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Glocknerkönig: Rennen zum Fuschertörl

Nach einem Freitagstraining und einem erholsamen Tag im Bikepark Leogang und im Kajak am Zeller See stand am Sonntag früh morgens (Start 07.00) das Rennen um den Glocknerkönig an. Für uns war das weniger ein Rennen um den Sieg, mehr um eine gute Performance in Zeit und Gefühl.

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Vor dem Start noch guter Laune

Am Start waren heuer mehr als 2.000 Fahrer, das kleine Dörfchen Bruck war mit einem Schlag um Millionen reicher – die Rennräder sehr vieler Herren und Damen waren einiges wert. Da waren wir beide eher die grauen Mäuse im Feld, dazu noch untypisch mit lockeren kurzen Hosen, und ich auch noch mit einer Schildkappe.

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Nur ein Bruchteil des Gesamtfeldes beim Start

Der Start war eher ein langsamen vorantasten zur Startlinie, dann die ersten Flachkilometer, wobei man sich ein bißchen abklopfte. Das Feld war aber dank der Größe schon beim ersten Anstieg weit auseinandergezogen. Für Beate verlief besonders die zweite Hälfte recht erfolgreich, schwang sie sich Platz für Platz weiter nach oben. Endzeit: 2 Stunden und 30 Minuten.

Ich durfte auch das OEGGG-Leiberl (wie Beate) an diesem Tag überstreifen, und fuhr ein anstrengendes Rennen. Am Ende fuhr ich mit drei OEGGG-Teamkollegen zeitgleich über die Ziellinie am Fuschertörl, mit 2 Stunden und 12 Minuten. OEGGG steht für die Gesellschaft Österreichischer Gynäkologen, die eine eigene Mannschaft aufstellten.

In den nächsten Tagen gibt es sicher noch offizielles Bildmaterial, welches wir präsentieren werden.

Jura Adventure Race: Schüttelfrost & Bremsversagen

Das hätte eigentlich ein tolles Rennwochenende werden sollen – das zweite Adventure Race der Saison im schweizer Le Locle (Jura) nach Cherveix-Cubas im Perigord. Doch schon beim frühen Aufstehen um 5:45 ahnten wir, was da kommen möge: nasskaltes Wetter. Es kam schlimmer.

Strömender Regen, starker Wind, Temperaturen zwischen 10 und 13 Grad. Prima. Start um 7.30, vorgesehene Rennzeit 6 bis 9 Stunden! Der erste Teil, ein Orientierungslauf, fing recht gut an, wir fanden alle Bojen, kamen recht gut mit der Karte zu recht, blieben irgendwo im Mittelfeld. Auch der erste Bike-Abschnitt fing nicht so schlecht an, überholten und verloren Plätze, fanden unseren Weg und machten so oft viel Boden gut. Je länger wir uns aber durch den Schlamm wühlten, desto nasser und kälter wurde es. Bald hatten wir nichts Trockenes mehr am Leib (zumindest gefühlt). Brav ging es die nächsten Bike-Kilometer rauf und runter, und irgendwann wollten meine Bremsen nicht mehr – wohl aufgrund des vielen Schlamms. Also Bremsen wieder herstellen, und das mit steifgefrorenen Fingern. Bald danach (also nach rund 3 Stunden Rennverlauf), sahen wir keinen Sinn mehr in diesem Unterfangen – uns schüttelte es nur mehr vor Kälte auf den Rädern, und die Abschnitte Kanu sowie weitere Bike- und Laufabschnitte lagen noch vor uns. Rund ein Drittel hatten wir hinter uns gebracht, aber die Fortführung wäre ein Unsinn gewesen. Also mussten wir noch gute 15 km zum Startgelände zurück, bei dem Wetter eine Ewigkeit…

Was bleibt ist die Erinnerung an eine heiße Dusche, die tolle Organisation vor Ort, und ein Nachdenken über die Ausrüstung: wie kann man einen Wettbewerb bei so einem Wetter durchhalten?

Exmoor Trail Marathon – made it, beat it, survived it

Der Exmoor Trail Marathon sollte eines meiner sportlichen Highlights des Jahres 2010 werden. Laufen war ein fester Bestandteil unser beiden Trainingspläne, aber ich hatte noch ein Spur mehr auf den Marathon geschaut. Der Marathonlauf wurde im Nationalpark Exmoor im westenglischen Devon (nördlich des Cornwall) veranstaltet und ging über die übliche Marathondistanz. Der Unterschied: die Höhenmeter und die Wege.

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Am Kliff

Ein Wort zur Strecke und zu den Wegen: die Wege waren schön ausgeschildert mit zwei markanten roten Pfeilen (heute Nacht werde ich sicher davon träumen), dennoch musste man ständig Ausschau halten. Nicht wenige verkofferten sich und mußten die eine oder andere Minute wieder einholen. Die Wege selbst boten nur in Lynton ein wenig Asphalt, sonst war alles Naturbelag: Schotter, sehr grober Schotter, Erde, Wiese, Kies, verbrannte Erde, Sand. Das Arge daran war: viele enge Pfade waren derart “schief”, dass man nie mit beiden Beinen auf der gleichen Höhe lief. Fazit: sehr anstrengend.

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Schöne Pfade

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Überblick über einen Teil der Strecke

Dann die Streckenführung: die Umgebung war fantastisch, oberhalb von Klippen zu laufen hat schon was (und ist auch nicht ohne, wenn man irgendwann müde wird und gerne über Kleinigkeiten stolpert). Ich habe mir oft gewünscht, in das Meer springen zu können. Das holte ich aber nach dem Zieleinlauf nach, in einem Bach suchte ich die Abkühlung. Das bringt mich zum nächsten: die unglaubliche Hitze. Für Läufer sind 26 Grad und mehr schon heftig, keine Wolken, und wenig Schatten. Die wenigen Waldwege waren ein Genuss und Erholung für jeden. Alle 5 km steckte ich meinen Kopf in irgendeinen Teil oder Bach, es war nicht auszuhalten. Und dann das ständige Auf und Ab. Kumuliert forderte die Strecke gute 3.000 positive Höhenmeter (10.000 feet) von uns Läufern. Im Nachhinein bin ich mir immer noch nicht klar, was da heute von meinem Körper und meiner Psyche abverlangt wurde. Beim Briefing machte der Ansager noch seine Witze über jene, die heute zum ersten Mal einen Marathon liefen. Ich weiss jetzt, warum.

