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Haute Route: langer Tag bis nach Bourg St. Pierre

Vorsichtig und langsam kriechen wir aus unseren Schlafplätzen, in wenigen Handgriffen haben wir alles, um das Lager zu verlassen, ohne die anderen Schlafenden zu stören. Das Frühstück passiert schnell, wir wollen hinaus in die Dunkelheit, eine sehr lange Etappe wartet, und wir fürchten die Wirkung der Nachmittagssonne auf diverse Südhänge etwas.

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von rechts kommend unterhalb des Mont Avril ins Hochtal des Glacier du Mont Durand

Im Dunkeln fahren wir also zurück, von wo wir gestern gekommen sind (Charmotane, 2.236 m), und steigen auf der gegenüberliegenden Talseite hoch. Hier haben wir letztes Jahr unsere Mountainbikes hochgezogen, hinüber zum Fenetre du Durand und dann weiter nach Aosta. An diesem heutigen Tag biegen wir auf rund 2.700 m Seehöhe nach Nordosten auf eine Schulter des Mont Avril ab, umrunden den Felsriegel und gleiten langsam auf den Glacier Durand hinab.

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Bivouac Musso

Nun geht die Sonne auf und wir folgen dem flachen Gletscher gegen Westen. Die Überwindung von Steilstufen ist mühsam, da die Quergänge oft steil und der Schnee sehr glatt ist. Wir brechen trotz Spur oft ein, nähern uns dem Col du Sanadon (3.505 m), wo uns nun wieder größere Skitourengruppen entgegen kommen. Am Sattel ruhen wir uns nicht aus, es herrscht hier Hektik, wir ziehen weiter über eine etwas flache Ebene steil hinauf zum Plateau du Couloir (3.650 m), dem letzten hohen Sattel dieser Haute Route Variante. Oberhalb des Sattels steht einsam und ausgesetzt das Biwak Musso, welches wir an diesem Tag nicht in Anspruch nehmen müssen. Nun wechseln wir von den Ski auf unsere Steigeisen, und machen uns mit dem Pickel in der Hand in den rund 42° steilen Westhang.

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steil hinab zur Cabane de Valsorey, zunächst auf allen Vieren…

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… und ein wenig später auf den Ski

Nach gut einhundert Metern abwärts stellen wir fest, dass diese Art der Fortbewegung (rückwärts) zu lange dauert, zu mühsam ist für die restliche Länge. Irgendwie montieren wir unsere Ski in diesem Steilgelände, und fahren in großen Bögen ab. Der Schnee ist fest, schon bald richtiger Firn. Wir passieren die Cabane de Valsorey (3.030 m), stürzen uns weiter über den Gletscher ins Tal, unterbrochen von zahlreichen kurzen Tragepassagen. Hier hat es einfach nicht mehr genug Schnee.

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Abfahrt am grauen Moränenrücken

Am Ende der Gletschermoräne kraxeln wir nochmals auf einen Gegenhang, um Schwung für die Talabfahrt mitzunehmen. Wir reihen uns in die Spuren, die vom Mont Velan kommen, ein, und folgen dem Bach in einer wilden Geländeralley zwischen Sträuchern, Wasserläufen, Felsriegeln und Bachquerungen. Nicht selten tragen und ziehen wir die Ski, manchmal aus dem Wasser, über Brücken, klettern über Steinwände, versinken mit den Skischuhen im sulzigen Tiefschnee.

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der schwerste Abschnitt der Etappe: dem Bach über Kilometer wild folgend nach Bourg St. Pierre

Diese abwechslungsreiche Bachroute bleibt uns für eine Weile erhalten. Erst auf Höhe der Alpe Cordonne (1.834 m) ist mit dem Schnee Schluss, wir schnallen die Ski ab und marschieren ins Tal nach Bourg St. Pierre. Hier haben wir etwas Pause, warten auf den Bus bei einer Rivella, sind in guter einer Stunde schon in Martigny-Croix, direkt beim Büssle. Dankbar nehmen wir unsere Skischuhe ab, schlüpfen in etwas Frischeres, gönnen uns in eine Pizza, bevor es über den Col de Forclaz nach Chamonix geht. Ein langer 10-Stunden-Tag geht zu Ende, Schönbiel und das Rifugio Nacamuli scheinen schon eine Ewigkeit her zu sein. Unsere Gedanken kreisen um den Mont Blanc, als wir in die Schlafsäcke schlüpfen.

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Abschnitt 4 der Haute Route: 19km, 1.550 Hm

Haute Route: vom Pigne d’Arolla in die Schluchten von Chanrion

Auch an diesem Morgen essen wir im Scheinwerferlicht unserer Stirnlampen. Brot und Marmelade, etwas Kaffee, packen unseren Marschtee und schleichen noch etwas hilflos zu unserer Ausrüstung. Um halb sechs ist die Hütte noch ruhig und dunkel, und wir sprechen kaum ein Wort. Automatisch wird alles vorbereitet, und gleichzeitig stehen wir vor dem Rifugio Nacamuli (2.830 m), das wir in Minuten in der Dunkelheit verlieren.

