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Klettersteig zum Graustock

Engelberg hat ja in Punkto Klettersteige einiges zu bieten – eine der Senstationen für Ferrata-Fans ist der Graustock-Klettersteig, den wir uns als Draufgabe für unsere Engelberg-Jochpass-Radtour ausgesucht haben.

Weg zum zweiten Klettersteig-Abschnitt am Graustock-Grat

Der Einstieg zum Klettersteig ist wenige Minuten von der Jochpass-Bergstation entfernt. Es folgt eine kurze, kaum nennenswerte Seilpassage, die dann wiederum in eine etwas 15minütige Wanderung am Grat übergeht.

Wieder folgt eine kurze Wand, diesmal mit mehr Tritten und mehr Seil, aber weder technisch noch konditionell anspruchsvoll. Das Einzige, dass uns wirklich beeindruckt hat, war das Wolkenspiel gegen den Grat.

Vom Osten prallten die Wolken gegen den Grat, auf der Westseite hatten wir Sonne

Nach dieser zweiten Stufe ging es wiederum über einen mehrminütigen Steig zur recht schönen und fast senkrechten 80m Wand, die teilweise einen Überhang aufweist. Das ist wohl der schönste Teil der Tour und vielleicht wegen seiner Ausgesetztheit für die Meisten auch die Herausforderung. Hat man diese Stelle geschafft, geht’s nochmals über eine Hochfläche zum letzten, kurzen Seilstück zum Gipfel hinauf. Leider muss man das letzte Stücke über die selbe Stelle wieder retour, was meist zu einem Stau führt – Leute von oben und unten am gleichen Seil.

Die 80m-Wand vor dem Graustock – die einzige nennenswerte Passage dieses Klettersteigs

Der Abstieg führt über den langen Rücken des Graustock wieder zurück zum Jochpass. Diese Passage fand ich am schönsten von der gesamten Runde – der landschaftliche Rahmen ist gewaltig: Titlis, Engstlensee und Melchsee sind von hier aus wunderschön einzusehen.

Am nächsten Tag stand ein anderer Klettersteig auf dem Programm – zur Fürenalp. Wir hofften, und wir hatten recht: es war ein ganz anderes Kaliber!

Über den Trübsee zum Jochpass

Nach unserem Auftakt in Bodenried wollten wir an diesem wettermäßig besseren Tag etwas mehr Höhenmeter hinbekommen. Ziel war zweierlei: der Jochpass (2.207 m) von Engelberg (1.050 m) aus mit dem Mountainbike, und dann der Graustock-Klettersteig (2.662 m) zu Fuß und Klettersteig.

Auf dem Weg zu Unter Trübsee

Der Start in Engelberg ging recht flott von den Pedalen, ein asphaltierter Weg führte über Serpentinen zur ersten Anhöhe zum Gasthof Unter Trübsee (1.300 m). Dort weiter dem Weg folgend ging es bald in einen Schotterweg über, der zunehmend rauher und steiler wurde. Die eine oder andere Schiebepassage folgte, und auch das eine oder andere Murmeltier interessierte sich für uns.

Blick auf den Trübsee von unterhalb des Jochpass

Ab dem Alpstübli beim Trübsee ging es eigentlich nur noch das Rad schiebend vorwärts – zu steil und vor allem zu lose war der Untergrund. Im Winter eine Schipiste, im Sommer eine Steinwüste. Irgendwann kamen wir dann auf dem Jochpass an (und jetzt folgte der Klettersteig), doch die Abfahrt war – klassisch – eigentlich gleich schlimm wie das Hinaufschieben. Ein Herunterbremsen ohne Ende, das Gesicht immer vor dem Rad – so steil war der Hang. Die Abfahrt vom Trübsee herunter war dagegen ein Spaß, und auch der Milchkaffee bei der Wirtschaft Unter Trübsee war die Fränkli wert.

Am Auto gab’s nicht nur feinen Kuskus zum Essen, sondern auch die dringend notwendige Dusche. Übernachtet haben wir am kostenpflichtigen Parkplatz der Fürenalpbahn, idyllisch gelegen am Waldrand, bereit für das nächste Kletterabenteuer auf die Fürenalp.