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Das Streckenprofil

Zum Rennen. Start war um 9.00, allerdings für die “Elite-Läufer”. Klarerweise habe ich hier nicht mitgemacht, aber auch nicht bei der Gruppe, die schon um 8.00 auf den Weg geschickt wurde – das waren die Ultra-Langsamen. Für die meisten erfolgte also kein Massenstart, sondern jeweils individuell mit Chip-“Stempel”. Das war auch gut so, denn gleich ging es auf Single-Trails, und da hätte es nur Staus gegeben. Die ersten Kilometer hatten es gleich in sich – steil hinauf in brütender Hitze. Ich lief den Single-Trail im typischen Trott hinauf, und Wunder, viele andere gingen bereits. Es war recht steil, aber irgendwie gab es da eine andere Taktik. Ich machte den Fehler nicht zweimal. Mir war schnell einmal übel und schwindlig, und andere holten in den flacheren Passagen wieder auf und reichten mich nach hinten weiter. Schon nach 4km hatte ich erstmals Seitenstechen. Aber für mich sind die ersten Kilometer immer die schwersten. Ein Marathon verläuft in Phasen – Verzweiflung, später Hoffnung, gefolgt von Zuversicht, weggewischt von Resignation, irgendwann kommt die Einsicht und als letztes der Kampf. Ist wohl klar, welche Phasen angenehm und welche einfach nur zum Kotzen sind.

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Das Startgelände vor dem Startschuss

Nach dem ersten Berggipfel wich also die Verzweiflung der Hoffnung, den plötzlich war das Seitenstechen weg, und die vielen Kilometer nach unten konnte ich à la “Luc” Vollgas geben, viel Risiko eingehen und alles stehen lassen, was sich nur vor mir bewegte. Am Ende dieser schönen Passage (Kilometer 10) kam es dann schön langsam zu den ersten Pärchenbildungen, und ich fand meinen Partner beim nächsten Anstieg. Ollie aus Portsmouth, schätze mal so alt wie ich, machte einen guten Eindruck. Doch Aufwärts war ich besser, zog ihn quasi mit. Unsere Beziehung an diesem Trail würde man unter einer sehr lockeren, offenen Beziehung einordnen. Wir gingen zusamen, trennten uns, trafen uns wieder, das ging bis zum Zieleinlauf so, und natürlich teilten wir auch den Bach für die Körperpflege. Nur selten gingen wir fremd, aber auch das musste manchmal sein.

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Sehr cool, nicht?

Den 10 Meilencheckpoint ließen wir hinter uns, ständig im Auf und Ab, dann flogen wir förmlich nach Lynton hinunter. Hier trennten sich unsere Wege kurz, und mein Seitenstechen folterte mich nun ganz schön ordentlich. Immer weiterlaufen, immer weiterlaufen, den Schmerz weglaufen, quasi. Resignation im Kopf. Das Tempo war dabei nicht besonders hoch, aber ich machte trotz allem Boden auf andere gut, und erklomm die zweite große Höhe kurz nach Checkpoint bei Meile 17. Die Kameraderie unter den Läufern wuchs, wir munterten uns gegenseitig auf, ich half einem mit Krämpfen am Boden Liegenden die Waden zu dehnen. Die Schritte wurden kürzer, der Durst größer, doch der Schmerz weniger. Einsicht in meine Tagesverfassung, in meine Möglichkeiten. Ollie stieß wieder zu mir, wir hatten fast ‘ne Party bei Meile 20. Jetzt hieß es einfach nur noch kämpfen, beißen. Für uns beide. Wir machten Witze, wir fluchten, wir stöhnten die Höhen hinauf und hinunter. Kein schöner Anblick, aber die Wanderer, denen wir begegnet sind, verstanden das und feuerten uns an.

Ich dachte ich wär schon im Finish, als mir jemand zurief, “noch drei Meilen”. Ich wollte jubeln, mein Seitenstechen sagte aber nein. Irgendwie trotteten wir dahin, die letzten Meter zum Hunters Inn, vorbei an der Menge, die uns zujubelte. Das war schon Balsam für unsere Psyche. Wir waren definitiv jetzt da, wo wir vor fast 5 1/2 Stunden aufgebrochen waren. Gemeinsam ging es über die Ziellinie, wir gratulierten uns. Ich war zu nichts mehr fähig, im Kopf. Nur noch Wasser trinken und Wasser suchen. Exmoor Trail Marathon, I made it, I beat it, I survived it. Und schon war ich auf meinem Weg nach Bristol, in mir tobte der Trail Marathon aber noch lange weiter.

Nachtrag: hier noch weitere Fotos vom Rennen!

Adventure Race Raid Grand Aiga

Das erste Adventure Race dieses Jahres absolvierten wir in Cherveix-Cubas im Perigord – unweit von Perigeux. Am Vortag angereist, am Startplatz im Büssle übernachtet, und am nächsten Morgen bereit für 60 km Busch, Straße und Wasser. Dank der anwesenden Fotografen haben wir auch gutes Fotomaterial vom Rennen mitbringen können. 50 Teams kämpften bei Bike & Run, Orientierungslauf, Kanu, Mountainbike, Luftgewehrschießen und Trailrunning um Stunden und Minuten. Nach sieben Stunden Wettkampf verpassten wir den zweiten Rang in unserer Klasse um eine Minute. Wir waren sehr zufrieden mit dem Rennen – hatten wir keinen Stress, Streit und jede Menge Spaß. Eigentlich ein lockerer Renntag – so gehört sich das!

Hier noch jede Menge Impressionen vom Rennen:

Adventure Race Grand Aiga Perigord

Volle Aufmerksamkeit beim Briefing

Adventure Race Grand Aiga Perigord

Strenger Blick, es ist auch recht frisch am Morgen

Adventure Race Grand Aiga Perigord

Bike & Run als erste Disziplin

Adventure Race Grand Aiga Perigord

Kanu hat viel Spaß gemacht – die Kanurutschen gefielen

Adventure Race Grand Aiga Perigord

Beim Trailrun

Adventure Race Grand Aiga Perigord

Mit den Bikes schon recht nah am Ziel

Adventure Race Grand Aiga Perigord

Und zum x-ten Mal ins Wasser, diesmal über ein Wehr zum anderen Ufer

Adventure Race Grand Aiga Perigord

Wein- und Spezialitätenübergabe

Man muss wie immer sagen – die Franzosen haben stets ein prima Organisation, tolle Strecken, und leckere Buffets nach Rennschluss. Wie schon beim Rennen in Orbec bekamen wir als Ehrengäste auch noch 6 Flaschen Wein sowie eine Tasche mit regionalen Spezialitäten mit auf dem Nachhauseweg. Encore une fois – merci beaucoup pour tous!

