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Hinauf zum Gottvater

Um dem Nebel zu entkommen, muss man in die Höhe fliehen. Das scheint an einem dunklen Oktober-Frühmorgen unmöglich. Der Augensinn kann den Himmel nicht entdecken, doch der Verstand sagt, da oben muss es geben: Licht und Wärme. Also steigen wir hinauf zum Gottvater.

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in der Mitte das Eiserne Törle, links der Gottvater, rechts Gr. Valkastiel

Von Bürserberg (Tschapina, 924 m) machen wir uns zum Alvierbach hinunter, in Laufschuhen und leichtem Laufrucksack. Die 9,5 Stunden Geh-Angabe im Wanderführer Vorarlberg scheinen uns zu lang. Also laufen wir, wo es das Gelände erlaubt. Denn im Sarotlatal ist es nass und sehr glitschig. Wir hätten Stöcke mitnehmen sollen. So tänzeln wir über glatte Steine und schmierige Wege. Erst unterhalb der Sarotlahütte (1.611 m) wird’s griffiger, dafür aber wieder steiler. Unser Run & Hike Zugang setzt sich weit bis unter das Eiserne Törle (2.300 m) fort. Zuerst geht’s entlang des versicherten Steigs zum Gottvater (2.438 m) hinauf, auf dem Rückweg dann auf der gegenüberliegenden Seite zum Großen Valkastiel (2.449 m). Hier sind wir praktisch allein, bis auf eine Herde Gämse.

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unterhalb des Großen Valkastiel

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Sarotla-Hütte mit Blick gegen Osten

Vielleicht sind diese beiden Spitzen die besten Aussichtspunkte, um Vorarlberg in seiner Dimension zu erfassen – Rheintal-Freschen-Damülser Mittagsspitze-Hoher Ifen-Arlberg-Montafon-Silvretta-Drei TürmeSchesaplanaBlankuskopf.

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prächtige Zimba (von NO)

Auch der Weg retour ist ein kleiner Kraftakt – Bremsen und vorsichtig Steigen. Der Boden ist tückisch, aber trocknet rasch in der Sonne eines klaren Himmels. In der Ferne sehen wir den Nebel des Walgaus näherrücken. Noch im Auto auf dem Weg aus dem Brandnertal genießen wir die Sonne. In der Ebene jedoch, ist der Berg und die Sonne wieder verhüllt.

Über die große Prärie

Jetzt stehen die langen Wege an. Nach den Naturparks Killarney und Lake Superior umrunden wir die Nordküste des gleichnamigen Sees in einem Vormittag. Es klart auf, der Regen hört auf, und nach einem kurzen Tim Horton-Stop schauen wir uns den Canyon von Ouimet an. Steiler, schwarzer Fels. Nun ist eine Laufpause angesagt, wir vertreten unsere Beine im hügeligen Waldterrain. Auch die anschließende Solardusche ist bereits Routine.

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die Nordküste des Lake Superior

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Der Canyon von Ouimet

Das Fahren gefällt mir. Die Strecken sind nicht langweilig, es gibt viel zu sehen, und der Verkehr ist sehr mäßig. Wir rollen nach Thunder Bay und schauen uns ein wenig in der Marina um. Heute ist Labour Day, und alles hat geschlossen. Macht nichts, unsere Büssle-Vorräte reichen für die nächsten Tage sicher. Nocheinmal gute 250 Kilometer weiter suchen wir in Ignace einen Stellplatz und werden an einem See fündig.

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am Lake Richard

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super gsi!

In der Früh haben wir keine Lust zu Laufen. Fahren einfach mal los, das Gelände bleibt hügelig und Seen-reich. Die sportliche Abwechslung am heutigen Tag kommt nach gut zweihundert Kilometern: wir entdecken die Cottages von Gillis. Das Kanu ist schnell ausgeborgt und schon umrunden wir die Küste von zwei absolut ruhigen, dunklen Seen. Das Wasser ist so warm, dass wir einem Tauchgang nicht entsagen können. Wir plaudern noch ein wenig mit Gillis, die im Winter in Arizona ein Häuschen hat. Ihre Söhne sind ebenfalls Reise-Freaks. Wir hätten den ganzen Tag dort verbringen können, langweilig wäre es nicht geworden. Auch Gillis war vom Büssle begeistert und hätte gerne etwas Ähnliches. Aber wie es so schön heißt, im Leben trifft man sich immer zwei Mal. Email-Austausch hilft schon mal.

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in der Prärie wurde es nicht langweilig

Winnipeg hat uns nicht groß begeistert, eine Stadt aus der Prärie, sehr US-amerikanisch vom Stadtbild, Beate hat aber ihre tägliche Ration Sushi bekommen. Auch hat sie Obst und Gemüse im Markt erstanden und ist wieder zufrieden. Damit ich auch. An der Grenze zu Sasketchewan übernachten wir an einem Truck-Stop. Praktisch, aber keine Augenweide. Man muss das pragmatisch sehen – WC, Wasser, sicherer Parkplatz.