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der etwas flache Sattel Col de l’Eveque

Wie schon gestern müssen wir den Col de Collon (3.074 m) überwinden, diesmal von der steilen Südseite aus. Unsere Harscheisen tun hier gute Dienste, und im Morgengrauen sind wir schon ein Stückchen weiter zum Col de l’Eveque (3.382 m). Kurz unterhalb des Sattels bricht das Massenskitouren-Phänomen der Haute Route aus, Dutzende kommen uns nun in Reih und Glied entgegen gerauscht. Wir achten, dass wir einen großen Bogen machen, irgendwie stehen diese Leute unter Stress. Nur wenige geben Zeichen, dass sie uns willkommen heißen – ein Stock wird kurz gehoben, ein Kopfnicken, oder gar ein ‘Bon jour’.

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ein kurzer Abstecher auf die Pointes d’Oren

Vom Sattel biegen wir nach Süden ab und hoffen auf ruhigere Zustände, die sich auch sofort einstellen, sobald man die Hauptroute verläßt. Wir wollen auf die Pointes d’Oren, eine Gruppe unscheinbarer Gipfel, die aber vom Süden aus betrachtet mächtige Felszacken darstellen. Wir erklimmen die steile Seite mit Spitzkehren, eine andere Gruppe wird vom Bergführer gar am Seil und zu Fuß da hochgebracht. Wir grüßen und sind auch gleich wieder weg. Es geht hinunter, endlich.

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hinten rechts die weisse Kuppe des Pigne d’Arolla

Von den Pointes d’Oren (3.525 m) geht’s nun flott über den Glacier du Mont Collon zum Col de Charmotane (3.037 m), einem sehr unauffälligen Sattel unterhalb des Pigne d’ Arolla (3.790 m), den wir heute erklimmen wollen. Die Hänge werden nun wieder steil, und zahlreiche Gruppen kommen vom Pigne d’Arolla bzw. vom Col du Brenay herunter. Wir zählen mehr als 150 Abfahrer. Wir brauchen etwas, bis wir oben sind, und entscheiden uns dann für die Abfahrt über den Glacier d’Otemma.

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am Ende des Glacier d’Otemma wartet eine rassige Schluchtabfahrt

Die Abfahrt ist zu Beginn, vorsichtig ausgedrückt, sehr unspektakulär, fast schon eine Langlaufloipe. Aber sehr einsam. Erst gegen Ende wird es rassig, als wir durch eine enger werdende Schlucht den Ausgang zur Alpe Chanrion erreichen (ca. 2.250 m). Der Gegenanstieg zur Cabane de Chanrion (2.462 m) stresst uns nicht. Das Wetter ist fein, und wir haben noch genug Zeit, um die Sonne zu genießen. In der Hütte fühlen wir uns gleich willkommen, und wir besprechen mit unserem Wirt die Route und das Wetter für die nächsten Tage. Wir sind hier gut aufgehoben, auch am Tisch mit einer Gruppe Franzosen gönnen wir uns einen Ausklang eines 8-Stunden-Skitourentages. Wie schon seit gestern sind wir die Einzigen, die gegen Westen ziehen.

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Tag 3: 18km, 1.600 Hm

Haute Route: über den Col du Mont Brulé nach Italien

Der Wecker geht um 05.00, es ist stockdunkel, unsere Stirnlampen gehen an. Wir müssen uns nicht um andere im Lager kümmern, wir sind allein. Einen Stock tiefer nehmen wir ziemlich wortlos unser Frühstück ein, schleichen langsam, aber schon aufgeregt in den Geräteraum der Schönbielhütte. Binnen Minuten sind wir schon auf den Ski und auf der Abfahrt hinunter zum Zmuttgletscher (ca. 2.500 m), der gestern in der Sonne noch so ein Glutofen gewesen war.

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Blick ins Morgengrau, rechts die Nordwand des Matterhorn, mittig hinten die Monte Rosa Gruppe

Wir machen es etwas besser als die drei Schweizer, die bereits 45 Minuten vor uns aufgebrochen sind, aber durch einen Orientierungsfehler gute 100 Höhenmeter unter uns navigieren. Wir sehen ihre Stirnlampen leuchten, sind aber so einsam hier draußen wie das mächtige Stockji, das wir auf unserem Weg zum Col de Valpelline zu umrunden versuchen. Es wird langsam grau, dann neblig, und später kommt auch im Osten etwas Sonnenlicht hervor. Auf gut 3.000 m Höhe sehen wir zahlreiche Eisabbrüche und entscheiden uns für eine etwas mühsame, aber sicherere Abkürzung zum Stockjigletscher, mit den Ski am Rucksack, den Steigeisen an den Beinen, und den Nasen fast im Schnee.

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Gletscherbrüche an der Nordwand des Dent d’Hérens

Während wir also den Stockjigletscher bis zum Col de Valpelline (3.557 m) hochlaufen, blickt die mächtige Nordwand des Dent d’Hérens auf uns herab. Riesige Hängegletscher lauern da oben, und der Wind pfeift heute so mächtig um seine Flanken und unsere Ohren. Vom Col de Valpelline scheren wir kurz nach Süden aus, um den ersten Gipfel unserer Haute Route mitzunehmen: Tete de Valpelline (3.799 m).