Adventure Race in Jena

Letzten Samstag ging es zum letzten Adventure Race der Saison (Berck-sur-Mer, Garmisch) in Jena an den Start. Die meisten Bewerbe fanden im Naturschutzpark um Jena statt, einzelne Disziplinen aber auch direkt in der Stadt selbst. Nun aber der Reihe nach…

Startvorbereitungen im und am Racing-Büssle

Wenige Minuten nach neun ging es auch für uns (Team 207, Zopilote Surfcamp) in den ersten Teilwettbewerb, den Orientierungslauf. Insgesamt waren 20 Orientierungsbojen zu finden. Der Spaß daran: das Gelände war sehr kuppiert, man musste also die Karte gut gelesen und sich die Strecke gut einteilen, um nicht übermäßig Höhenmeter zu machen. Wir hatten, trotz eines falschen Abzweigers, der uns bestimmt 15 Minuten kostete, einen recht guten Orientierungslauf hingelegt. Wir hatten zwar die eine oder andere Diskussion, schließlich fanden wir aber eine gemeinsame Linie.

Morgennebel am Startgelände unterhalb der Lobdeburg

Im Anschluss ging es ans Baumklettern (auf Zeit), und dann die erste Radrunde in die Hügel um Jena. Dort konnten wir schon ein paar Teams in den Anstiegen fordern, bei der Abfahrt letztlich abhängen. An den Sportplätzen des Stadiongeländes hatten wir dann Bogenschießen als technische Disziplin, Abseilen und ein paar Radkurzstrecken zu absolvieren. Ging alles recht gut und flott voran.

Die erste richtige Herausforderung kam im Kanu: wir mussten eine 5km Runde auf der Saale absolvieren. Flussabwärts kein Problem, doch flussaufwärts ging das ganz schön in den Oberkörper (Beate spürte das besonders am nächsten Morgen…). Vom Kanu ging es auf die 11km lange Laufstrecke. Zunächst entlang der Saale, die wir dann über einen Seilzug überqueren mussten. Eigentlich zogen wir uns an einem Seil durch den Fluss – in unserer Unterwäsche. Der Rest wurde in den Rucksack trocken herübergezogen, wir zogen uns bis zur Brust im Wasser durch den Fluss.

Herrliches Wetter während des AR – hier beim Bogenschießen

Nun kam unsere stärkere Disziplin, der Berglauf. Hinauf auf den Aussichtsberg von Jena, Jenzig. War recht warm, und dennoch liefen wir fast alles durch, folgten dann dem Rücken bis zum Königsstuhl und dann über schöne Trails zur Gemeinde Golmsdorf. Hier warteten unsere Bikes, und es ging endlich in die finale Etappe, 28km Mountainbike.

Dieser Streckenabschnitt zog sich doch schön, viel auf und ab, manchmal kein leichtes Terrain. Über Felder, Waldwege, Wiesentrails, alte Bahndämme, und abschüssige Fels- und Stiegenpassagn. Aber wir waren nicht schlecht, fanden alle Punkte flott, und kamen so noch vor Anbruch der Dunkelheit an. Für viele andere Teams ein Wunsch. Wir waren doch fast zehn Stunden (inklusive Stehzeiten bei den diversen technischen Disziplinen) unterwegs gewesen, und das merkt man schließlich, wenn man wie ein Tiger das Abendessen verschlingt. Die Dusche war dann fast nostalgisch, weil wir zwei als Einzige eine ganze Turnhalle für uns hatten. Der DDR-Bau in der Plattensiedlung hatten schon wieder was.

Da das Rennen noch zum Zeitpunkt unserer Abreise noch am Gange war, können wir noch gar nicht sagen, wie es ausgegangen ist. Aber wir werden hier noch die Ergebnisse posten. So oder so: vielen Dank an die Organisatoren, es war ein sehr vielseitiges und schönes Rennen! Weitere Fotos finden sich hier…

So, und nun hier der Nachtrag: wir haben um 5 Minuten und ein paar Zerquetschte den ersten Platz verpasst (bei rund 7,5 Stunden Renndauer). Tja, das war wohl der Orientierungslauf gewesen! Insgesamt belegten wir den 2. Platz in der Adventure Race Trophy 2009. Das war wohl nur mit Beate möglich – sie bekam schon Angebote aus Bayern auf einen Startplatz in einem Vierer-Team für einen Extrem-Wettbewerb über 400km Distanz!

Adventure Race in Garmisch-Partenkirchen – Teil 1

Nach unserer regennassen Erfahrung am Vortag in Bad Hindelang waren wir schon sehr gespannt auf das Rennwetter in Garmisch. Am Vorabend gab es eine kurze Renneinweisung in einem klassischen bayrischen Wirtshaus mit Holzbühne und Galerie. Die offizielle Rennausschreibung findet sich hier.

Aussicht vom Osterfelderkopf ins Wolken-verhangene Tal und Garmisch-Partenkirchen

Start war diesmal die Bergstation der Osterfelderkopf (Höhe 2.033m). Da hat sich die Rennleitung um Robert Pollhammer von The Great Outdoors was ausgedacht. Massenstart (ca. 30 Teams in allen Klassen gemeinsam) gegen 9.30, Vollgas die Bergwege in die Tiefe. Nicht ungefährlich, da sehr rutschig und recht frisch (ca. 5 Grad), Wollmütze und Handschuhe waren also angesagt. Es ging fast 700 Höhenmeter nach unten, und wir wählten die schnellste Route. Nur drei Teams waren vor bei den Bikes, die beim Garmischer Haus (1.320 m) auf uns warteten. Helm auf, und weiter ging es in Rasermanier bis auf 800 m Seehöhe. Wir hängten ein Team ab, beim Gegenanstieg mussten wir wieder einen Rang abgeben. Es ging auf 1.050 m Seehöhe hinauf zum ersten Checkpoint bei Elmau. Hier waren wir schon klatschnass, heftiger Regen hat eingesetzt.

Viele Teams nahmen die einfachere, aber längere Route. Wir nicht.

Im starken Regen auf dem Rad zum Grubsee

Recht unterkühlt mussten wir zum Grubsee (nähe Klais) abfahren und kamen als 4. Team an. Nun ging es zum Orientierungslauf in einem sehr hügeligen Waldgebiet. Die Bojen waren zwar schnell zu finden, aber die Wege zogen sich. Wir konnten keinen Platz gut machen, verloren aber auch keinen. Wie immer hatten wir gerade beim Orientierungslauf wieder mal ‘ne Richtungsdiskussion.

Froh, alle Bojen “gezwickt” zu haben kamen wir zum See, wo die Floßbau-Disziplin auf uns wartete: zwei LKW-Reifen-Schläuche, ein paar Holzbretter, zwei Reepschnüre und Schnüre standen uns zur Verfügung. Aufgabe: Floß bauen, mit dem Ding in den 16 Grad warmen See steigen und eine ca. 200 m lange Strecke erpaddeln, ohne ins Wasser zu fallen. Auch hier: wir waren recht flott, das Floß hielt bestens (ja, die Klettererfahrung mit den diversen Knoten half uns hier sehr!) und wir hielten die Gegner noch auf Abstand.