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Doppeldecker-Güterzüge, mehrere hundert Meter lang

Die Sonne geht mit einem weiten Morgenrot über der Ebene auf. Wir starten los, bei Regina gibt’s Kaffee und Donut. Der Latte schmeckt süß, checke meine eMails, und dann wechseln wir hinter dem Lenkrad. Die Cockpit-Routine bestimmt unseren Tag, Geräte aufladen, Straßenkarten studieren, in die Weite gucken. Hier zu fahren ist sehr einfach. Doppelspurige Autobahn, wenig Verkehr. Und die Prärie ist nicht uninteressant. Weite Getreidefelder, riesige Silos, und hin und wieder die eine oder andere Bison-Herde. Stadt über Stadt folgt, wir passieren die Grenze nach Alberta, tanken noch billiger, und verbringen den Rest des Tages im Kinbrook Island Provincial Park. Bald sollten wir die Rocky Mountains sehen. Und Calgary.

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das ist ein kleines Getreide-Verlade-Silo westlich von Medicine Hat

Run & hike zum Roggelskopf

Schon mal was vom Roggelskopf gehört? Macht nichts, wir auch nicht. Zumindest bis vor zwei Monaten, als wir einen Aufstieg wegen Schlechtwetter und Schneefallgrenze um 2.000 Meter Seehöhe absagten. Auf der Landkarte fiel uns ein kurzer Weg vom Klostertal zum Formarinsee auf, und irgendwo gleich daneben lag ein Gipfel: der Roggelskopf.

An diesem prächtigen Frühherbstsonntag verließen wir das Auto beim Schwimmbad in Braz (720 m). Mit leichtem Rucksack und Laufschuhen starten wir in den Trailrun, werden aber bald durch die Steilheit des Karrenweges eingebremst. Kurve für Kurve dauert der hochprozentige Anstieg an, und das auf einem nicht ganz so leichtem Untergrund aus losem Schotter und sandigem Kies. Der Wanderweg in Richtung Masonalpe zieht sich, viele Höhenmeter klettern wir hinauf. Erst nach dem wir das Plateau des Mason von Westen erreichen, ebnet sich der Weg ein.

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oberhalb der Masonalpte, rechts der Roggelskopf

Dieses Teilstück ist vielleicht der beste Teil des Trails, da es auf einem schmalen Alpenweg auf und ab dahin geht. Hier ist es nun besonders warm, da kein Schatten-spendender Wald zur Verfügung steht. Wir passieren die Mason-Alpen oberhalb und laufen weiter gegen Osten und ansteigend, bis uns die Westwand des Roggelskopf geradezu einlädt. Der einfache, etwas rutschige Weg geht im Zick-Zack den Geröllhang bis zur Scharte hinauf, dann entlang und unterhalb der Wand bis zu einer Rinne, die mit einem Stahlseil versichert ist. Rasch klettern wir hoch zum Vorgipfel, dann noch fünf Minuten Blockfelsen, bis wir oben sind (Gipfel Roggelskopf, 2.284 m). Schöne Blicke in alle Landschaften Vorarlbergs, besonders die Rote Wand lacht uns an.

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Gipfelblick über den Vorbau Richtung Verwall

Der Abstieg folgt der Aufstiegsroute, nur ein bißchen schneller, aber vorsichtiger. Insgesamt ein schöner Weg mit gut 1.500 Höhenmeter Aufstieg, eventuell auch mit einer Kombination und Aufenthalt auf der Freiburger Hütte.

2222 – Trailrun zum Rappastein

Will man trotz schlechten Wetters in die Berge gehen, bietet sich ein Trailrun auf den Rappastein an. Trotz tiefschwarzem Himmel geht’s von Steg ins obere Saminatal (das untere Saminatal kennen wir ja schon von der Biketour übers Mattlerjoch), auf breitem Güterweg vorbei an der Alp Valüna und der Alp Gapfahl zum Rappasteinsattel. Hier erhascht man schon einen kurzen  wunderbaren Ausblick auf Rheintal, Alpstein und Bodensee. Danach geht’s wieder über recht rutschige Felschen, aber mit Seilen versichert, auf einen großen Grasrücken. Und da wir im Lichtenstein und nicht in der Schweiz sind, gibt es auch ein richtiges Gipfelkreuz auf 2222m Höhe.

Rappastein

Bravo. Und eine wunderbare Aussicht, wenn da nur nicht so viele dunkle Wolken wären. Abwärts führt der Weg dann als Singletrail bis zum Alpetli nach Steg.

Blick aufs Rheintal

Eine nette Tour bei schlechtem Wetter, die bis zur Alp Gapfahl mit dem Bike gut zu machen wäre.

Apropos nett: http://www.youtube.com/watch?v=3eZuRfyJ1B4

Trailrun auf die Wangspitze

Der Samstag war überaus verregnet, und Beate im 24-Stunden-Dienst. Das Blatt wendet sich in der Nacht. Es bleibt dicht bewölkt und kühl, aber trocken, und Beate hat einen ruhigen Dienst. Für eine alpine Klettertour wie am Donnerstag doch zu unsicher, ziehen wir die Laufschuhe an. Von Buchboden (890 m) geht es im Laufschritt nach Bad Rothenbrunnen und dann weiter hoch zur Gadenalpe (1.317 m).