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Etappe 2: 15km, 1.700 Hm

Der Wind wird heftiger, Wolken ziehen rasch auf und weg und wieder zu. Wir beeilen uns zur Spur vom Col zurückzukommen, fahren dann in einem ziemlich unfahrbaren Harsch auf dem Haut Glacier de Tsa de Tsan ab, bis auf ca. 3.000 m Seehöhe. Es kommen uns nun große Skitourengruppen entgegen, mit bis zu einem Dutzend Teilnehmern pro Haufen. Wortlos ziehen sie vorbei, ein Gruß entkommt ihren Gesichtern nicht. Die Sicht bleibt schlecht, als wir zum Col du Mont Brulé (3.213 m) hinaufsteigen. Leider können wir hier nicht abfahren. Das steile Gelände ist felsenübersät, der Schnee größtenteils verschwunden oder schon zu dünn. Wir tragen die Latten also recht weit hinunter, und gleiten so weit es geht auf dem Haut Glacier d’ Arolla gegen Westen (auf ca. 2.850 m Seehöhe).

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vom Col du Mont Brulé hinab, gegenüber der Mont Collon

Nun geht es sanft bergauf, die Skitourenmassen sind am Nachmittag schon an uns vorbeigezogen. Wenig später und bei guter Sicht erreichen wir den Col Collon (3.074 m) und damit die italienisch-schweizer Grenze.  Jetzt geht es gute 400 m hinab, steil und im feinen Firn der Südhänge. Die Orientierung fällt hier nicht allzu schwer, das Rifugio Nacamuli ist in der Ferne schon ausgemacht. Die letzten hundert Meter gehen wir zu Fuß, auch hier gibt es kein Durchkommen für unsere Ski. In der Hütte warten zwei nette Wirtsleute auf uns, es gibt Kaffee und Schokolade, wir trocknen unser Gerät und unsere Füße auf der windabgewandten, sonnigen Steinterrasse. Später kommen noch drei kleine italienische Gruppen hoch, und wir teilen das Lager mit ihnen. Schon am Nachmittag beginnen wir zu futtern, essen Brot, Chips, trinken Bier und Tee, holen uns beim Abendessen alle Kalorien retour, die wir in den neun Stunden Gehzeit in den Walliser Alpen gelassen haben. Morgen werden wir noch mehr brauchen, wissen wir.

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das luftige Plumpsklo am Rif. Nacamuli

Haute Route: Einlaufen zur Schönbielhütte

Noch in der Nacht packen wir alles ins Büssle, fahren in die Schwärze und lassen Claudia als temporäre Hausbesitzerin zurück. Die Straßen sind leer, wir kommen gut voran und schlafen unterwegs am Genfer See für wenige Stunden. Ein Morgenkaffee bringt uns in den Tag, und noch im Morgengrauen parkieren wir in Martigny-Croix am Bahnhof. Wir ziehen unser Dress für die nächsten vier Tage an, packen die Rucksäcke aus dem Auto und schultern die Ski zu den Gleisen. Es geht nach Zermatt, und damit auf die Haute Route.

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am flachen Zmutt-Gletscher

In Zermatt sind die Straßen voll mit Skifahrern, die sich zu den Liften fahren lassen. Wir gehen gemütlich durch die Touristenmeile, genießen die Sonne und kaufen uns nicht gerade billige Einmal-Tickets für die Fahrt zum Schwarzsee (2.583 m). Leider ist der Schnee aus dem Zmutt-Tal verschwunden, so dass wir auf die Seilbahn zurückgreifen. Die Abfahrt zur Stafelalp (ca. 2.200 m) ist kein Genuss, harte Piste eher, dann harschiges Gelände. Erst auf dem Zmutt-Gletscher kommt erstmal hochalpines Feeling auf.

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entlang einer steilen Moräne

Eine einsame Trasse kreuzt den Zmutt-Gletscher zu dessen nördlicher Seite, umrundet ein paar Spalten und folgt der hohen Moräne gegen Westen. Gute vier Kilometer steigen wir in der heißen Mittagssonne gemächlich den Gletscher hoch. Wir biegen etwas später in den Schönbielgletscher nach Norden ein, machen nun etwas steilere Meter und wenden uns letztlich in einem steilen Westhang der Schönbielhütte (2.694 m) zu.

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unsere Strecke am ersten Tag: 8km, 600 Hm

Wir sind die Ersten an diesem Tag, machen es uns gleich einmal auf der Sonnenterrasse gemütlich. Der Tag war wenig ereignisreich, aber wir sind froh um einen etwas ruhigen Beginn. Wir verschlafen den Nachmittag im Lager, holen die kurze Nacht nach. Zum Abendessen kommen wir in die Stube, essen ausgiebig um wieder vor dem Lärmgeschrei zweier bayrischer Tourengruppen ins Lager auszuweichen. Morgen wollen wir unsere ersten Gipfel machen.

