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Transalp 2010 – Tag 5: Mestriago – Trento

Nun hatten wir die wildesten Pässe und längsten Tage hinter uns gelassen (Tag 3 und Tag 4), ein prima Frühstück genossen und nun saßen wir auf den Sätteln unserer Räder schon am letzten Abschnitt unserer Transalp 2010. So schnell kam das Ende, dass wir es gar nicht realisieren wollten.

Von Dimaro (788 m) ging es gleich hoch über kleine Alpen (Malga di Mondifra, 1.646 m) zum touristischen Prestigeort der Region Brenta, Madonna di Campiglio (1.536 m). Die Strecke war ein Genuss ruhiger Wälder, Madonna di Campiglio eher ein Ort massentouristischer Grausamkeiten. Wie auch immer, der Ort war voll von Leuten, und wir konnten nicht schnell genug das Weite suchen. Das fiel zunächst auch nicht schwer, denn es ging hinab ins Val d’Agola (1.234 m).

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Berge der Brenta in Wolken

Nun folgte der zweite Anstieg des Tages, vorbei am Lago d’Agola (1.601 m) zum Passo Bregn de l’Ors (Bärenpass, 1.848 m), wo wir uns im Schieben mit ein paar verbissenen Bikern messen “mußten”. Das Ergebnis (2:0 Vorarlberg – Deutschland) sagt eh schon alles, und wir hatten am Bärenpass eine feine Vor-Mittagspause.

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Am Lago d’Agola

Ein schneller Trail und eine grobe Schotterpiste führten uns das Val d’ Algona hinunter, und mit leichten Aufstiegen bis nach Stenico, einer schön gelegenen Ortschaft über dem Torrente Arno. Von dort war es auch schon nicht mehr weit – über dicht befahrene Straßen und durch zahlreiche Tunnel über Vezzano nach Trento. So schnell die Abfahrt, so rasch das Ende der Tour. Kaum in Trento angekommen, suchten wir den Bahnhof, den nächsten Zug und erwischten in Landeck einen netten Busfahrer, der uns mit den Rädern nach St. Anton mitnahm. Ein schöner, flotter letzter Tag, wir hatten viel erlebt und werden Ähnliches wieder machen wollen. Caio Trentino, alegro Engadin!

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Schön gelegen: Stenico

Transalp 2010 – Tag 4: La Baita – Mestriago

Nach der Monster-Etappe von Tag 3 hatten wir einen wahrlich erholsamen Tag vor uns – drei Pässe mit etwas mehr als 2.000 Höhenmetern. Nach einem sehr ausgiebigen Frühstück auf La Baita (1.884m) bei Alessandro starteten wir durch das Valle di Rezzalo hinauf zum Passo dell’ Alpe (2.463 m), über steinerne Römerwege, vorbei an schläfrigen Schafherden und munteren Schafhirtehunden. Die Sonne kam uns entgegen, als wir die letzten Meter zum Pass hinaufschoben, es sollte ein feiner Tag werden.

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So schön können frühe Morgenstunden sein

Die Abfahrt war ein Trail auf einem etwas breiteren Grobschotterweg, rucklig aber ob des Panorama um den Monte Cevedale unglaublich schön. Schon bald stießen wir auf die Passstraße (2.305m) zum Passo Gavia, und schon hieß es wieder ordentlich in die Pedale treten. Glücklicherweise hatten wir wenig Verkehr, und so hielt sich der Stress in Grenzen. Die Straße verlief ruhig und gleichmäßig sanft steigend bis zur Passhöhe (2.637 m), ein Klassiker des Giro d’Italia. Auf der Passhöhe kamen uns schon die ersten Rennradfahrer entgegen, die von Pezzo kommend schon mehr als 1.000 Höhenmeter in den Beinen hatten. Wir genossen die Aussicht, zogen unsere winddichten Jacken über und schoßen in die enge Abfahrt hinunter. Mehrere Dutzend Kehren kamen uns entgegen, und dann ein völlig dunkler Tunnel, wir fuhren einfach auf “Verdacht”. Alles ging gut, manchmal erahnte man andere Radfahrer auf der anderen Seite durch ihr Schnaufen.

