Posts

Trailrun zum Schneiderkopf

Tja, es wird wieder wärmer, der Schnee schmilzt dahin, und trotzdem sind die Gipfel über 1.500 Hm nicht bewanderbar. Was bleibt ist die Bewegung im Tal, und da ist Trailrunning das Richtige. Heute (siehe gestern) ging es von Kennelbach entlang der Bregenzer Ach flußaufwärts zum Campingplatz Doren, also entlang der alten Wälderbähnle-Trasse. Ein schöner Weg, der viel von einem richtigen Trail hat – kleine Brücken, große Felsen, viele Pfützen und dann noch den einen oder anderen dunklen Stollen. Für Räder ist der Weg allerdings kaum zu empfehlen, zu oft müßte man absteigen, mühevoll über umgefallene Baumstämme das Vehikel schupfen. Aber machbar ist das schon…

IMG_3720

Entlang der alten Bahntrasse

Am Campingplatz Doren kann man die Ach über eine schöne Hängebrücke queren und am anderen Ufer nach Mereute hinauf laufen. Dort trifft man auf die Bucher Straße, und auf das eine oder andere Feuerwehr-Fest.

IMG_3724

Die Hängebrücke bei Bozenau, Doren

Vom Kirchplatz in Buch geht’s dann über Wanderwege hinauf zum Schneiderkopf (971 m), manchmal ist der “Gipfel” auch als Schneiderspitze angegeben. Das Gipfelkreuz liegt ein wenig abseits vom Wanderweg, und man hat nicht das Gefühl, irgendwo “oben” zu stehen. Statt dessen liefen wir auf der anderen Seite gleich wieder nach unten, Richtung Siegerhalden und Ippach. Hier geht ein weiterer schöner Trail weiter, die alte Bucher Straße, die gegen Ende zum Sportplatz Wolfurt an der Ach führt. Von dort einfach wieder über die Achbrücke nach Kennelbach.

IMG_3727

Bei Ippach

Wiederum eine schöne Runde, die sich aber doch zieht: knapp mehr als 21km, und rund 600 Höhenmetern.

Mountainbike Trails – Buchrezension

Ein Buch, dass wir für die Planung unserer Routen in den französischen Alpen verwendet haben und so klasse Touren wie die 90km Runde auf den Col du Galibier oder um die Festungen um Briancon absolvieren konnten, muss etwas wert sein: eine Empfehlung.

voll von Infos

Mountainbike Trials ist ein dickes Taschenbuch mit Karten, Tipps, Statistiken und Bildern für die klassischen und weniger klassischen MTB-Routen in den Ost- und Westalpen. Das Lesen der Routen ist nicht immer ganz einfach (zumindest ist das Sich-Zurecht-Finden auf der Karte etwas gewöhnungsbedürftig), aber liefert eine gute Vorstellung davon, was einem erwartet.

Was uns gut gefallen hat, war das große Angebot und die entsprechende Dichte auch für Nicht-Alpencross-Fahrten, sondern eben für Tagestouren. Was natürlich Voraussetzung für diese Art des Fahrens ist, aber nie von einem Band geliefert werden kann: das entsprechende Kartenmaterial. In Frankreich bekommt man 1:50.000, 1:25.000 und 1:60.000 in jedem halbwegs großen Sportgeschäft. Man sollte aber vielleicht schon an eine Planung zuhause denken, dann ist eine Kartenbeschaffung über das Web interessant. Wir nutzten dies um diverse Aktivitäten (MTB, Klettersteige, Hochtouren, Trailrunning) sowie Stellplätze vorab einzutragen und eine interessante Gesamtrunde für unsere Frankreich-Woche zu gestalten.

Wer sich für dieses Buch interessiert, der findet hier die entsprechende Info für den Bezug: Mountainbike Trails: Auf alten Militärstraßen um die höchsten Berge der Alpen

Über den Col d’Izoard

Der zweite große Bike-Trip unserer Briançon-Woche war eine lange Schleife von ca. 40km über mehrere Höhen und Festungen im Umkreis der Stadt Briancon. Im Dunkeln starteten wir auf die erste Anhöhe zum Ancien Fort de la Croix de Bretagne (2.011 m). Die alte Militärstraße war ruppig aber schön breit und für den meisten Teil gerade so steil, dass sie befahrbar blieb.

In mehr als zwanzig Kehren zur Festung de la Croix de Bretagne

Die Militärstraße zum alten Fort war in einem recht guten Zustand

Der Weg war dennoch anstrengend – die großen Steine und der lose Untergrund belasteten Rücken und unseren Fahrrhythmus. Der Anblick des verlassenen Forts war dann eine kleine Erleichterung.

An den Mauern des Ancien Fort de la Croix de Bretagne

Die anschließende Abfahrt war im oberen Drittel ein äußerst lässiger Trial, später eine höchst-steile Angelegenheit, die nur noch durch das Absteigen vom Rad zu bewältigen war. Beim Zusammentreffen mit dem Torrent de Ayes (1.600 m) ging der Weg wieder in die Höhe, wir folgten der guten Straße über das Dörfchen Ayes hinaus zu den Chalets de Vers le Col (2.209 m).