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das Matterhorn von Norden aus gesehen

Auf der Haute Route von Zermatt nach Bourg St. Pierre

Die Haute Route ist für Skitourengänger ein Klassiker. Sie ist in vielen Variationen begehbar und in beide Richtungen. Die Originalvariante führt von Chamonix über die Walliser Alpen nach Zermatt, mit Verlängerungen nach Saas Fee. Wir haben uns für eine Kurzvariante von 4 Tagen entschieden, um anschließend noch die eine oder andere Gipfelbesteigung anzuhängen. Wie sich später herausstellte, hatten wir das sich schließende Schönwetterfenster gerade noch ausgenützt.

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auf der Haute Route

Die einzelnen Tourenabschnitte sind hier beschrieben:

Logistisch haben wir die Route so angelegt, dass wir unser Büssle in Martigny als Depot und Stützpunkt zurückgelassen haben. Mit der Bahn ging es nach Zermatt, von Bourg St. Pierre mit Bus und Bahn wieder nach Martigny. So konnten wir noch am Ende der langen 4. Etappe recht rasch nach Chamonix überwechseln.

In Summe können wir die Richtung von Zermatt nach Chamonix nur empfehlen. Es ist keineswegs schwieriger (skitechnisch wie konditionell), man hat allerdings den Vorteil, nicht im Pulk von bis zu zwei hundert (!) Skitourengehern seinen Weg “zu suchen”. Die Hänge sind somit recht unbefahren, und man trifft immer andere Skitourengänger auf den Hütten.

Man sollte sich aber auch im Klaren darüber sein, dass die Haute Route über hochalpines Gelände führt. Das heißt, körperliche Fitness, skitechnisches Können und Sicherheit am Gletscher müssen vorhanden sein. Wir haben einige gequälte Gesichter gesehen, und manchmal erschreckendes skifahrerisches Können. Entsprechend muss auch die Ausrüstung für diese mehrtägige Tour aussehen (mehr dazu in einem separaten Artikel), man kann es aber auch übertreiben: Satellitentelefon, Schlafsäcke oder Steileisgeräte sind auf der Normalroute nicht notwendig, und daher Ballast. Wer sich in diesem Gelände nicht alleine auf die Strecke wagen will, sollte sich also mit einem Bergführer / Alpinschule (z.B. hier) zusammentun.

Im Schneetreiben über’s Col Ferret

Auf dieser 5-Tages-Tour mit unseren Mountainbikes hatten wir wahrlich alles erlebt. Bis auf Schnee. Doch auch das stand uns bevor. Kalt blies es uns entgegen, als wir aus Entrevers (1.370 m) ins italienische Val Ferret aufbrachen. Der Himmel zog auf und zu, Sonne blinzelte hervor und versteckte sich wieder. Auf dem letzten Kilometer zur Refugio Elena (2.062 m) setzte nun doch tatsächlich wieder Regen, und dann Schneefall ein. Es blies so heftig und kalt, dass innerhalb weniger Minuten unsere Finger förmlich an der Lenkstange kleben blieben. Ausgekühlt stürmten wir ins Refugio, erbaten uns ein Käsebrötle mit Kaffee, saßen da wie angewurzelt, konnte es nicht glauben, was sich da draußen wieder abspielte.

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Im eiskalten Regenwetter kurz vor Refugio Elena, im Hintergrund rechts das italienische Val Ferret

Diese Tour hatte bis zum letzten Augenblick stets eine noch härtere Prüfung für uns auf Lager. Diesmal gab es keine Diskussion. Wir wußten beide, es gab nur einen Weg: über den Grand Col Ferret (2.537 m). Das hieß gut 1 1/4 Stunden Schieben. Im Schneetreiben. Wir wagten uns hinaus, es war ärger. Der Matsch war einer steten Schneedecke gewichen, und je höher wir hinaufkamen, desto tiefer wurde diese. An manchen Stellen hatten wir gute 15 cm Neuschnee, der unter unseren Rädern so richtig knarrte. Die Räder rutschten, wir rutschten, alles war sehr mühsam. Die Spur verlor sich, man fand den Weg nur noch ansatzweise.

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Beate sucht den Weg zum Col Ferret

Der Pass war dann eine richtige Erleichterung. Plötzlich war es nicht mehr so kalt und stürmisch, dennoch blieb die Schneedecke auf der Schweizer Seite bis auf ca. 2.100 Höhenmeter bestehen. Der Abstieg war rutschig, aber wir waren auf dem Weg nach Hause. Scharen von Wanderern kamen den Pass hinauf, gut eingekleidet, aber ohne Rucksäcke, die trugen die Maulesel, denen das Wetter wahrscheinlich wurst war.

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Endlich am Col Ferret!

Auf La Peule dann eine kurze Rast für die bevorstehende Abfahrt ins Tal, über gute Straßen und daher auch nicht im Schneckentempo. Über Ferret (1.700 m), La Foully (1.593 m), Praz de Fort (1.151 m) ging es in wenigen Minuten bis nach Orsieres (901 m) hinunter, in die Einmündung zur Passstraße über den Großen Bernhard. Der Verkehr war uns hier auch schon egal, wir brausten die Kilometer nach Martigny, kurz unterbrochen von einem Stand lokaler Walliser Marillen, die wir kiloweise einkauften.