Hier geht’s zu Teil 2…

Adventure Race in Garmisch-Partenkirchen – Teil 2

(Fortsetzung von Teil 1)

Nach einem kurzen Umziehen (trockene Klamotten waren wieder mal Gold wert) mussten wir mit den Rädern auf eine Flachetappe nach Garmisch und zum Kletterwald. Wir verloren gar zwei Plätze, waren aber recht frisch am Zwischenziel. Noch ein paar Riegel auf der Fahrt eingeschoben, viel getrunken und dann mit leichtem Rucksack in die Endetappe zum Berglauf auf den Wank (1.780m ) eingestiegen. Dieser Abschnitt war wohl die ultimative Herausforderung an diesem Tag. Der Regen ließ aus, dafür quälten uns nun unendlich viele Stufen, Wurzeln und Felsen. Wieder nahmen wir einige steile Abkürzungen, überholten zunächst ein Team, und später in der Hälfte ein zweites. Hier gingen einige Teams ein, unser Berglauftraining lohnte sich. Auch wenn man von Berglauf nicht mehr sprechen konnte. Das war eher ein Hinauf-Stiefeln.

Im oberen Drittel zum Wank, da war die Stimmung schon etwas besser

Auf der Sonnenalm am Wank wurde die Rennzeit gestoppt, als vierte kamen wir an. Nun musste ein Radler-Maß her, und da die nächste Gondel in fünf Minuten nach unten fuhr, war auch das Maß super-schnell leer getrunken.

Nun, wieder im Tal, ging es zu drei Spezialdisziplinen, bei denen man sich noch Zeitguthaben abholen konnte. Die erste war “Jümern”, eine Art Kletterhilfe, mit der man sich aus Spalten befreien kann, wenn es noch ein Seil von oben gibt. Eine Seilklemme kann nach oben geschoben werden, während man sich mit der anderen Hand am Seil hält. Eine anstrengende Sache, und hier ging es auf 10 m um Zeit. Wir durften wohl irgendwo im Mittelfeld gewesen sein. Da aber unsere einzigen Gegner aus unserer Klasse (Mixed, Challenger) nur wenige Minuten vor uns lagen, hätten wir diese über die Spezialdisziplinen noch abfangen können. Beim “Hymer” schafften wir es, auch beim Baumklettern waren wir wohl besser.

Irgendwie kamen wir hinauf, auf jeden Fall eine recht anstrengende Sache

Beim Bogenschießen hatten die anderen etwas mehr Punkte herausgeholt, trotz besserer Haltungsnoten unsererseits 😀

Eine feine Sache, das Bogenschießen.

Beate legt an und trifft

Alles in allem ein prima Rennen für uns, in unserer Klasse wurden wir Zweite, und als fünftes Team aller Klassen waren wir nicht schlecht. Und das nach ca. 1.500 Höhenmetern und rund 55 km.

Gegen 17.00 war dann aus und Schluss und wir freuten uns auf die Dusche, auf’s Essen und auf’s Bett – aufgrund der schlechten Wettervorhersage für Sonntag entschieden wir uns schließlich für eine Heimfahrt. Insgesamt eine tolle Veranstaltung mit herausfordernden Wetterbedingungen!

Unser erstes Adventure Race der Saison – Raid Asand

Start des Rennens war die Seepromenade in Berck-sur-Mer. Rund 100 Teams in diversen Kategorien (Jugendliche/Erwachsene, 2er/3er/4er Teams, Männer/Frauen/Mixed-Teams, 2 Schwierigkeitskategorien) gingen ins Rennen, mit der ersten Disziplin: Segelbuggies schieben. Diese normalerweise mit Segeln ausgestatteten Fahrzeuge mit drei Rädern wurden von einem Teammitglied gesteuert, vom anderen angeschoben. Das Segel blieb leider verstaut. Für ein Zweier-Team wie uns eine ganz harte Sache, denn 2km im Sand so einen Wagen zu schieben ist – einfach gesagt – hart.

Für 2er Team eine ganz harte Disziplin (Bild (c) Stéphane Morvan)

Nach einem weiteren 2km Lauf entlang von Sanddünen und dem Ausbuddeln unserer Orientierungskarte ging es auf die erste Radstrecke, die wir ohne Probleme abhaken konnten. Im darauf folgenden Orientierungslauf sammelten wir die entsprechenden Bojen (wobei uns die korrekte Reihenfolge nicht ganz klar war) und gingen auf eine erste, längere Radetappe aus Berck hinaus. Die Strapazen vom Buggy-Schieben hatten wir nun endgültig abgelegt und überholten hier Team für Team. Auch einige Spezialaufgaben mit dem Rad gingen glatt über die Bühne.
Nun wurden die Inline-Skates angeschnallt. Fünf Runden (jeweils ca. 1,5km) waren auf Zeit zu absolvieren. Beate fuhr drei, ich zwei auf dem selektiven Rundkurs. Hier waren einige wilde Szenen zu beobachten, Fahrer stürzten, fuhren andere um. Auch ein Streckenposten kam unter die Räder – ich hatte sie kurzerhand ‘mitgenommen’.

Auf der hügeligen Strecke beim Inline-Skaten (Bild (c) Stéphane Morvan)

Kurze Zeit später folgte ein interessanter Rad-Parcours um die Zitadelle von Montreuil. Eine Runde auf schmalsten Wegen, bei der es um eine Rundenzeit ging. Gleich im Anschluss hatten wir eine Stunde Zeit für 10 Bojen, die in der Zitadelle selbst versteckt waren. War gar nicht einfach, alle in diesem Orientierungslauf einzusammeln, da zwei im unterirdischen Bereich – also in absoluter Dunkelheit – hinterlegt waren. Beate gefiel das gar nicht.

Nicht mehr ganz so frisch, aber immer noch guter Stimmung ging es wieder mit dem Rad durch die Landschaft mit Hilfe eines Roadbooks. Diese langen Kilometer wurden durch den starken Gegenwind noch länger. Als Belohnung gab es dafür dann nicht nur einen recht kurzen Kajakparcours auf einem See, sondern auch Trockenfrüchte, Haribo und Cola an einer Verpflegungsstation.

Beate auf den letzten Metern des finalen Bike-Parcours (Bild (c) Stéphane Morvan)

Die letzten Aufgaben hatten es dann aber in sich. Zunächst eine Radstrecke, die mit Hilfe von Luftaufnahmen bewältigt werden musste. Das Radeln im Marschland war für unsere Rücken Schwerarbeit. Das anschließende 5km Bike and Run, bei dem einer des Teams läuft, der andere fährt, war konditionell sicherlich eines der Kriterien des Rennens. Das Rad durch die Dünen zu schieben ist Strafarbeit, aber die Landschaft hat es auch ein wenig wett gemacht. Nun, ziemlich geschafft stiegen wir auf die Räder für die letzte Etappe zurück nach Berck-sur-Mer und erreichten die letzte Spezialaufgabe: ein Bike-Parcours, wobei 5 Runden zu absolvieren waren. Danach war Schluss, und wir glücklich, dass wir das Rennen in rund 6 Stunden absolviert hatten. Wir hatten eine gute Laufzeit hingelegt, landeten aber irgendwo zwischen dem ersten Drittel und der ersten Hälfte der Teams. Als zweier-Team gar nicht mal so schlecht, fanden wir.