Gaviapass

Nahe des Passo Gavia

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Abfahrt vom Passo Gavia

Immer weiter bohrte sich die Straße ins Valle delle Messi, und in Pezzo (1.573 m) bogen wir dann endgültig ab, um wieder Höhenmeter zu gewinnen. Jetzt wurde es richtig spannend. Noch schnell eine Stärkung eingekauft, und schon mussten wir die steilen Straßen durch das Dorf passieren, später eine schmale Piste zum Case di Viso (1.751 m). Dort wurden wir vom August-Rummel der Italienischen Urlauber überrascht, alles fuhr und lieft den Berg hinauf, zum Refugio Bozzi, einem unserer Zwischenziele. Die Straße hatte es in sich, war holprig, hart zu fahren, staubig, und wie erwähnt mit viel Verkehr. Manchmal mussten wir schieben, aber bis zum Refugio hatten wir das meiste doch fahren können. Beate erwies sich hier als unermüdliche Alpencrosserin.

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Montozzo-Scharte

Bei der Hütte Bozzi (2.489 m) schlug dann das Wetter kurz um, es wurde dunkel, Gewitter drohte, Nebel zog ein und es fing an zu regnen. Mit Regenmontur schoben wir dann den steilen Schlusshang die Räder hoch zu den Stellungen auf der Montozzo-Scharte (2.613 m). Kaum oben angelangt schien schon die Sonne, und wir waren schon auf dem Trail nach unten. Zuerst etwas flacher und holpriger, dann steiler und immer noch holprig. Bei einem kleinen Sprung verfing sich mein Vorderrad an einem Block und ich machte eine Hechtrolle seitwärts über die Schulter. Alles bestens, Rad ok, Radler ok, und weiter ging es. Leider wurde der Weg für uns nun zu steil, mit unseren Rädern kaum zu bewältigen. Also schieben und fahren, schieben und fahren, dann endlich durch einen Föhrenwald eine wilde Single-Trail Gaudi ohne Sturz bis zum Lago di Pian Palu (1.818 m).

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Abfahrt zum Lago di Pian Palu

Die Schlussabfahrt des Tages folgte den Ferienorten Peio (1.430 m), Fucine (998 m) und Pellizano (956 m), bis wir auf guter Asphaltpiste und feinen 50km/h Durchschnitt unsere Übernachtungsmöglichkeit in Mestriago unweit von Dimaro fanden. Zur Belohnung gab’s heiße Dusche, ein Spar-Buffet im Zimmer und einen Fernseher mit einem Sender auf italienisch. Gut erholt fielen wir schon gegen 21.00 ins Bett…

Transalp 2010 – Tag 3: St. Maria i. Münstertal – La Baita

Nun hatten wir die große Etappe vor uns – nach zwei guten Einstiegsetappen (Tag 1, Tag 2) unserer Transalp 2010 Tour: Von St. Maria über zwei größere Pässe und dann noch einen netten Schlussanstieg ins Valle di Rezzalo. Aber nun mal der Reihe nach.

Von St. Maria im Münstertal (1.375 m) brachen wir recht früh auf – um 6.15 saßen wir schon im Sattel und fuhren die ersten Kehren zum Umbrailpass (2.503 m) hinauf. Die Strecke lag noch im Schatten der umliegenden Berge, es war kalt und bald froren unsere Zehen und Finger. Macht nichts, Kehre für Kehre ging es auf der Asphaltpiste hinauf. Irgendwann wechselte der Belag in feine Naturpiste, aber zum Schluss gab es wieder Asphalt. Wie auch immer, es zog sich, und erst auf den letzten Metern genossen wir so etwas wie Morgensonne mit Blick auf das Stilfserjoch.

Umbrail Pass

Die letzten Kehren zum Umbrailpass

Rasch umgezogen schossen wir schon die vielen Kehren vom Umbrailpass hinab ins Tal, durch Galerien und unbeleuchtete Tunnels, die so schmal waren, dass wir mit unserem Büssle wohl schwer durchgekommen wären. Manchmal musste man einfach ins Stockdunkle einfahren, keine angenehme Sache. Egal, nach unten ging’s, nach Bormio (1.217 m), wo schon das Tal wach war und der Verkehr sich auf der Hauptroute nach Livigno hochquälte.

Umbrail Pass

Steile Abfahrt nach Bormio

Unser Weg führte zunächst über diese lästige, ansteigende Straße nach Valdidentro und dann weiter, aber friedlicher nach Arnoga (1.891 m), eine kleine Alpe im Val Viola. Auf und ab, steil und flach musste wir weiter hinein ins Tal, bevor es scharf bergauf ging zur Alpe Verva (2.156 m). Auf grobem Schotter folgten wir dem Weg unter heißer Sonne zum Passo Verva (2.302 m), unserem zweiten Pass an diesem Tag.