Wangspitze

Die Wangspitze

Wir fühlen uns sehr locker und laufen weiter. Wanderer springen bestürzt zur Seite. Bald ist die Matona-Alpe (1.673 m) erreicht, die wir im Winter bei Skitouren wie auf den Misthaufen links liegen lassen. Hier ist der Weg gewöhnlich etwas feuchter, und die Kühe sind neugierig. Laufstöcke sind da immer gut. Am Wangsattel oben ist das Panorama schon sehr lässig, und ein paar Minuten später auf der Wangspitze (1.877 m) noch schöner. Wir sehen die Südwestkante des Schönegg vom Donnerstag-Trip. Das Mutterwang-Joch vom letzten Jahr. Das Zafernhorn unmittelbar gegenüber von uns. Die Klesanza-Alpe im nächsten Paralleltal, dahinter die Kellaspitze, die Gamsfreiheit allerdings nur in dichten Wolken.

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die letzten Meter zum Gipfel

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und schon am Trail abwärts – dahinter der westliche Gadener Bogen

Herunter dauert die Strecke nur die Hälfte, auch wenn wir im oberen Teil vorsichtig zu Werke gehen. Die Temperatur ist ideal für’s Laufen, wir hüpfen wie Gazellen. Sehr, sehr lässig, das Berglaufen im Gadental!

Review: Asics Trailrunning Schuh Gel-Trabuco 14 GTX

Nach langem Hin und Her habe ich mich für einen Nachfolger des Salomon XA Pro 3D Ultra GTX Trailrunning Schuhs entschieden. Die Gründe für den Wechsel sind vielfältig, liegen aber vor allem in zwei Faktoren begründet:

  • die Sohle ist leider recht schnell abgerieben und im nassen Gelände hat man oft nicht besonders viel Halt
  • durch die Konstruktion der Schutzkappe vorne kommt es nach ein paar hundert Kilometer Laufleistung zu einer Sollbruchstelle unmittelbar hinter dieser Schutzkappe an beiden Seiten des Schuhs. Reparaturen mit Naht und Zeltstoffkleber hielten nur Wochen. Durch diese 1-2 cm großen Risse dringt Feuchtigkeit / Nässe ein, sodass der Schuh und damit die Füße sehr schnell nass sind.
Asics Gel-Trabuco 14 GTX

Gel Trabuco 14 GTX von Asics

Der neue Schuh kommt von Asics (Gel Trabuco 14 GTX) und ist etwas anders aufgebaut als das Modell von Salomon. Der Trabuco ist nicht so steif, vermittelt aber dennoch genügend Festigkeit für wildes Terrain:

  • zwei Mittelsohlen für einen extra-Schutz des Mittelfusses (mein Kaufkriterium!)
  • vorne eine Schutzplatte gegen spitze Objekte von unten
  • gröberes Sohlenprofil

Das Material der Sohle soll noch abriebfester sein als das Vorgängermodell (mal schauen, wie lange diese Sohle hält). Der Trabuco bietet außerdem innen ein spezielles Innenfutter, welches sich noch exakter an die Fußform anpasst. Bei meinen Füssen ist das nicht unwichtig. Bin gespannt, ob es sich auch nach Monaten noch anpassen kann, wenn der Fuß nach Stunden der Belastung anschwillt und mehr Raum im Schuh benötigt. Ich habe mir den Schuh eine halbe Nummer größer gekauft als meine Straßenschuhgröße, um eben etwas Luft für den angeschwollenen Fuß zu bieten.

Im Fachhandel kostet der Schuh rund 125 Euro und somit in der Preisklasse des Salomon Trailrunning Schuhs. Auf Amazon habe ich den Trabuco 14 GTX sogar um 99 Euro entdeckt!. Wer genauere Beratung benötigt, kann sich auch an den Asics-Fachberater Sascha von Ben’s US Sports & Wear wenden (hier die Kontaktdaten).

Über den Walserkamm zur Tälispitze

Der Föhn hielt die Regenwolken ab, da machten wir uns auf ein schon öfters anvisiertes, aber wegen Schlechtwetter verschobenes Laufprojekt: den Walserkamm. Vom Furkajoch (1.760 m) liefen wir hoch zum kleinen Sattel zwischen Pfrondhorn und Löffelspitz. Das Pfrondhorn (1.949 m) nahmen wir als erstes mit, drehten hier aber um und kreuzten am Grat zur Löffelspitze (1.962 m). Diese Teilstrecke ist kaum für Trailrunning geeignet, wie auch viele andere Teilstücke direkt am Walserkamm – zu eng, zu steil, zu abschüssig.

walserkamm

In einer flachen Passage nach der Löffelspitze

Von der Löffelspitze ging es über eine Mini-Kletterpassage hinüber zur Muttabella (1.935 m). Dieses Auf und ab zwischen den Gipfeln war recht anstrengend und dominierte die erste Hälfte des Laufes. Von der Muttabella ging es weiter zur Gehrenspitze (1.871 m) und über die weiter entfernte Melkspitze (1.935 m) zum Wendepunkt, der Tälispitze (2.000 m).