Ein großes Lob gebührt den Organisatoren, die sich hier war sehr Spezielles haben einfallen lassen. Das anschließende Buffet im Rahmen der Abschlussveranstaltung war wieder klassisch französisch – eine Tonne bester Baquette-Sandwichs, Früchte und Getränke aller Art. Und das alles inklusive im Startgeld. Merci!

Ein Teil des Abschlussbuffets – die Kalorien hatten alle nötig

Lessons learned:

  • anderen zu folgen ist nicht die schlechteste Idee, aber auch nicht die erfolgversprechendste
  • auch mit wenig Powerriegeln ist ein 6-Stunden-Rennen zu packen
  • das Abzwicken der Orientierungspunkte will gelernt sein
  • Franzosen können im Rennen sehr ambitioniert sein
  • mit unserem Racing-Bus kommen wir viel, weit und äußerst günstig herum
  • auch einige wenige freie Tage können sich wie drei Wochen Urlaub anfühlen – es kommt darauf an, wie man sie nützt

RAID Gstaad: Zurück zur Normalität des Adventure-Race-Daseins

Im Fußball und in der Politik erklären die Verlierer eines Spiels bzw. eines Wahlausgangs, “man müsse das Resultat analysieren”. Nach dem Rennen in Gstaad sagen wir das auch, “wir anlaysieren erstmal”, das klingt professionell und heißt nichts anderes, als dass man über die wahren Hintergründe in der Öffentlichkeit nichts sagen will, und man gegenüber dieser mit guten Ausreden doch noch das Gesicht wahren kann.

Bleiben wir weiter bei der Fußball-Analogie, so kann man sagen, das Team wurde von der fußballerischen Weltordnung wieder eingeholt. Gewann man gegen Frankreich 3:2 (Zopilote wurde Dritte im Bayerwald), war man also schon quasi Weltmeister, so kam gegen Litauen die 0:2 Klatsche (back to reality, und wir finden uns dort wieder, wo Greenhorns hingehören). Was sagt dazu der neue Teamchef: man müsse hart weiterarbeiten. Hah. Hätte ich doch selbst wissen müssen.

Wo geht’s denn weiter?

Wir hatten eine ganze Autoreisezeit von Gstaad-Montreux-Dornbirn Zeit, über die Ursachen des Scheiterns nachzudenken (wir hatten rund 2/3 der Strecke absolviert, dann kam eine Zeitstrafe dazu, weil wir eine Station zu spät erreichten, und dann war der Spaß auch weg, packten also die Räder und fuhren ohne die restlichen Zwischenziele anzupeilen direkt ins Ziel zurück). Eigentlich taten wir das Nachdenken schon auf dem Rückweg ins Ziel, und die ganze Nacht hindurch. Und das fiel mir ein, bevor ich einschlief (und das recht schnell, das Einschlafen meine ich):

  • es gab am Abend vor dem Rennen keine Pasta für uns, sondern nur Milchbrötchen im Renault Twingo*
  • die anderen haben GPS verbotenerweise verwendet
  • wir mußten eine Jungstier-Attacke auf offenem Feld abwehren und kamen vom Weg ab*
  • wir haben die Nacht vor dem Rennen unter einer Hochspannungsleitung verbracht, was sich schlecht auf unsere Kondition ausgewirkt hat *
  • wir waren zu schnell für die Karte und haben immer unsere Abzweigungen überlaufen
  • die Zwischenzielposten haben uns auf Schwizerdütsch falsche Auskünfte gegeben
  • wir haben zuviele Fotos unterwegs gemacht

Die InlineSkate-Strecke hat uns gefordert

Was hat es mit den Sternchen bei manchen Antworten auf sich? Das hat sich tatsächlich zugetragen, ohne Witz. Und das auch noch:

  • Der Campingplatz, den wir für unser Nachtlager bezogen, führte 10 m weiter die Eisenbahnschienen nach Gstaad…
  • Das Kartenmaterial war im für uns ungewohnten 1:25.000 Maßstab. Bis dato waren wir immer mit 1:50.000 unterwegs gewesen. So erreichten wir Punkte oft viel schneller, als wir das glauben konnten, und machten dadurch viele Orientierungsfehler.
  • Die Inline-Skate Strecke hatte es in sich: nicht flach, sondern insgesamt 150 Höhenmeter! Das war für uns total unerwartet.
  • Der Gesamtkurs war eher als Orientierungslauf angelegt. Die Mountainbike-Strecke war dazu sehr kurz, ebenso Kanu.

Nach dieser schonungslosen Analyse (dass uns die Luft ausging, auch wenn es ziemlich kalt war, lassen wir mal unter den Tisch fallen) noch die wirklich positiven Dinge: Das Berner Oberland, die vielen Klettersteige und Aldi Suisse.

Mit einer Menge an Ideen, guten Vorsätzen und einer Portion schlauer ging es am nächsten Tag über den Col du Pillon zum Genfer See nach Montreux. Ein kleiner Spaziergang am Seeufer tat den verkaterten Beinen gut.

Da konnten wir mal entspannen – Montreux

Countdown läuft: Adventure Race Gstaad im Anflug

Nun ist es nicht mehr allzu fern, das wahrscheinlich letzte Adventure Race der Saison: Gstaad im Berner Oberland auch als die letzte Station der Raid Suisse 2008 Rennsserie. Wir möchten wieder dabei sein und dürfen uns auf ein hartes Programm einstellen:


Insgesamt ist die Strecke rund 60km lang, aber das ist Theorie, denn alles (bis auf den Klettersteig und das Kanufahren) ist Orientierungssache und deshalb individuelle Routenwahl. Besonders gespannt sind wir auf den Klettersteig, denn in dieser Gegend gibt es ein paar wirkliche “Herausforderer”. Interessant wird auch sein, welches Wetter wir bekommen. So kalt wie es in den letzten Tagen war kann es im Wasser äußerst unangenehm werden. Also, Ersatz-Unterwäsche mitnehmen!

