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Bike & Hike zum Mutterwangjoch

Diese leider vom Arbeiten so zerbeulte Woche konnten wir doch noch zu einem schönen Abschluss bringen: von Buchboden (910 m) aus ging es über den Metzgertobel zum Mutterwangjoch.

Schöner Wasserfall an der Straße zur Metzgertobelalpe

Start war also in Buchboden, beim Parkplatz zum Bad Roterbrunnen. Mit dem Rad folgten wir dem Alpweg und dem Lutzbach bis zur Metzgertobelalpe (1.205 m), mit Sicht auf den Zitterklapfen. Noch ein Stückchen weiter führte uns der Weg fast bis zur Unteren Alpschellaalpe (1.440 m). Dort blieb das Rad zurück und es folgte ein Querfeldeinlauf durch Kuhherden bis zum Wanderweg in Richtung Gadental. Schon von unten hatten wir schöne Blicke auf die Braunarlspitze und die Hochkünzelspitze. Die Biberacherhütte kam erst später von weiter oben ins Blickfeld.

Schon sind wir im Anstieg zur Unteren Alpenschellaalpe, im Hintergrund die Braunarlspitze

Blick zurück vom Aufstieg – die Braunarlspitze hinten

Der Weg war auch hier nicht lang und nicht steil, und bald kamen wir am Mutterwangjoch (2.025 m) an. Von hier boten sich herrliche Blicke auf die Spitzen, die das Gadental eingrenzten, u.a. der mittige Misthaufen, den wir schon im Winter mit den Skiern erreicht haben.

Der Aufstieg zum Mutterwangjoch, rechts der Feuerstein (2.271 m)

Blick über das Gadental – unten die Gadenalpe, oben die Gadner Köpfe, die Klesenzahnhörner und die Bettlerspitze

Der Bratschenkopf vom Nordosten aus gesehen, dahinter geht es zur Bratschenwand und den Johannesköpfen

Nach einer kurzen Pause ging es in Trailrunning-Manier hinunter zu den Rädern und in einer flotten Abfahrt zurück zum Ausgangspunkt.

Schöne Abfahrt vorbei an der Metzgertobelaple

Nun hatten wir die 100.000 Höhenmetermarke für das Jahr 2009 überschritten und werden hoffentlich noch einige hinzufügen können!

Braunarlspitze mit Fernsicht

Nach dem gestrigen Traillauf Ebnit-Mellau und Schlechtwetter war das heutige Solo-Vorhaben (Beate weilte mit Rest der Familie immer noch in Bartholomäberg) ein wahres Kontrastprogramm: Sonne, keine Gämse, dafür jede Menge Wanderer. Die Route: von Schröcken zur Braunarlspitze.

Bild: Blick nach Osten um 6.20 am Bödele

Beim Hotel Mohnenfluh (1.269 m, kannten wir schon von einer Skitour zur Juppenspitze) ging’s los und über die noch sehr junge und frische Bregenzer Ache hinweg zur Felle Alpe. Der Fahrweg verengt sich ab hier zu einem schmalen Pfad, der sich ins Fellbachtal entlang windet. Die Steigung ist hier noch gemächlich, der Weg recht schlammig. Auf ca. 1.700 Hm teilt sich der Weg: nach Nordwesten folgt man einem immer steiler werdenden, aber schön angelegten Weg zum Fürggele (2.145 m). Von hier sieht man prima ins Große Walsertal hinein – zur Biberacher Hütte mit der Glattjöchlspitze, der Hochkünzelspitze und etwas westlich davon der Zitterklapfen.

Blick zurück zum Hochtannberg mit dem Widderstein in der Bildmitte

Und hier das Tagesziel – die Braunarlspitze im Morgenlicht

Nun ist man im Hochalpinen Gelände angekommen, und der Boden ist am Morgen immer noch (oder schon) gefroren. Der Weg wird zum alpinen Steig, einige Passagen sind mit einem Stahlseil gesichert. Es geht nun über grauem Fels und Geröll über den Weimarsteig nach Süden zur Braunarlspitze (2.649 m), die man bald erreicht. Für ein paar Sekunden war ich allein auf der Spitze, ehe zwei Wanderer von der Göppinger Hütte kommend ebenfalls den Gipfel erreichten.