Val Grosina

Auf Schotter Richtung Passo Verva

Die Abfahrt war eine Rüttlerei ohne Ende, erst ab Eita fanden wir feinen Schotter bzw. Asphalt. Die lange Abfahrt hatte Erholendes, und bis Grosio (668 m) fuhren wir 20 km nur abwärts und Vollgas. Leider hatte alles im Tal geschlossen, und so mussten wir doch schon reichlich ausgehungert zunächst dem Tal folgend bis Sandalo (845 m) und später unendlich viele Kehren hoch nach Frontale (1.140 m). Dort, endlich, fanden wir einen kleinen Laden, der geöffnet hatte, und die alte Dame im Geschäft hatte ihre Freude mit uns. Wir mussten aber weiter, auch wenn sie uns noch so gerne auf ein Gespräch bei sich behalten hätte, denn weitere Kehren warteten auf uns bis Fumero (1.499 m).

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Schon im Valle di Rezzalo

Eine Pause, und dann der Schlussangriff im Valle di Rezzalo zu unserer Übernachtungsmöglichkeit – Refugio La Baita. Auf 1.884 m gelegen war es eine Perle – großartiges Essen, viel Ruhe und ein sehr sympathischer Hüttenwirt Alessandro, der perfekt Deutsch sprach. Wir können dieses Refugio nur empfehlen, und wer mal dort übernachten möchte, sollte unbedingt vorreservieren, denn die Bettenanzahl ist begrenzt. Von dieser langen Etappe (rund 3.500 Höhenmeter und ca. 100 km in Summe) erholten wir uns auf La Baita bestens, und träumten schon vom Tag 4 unserer Tour.

Transalp 2010 – Tag 2: Bodenalpe – St. Maria i. Münstertal

Nach der ersten Passüberquerung im Verwall am Tag 1 der Transalp 2010 hatten wir am 2. Tag einiges mehr vor: der Fimberpass und den Pass Costainas. Eine Strecke von der Bodenalpe bis zu St. Maria im Münstertal (welches wir im Rahmen der Grabündentour 2010 schon mal besucht haben) mit 2.000 Höhenmetern und 67 Kilometern.

Fimberpass

Blick vom Fimberpass nach Süden

Recht zeitig ging es von der Bodenalpe (1.848m) hoch zur Heidelberger Hütte (2.264 m), die zwar noch im Fimbertal liegt, aber schon auf Schweizer Gebiet. Von der Heidelberger Hütte zog sich ein teils steiler Pfad zum Fimberpass (2.608 m) hoch, abwechselnd im Schieben und im Fahren kamen wir eher langsam vorwärts. Auch hier erwies sich die Passhöhe als schneefrei, doch Wolken zogen ins Tal hinein und ein kurzer Schauer mahnte zur raschen Abfahrt ins Tal.

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Waldtrail bei Vna

Die Trailabfahrt war größtenteils möglich, wechselte nach der Alp Chöglias (2.054 m) auf Schotterbelag und schon ließ man es ordentlich bis nach Vna (1.659 m) krachen. Es folgte eine schöne Waldtrailpassage ins Sinestratal, und bald erreichten wir auch schon Sent und später Scuol (1.254 m). Hier gab’s mal kurze Rast beim lokalen Volg-Geschäft (ja, es hatte am Sonntag um 11.00 geöffnet!), und unter dunklen Wolken brachen wir zum langen Anstieg ins Val S-charl auf. Zunächst über eine serpentinenreiche Asphaltstrecke, später über eine schöne Naturpiste gelangten wir ins stark frequentierte S-charl auf 1.810 m Seehöhe. Eine wirklich hübsche Alpe, die vom Wander- und Biketourismus lebt.

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Fenster in S-charl

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Trail hinauf zum Pass da Costainas

S-charl diente uns lediglich zur Wiederauffüllen unserer Wasserflaschen, wir wollten den Trubel hier rasch hinter uns lassen und fuhren nun weiter gegen den Talschluss. Kurz vor der Alp Astras gab es dann einen Snack, um kurze Zeit später auf dem Pass da Costainas (2.252 m) anzukommen. Die gesamte Strecke war sehr gut fahrbar, genauso auch die folgende Abfahrt – zunächst auf eher grobem Schotter, später auf einer feinen Naturpiste, und vor Lü ging es dann endgültig wieder auf Asphalt über. Noch flotter passierten wir die wenigen Kehren nach St. Maria im Münstertal, wo wir in der örtlichen Jugendherberge eine Bleibe für die Nacht fanden. Es ging sich noch ein Sonnennachmittag aus, bevor ein Gewitter uns frühzeitig ins Bett begleitete. Tag 3 sollte eine Marathonetappe werden, also waren wir um ein bißchen mehr Schlaf nicht undankbar.