Diese Tour über so viele Alpenpässe (Fenetre de Durand, Col de Corre, Col de la Seigne) war mehr ein Willensakt als körperlicher Anspruch. Wir fuhren zwar rund 350 Kilometer und 8.300 Höhenmeter in fünf Tagen, schoben und trugen das Rad einen wesentlichen Teil davon, aber das Wetter und die Unwägbarkeiten mancher Abschnitte brauchte hin und wieder den Extra-Schub Motivation, diese Runde wie geplant durchzuziehen. Der Körper hält einiges aus (wenn man trainiert ist), und erholt sich erstaunlich schnell. Der Wille, auch die Kälte, die Nässe und die Schmerzen, hinter sich zu lassen, ist schon eine Spur mehr Anforderung. In diesem Sinne eine besonders gelungene Tour, die zu weiteren Ausflügen ermuntert.

MTB Classico: Martigny ins Aosta-Tal

Als einer der schönsten Alpenüberquerungen mit dem Mountainbike ist in der Szene der Hochgebirgsweg von Martigny über das Val de Gagnes ins italienische Aosta bekannt. Dieser Weg diente uns als Einstiegsetappe für eine 5-tägige MTB-Schleife in der Region Wallis-Gran Paradiso-Mont Blanc. Im Wesentlichen hielten wir uns an einen Titel von Achim Zahn (“Alpencross: Mit dem Mountainbike über die Ost- und Westalpen“). Wir hatten ja schon mit anderen Titeln des Autors zu tun gehabt und waren recht zufrieden damit (“Mountainbike Trails“).

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Das Val de Bagnes

Der Tag begann mit wolkenlosem Himmel (fast so wie am Vortag im Klettersteig bei Champéry) aber einer lauten Straße, die uns von Martigny (471 m) bis nach Sembrancher brachte. In Lourtier (1.074 m) machten wir mal Kaffee-Pause, bevor es immer noch auf Asphalt weiter durch das Val de Bagnes nach Fionnay (1.491 m) und später auf die Dammkrone des Lac de Mauvoisin (1.975 m) ging. Hunderte Meter ging es zunächst durch kleiner Tunnels entlang und oberhalb des mehrere Kilometer langen Sees, bis man auf einem schönen Karrenweg den See entlang fahren konnte. Hier schoben wir bei Sonnenschein eine kurze, aber feine Mittagspause ein.

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Der Lac de Mauvoisin von Süden aus

Der Weg zur Cabane de Chanrion (2.462 m) wurde nun ruppiger, war aber immer noch fahrbar. Vor der Hütte bogen wir aber ‘rechtzeitig’ zur Alpe Grand Charmotane nach Süden ab. Nun ging es nurmehr im Schiebeverfahren weiter, ganze 500 Höhenmeter hinauf. Am Ende wartete das Fenetre de Durand (2.797 m) auf uns, eine breiter Grenzsattel zwischen der Schweiz und Italien.

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Hinten: Glacier du Brenay

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Nur noch wenige Meter vor dem Fenetre de Durand

Das Geschiebe hatte aber noch keine Ende, auf dem Weg ins italienische Valpeline mussten noch zahlreiche Blockstein-Passagen überwunden werden. Der Trail abwärts war aber größtenteils ein Fahrspaß. Über Valpeline (960 m) fuhren wir im Eiltempo nach Aosta (580 m) ab, quer durch die Fußgängerzone bis zu einem Bäcker, und wenig später und schon ein wenig ausgelaugt, über eine Landstraße nochmals gute 15 km bis nach Villeneuve zu unserer Unterkunft “Edelweiss“. Diese erwies sich mit ihrem Wirt als ein Glückgriff (fairer Preis, ausgiebiges Abendessen, sehr frühes Frühstück und auch noch die guten Englisch-Kenntnisse des Wirten!).

Insgesamt hatte diese Etappe rund 105 Kilometer und ca. 2.700 Höhenmeter. Am nächsten Tag ging es ins Valsavarenche.

Via Ferrata in Champéry

Endlich hatten wir ein paar aneinander hängende freie Tage, die wir für die eine oder andere Aktivität im Schweizer Wallis, im Aosta-Tal und in der italienischen wie französischen Mont-Blanc-Region nutzen wollten. Da gewöhnlich nach einer Nachtschicht am Anreisetag bei Beate nicht viel laufen kann, haben wir uns für eine kleine Klettersteigtour bei Champéry entschieden.

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Die schönste Stelle des Klettersteigs…

Interessanterweise kategorisiert Hüsler in seinem Klettersteigatlas den Klettersteig von Tière mit “K3-4”. Nun ja, das fanden wir am Ende doch reichlich übertrieben. Von den Machern des Klettersteigs wird er als Familienklettersteig empfohlen. Das kommt dem Ganzen schon näher. Aber keine Frage, etwas Kraft braucht man an ein-zwei Stellen.

