passage, steigen wieder auf Ski zum Ostgrat auf. Wir schauen hinauf, geschätzte 250-300 Höhenmeter unter dem Gipfel (3.639 m). Der Hang ist steil, mit einigen Klippen. Sicherlich machbar, wenn wir Zeit hätten. Es ist kurz nach 14.00, und wir wissen, es geht sich nicht mehr mit Tageslicht aus, wollen wir heute zum Taggart Lake Trailhead zurückkehren. Etwas enttäuscht bauen wir die Ski um. Es wäre das I-Tüpfelchen einer grandiosen Tour gewesen.

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Abfahrt über die Nordrampe unterhalb der Höhe 10696

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Blick zurück zum Buck Mountain

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der Avalanche Canyon, re das Nordtal

Für die Abfahrt entscheiden wir uns für den Avalanche Canyon. Die Rampe, die wir aufgestiegen sind, ist einfach zu verlockend, der Schnee vor der Sonne und dem Wind gut geschützt. Der Pulver hält, bis wir im untersten Teil des Canyons in den Wald einfahren. Dort hat der Regen seine Wirkung gehabt, und wir sind entsprechend langsam. Die 3 Kilometer vom Taggart Lake zurück zum Parkplatz sind nicht mehr der Rede wert. Wir machen es uns im Büssle gemütlich, bleiben über Nacht in der Nähe des Trailhead. Wozu nach Jackson zurückfahren, wenn wir am nächsten Tag wieder in den Avalanche Canyon zurückkehren wollen?

Taylor Mountain: steil und direkt

Der Schnee ist über Nacht umgewandelt. Vom lockeren Pulverschnee ist nicht mehr viel über, jetzt ist er bestenfalls schwer, im Normalfall ein klassischer Bruchharsch. Wir sind die ersten am Parkplatz beim Coal Creek, immer noch (wie gestern zur Tour zum Oliver Peak) auf der Westseite des Teton Pass. Wir wundern uns ein wenig, es ist acht Uhr morgens, und der Parkplatz (ca. 2.190 m) ist leer.

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viel Vegetation unter 3.000 m

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Blick vom windumkämpften Gipfel nach N

Die Spur ist eindeutig und geht am linken Bachufer entlang in den Canyon, biegt aber recht bald gegen Westen in den Hang ein. Einer der vielen Rücken, die sich zum Gipfel des Taylor Mountain (3.155 m) strecken. Nun geht es im vielen Kehren die Höhe hinauf. Ich muss die Spur öfters verlassen und eine eigene ziehen, sie ist für mein Verständnis zu steil, ohne Steighilfe. Über die gesamte Aufstiegsstrecke verändert sich der Schnee kaum, nur ganz oben, da ist er windharschig oder gar eisig. Der Höhenwind ist recht gering, dennoch verbringen wir kaum fünf Minuten am Gipfel. Ein Snickers geht sich aus, dann fahren wir den Rücken ab. Zunächst lässt es sich überraschend leicht drehen, aber je weiter wir nach unten gelangen, desto mühsamer wird’s. In der Mitte der Abfahrt kommen uns die ersten Aufsteiger vom Parkplatz entgegen. Recht spät, für diesen SO-Hang. Am Parkplatz erwartet uns eine kleine Überraschung: er ist voll. Wie wir später feststellen, fahren viele zum Pass einen Shuttle-Dienst – wenig Aufstieg, doppelt soviel Abfahrt. Jackson ist ein Ski-Ressort, und so sind die Skifahrer hier.

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hübsche Abfahrt im oberen Teil