Walserkamm

unsere Walserkamm-Runde

Ab der Tälispitze konnten wir so richtig im Tempo laufen, zunächst hinunter zum Alpenheim Gaßner (1.562 m). Wir umrundeten nun sämtliche vorangegangen Erhöhungen in weiten Bögen (Plansott Alpe, Scheffs, Sentum Alpe), bevor wir wieder auf die Löffelspitze aufstiegen. Nach gut fünf Stunden Laufen, Gehen und kraxeln kamen wir wieder zum Furkajoch. Schön war’s, das Wetter hielt, und zuhause wartete ein feines Sofa für eine kurze Rast.

Tipp: Die rund 20 Kilometer sollte man nicht unterschätzen. Besonders bei nassem Wetter oder frischem Schnee kann der Weg am Grat durchaus heikel werden!

Berglauf auf den Altmann

Trotz Nachtdienst konnte Beate nicht widerstehen und musste bei diesem Sonnenschein sogleich hinaus. Es sollte “etwas Lockeres” sein. Die Wahl fiel schnell auf einen Berglauf von Wildhaus / Talstation Bodenalplift (1.084 m) zum Altmann (2.435 m).

Tesel

Blick ins Tesel

Der erste Teil des Weges schlängelt sich durch das Flürentobel auf ein kleines Plateau, welches vom Wildhuser Schafberg und dem Gulmen eingezwickt wird. Der Tesel ist genauso fein zu laufen wie er aussieht. Ab hier steigt der Weg wieder etwas steiler und meist in Serpentinen hoch zur Creialp, und dann weiter zum Zwinglipass (2.011 m). Der Weg ist auch hier gut zu laufen, allerdings ohne den schützenden Wald des Flürentobels schon recht warm.

durch das Tesel hinauf zum Zwinglipass

schöner Laufweg hinauf zum Zwinglipass

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Altmann und Steinböcke von Südosten

Die weitere Route führt südlich unterhalb des Altmann vorbei, manchmal schon in etwas unwegsameren Gelände, so dass ein Laufschritt nicht immer oder sehr umständlich möglich ist. Den am Weg grasenden Steinböcken waren wir jedenfalls laufend oder gehend recht wurscht. Der letzte steile Anstieg zum Altmannpass ist ein bisschen schottrig, aber durchaus laufbar. Hier begegneten wir dann doch mehr Wanderer, die meist vom nicht weit entfernten Säntis über den Lisengrat herüberwanderten.

Hundstein und Fälensee

Hundstein (links) und Fälensee

Vom Altmannpass gelangt man von Nordwesten aus in einfachster “Kletterei” über einen markierten Trampelpfad und speckige Felsen in wenigen Minuten zum Gipfel. Die Aussicht ist aber fantastisch. Vor allem beeindrucken die schmalen Grate, die parallel nach Norden den Alpstein zerfurchen. Ein ideales Gelände für weitere Bergläufe, denn das Wegenetz ist recht dicht. Aber auch die Alviergruppe (RosswiesHurstAlvier) und die Churfirsten (u.a. SelunBrisi) können bestaunt werden.

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Altmann von Südwesten

Grat zum Schafbergsattel

Grat zum Schafbergsattel

Der Rückweg erfolgte dann über den Grat nach Südwesten zum Schafbergsattel. Hier gingen wir im Schritttempo bis wir das unangenehme Geröllfeld unterhalb des Schafbergs passiert hatten. Von da an ging es wieder etwas schneller durch das Flürentobel zurück zum Parkplatz in Wildhaus. Eine recht empfehlenswerte Runde, sowohl für Läufer als auch Wanderer. Wasservorrat nicht vergessen!

Einmal um’s Bödele

Was tut man, wenn das Wetter schlecht und beide frei haben? Einmal um’s Bödele laufen und im Anschluss gemeinsam kochen. Es gab Polenta mit Pilzen, Bergkäse darüber. Der Lauf selbst war fein, mit 21 km und rund 1.000 Höhenmetern Aufstieg passend für den Vormittag. Die großen Touren kommen noch, wenn es das Wetter will… und damit fällt diese Runde schlicht unter die Kategorie “Training”.

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super gsi!

Laufen bis zum Umfallen in Uzbekistan

Nun, da ich schon dabei bin, unsere Reiseziele per Video vorzustellen, hier ein Bild-Eindruck aus Uzbekistan. Das ist vielleicht nicht das typische Bild, denn was der gewöhnliche Besucher mit Uzbekistan verbindet, ist die Seidenstraße mit den Städten Taschkent und Samarkand, vielleicht noch Bukhara. Uzbekistan ist aber auch ein sehr gebirgiges Land, nicht nur Steppe eben, und das klingt für mich auch nach Trailrunning. Davon handelt dieses Video, ein schöner ausgedehnter Lauf bei kühlen Bedingungen durch eine wilde Landschaft. Das gefällt! Also, Beine hoch und hinaus!

The Urgut Ascent from guillaume pelletier on Vimeo.

Trails & Raids Week: Der TransRätikon-Lauf

Letzte Woche noch wegen des schlechten Wetters verschoben, heute durchgezogen. Ein Lauf, der es in sich hatte. Von Malbun (Fürstentum Liechtenstein) ging es über den gesamten Rätikonkamm auf der schweizer und vorarlberger Seite bis nach Gargellen (Vorarlberg), innerhalb der 10-Stunden-Marke.