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Der Zustieg zur Via Ferrata

Der Zustieg ist nicht schwer zu finden. Fährt man mit dem Auto nach Champéry (1.053 m), sieht man bald am Ortseingang zur linken Seite die Bahngleise, und dahinter den Sportkomplex mit Hallenbad, Tennishalle, Sportgeschäfte etc. Also: über den Bahnübergang fahren und vor Ort parken. Nun das Sträßchen, das links vom Sportkomplex weg geht (Blickrichtung vom Gleis zum Sportkomplex), folgen – es führt steil zum Fluss (2-3 Spitzkehren). Über die Holzbrücke drüber. Zur Linken ist ein kleines Hinweisschild. Dem Pfad durch den Wald (links) folgen, nicht dem breiten Weg geradeaus-rechts. Der Weg führt ca. 100-150 Höhenmeter durch Wald zum Einstieg in die Via Ferrata.

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Die Galerie Défago

Der Klettersteig ist landschaftlich schön, aber recht kurz (wir brauchten 30 Minuten). Zwei kurze Seilbrücken sind zu überwinden. Weit schöner ist eigentlich der Rückweg über die Galerie Défago. Wir sind dann bei ‘Le Progres’ nach Champéry abgebogen, anstatt zur Holzbrücke und dann über die steile Straße wieder zum Parkplatz zu gelangen. Ein nettes Tal mit viel Möglichkeiten für Familien. Auch einen großen Waldseilgarten haben wir erblickt. Für uns ging es aber weiter nach Martigny, denn nun stand unsere 5-tägige Mountainbike-Tour auf dem Programm.

Via ferrata du Belvédère

Vor der “Ausreise” aus dem Wallis hängten wir am Samstag vormittag noch einen Klettersteig an – die Via ferrate du Belvédère. Dieser Klettersteig auf den 1.299 m hohen Gipfel ist zwar nicht mit Pinut und Jägihorn vergleichbar, hat aber auch seine Reize.

Schöner Ausflug vor prächtiger Kulisse

Zum einen fährt man vom Tal ins schön gelegene Nax (bei Sion), zum anderen kann man ein bißchen Überhänge klettern üben. Die Seilbrücken sind zwar da, aber gerade mal wenige Meter lang. Insgesamt sind rund 300 Höhenmeter zu überwinden, alles bestens gesichert, und ein kleiner Parkplatz ist wenige Minuten vom Zustieg ebenfalls vorhanden.

Vom Felsgipfel der tiefe Blick ins Rhonetal

Das Schönste an diesem Klettersteig ist aber der Blick ins Walliser Rhonetal und dessen Weinberge. Und dann fuhren wir schon wieder weiter, über Montreux, Bern und Aargau ins Lenzberger Bad für eine kurze Wasserpause. Am nächsten Tag ging es zum Abschluss der Rad-Klettersteig-Woche mit den MTBs um den Alpstein und den Säntis

Langer Tag über den Simplon ins Nanztal

Nach dem Bike-Erlebnis um das Matterhorn und einer Nacht in Naters (678 m) bei Brig ging es in aller Früh durch die verschlafene Altstadt entlang des historischen alten Simplonwegs und des Stockalperwegs in die Saltinaschlucht, eine sehr wilde und tief eingeschnittene Enge unterhalb des Simplonpasses (2.009 m). Teile davon mussten wir das Rad schieben, da der alte Stockalperweg zwar restauriert, aber nur zum Gehen taugt.

Der alte Stockalperweg ist für’s Bike nur bedingt geeignet

Auf der alten Simplonstraße unterwegs zum Simplon

Gelangt man dann nach Rothwald, so muss man bald auf die neue Simplonstraße wechseln und rund 4km meist in Galerien den Weg mit dröhnenden LKWs teilen – nicht sehr lustig. Nun, hat man das überstanden, so steht man am Simplonpass und genießt die Aussicht auf die Berge im Süden und Westen. Weitere Infos zur Tourismusregion Simplon finden sich hier…

Endlich am Simplonpass

Wir hielten uns nicht lange am Hopschusee kurz oberhalb des Passes auf – die Zeit drängte, wir mussten noch über einen Sattel – die Üsseri Nanzlicke (2.602 m) – steigen. An fahren war auf sehr vielen Abschnitten dieses Weges nicht zu denken, und die zahlreichen Schneefelder machten es auch nicht leichter.

Die letzten Meter zur Üsseri Nanzlicke

Endlich oben erhofften wir einen schnellen Abstieg ins rund 20km entfernte Brig durch das Nanztal. Der erste Teil war etwas holprig und immer wieder durch Schneefelder blockiert. Dann kamen interessante Trails mit steilen Rampen. Und schließlich ging es in steiles Waldgelände über, wo bald Schluss war: wegen Steinschlags war unser Weg gesperrt, wir mussten eine Umleitung in Kauf nehmen: rund 350 Höhenmeter das Bike auf der anderen Talseite der Gamsa durch dichten Wald und auf engen Pfaden in die Höhe tragen, und dann aufgrund eines Bremsdefekts nochmals viele hundert Höhenmeter steiler Waldpiste bis auf Rohrberg (973 m) absteigen. Das kostete uns mehr als drei Stunden, und bis wir dann endlich in Brig ankamen, waren insgesamt mehr als zehn Stunden Fahrzeit vergangen…

Kurz nach der Abfahrt vom Sattel – Alpenrosen und Biker

Mit rund 2.500 Höhenmetern war dies sicherlich die anspruchsvollste Tour unserer Wallis-Rundfahrt. Schade, dass wir keine Vorabinfo zum gesperrten Weg erhalten / gefunden haben, das hätte auch nicht unproblematisch werden können.