Der Herbst im Tal des Torrent des Ayes

Auf dem Weg zum Col des Ayes (2.477 m)

Endlich auf dem Col des Ayes (2.477 m)

Der letzte Anstieg zum Col des Ayes war nicht mehr fahrbar, das Rad wurde gestoßen (wie schön die Schweizer das nennen), und die Passhöhe überwunden. Nach einer weitere kurzen Schiebestrecke fuhren wir in ordentlichem Tempo bis ins Tal hinab (ca. 1.660 m).

Schöne Trailstrecke vom Col des Ayes

Sie Abfahrt wurde dann gefährlich, wenn man nurmehr Augen für die fantastische Landschaft hatte

Der abschließende Anstieg dieser 2.200 Höhenmeter-Runde bildete der 8km lange Serpentinen-Weg auf den Col d’Izoard (2.360 m). Diese asphaltierte Strecke war schon öfters Teil der Tour de France und war kaum vom Verkehr befahren. Schön für uns, denn die Hitze war schon ordentlich, und wir wollten um zwei Uhr nachmittags wieder beim Racing-Büssle sein. Also nichts wie hinauf, vorbei an fantastischen Felsformationen zum Pass.

Solche Anblicke erleichtern die schwersten Anstiege

Die letzten Kurven vor dem Col d’Izoard

Die Abfahrt vom Pass war dann eine rund 15km asphaltierte, fast-bremsfreie Fahrt bis direkt in das Herz von Briancon. Eine Super-Runde, die zwar ein wenig Kondition verlangt, aber mit wunderschönen Ausblicken entlohnt. Empfehlenswert!

Den Nachmittag verbrachten wir in den Thermalbädern von Monetier-les-Bains, bevor wir zum Schlafplatz am Col de Lautaret hinauffuhren.

Das sind schon prima Stellplätze!

Ein tolle Kullisse für schöne Nächte in den französischen Alpen

Am letzten Tag hatten wir noch eine wunderschön gelegenen Klettersteig auf dem Plan, der auch im Klettersteig-Atlas gelobt und empfohlen wurde: Via ferrata de L’Aiguillette du Lauzet.

Trailrun zur Refuge de l’Alpe de Villar d’Arène

Der dritte Teil unserer Briançon-Woche startete gleich nach dem Abstieg vom Klettersteig Arsine. Von Pied du Col ging es rund 300 Höhenmeter hinauf, entlang der jungen Romanche. Das wilde Tal bescherte uns den einzigen kurzen Schauer der gesamten Woche.

Schon auf dem Rückweg durch das wilde Tal der jungen Romanche

Vorbei an großen Schafherden liefen wir über schmale Wege bis zur Refuge hinauf und zurück. Die Landschaft ist einfach großartig, und nur eine Bergkette weiter würden wir wenige Tage später unsere Hochtouren jenseits von 3.500m Seehöhe starten.

Der Stellplatz der Woche mit frischem Badewasser

Unsere Nacht verbrachten wir ganz alleine am Flusslauf der Romanche (gibt es was Lässigeres?) und brachen noch in Dunkelheit nach Monetier-les-Bains auf, wo unsere erste lange Rad-Etappe auf dem Programm stand.

Entlang und quer zur Pegnitz

Als Abschluss unseres Jena-Wochenendes (Adventure Race, Bamberg, Gößweinstein) wollten wir zur Abrundung des Ganzen noch eine Bike-Tour in der Fränkischen Schweiz machen. Unsere Wahl fiel auf das Pegnitz-Tal, das laut Roadbook eines Mountainbike-Magazins abwechslungsreiche 30 km versprach.

Waldtrails gab es en masse, oft enger und steiler als hier

Start war in Osternohe, ein kleines Dort im Umkreis von Velden a.d. Pegnitz. Oberhalb von Osternohe liegt der Schloßberg, der gar einen Skilift sein Eigen nennen kann. Über Forstwege ging es bald in die ersten leichten Singletrails, und im ständigen Auf und Ab gelangten wir im dichten Wald unter die Burg Hohenstein.

Die Burg Hohenstein

Einige Abfahrten, teils auf Asphalt, teils auf Pfaden, folgten, bis wir letztlich Velden erreichten, ein schöner Ort mit vielen Fachwerkhäusern. Am Flußtrail folgten wir für einige Kilometer der Pegnitz, die sich für diverse Kanu-Aktivitäten sehr eignen würde. Über weite Forstwege erfolgte dann wieder der Anstieg nach Hohenstein, und später über Waldtrails wieder nach Schlossberg / Osternohe.

Entlang der Pegnitz

Schöner Flußtrail

Verpflegung unterwegs – reife Zwetschken

Insgesamt eine sehr feine Runde mit schönen Waldpassagen im Downhill, und mit ca. 900 Höhenmeter keine kraftraubende Angelegenheit. Mit dem Büssle ging es dann über München wieder retour ins Ländle. Wenn dann Herman Dune aus den Lautsprechern “the world is wonderful as it is” singt, die Sonne über der Straße untergeht, wir beide gerne gleich weiterfahren würden, dann wissen wir, dass das alles so stimmt. Das Leben ist gut.