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super gsi!

Die Wetterbedingungen waren wirklich optimal: relativ trocken, kein Wind, ein bißchen Wolken, und Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Von Malbun (1.599 m) um 07:20 gestartet,  hieß es zunächst hinauf auf den Augstenberg (2.359 m), in einem zügigen Tempo. Schnell erreicht ist auch die Pfälzer Hütte (2.108 m) nach 1,5 Stunden. Nun ging es beständig aufwärts, ein bißchen hinab, und wieder hinauf, eine Vorschau auf viele Abschnitte. Vorbei am Naafkopf war die nächste Höhe die Große Furka, ein Tor ins Prättigau, zu bewältigen. Eine Abzweigung hätte auch zum Oberzalimkopf geführt.

Von der Großen Furka (2.353 m) ging es nun rasend schnell hinunter, schließlich bis zur Schesaplanahütte (1.910 m). Hier mal eine erste Minutenpause zur Orientierung und Essen. Nun lag das Prättigau südlich, und eine elend lange Traverse bis zum Schweizer Tor. So schlimm war es anfangs nicht, das Auf und Ab hielt sich in Grenzen, erst aber der Alpe Golrosa (2.1 28 m) wurde der Weg zu einem Schlammbad. Der Weg tauchte auf 1.900 Höhenmeter ab.  Kurz vor dem Anstieg zum Schweizer Tor (2.137 m) gab es wieder felsigen Untergrund (das spürten mittlerweile meine Zehen schon recht deutlich), und steil wurde es. Doch das Schweizer Tor war nicht das Ende des Aufstiegs, der Öfapass (2.374 m) musste genommen werden. Hier zeigten sich schon die ersten Ermüdungserscheinungen, kurze Steilpassagen konnten nur mehr im Gehen begangen werden.

Von der Alpe Golrosa bis zum Öfapass ging viel Zeit verloren. Der letzte Bus in Gargellen (17.15) schien unerreichbar. Auch ein flotter Abstieg vorbei an den Drei Türmen zur Lindauer Hütte (1.744 m) motivierte mich nicht – ich war um 13.45 vorbeigelaufen. Nun wurde es zäh. Meine Knöchel und Zehen waren angeschlagen, ein ordentlicher Anstieg zur Tilisuna Hütte über die Schwarze Scharte stand bevor. Vom Fuss des Bilkengrats ging es nur noch im Gehen hinauf, und immer wieder Wanderer, die ich überholen musste. Trotz all den Widrigkeiten, um 15.00 stand ich auf der Tilisuna Hütte (2.211 m), ich war sehr glücklich und dachte, dass ich es mit ein bißchen Glück rechtzeitig zum Bus schaffen müsste.

Eine letzte Steigung stand bevor, der Plasseggenpass (2.354 m) und das Sarotlajoch (2.389 m). Der Weg dorthin zog sich, ich konnte wenig Zeit gut machen, war um 16.00 am Sarotlajoch, überholte hier die letzten Wanderer, die mir während dieses Laufes begegneten. Jedes Mal war es ein Rennen gegen die Zeitangaben der Wanderschilder – 2,5 Stunden nach Gargellen, ich durfte nur 1 Stunde brauchen. Auch wenn es nun nurmehr ein Abstieg (ein großer Teil war mir von unserer Tour auf die Rotspitze bekannt) war, abgesehen von kleinen Gegenhängen, brauchte ich alle Kraft, um hier heil und schnell nach unten zu kommen. Gargellen schien so weit weg, und bis ich es dann sah, dann war es einfach nur Gargellen, und der Spar, den ich brauchte, und die Bushaltestelle. Ankunft: 16:59 in Gargellen.

Insgesamt hielt der Trailrun 45 km und 3.000 Höhenmeter bereit. Die Strecke ist an einem Tag machbar, allerdings sollte man sich nicht um wundersame Blicke und Kommentare “konventioneller” Wanderer kümmern, sonst kommt man nirgends hin. Ich war froh, dass ich im Mai den Trailrun-Marathon im englischen Exmoor gelaufen bin – die Erfahrung hat mir hier weitergeholfen (allerdings ist mein vom Rucksack wundgescheuerter Rücken da anderer Ansicht…). Teleskop-Stöcke fand ich sehr brauchbar, gerade auf rutschigen Passagen und später im müden Zustand bei schnellen “Abfahrten” hätte ich nicht auf sie verzichten wollen.

Und hier noch ein paar Bilder…

Trainingswochenende

Leider hat das schöne Wetter nicht gehalten, stattdessen Regen und Sturm. Wir mussten also wiedermal ausgedehnte Touren absagen und in kleinere Einheiten stückeln:

Trailrun Schwarzenberg

Schwarzenberg-Bezegg-Klausberg

Hoffentlich klappt’s nächstes Wochenende!