Transalp 2010 – Tag 1: St.Anton – Bodenalpe

Der Start in unsere Transalp 2010 war in den ersten Stunden von einer meteorologischen Ungewissheit begleitet. Wir hatten aufgrund der tiefen Schneefallgrenze den Beginn der Tour ja um einen Tag nach hinten verschoben – es regnete in Strömen, und auf den Pässen lag überall Schnee. Am Samstag allerdings hatten wir zwar dichte Bewölkung, aber keinen Regen, also ideales Bike-Wetter. Auch der Schnee zog sich etwas zurück, so dass unsere erste Teilstrecke von St. Anton (1.440 m) durch das Verwalltal wunderbare Landschaften im dramatischen Licht präsentierte.

Verwall

Durch das Verwalltal

Die erste Schiebestrecke kam nach der Schönverwallhütte (die kannten wir schon von unserer Silbertal-Partenen-Runde), durch Moore und Matsch hinauf zur Heilbronner Hütte (2.320 m). Am Tag zuvor lag hier noch rund 15 cm Schnee, aber heute hatten wir freie Fahrt – über eine flotte Schotterpiste hinunter zum Kops-Stausee, dann auf Asphalt am Zeinisjoch vorbei und hinunter ins Paznauntal nach Galtür – von der Bieler Höhe kommend ist das Paznauntal auch eine wunderbare Rennradstrecke.

Verwall Blick zur Silvretta

gute Schotterpiste bis zum Kops-Stausee

Von Ischgl (1.376 m) mussten wir wieder sehr steil hinauf – ins Fimbertal. Ober uns schwebten Touristen mit der Seilbahn hinauf, wir strampelten uns nun doch in der prallen Sonne bis zur Mittelstation der Fimba-Bahn hinauf, und dann nochmals weiter bis zur Bodenalpe (1.848 m). Dieses kleine Berghotel war unser heutiges Nachtlager, und wie sich herausstellte, mit feinem Essen und einer sehr netten Bedienung. Das braucht es an einem ersten Tag! Reservierung empfohlen…

Am Zeinisjoch

Flott in der Abfahrt am Zeinisjoch

Transalp St.Anton nach Trento

Gestern Abend zurückgekehrt, hatten wir fünf Tage Mountainbike-Spaß an unserer Transalp von St. Anton (Österreich) nach Trento (Italien). Es war nun unsere 3. Tour dieser Art – nach Graubünden 2008 und Wallis 2009. Unsere Route folgte im wesentlichen Verlauf dem Vorschlag von Andreas Albrecht (Transalp Roadbook 1 – Die Albrecht-Route), mit einigen Alternativen und Verlängerungen aus Gründen der Neugier, der Einzigartigkeit und unserem Zeitbudget.

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St.Anton nach Trento per MTB in 5 Tagen

Die Überquerung der Alpen hatten wir in 5 Tagesetappen eingeteilt:

Die einzelnen Etappen schildern wir hier im Blog in den nächsten Tagen. Es war insgesamt eine recht anspruchsvolle Tour (für’s Kreuz – wir hatten ja alles im Rucksack, und für den Hintern): ca. 360 km und 11.700 Höhenmeter. Mit den Rädern hatten wir keine Panne, Unfälle gab’s auch keine, und mit den Unterkünften hatten wir einfach immer ein prima Los gezogen – mehr dazu auch in den Berichten der nächsten Tagen. Wie immer trifft man unterwegs auch interessante Leute, die ein ähnliches Projekt versuchen, und auch Leute, die einfach nur seltsam sind (nicht grüßen, doof schauen wenn man grüßt, Super-Profis halt, deren Laktatwerte und Carbonräder wichtiger sind als ein freundschaftliches “Hallo”). Beeindruckt hat uns auch das Trentino, das wir uns für’s Bergsteigen und Kletterteig-Gehen vorgemerkt haben; und die Tiroler-Schweizer Silvretta, die für Skitouren ein recht nahes Ziel abgeben könnte.

Eine weitere Auswahl an Fotos, die wir nicht in den Posts der nächsten Tage inkludieren, gibt es auch auf unserer Facebook-Page zu sehen.