Der Steig ist wunderschön angelegt und bietet manchmal tiefe Blicke

Eine längere Gipfelpause, ein Schwätzchen, und das obligatorische Gipfelbenennen (heute mit besonderer Fernsicht zu den Schweizer 4.000ern) hielten mich fast eine halbe Stunde am Gipfel. Zusehends kamen weitere Gipfelstürmer an – aus Oberlech, über den Jägersteig, und aus dem Walsertal.

Die Mohnenfluh, und darunter der Butzensee

Der Abstieg vom Gipfel nach Süden ist nicht gefährlich, man sollte aber trotzdem aufpassen, die Stufen sind steil, und die Rutschgefahr durch kleine Steine erhöht. Am Th-Praßler-Weg angekommen, ging es um die Butzenspitze herum auf das Plateau zwischen Mohnenfluh und dem Zuger Hochlicht – in der Mitte der wunderschöne Butzensee.

Ein Meer von Gipfeln, Blick gegen Osten von der Braunarlspitze aus

Der Abstieg über den teilweise etwas rutschigen Steig zur vorher erwähnten Abzweigung war dann recht schnell abgeschlossen. Immer mehr Wanderer kamen hier den Berg hinauf, teilweise mit Joggingschuhen und Jeans. Naja. Der Absteig zur Fell Alpe und nach Schröcken zog sich nicht mehr so arg, hätte aber auch drauf verzichten können. Der Blick auf den Widderstein entschädigte aber mehrmals.

Archaische Landschaften beim Abstieg vom Butzensee

Insgesamt eine tolle Runde mit wunderbaren Ausblicken – man kann so gut wie alle Berge Vorarlbergs betrachten, sogar der Bodensee ist zu sehen, wenn er nicht unter einer Nebeldecke liegt wie an diesem Morgen.

Bike & Hike auf den Zitterklapfen

Dieser Sonntag bot sich für eine schon lang angedachte Rad & Wander – Kombi an – hinauf auf den Zitterklapfen. Dieser schöne und wilde Berg und Grat liegt nicht weit von Au im Bregenzerwald entfernt und bietet schöne Aussichten. Also nichts wie hinauf!

Auf Höhe der Bergkristallhütte sehen wir zum ersten Mal den Zitterklapfen (zweite Spitze von rechts)

Mit dem Rad düsen wir vom Gemeindeamt Au (791 m) hinauf zur Bergkristallhütte und weiter bis zur Annalperau Alpe (1.364 m). Dort ist mit dem Rad auch schon Schluss, hier warten schon die Latschen auf uns.

Die Geröllhänge sind schön zum Anschauen, schwer zum Gehen

Der Weg führt zunächst über Almwiesen zu den ersten Felswänden des Zitterklapfen-Stocks. Aus dem Weg wird ein Pfad, aus dem Pfad ein Steig, und später oftmals eine Kraxelpartie. Nun schlängelt sich der Pfad um hohe Wände herum, weicht Geröllfeldern aus, solange es geht. Doch irgendwann ist auch das nicht mehr möglich, und das weite Geröllfeld auf der Nordseite des Berges muss bewältigt werden. Einmal geschafft, geht’s der Wand entlang und zum Einstieg in den mit einem Drahtseil gesicherten Steig, der aber viel lieber in genussreicher Kletterei bewältigt werden will als mit Seil-Zieh-Aktionen.

Leichte Kletterei am Zitterklapfen-Grat

Am Ende des gesicherten Anstiegs kommt man zum Grat hinauf, welchen man über einige hundert Meter folgen muss. Dort treffen wir überraschend auf Beate’s Bruder, der fast schon am Umkehren war. Also geht er mit uns mit, und wir überklettern manchmal kleine Felserhebungen, manchmal können diese umwandert werden. Alles in allem ein wunderbarer Fels zum Greifen und Sich-Bewegen. Auf der Spitze des Zitterklapfens (2.403 m) sind schließlich nur mehr wir drei, und zwei große Raben, die sich als Dohlen ausgeben. Die Blicke in alle Richtungen sind fantastisch, und wir können gar nicht aufhören, alle Gipfel zu benennen, auf denen wir schon gesessen sind. Der Blick ist so gut, dass wir die Berner Alpen zu sehen glauben.