Exmoor Trail Marathon – made it, beat it, survived it

Der Exmoor Trail Marathon sollte eines meiner sportlichen Highlights des Jahres 2010 werden. Laufen war ein fester Bestandteil unser beiden Trainingspläne, aber ich hatte noch ein Spur mehr auf den Marathon geschaut. Der Marathonlauf wurde im Nationalpark Exmoor im westenglischen Devon (nördlich des Cornwall) veranstaltet und ging über die übliche Marathondistanz. Der Unterschied: die Höhenmeter und die Wege.

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Am Kliff

Ein Wort zur Strecke und zu den Wegen: die Wege waren schön ausgeschildert mit zwei markanten roten Pfeilen (heute Nacht werde ich sicher davon träumen), dennoch musste man ständig Ausschau halten. Nicht wenige verkofferten sich und mußten die eine oder andere Minute wieder einholen. Die Wege selbst boten nur in Lynton ein wenig Asphalt, sonst war alles Naturbelag: Schotter, sehr grober Schotter, Erde, Wiese, Kies, verbrannte Erde, Sand. Das Arge daran war: viele enge Pfade waren derart “schief”, dass man nie mit beiden Beinen auf der gleichen Höhe lief. Fazit: sehr anstrengend.

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Schöne Pfade

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Überblick über einen Teil der Strecke

Dann die Streckenführung: die Umgebung war fantastisch, oberhalb von Klippen zu laufen hat schon was (und ist auch nicht ohne, wenn man irgendwann müde wird und gerne über Kleinigkeiten stolpert). Ich habe mir oft gewünscht, in das Meer springen zu können. Das holte ich aber nach dem Zieleinlauf nach, in einem Bach suchte ich die Abkühlung. Das bringt mich zum nächsten: die unglaubliche Hitze. Für Läufer sind 26 Grad und mehr schon heftig, keine Wolken, und wenig Schatten. Die wenigen Waldwege waren ein Genuss und Erholung für jeden. Alle 5 km steckte ich meinen Kopf in irgendeinen Teil oder Bach, es war nicht auszuhalten. Und dann das ständige Auf und Ab. Kumuliert forderte die Strecke gute 3.000 positive Höhenmeter (10.000 feet) von uns Läufern. Im Nachhinein bin ich mir immer noch nicht klar, was da heute von meinem Körper und meiner Psyche abverlangt wurde. Beim Briefing machte der Ansager noch seine Witze über jene, die heute zum ersten Mal einen Marathon liefen. Ich weiss jetzt, warum.

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Das Streckenprofil

Zum Rennen. Start war um 9.00, allerdings für die “Elite-Läufer”. Klarerweise habe ich hier nicht mitgemacht, aber auch nicht bei der Gruppe, die schon um 8.00 auf den Weg geschickt wurde – das waren die Ultra-Langsamen. Für die meisten erfolgte also kein Massenstart, sondern jeweils individuell mit Chip-“Stempel”. Das war auch gut so, denn gleich ging es auf Single-Trails, und da hätte es nur Staus gegeben. Die ersten Kilometer hatten es gleich in sich – steil hinauf in brütender Hitze. Ich lief den Single-Trail im typischen Trott hinauf, und Wunder, viele andere gingen bereits. Es war recht steil, aber irgendwie gab es da eine andere Taktik. Ich machte den Fehler nicht zweimal. Mir war schnell einmal übel und schwindlig, und andere holten in den flacheren Passagen wieder auf und reichten mich nach hinten weiter. Schon nach 4km hatte ich erstmals Seitenstechen. Aber für mich sind die ersten Kilometer immer die schwersten. Ein Marathon verläuft in Phasen – Verzweiflung, später Hoffnung, gefolgt von Zuversicht, weggewischt von Resignation, irgendwann kommt die Einsicht und als letztes der Kampf. Ist wohl klar, welche Phasen angenehm und welche einfach nur zum Kotzen sind.

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Das Startgelände vor dem Startschuss

Nach dem ersten Berggipfel wich also die Verzweiflung der Hoffnung, den plötzlich war das Seitenstechen weg, und die vielen Kilometer nach unten konnte ich à la “Luc” Vollgas geben, viel Risiko eingehen und alles stehen lassen, was sich nur vor mir bewegte. Am Ende dieser schönen Passage (Kilometer 10) kam es dann schön langsam zu den ersten Pärchenbildungen, und ich fand meinen Partner beim nächsten Anstieg. Ollie aus Portsmouth, schätze mal so alt wie ich, machte einen guten Eindruck. Doch Aufwärts war ich besser, zog ihn quasi mit. Unsere Beziehung an diesem Trail würde man unter einer sehr lockeren, offenen Beziehung einordnen. Wir gingen zusamen, trennten uns, trafen uns wieder, das ging bis zum Zieleinlauf so, und natürlich teilten wir auch den Bach für die Körperpflege. Nur selten gingen wir fremd, aber auch das musste manchmal sein.

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Sehr cool, nicht?