Einmal um den Itonskopf

Nach Dienstschluss und diversen Materialeinkäufen in Bludenz ging es von Bartholomäberg (1.087 m) mit dem Mountainbike einmal um den Itonskopf (2.089 m) herum. Im Winter waren wir dort schon einmal unterwegs, und zwar mit den Skiern zum Wannaköpfle.

Aufstieg zur Alpe Rellseck

Von der Kirche im Dorf ging es zunächst auf Asphalt ein paar Haarnadelkurven hoch, dann folgten wir dem Wanderweg (Schotter) recht steil über Almwiesen bis Rellseck (1.487 m). Nach ein paar Weidezäunen verläuft die Straße mäßig ansteigend durch Wälder immer weiter Richtung Klostertal, bis es bei Alplegi (1.802 m) einen kleinen Sattel passiert.

Knapp vor dem ersten Sattel (Alplegi)

Hier führt eine rasante Abfahrt auf grobem Schotter bis vor die Latonsalpe (mit “Gastgarten”), worauf wieder ein Gegenanstieg ansteht. Dieser ist gut bewältigbar und nicht allzu lange, dafür aber mit prächtigen Ausblicken über das Klostertal hinweg zur Freiburger Hütte und zum Lechquellgebirge (Mehlsack).

Schöner Höhenweg vor der Kulisse der Gamsfreiheit (re) und dem Breithorn (li)

Nach ein paar Schiebepassagen ging es dann aber zur Sache: die Abfahrt über die ausgeschilderte MTB-Strecke nach Bartholomäberg. Ich kann nur sagen: sensationell! Ein Wahnsinns-Trail mit viel Geschick zu bewältigen, mit reichlich Tempo zu fahren, mit Wagemut zu absolvieren. Mich wunderte nur, dass die Räder soviele Stufen, Sprünge, Kanten und Wurzeln ausgehalten haben. Auf dieser Strecke gilt: Wer zu vorsichtig fährt, verliert. Wer aber flott herunterbraust, kommt über alles drüber, was sich ihm in den Weg stellt. Nicht vergessen: Gleichgewicht nach hinten verlagern, sonst gibt’s schnell mal einen Purzelbaum! Wir sind uns einig: der beste Single-Trail, den wir bis jetzt fahren durften!

Berglauf am Chasseron

Nach der Ankunft in Bullet bei St.Croix packten wir unsere Laufschuhe aus und erkundeten die Gegend unterhalb des Chasseron. Ein weit-verzweigtes Wandernetz erschließt diese vor allem bei Wintersportlern (Langlauf) sehr beliebten Region.

Der Abend klang dann gemütlich an unserem Stehplatz bei Les Cluds aus. Thunfisch-Nudelsalat und später Kaffee waren höchst willkommen. Am nächsten Tag ging es früh los zum Chasseron…

Abendausflug zur Schwende

Manchmal geht sich trotz schönstem Wetter nicht viel aus, und der Zoll aus wenig Schlaf (Nachtschichten, Zugfahrten) wirkt sich doch aus. Daher ist Dornbirn das ideale Gebiet, auch mal Abends eine schnelle Runde auf die umliegenden Höhen zu machen. So gestern, auf die Schwende.

Blick auf den Staufen, den Karren und darunter Kehlegg im Abendlicht

Rundweg um die Auerklamm

Nach unseren ersten zwei Kurztrips in die Felsen des Ötztals (der Lehner Wasserfall und der Reinhard-Schiestl-Klettersteig) war am Samstag morgen die Auerklamm bei Ötz an der Reihe. Im Klettersteigatlas als Klettersteig beschrieben, fanden sich vor Ort allerdings keine Anzeichen eines ‘ordentlichen’ Klettersteigs. Bei den anderen Touren waren diese ausgezeichnet vor Ort angeschrieben, hier jedoch fehlte irgendein Hinweis.

Dichte Föhrenwälder im Morgenlicht

So begnügten wir uns mit einer Morgenwanderung durch die Föhren- und Lärchenwälder zwischen Ambach und Taxegg zur Auerklamm und umrundeten das Gebiet in zwei Stunden. Spaß hat es trotzdem gemacht, verwundert hat uns nur, dass der Klettersteig scheinbar nicht mehr öffentlich auffindbar gemacht werden sollte. Denn die Info-Materialien zu den Aktivitäten im Ötztal sind mehr als vorbildlich.

Eine interessante Holzbrückenkonstruktion bei Ambach / Ötztal

Nach dem Auerklamm und einem Versorgungshalt beim örtlichen Spar ging es weiter nach Osten, und zwar nach Saalbach-Hinterglemm. Nun standen die ersten Bike-Touren unseres 5000er Wochenendes auf dem Programm.