RAID de pays d’Augne – fantastisches Rennen in der Normandie

Das Adventure Race in und um Orbec / Normandie war für uns ein wahres Abenteuer. Nicht nur das Rennen selbst, sondern das gesamte Drumherum war ein geniales, langes Wochenende. Voller Vorfreude fuhren wir nach rund 10 Stunden Anfahrt in Orbec (rund 60 km von Le Havre entfernt) ein und waren schon vom Städtchen sehr angetan (dazu morgen in einem separaten Post mehr). Ohne Probleme (beste Beschilderung und Einweiser!) fanden wir den Treffpunkt und sahen schon, dass das eine etwas größere Dimension hatte: 4 Wettbewerbsklassen, über 300 Aktive, ein Sportplatz voller Zelte, und ein sehr herzliches Bienvenue durch die zwei Organisatoren Ganaël und Christophe.

Mein eingerostetes Französisch reichte für wichtige Infos, ein bißchen Smalltalk und dann einen ersten Rundgang durch die Stadt. Am gleichen Abend ging auch der Nachtbewerb (nicht in unserer Klasse) los. Wir aber bekamen unsere Startnummern für den nächsten Tag…

Zum Rennen: Start war am Hauptplatz von Orbec mit einer Kurzeinweisung ins Renngeschehen. Viel Infos wie es ablaufen sollte hatten wir nicht, Briefings gäbe es immer von Station zu Station. Der Bürgermeister sagte noch ein paar Grußworte, und dann wurden auch noch les Autrichiens erwähnt, und dass wir extra zum Rennen angereist sind, alles blickte auf uns, wir bekamen Sonderapplaus und standen jetzt schon als Exoten fest. Der Start war in einem Art Jagdmodus, sprich jedes Paar startete in 30 Sekunden Abschnitten. Und wer hatte die Ehre, als Erster das Rennen anzugehen? Les Autrichiens.

Kurz vor dem Start am Platz vor dem Rathaus

Prächtiges Wetter konnte die am Vortag stark aufgeweichten Wege nicht trocknen und so ging es auf der ersten Etappe mit dem Mountainbike durch tiefsten Schlamm, schmierseifen-artige Wege und rutschige Wiesen. Wir hatten ein wenig Probleme mit der Karte und der Aufgabe, einem bestimmten Weg zu folgen. Die Bojen zum Abstempeln unserer Nachweiskarte waren ja nicht eingezeichnet. Da hatten wir auf den ersten Kilometern einiges an Hektik, bis wir das System kapiert haben.

Ein paar Mitbewerber hatten es besonders eilig. Auf schmalsten Wegen wurde überholt, gedrängelt, und Saltos geschlagen. Einer tauchte Meter vor uns mit einem Köpfler in ein Schlammloch, das war wohl nicht das ersehnte Frühstück. Und dann überraschend viele Reifenplatzer, überall wo wir hinkamen. Dort einer, da einer, dann wieder ein Knall, da die Kette, … wie auf einem Schlachtfeld. Wir fuhren weiter, les Autrichiens.

Nach den ersten 11 km Mountainbike ging es zum Run & Bike, eigentlich eine witzige Geschichte (einer läuft, einer radelt). Hier zwischen den Hecken (Bocage) aus Dornen, Ästen in Lenkerhöhe und Schlammspuren war es eher “einer läuft, einer schiebt”. Rund 6,5km gab es anhand einer Folge von Anweisungen (300 m geradeaus, dann links, …) Bojen anzusteuern. Nicht leicht, aber dank dem Tacho am Mountainbike hatten wir einen guten Überblick über die Distanzen. Les Autrichiens haben auch diesen Abschnitt gemeistert, ohne Schäden.

Da war noch gut lachen – und dann kam das Wildwasser…

Nun kam der Höhepunkt: Lauf zum Sportplatz, und dann in die Kajaks. Die Kajaks waren offene Doppelkajaks, also ohne Abdeckung oder Plane. Nach den ersten 10 Sekunden waren wir bis von den Schuhen bis zum Bauchnabel komplett nass. Hauptsache, die 5 Kilo Schlamm an jedem Bein waren weg … Die Kajakroute folgte rund 7km lang einem kleinen Flüßchen (Breite zwischen 2 und 4 Meter, Tiefe 20cm bis 1m), der es in sich hatte. Keine 20m ging es jemals gerade aus, Windungen um 90 Grad und mehr, Äste und Gebüsch auf Bootshöhe (und damit im Gesicht, und jetzt war uns auch klar, warum wir den Helm aufhatten), Kühe im Wasser, und dann immer wieder Stromschnellen, die wir manchmal auch rückwärts passieren mussten. Wir haben einige andere Kajaks überholt, einige fischten sich gegenseitig aus dem Wasser. Die letzte Stromschnelle war fast schon ein Hechtsprung in die Tiefe, und da hat nicht viel gefehlt, und auch les Autrichiens hätten ein Bad genommen. Aber man muss sagen, wir haben das überraschend gut gemacht.

Ok, mit Wasserstiefeln, Helm auf dem Kopf und nassen Hosen einen Orientierungslauf zu machen, hatten wir uns nicht im Traum vorgestellt. Durch Wälder ging es nun 7km wieder zu unseren Rädern, und das klappte alles ganz gut. Alle Bojen gefunden, und am Schluss waren sogar unsere Hosen wieder trocken. Nun folgte eine weitere 11km Mountainbike-Strecke, allerdings mit Hinweispfeilen am Boden, so dass wir hier ordentlich Gas geben konnten.

Beim nächsten Orientierungslauf (ohne Karte), aber mit Anweisungen für die Bussole mussten wir der Sprache ein wenig Tribut zollen (konnte ja nicht alle Fachtermini und das Lexikon war ja auch nicht im Rucksack am Rücken), so dass die Orientierung recht schwer fiel. Hier verloren wir doch einige Zeit, auch wenn wir dann doch alle Bojen erreichten und schon wieder für die letzte Etappe (12km Mountainbike und 5 Bojen zum finden) im Sattel saßen.

Die Haltungsnoten sind besser als die Treffer.

Nach knapp 7 Stunden fuhren wir wieder auf dem Hauptplatz von Orbec ein, und kamen zur letzten Station – Luftgewehrschießen (das angekündigte Bogenschießen war für eine andere Klasse bestimmt gewesen). Nun, Beate hielt sich bravorös, und so hatten wir auch mit zittrigen Händen noch ein paar Punkte geholt.

In der Mixed-Klasse waren wir vorne mit dabei, in der Gesamtwertung (Männer, Frauen, Mixed) im Mittelfeld. Am Abend bei der Siegerehrung (vorher noch die geniale Dusche) gab es für die ersten drei Teams schöne Preise, viel Applaus und reichlich Wein. Ja, und dann mussten auch noch les Autrichiens auf die Bühne, bekamen viel Applaus und auch noch ganz viele Geschenke (regionale Produkte von Käse über Cidre…) mit nach Hause. Beate sah toll aus, und so war es egal, was ich ins Mikrophon auf Fragen sagen musste, denn alle Augen waren auf sie gerichtet ;D

Die Party im Anschluss hatte es in sich, und das drei-gängige Essen vertilgten wir mit Hochgenuss! Das muss man sagen, da haben es sich die Organisatoren nicht reuen lassen. Morgens Frühstück, Abends dieses tolle Essen, T-Shirts für alle Teilnehmer, und eine super Organisation auf der Strecke! Ein gewaltiges Rennerlebnis, viele neue Bekanntschaften und beste Erinnerungen nahmen wir wieder mit aus der Normandie.