Den 10 Meilencheckpoint ließen wir hinter uns, ständig im Auf und Ab, dann flogen wir förmlich nach Lynton hinunter. Hier trennten sich unsere Wege kurz, und mein Seitenstechen folterte mich nun ganz schön ordentlich. Immer weiterlaufen, immer weiterlaufen, den Schmerz weglaufen, quasi. Resignation im Kopf. Das Tempo war dabei nicht besonders hoch, aber ich machte trotz allem Boden auf andere gut, und erklomm die zweite große Höhe kurz nach Checkpoint bei Meile 17. Die Kameraderie unter den Läufern wuchs, wir munterten uns gegenseitig auf, ich half einem mit Krämpfen am Boden Liegenden die Waden zu dehnen. Die Schritte wurden kürzer, der Durst größer, doch der Schmerz weniger. Einsicht in meine Tagesverfassung, in meine Möglichkeiten. Ollie stieß wieder zu mir, wir hatten fast ‘ne Party bei Meile 20. Jetzt hieß es einfach nur noch kämpfen, beißen. Für uns beide. Wir machten Witze, wir fluchten, wir stöhnten die Höhen hinauf und hinunter. Kein schöner Anblick, aber die Wanderer, denen wir begegnet sind, verstanden das und feuerten uns an.

Ich dachte ich wär schon im Finish, als mir jemand zurief, “noch drei Meilen”. Ich wollte jubeln, mein Seitenstechen sagte aber nein. Irgendwie trotteten wir dahin, die letzten Meter zum Hunters Inn, vorbei an der Menge, die uns zujubelte. Das war schon Balsam für unsere Psyche. Wir waren definitiv jetzt da, wo wir vor fast 5 1/2 Stunden aufgebrochen waren. Gemeinsam ging es über die Ziellinie, wir gratulierten uns. Ich war zu nichts mehr fähig, im Kopf. Nur noch Wasser trinken und Wasser suchen. Exmoor Trail Marathon, I made it, I beat it, I survived it. Und schon war ich auf meinem Weg nach Bristol, in mir tobte der Trail Marathon aber noch lange weiter.

Nachtrag: hier noch weitere Fotos vom Rennen!

Trailrun durch die Via Mala Schlucht

Letztes Wochenende hatten wir uns schon Andeer und die Gegend um Zilis mit den Laufschuhen angesehen. Nun kehrten wir aus dem Avers-Tal von der Piz Turba Skitour zurück und liefen von Andeer dem Hinterrhein folgend durch die Via Mala Schlucht fast bis nach Thusis. Der spektakuläre Teil beginnt erst nach Zilis-Reischen, wenn die Laufpfade so richtig in die Schlucht eintauchen.

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Massive Brückenkonstruktion über die Via Mala Schlucht

Der Lohn der Laufrunde mit ca. 20km und 800 Höhenmetern waren fantastische Blicke in die Tiefe und ein einsames Lauferlebnis über Brücken, entlang des jungen Rheins und durch malerisch-verschlafene Dörfer. Auf Schritt und Tritt sieht man, wie aufwändig die Wegeerhaltung hier sein muss. Von oben bewegt sich Geröll und Holz fortwährend in die schmale Schlucht, und nimmt vor den Wegen keine Rücksicht.

Via Mala Running

Laufwege über viele Rhein-Brücken

Zur Belohnung ging es im Anschluss ins Mineralbad in Andeer, nicht ganz billig, aber sehr fein für den Körper. Nach dem Abendessen brausten wir über Thusis, Tiefencastel und Savognin zum Marmorera-See als Nachstellplatz. Die nächste Skitour am Julier wartete.

Blindschleiche

Auch diese Blindschleiche hatte sich auf die Trails gewagt

McDavid Knie-Band

Auf manche Macken des Körpers kommt man nur drauf, wenn man sie ordentlich (intensiv, lange) belastet. Seit ich auf den Trailrun-Marathon in Devon trainiere, absolviere ich auch längere Trainingseinheiten von 20 bis 30 km. Und da kam etwas “Interessantes” zum Vorschein: ein Femoro-patellares Schmerzsyndrom, welches bei mir durch eine Kombination aus Laufstil, muskuläre Dysbalancen und noch nicht genug starken Rücken- / Bauchmuskeln hervorgerufen wurde. Dass meine Schuhe nach zwei Jahren auch an ihr Lebensende (was das Dämpfungsverhalten betrifft) angekommen sind, ist auch nicht gerade Knie schonend.

Das sogenannte Femoro-patellare Schmerzsyndrom äußert sich durch ein steiferes Kniegelenk während des Laufens, ein Symptom, dass nach einer guten Viertelstunde Pause wie verschwunden ist. Während des Laufens allerdings wirkt es schmerzhaft, und natürlich ist der Laufstil nicht mehr geschmeidig. Übrigens betrifft es nur ein Knie, nicht beide.

So, was also tun? Eine gute Seite, die ich im Web konsultiert habe (neben zig Foren und Fachmeinungen) riet:

  • Umstellung des Laufstils (Auftreten mit der Ferse, Erhöhung der Schrittfrequenz, Becken nicht nach hinten kippen, …)
  • Muskuläre Dysbalancen (M. Quadriceps femoris/ Ischiocrurale Muskulatur)  durch gezieltes Krafttraining ausgleichen
  • und unter anderem eine Patella-Bandage.