Skipisten und das Matterhorn – Biketour um Zermatt

Am Nachmittag kamen wir von Saas-Grund über Stalden mit unserem Büssle nach Täsch, dem letzten “befahrbaren” Ort vor Zermatt. Täsch kann mit gutem Gewissen als der Parkplatz von Zermatt betrachtet werden. Allein schon das Terminal “Matterhorn” als Park & Ride ist für Alpentäler gigantisch groß ausgefallen.

Einmal nicht das Matterhorn – der Findgletscher und dahinter der Weissgrat

Wie auch immer, wir hatten Zermatt ja schon am Vorabend mit den Rädern erkundet. An diesem Morgen ging es mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn hinauf und wir starteten einen weiteren Bike-Ausflug, diesmal über Tufferen, Gant, die Riffelalpe, Furi, die Stafelalpe und schließlich Schwarzsee. Der erste Teil war wirklich sehr schön, und auch ein bißchen vom Zermatter Trubel unversehrt. Zumindest meinten das auch eine Gams und ein junges Füchslein, das uns in aller Früh über den Radweg lief.

Das Matterhorn im Morgenlicht

In der Früh trifft man in den Bergen Wenige, meist Tiere und Bergsteiger

Egal wo man sich in Zermatt bewegt, das Matterhorn blickt auf einen hinunter, und überall blinzelt irgendein Gletscher um die Ecke – zwar nicht ganz so groß wie der Aletsch, aber trotzdem gewaltig. Einer dieser Gletscher läuft auf ein anderes großartiges Berggebiet zu – Monte Rosa.

Die Wege waren größtenteils in Ordnung, doch je näher man sich dem Zentrum der Freizeitaktivitäten Zermatts zubewegte, desto künstlicher wurde alles: Skilifte en masse, Steinwüsten als Skipisten, große Restaurants in allen Höhen und Lagen.

Blick gegen Westen – das Matterhorn und der Talkessel des Zmutbachs

Die Aufstiege auf dieser recht kleinen Runde (rund 40km und 1.900 Höhenmeter) waren von besonderer Schönheit. Leider kann man das von den Abfahrten nicht behaupten: meistens waren es Skipisten, auf denen überhaupt nicht ans Fahren zu denken war – zu steil und zu felsig. Die zahlreichen “Wanderer” (aka Seilbahn-Touristen) waren auch überrascht, Fahrrad-Fahrer hier anzutreffen…

Auf dem Weg zur Riffelalp, mit Blick auf die Höhbalmen

Am Nachmittag fuhren wir aus dem Tal hinaus und wieder gegen Osten über Visp nach Brig, um die nächsten Etappen am Simplonpass zu beginnen.

Impressionen aus Zermatt

Und hier noch ein paar Impressionen aus Zermatt, das wir als sehr touristisch empfunden haben. Das erste Bild ist in mehrerer Hinsicht stimmig:

  • Zermatt besteht hauptsächlich aus Hotels, Restaurants und Geschäften
  • Sehr viele Touristen sind hier und fühlen sich sichtlich wohl
  • Auch junge Leute, die hier in die Schule gehen, existieren
  • in Zermatt dürfen nur Elektroautos fahren

Klettersteig der Sonderklasse: Jägihorn

Nach unserem Pinut-Klettersteig und den beiden Rad-Touren ins Binntal bzw. zum Aletschgletscher stand an diesem Tag wieder Arbeit am Stahlseil an. Ziel war diesmal das Jägihorn (3.206 m).

Blick nach Saas Fee und dem Dom (höchster Gipfel auf Bild). Dahinter geht es nach Zermatt, nach links ins Monte Rosa Gebiet.

Wir hatten die Nacht am Camping in Saas-Grund (unterhalb von Saas-Fee) verbracht, und brauchten mit dem Rad zwei Minuten zur Kreuzboden-Seilbahn, die uns auf 2.400 Höhenmeter hinauf hievte. Der Zustieg zum eigentlichen Start des Klettersteigs betrug doch dann fast 600 Höhenmeter (über die Weissmieshütten). Von dort hat man einen fabelhaften Blick auf die 4.000er der Region Mischabel, darunter den Dom (4.545 m).

Die Weissmieshütten im Morgenlicht

Der Einstieg selbst war recht einfach, durch einen Kamin hindurch. Wir mussten aber eine zehn-köpfige Gruppe überholen (die auf der Weissmieshütte übernachtet hatte), was recht anstrengend war. Im Eiltempo zogen wir vorbei und standen bald am ersten Teilgipfel der Tour. Nun konnte man über einen kleinen Abstieg und einer saftigen Gratwanderung zum Hauptgipfel vordringen (Route Beate), oder über eine 80 m (!) lange Vierer-Seil-Brücke die Höhe bezwingen und anschließend in einem Spinnennetz und einer kleinen Kletterei zum Gipfelkreuz gelangen (Route Mark).