Bei der Abschlussparty gaben die Teilnehmer dann alles, auch ihre Hosen…

Vorbereitungen auf den Raid in der Normandie

Nun sind wir auf den Geschmack gekommen: nach unserer Graubünden-Tour und dem Adventure Race im Bayerwald ist das nächste Adventure Race angesagt: ein Rennen in der Normandie, Département Calvados.

Was uns im Land der Crepes und des Cidre blühen wird:

  1. Crepes essen
  2. Cidre trinken
  3. 10km Orientierungslauf
  4. 36km Mountainbiking
  5. 7km Kanu
  6. 7km Run & Bike (einer läuft, einer radelt)
  7. und auch noch Bogenschießen

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, startet das Rennen doch schon diesen Samstag. Berglauf, Mountainbike und GPS stehen jetzt auf dem Programm. Kennt jemand von euch jemand mit Pfeil und Bogen in der Nähe von Dornbirn?

Adventure Race im Bayerwald – Das Rennen

Das Adventure Race im Bayerwald ist vorbei, aus und Schluss – nach rund 10km Orientierungslauf, 80km Mountainbike und 10km Kanufahren war für uns vom Team Zopilote Surfcamp nach 9 Stunden und 52 Minuten das Rennen beendet. Und nun die Einzelheiten…

Samstag morgen um 7:30 ging’s los mit dem Briefing: Karten- und Nummerausgabe. Chaos und Stress – alle Kontrollpunkte einzeichnen, spätere Wege markieren und alle Vorbereiterungen für die Wechselzonen und die Einzelabschnitte treffen. Haben wir ja alles? Das alles war super hektisch, wir hatten insgesamt 5 Kartenblätter und eine ganze Menge an “Material” für den weiteren Verlauf.

Vor dem Start, noch sauber und frisch …

Los ging es um 9:00, Startschuss zu einem 3,7km langen Orientierungslauf, 3 Punkte waren zu finden. Dies ging relativ gut und schnell, und wir waren im Mittelfeld unterwegs. Bei der Wechselstation holten wir einige Zeit heraus, allerdings mit kleineren Pannen, für die Anfänger wie wir prädestiniert sind (Ausrüstungsgegenstände für die übernächsten Aufgaben nicht mitnehmen etc.). Auf der ersten Mountainbikestrecke lief es für uns gut, aber auch die anderen hatten noch alle Reserven. Die ersten Kilometer waren ein Abtasten.

Die ersten Bike-Kilometer

Bald bildeten sich Grüppchen, die gemeinsam Wege abfuhren und sich bei der Orientierung halfen. Durch geschicktes Orientieren im Wald und gute Wegewahl (wir ließen die Masse an Bikern an einer Kreuzung stehen, wählten einen eigenständigen Weg) holten wir hier ordentlich viel Vorsprung auf unsere unmittelbaren Mitverfolger, die sich sauber im Wald verkofferten. Auf guten Wegen passierten wir einige Checkpunkte und kamen schließlich zur ersten Disziplin, die wir nie trainieren konnten: Kanu.

Auf der Cham ging es über 10 Kilometer mit dem Kanu dahin, meist relativ langsam, manchmal in kleinen Stromschnellen, die aber wenigstens Tempo machten. Bald hatten wir alles heraus, wie es sich am besten steuert, und gaben ordentlich gas. Beim Anlegen gab’s ein wenig Chaos, weil keiner recht wußte, wo die überführten Mountainbikes abgestellt worden waren. Nach einer kleinen Stadtrunde, die uns doch Zeit kosten sollte, fanden wir sie und schon ging es auf die 2. Mountainbike-Etappe, die von Anfang an sehr gut lief – Orientierung und Geschwindigkeit waren tadellos. Gegen Ende gab es noch ein paar zehrende Anstiege, dann erreichten wir aber am Perlsee die Sonderaufgaben (Hochseilgarten, der allerdings nicht in der Zeitmessung inkludiert war) und konnten uns erstmals ein wenig erholen.

Von dort ging es zur letzten Mountainbike-Etappe. Wir wählten einen direkten Weg über einen Waldweg, der sich allerdings rasch in dichtes Gebüsch, Dornensträucher und Morast verwandelte. Nach mühevollen Schieben und Tragen erreichten wir den nächsten Checkpoint, suchten aber vergeblich nach der Markierungsklammer – sie war schon abgeräumt! Wir wußten, wir haben hier viel Zeit liegen gelassen, mussten aber noch eine ordentliche Bergetappe gehen. Beate war nun ziemlich gefordert und biss sich durch. Auf der Abfahrt nach Räkam (Zielort, Welchselstation) konnten wir uns doch noch ein wenig erfangen und uns für den letzten Abschnitt, ca. 6,5 km Orientierungslauf motivieren.

Der Bayerwald, eine schöne und abwechslungsreiche Gegend

In der Wechselzone gab es für uns viel Applaus, und wir waren in der Zwischenwertung auf Platz 3 in unserer Klasse! Auf, auf, jetzt ging es um die Wurst, ein Podestplatz! Schnell in die Laufschuhe, andere Karte heraus, zwei Müsliriegel in den Mund, Wasser sowieso, und schon zischten wir ab. Dachte ich, die Beine fühlten sich beim Laufen viel schwerer an als beim Radfahren.
Wie auch immer, zusammen mit einem anderen Team gingen wir gemeinsam auf die letzten 3 Checkpunkte, navigierten recht zielgenau mit dem Kompass und waren nach über 9,5 Stunden auf dem Heimweg ins Ziel. Was für ein Gefühl! Die letzten Meter waren fantastisch, auf der Endgeraden von den Zusehern angefeuert, überschritten wir zu viert die Ziellinie. Wir waren auf dem Podest! 3. Platz im Challenger-Bewerb der Mixed-Klasse, und endlich konnten wir die Dinge tun, von denen wir die letzten Stunden gesprochen und geträumt haben: Weißbier trinken, Weißwurst essen, nasse Schuhe aussziehen und uns in aller Ruhe umarmen.

Adventure Race im Bayerwald – Vorbereitungen

Endlich haben wir die Zusage für unser erstes Adventure Race! Wir starten am Samstag im Bayerwald und haben eine Strecke von 65 km zu bewältigen, und zwar als 2er-Team. Folgende Disziplinen stehen bei dieser Veranstaltung auf dem Programm:

  • Mountainbiking
  • Orientierungslauf
  • Hochseilklettern
  • Kanu

Das ist noch ein sehr kurzes Adventure Race (sogenannte Sprint-AR), da es maximal 8 Stunden dauert. Typische Adventure Races gehen rund 1-2 Tage, Expeditions-AR bis zu einer Woche und rund 1.000 km Länge!