Neben den beiden ersten wichtigen Punkten, die viel Zeit in Anspruch nehmen, habe ich mich auch um eine Patella-Bandage umgesehen. Von Mc David habe ich eine ausprobiert, bei Ben’s gekauft, und trage sie nun immer bei allen meinen Läufen. Das Band hält die Sehne in der richtigen Bahn, so dass die Kniescheibe nicht über andere “Knochen” reibt, welche die Schmerzen verursachen.

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Nach gut 1,5 Monaten haben sich alle Maßnahmen gemeinsam schon bemerkbar gemacht. Komplett ist das Phänomen nicht verschwunden, aber das Problem tritt während des Laufens nun viel später ein, beziehungsweise verschwindet während des Laufens wieder. Was bei mir funktioniert hat: das konzentrierte Laufen – Achten auf den Laufstil!

Vorbereitungen auf die Adventure Race Saison 2010

Skitourenmäßig gab es in den letzten Tagen überhaupt nichts zu berichten. Beate ist an den Wochenenden vollends in der Arbeit eingespannt, und ich verbringe meine Tage an diversen Unis in Österreich. Meine letzte Station war Innsbruck, und da auch Beate nach Südost-Österreich zu einem Kongress musste, traf man sich am Inn. Die beste Gelegenheit natürlich, Laufrouten in und um Tirols Hauptstadt auszukundschaften.

Für Flachstreckenläufer bietet sich – offensichtlich – der Weg am Inn an. Von der Stadtmitte zum Flughafen und retour, schön entlang des Inns, ergibt eine 12km Runde, die sich leicht nach Büroschluss einschieben läßt. Für Bergläufer oder im Rahmen eines Intervalltrainings wählt man eine der vielen Wege um den Alpenzoo oder hinauf zum Ölberg und weiter. Auch hier sind alle Längen und Steigungen ‘verfügbar’.

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Die Nordkette über Innsbruck

Da sich unser Training langsam aus dem Grundlagenbereich in den Intensiv-Ausdauerbereich verschiebt, kommen immer mehr Bergläufe in den Kalender. Mitte Mai haben wir das erste Adventure Race Rennen, und wieder werden wir in Frankreich (letztes Jahr in Berck-sur-Mer) eröffnen. Das heißt auch, dass der Radbereich immer mehr forciert wird (noch Indoor), und wir können es kaum erwarten, bis wir die ersten Bergfahrten mit den Rädern unternehmen können.

Unser Adventure Race Kalender für 2010 ist noch nicht komplett, aber mit Frankreich und einem Rennen in der Schweiz sowie unserem Adventure Race Camp in Furx als Vorbereitungsstätte für alle AR Fans haben wir bereits ein schönes Programm. Das eine oder andere wird noch hinzukommen… Auf alle Fälle, ich brauche demnächst ein zweites Paar Trail-Runningschuhe, auch im Hinblick auf den Start bei einem Trailrunning-Marathon an der Steilküste im englischen Devon.

Bevor wir aber die Adventure Race-Saison eröffnen, werden noch viele hundert Trainingskilometer absolviert werden. Zunächst aber geht es hoffentlich noch in die heimischen, schweizer und marokkanischen Berge – zum Skitouren!

Trailrun um den Staufen

Nach unserer Rückkehr aus Briancon brauchten wir einen leichten Einstieg in den Alltag. Und bevor das mit voller Härte startete (viele Dienste für Beate, drei Wochen auf Österreich-Tour für mich), wollten wir nochmals unsere Verfassung testen. Es ging also auf die Laufstrecke um den Staufen.

am Kühberg

Die Strecke führt von der Talstation der Karrenseilbahn fast bis hinauf zum Karren, biegt dann beim Alpengasthof Kühberg ab und folgt einem Pfad nach Schuttannen. Nun geht’s gemächlich auf der anderen Seite des Staufen zur Staufenalpe und dann hinab, bis man wieder auf den Karrenweg trifft. Der Rest ist steil und waldig und endet an der Dornbirner Ache.

schon am Rückweg

Es war einfach nur lässig, trotz gezählter 150 Wanderer, die uns auf dem Rückweg auf dem Karrenweg entgegen kamen. So viele Wanderer hatten wir die ganze Woche in Briancon nicht getroffen…

Trailrun zur Refuge de l’Alpe de Villar d’Arène

Der dritte Teil unserer Briançon-Woche startete gleich nach dem Abstieg vom Klettersteig Arsine. Von Pied du Col ging es rund 300 Höhenmeter hinauf, entlang der jungen Romanche. Das wilde Tal bescherte uns den einzigen kurzen Schauer der gesamten Woche.

Schon auf dem Rückweg durch das wilde Tal der jungen Romanche

Vorbei an großen Schafherden liefen wir über schmale Wege bis zur Refuge hinauf und zurück. Die Landschaft ist einfach großartig, und nur eine Bergkette weiter würden wir wenige Tage später unsere Hochtouren jenseits von 3.500m Seehöhe starten.

Der Stellplatz der Woche mit frischem Badewasser

Unsere Nacht verbrachten wir ganz alleine am Flusslauf der Romanche (gibt es was Lässigeres?) und brachen noch in Dunkelheit nach Monetier-les-Bains auf, wo unsere erste lange Rad-Etappe auf dem Programm stand.