Irgendwo im Klettersteig, dahinter die Felswüste der umgebenden Berge

Die 80m lange Seilbrücke hat auch für Schwindelfreie einen gewissen Reiz

Der Abstieg selbst war nicht gesichert, aber auch nicht notwendig. Wir hatten auch das Glück, eine Steingeiß aus der Nähe zu sehen. Schneefelder lagen noch in den Flanken konnten aber großteils umgangen werden. Wir hatten die Tour von Kreuzboden – Jägihorn – Kreuzboden in rund 4 Stunden bewältigt. Das sollte nicht als Maßstab gelten – wir gingen wirklich flott.

Der Klettersteig am Jägihorn mit den Gipfeln der Region Mischabel

Am Nachmittag fuhren wir dann noch nach Täsch ins Nachbartal zum Camping – unser Ausgangsort für die nächste Biketour um Zermatt herum.

Mit dem Mountainbike zum Aletschgletscher

Nach der ersten, erfolgreichen Tour im Wallis mit dem MTB ins Binntal hinein wollten wir am nächsten Morgen den Aletschgletscher aus nächster Nähe sehen. Dieser Gletscher ist rund 35 km lang und der längste der Alpen, zudem UNESCO Weltkulturerbe. Also alles Gründe, dieses Naturschauspiel mit eigenen Augen zu sehen.

So “klein” kann auch eine Alpe sein – hier die Heuböden bei der Fiescheralpe

Statt aber mit der Seilbahn von Fiesch (1.049 m) zum Eggishorn hinaufzufahren, wollten wir unsere Beine die Arbeit machen lassen. Mit den Mountainbikes ging es von Fiesch nördlich von Lax hinauf – diesmal in 13 Kehren bis zur Alpe Heuboden und weiter zur Fiescheralp (2.212 m). Unter “Alp” würde man eine Ansammlung von Alphütten verstehen, doch hier ist es ein Feriendorf mit Hotels, Restaurants, Seilbahnen etc.

Einfahrt in den Stollen unter den Tälligrat

Von Fiescheralp stiegen wir nochmals gute 200 Höhenmeter hoch und weiter durch einen recht dunklen, einen Kilometer langen Stollen unter dem Tälligrat zur Gletscherstube (2.357 m), dann zu Fuß (gut, dass wir unsere Salomon-Laufschuhe anhatten und keine Bike-Schuhe) noch hinunter zum Märjelesee, der uns als Rastplatz und Aussichtsplattform auf den Aletschgletscher diente. Wir hatten prächtiges Wetter und so auch Sicht auf die gegenüberliegenden Olmenhorn und Zenbächenhorn. Noch viel interessanter war allerdings der Blick nach Norden über den Gletscher zu Mönch (4.107 m) und Jungfrau (4.158 m), den berühmten Bergen der Schweiz.

Der Aletschgletscher mit Blick auf den Mönch (die linke, hintere Spitze)

Schwindliger Blick vom Tälligrat auf das Fieschtal

Die Abfahrt erfolgte zunächst wiederum über die Fiescheralp, dann über einen tollen Trail zur Bettmeralp (noch touristischer als Fiescheralp, mit Banken und anderer Infrastruktur) und Riederalp. Aufgrund einer gesperrten Forststraße (sehr demotivierend, wenn man schon gute ein hundert Höhenmeter abgefahren ist) mussten wir zur Bettmeralp zurück und von dort über Domo und Martinsberg (mit einige tollen Singletrails dazwischen, aber auch saftigen Kurzanstiegen) nach Fiesch gelangen.

Insgesamt eine anspruchsvolle, aber wunderschöne Tour mit gut 2.000 Höhenmetern. Geplant war nun ein Ruhetag vom Rad und ein Klettersteigtag im Saastal.

Die große Wallis-Tour per Mountainbike

In wenigen Tagen soll es endlich losgehen, die diesjährige Mountainbike-Tour-Woche, diesmal ins Wallis. Letztes Jahr haben wir ja Graubünden mit dem MTB gequert, nun geht es in den Westen der Schweiz. Support gibt es dieses Jahr durch unser Racing-Büssle, wir müssen uns also nicht um Hotelzimmer kümmern oder hungrig in der Früh auf der Suche nach einer Backstube die Dörfer abklappern.

MTB-Trips (gelb), Bike-Park (rot), Klettersteige (blau)

Einige unserer Ziele werden wohl sein waren:

Als Rast zwischen den insgesamt mehr als 10.000 Höhenmetern wollen wir den einen oder anderen Klettersteig einbauen. Flims auf der Anreise, die Gegend um Saas Fee, und auch Nax oder Sion kommen hier als Ausgangsorte in Frage. Nun hoffen wir auf gutes Wetter, und wenige Platten.