Ich werde versuchen, wieder über Twitter von der Strecke zu berichten, und ein paar gute Fotos mitzubringen. Wir sind recht neugierig, auf das was uns erwartet, aber auch recht relaxed. Es ist unser erstes Rennen, und da können wir nur viel lernen – Taktik, Ausrüstung, Vorbereitung, und natürlich allerlei Fertigkeiten. Unser Teamname: Zopilote Surfcamp!

Und hier geht’s zum Rennen…

Halbmarathon Winterthur

Zuerst die sehr gute Botschaft: wir haben es (den Halbmarathon von Winterthur) überstanden und sind endlich wieder aus den Laufschuhen raus. Und nun mein Gedächtnisprotokoll von rund 2 Stunden beißen:

Start – 60 min: wir haben unsere Startnummern ausgefasst, inklusive Fußchip. Ich geh mich umziehen, in einer klassischen schweizer Turnhalle mit angerenzenden Schutzräumen.
Start – 50 min: ich komme zurück zum Auto, Beate macht ein Nickerchen
Start – 30 min: Nummern werden befestigt, im Hintergrund laufen die Marathon-Läufer los. Im Sprint.

Start – 15 min: Beate hat ihren iPod vergessen und muss wieder aufs Klo. Ich hole den iPod vom Parkplatz, muss aber selbst auf’s WC.
Start -5 min: wir tauchen ein ins Starterfeld. Manche haben richtige Sprengstoffgürtel und -vesten an (ich meine die mit den vielen Flaschen). Manche haben sich sogar die Brustwarzen getaped. Hallo? Mein Laufschuhe sind rund 5 Jahre alt, und schauen so aus.
Start: wir gehen, und brauchen ca. 3 min, bis wir über der Startlinie sind.
Start +5 min: wie in einer Massenpanik hirschen auf einmal alle durch die Gassen von Winterthur. Beate läuft mal vor, mal neben mir.
KM 1: so weit, so gut. Wir sind in Zeit!
KM 3: Beate hat einen roten Kopf, und ich fühle mich von den anderen, die uns überholen, magisch angezogen. Beate gibt mir grünes Zeichen, ich kann abzischen (wie eine Rakete – für den, der’s glaubt!)
KM 4: erste Verpflegstation – ich schnapp mir einen Becher Wassser und “trinke” ihn unter’m Laufen. Die Hälfte geht daneben, die Hälfte in die Lunge.
KM 5: der Weg ist recht schön, aber er beginnt mich hier nicht mehr zu interessieren. Stattdessen suche ich schon nach jemand, der mich zieht. Ich entdecke zwei Frauen vor mir, vielleicht ein bißchen älter, die scheinen ambitioniert zu sein. Ich klebe mich an ihre Hintern, oder Fersen.
KM 7: die zwei Frauen werden mich nicht los. Die eine ist komplett in schwarz, die andere hat eine rote Jacke. Der Rest ist mir wurscht, so lange ich dran bleiben kann. Ich versuche eine Konterattacke.
KM 8: ich habe bei dieser Verpflegstation aus den vorigen Fehlern gelernt: ich gehe, während ich trinke: 1x Iso, 1x Wasser. Muss zwar rülpsen, aber sonst geht’s recht gut.
KM 10: die zwei Ladies machen weiterhin Tempo, ich hänge weiterhin dran. Manchmal in Armlänge, machmal 10 m dahinter. Das Feld hat sich merklich ausgedünnt, mit mir nach hinten.
KM 11: ich denke nur mehr von Verpflegstelle zu Verpflegstelle. Die nächste kommt in 1 km. Beate ist noch nicht da, und die zwei Frauen haben sich auch schon ein bißchen abgesetzt.
KM 12: endlich Verpflegstelle: 1xTee, 2xEnergieriegel, 1xWasser. Hoffentlich war das nicht zu viel. Aber ich habe wieder zu meinen Tempomacherinnen aufgeholt.
KM 13: immer wieder kommen von hinten Läufer, die einfach vorbeizischen. Demoralisierend, wenn das grauhaarige Opas und runde Hausfrauen sind. Soll ich das schreiben?
KM 14: was ist jetzt los? Alle beschleunigen auf einmal wie die Blöden. Weil jetzt 2/3 des Rennens vorbei sind, oder was? Ich bin der einzige, der nicht anzieht. Ich verschiebe meine Schlussoffensive auf KM 16.
KM 16: Verpflegung 1xTee, 1xWasser, 2 Flüssiggels stecke ich ein. Man weiß ja nie. Jetzt habe ich die zwei Ladies wieder in Griffweite. Die Töne im Feld werden auch langsam seltsamer – irgendwie animalisch.
KM 17: kleiner Stich von rund 60 Höhenmetern brennt in den Waden. Meine zwei Ladies habe ich abgehängt, und die ersten Läufer beginnen zu gehen.
KM 18: Beate ist aufgeschlossen, es gibt 1 Sekunde Pause: Kuss. Wir laufen gemeinsam ein wenig abschüßiges Gelände, ideal zum Erholen.
KM 19: Beate hat den Turbo gestartet, irgendwo ein Ziel entdeckt, anvisiert und wie ein Torpedo darauf losgeschossen. Von dort an habe ich sie erst wieder im Ziel von vorne gesehen.In der Retrospektive werde ich die Geschichte so darstellen, dass ich sie losgeschickt habe, die zwei Frauen (meine Tempomacherinnen, die sich wieder an mir vorbei geschmuggelt haben, einzuholen, zu überholen und so zu demoralisieren). Meine Beine sind nun schwer, aber es ist nicht mehr weit. Doch bei KM 19 ist jeder Meter weit.
KM 20: letzte Verpflegung, die ich mir nicht nehmen lasse: Tee, Wasser, Riegel, Gel. Geil. Jetzt beschleunigen.
KM 20,8: ich sprinte wie in meinen besten Zeiten, mache Zeit gut, überhole einige noch in der Zielgerade und mache sicher ein richtig angestrengtes Gesicht. Ich habe fertig und bin im Ziel.
KM 21,1: Beate meint, wir haben es unter 2:00 Stunden geschafft. Bin froh, Mission completed, ab in die Dusche. Offiziell heißt es später: Beate 1:56:10, Mark 1:57:21. Da hätte ich also noch länger bei den Verpflegstationen verweilen können!
Dusche: 100 Kerle teilen sich 10 Duschköpfe. Es gibt Lässigeres, definitiv, aber das ist jetzt alles Prio 10.