Der Grat am Zitterklapfen ist oft breit genug, manchmal mit schönen Blicken in die Tiefe

In der näheren Umgebung haben wir im Westen das Zafernhorn, das Glatthorn, das Portlerhorn, im Norden die Kanisfluh, das Lug, Hirschberg und die Niedere, im Osten streift unser Blick den Toblermann und die Hochkünzelspitze, und nach Süden sehen wir auf das Plateau des Gadentals und hinein in das Tal zur Klesenzaalpe.

Der Abstieg ist schön und luftig, und eher im Bereich des Geröllfeldes rutschig. Gute Bergschuhe sind hier Pflicht. Zum Ausklang gibts noch einen Kleinigkeit in der Bergkristallhütte, bevor es mit den Rändern nach Au flott zurückgeht.

Der Abstieg zog sich wie immer, war aber landschaftlich sehr schön

Bikers Heaven – Tag 2

Nun, Tag 2 (Tag 1 hier) unserer 3-Tages-Tour quer durch den Mittelpunkt Vorarlbergs, und damit können ja nur die Berge gemeint sein, und vielleicht auch die Kühe samt Weiden, er begann um 5.00 morgens mit einem Blick aus dem Stockbett hinaus in Richtung Spulersee. Der lag einfach da, noch ziemlich im Nebel, und sonst nichts. Eine Stunde später war keine Wolke mehr zu sehen, wir schon am Packen, damit wir um 7.00 als erste beim Frühstück und gleich darauf auf’m Sattel waren.

Ein Nachwort zur Ravensburger Hütte: gemütlich, das Essen vielfältig wenn auch nicht gerade preiswert, und nette Hüttenleute. Für unsere Bikes gab es aber keine Garage. Wie auch immer, beide Räder waren noch am nächsten Morgen da, und wir 20 Minuten später auf dem Stierlochjoch (hier eine Abfahrt mit den Tourenski) vor der Abfahrt nach Zug. Der erste Teil entpuppte sich als Schiebestrecke – zu steil und mit zu groben, zu großen Schotter übersät. Den Helm ließen wir trotzdem auf’m Kopf – von den Wänden des Unteren Schafbergs knallten immer wieder Steine und Felsstücke herunter. Ab der Stierlochalpe ging es dann aber ohne große Probleme Down-Hill-Kamikaze bis zur Lech bei Zug.

Ein empfehlenswerter Weg entlang des Baches führte dann geradewegs nach Lech. Auch im Sommer hier ein wenig Glamour, interessierte uns aber nicht die Bohne, nur die Abzweigung nach Oberlech. Der Weg hinauf, naja, rund 500 Höhenmeter waren nicht allzu fordernd, die Straße war fein, kein Verkehr und auch keine Hitze um 8.00 morgens. Über Oberlech ging es dann in wenigen Windungen auf Tannegg, dann durch das Gebüsch voller Rinder und einem prima Schuß bis zum Auenfeldersattel. Hier kam einfach das Beste: mit Vollgas durch das Auenfeld, unterhalb vom Körbersee mitten ins Dorf Schröcken. Sensationell!

Schröcken hielt uns nicht lange, und auch nicht die B200 bis Au / Schoppernau, die war in wenigen Minuten erledigt. Auch hier: kaum Verkehr ins Tal, trotz Samstag Vormittag. Nun, in Au die Vorräte aufgefrischt, ging es dann doch qualvoll die Damülser Straße hinauf. Qualvoll, weil nun Hitze, und auch Deutsche und Holländer mit Schneckentempo neben einem herfuhren, die Motorräder aber uns mit 2 cm Abstand mit 100 überholen mussten.

Naja, alles hat ein Ende, und hier kam es nach 4 km, denn dann bogen wir ab in einen Güterweg, der sich zwar zog und zog, aber schließlich vor dem Berggasthof Edelweiss ein Ende hatte. Zumindest für uns und für diesen Tag. Oder zumindest für unsere Räder und für diesen Tag. Denn wir hatten nicht genug, wollten noch den Gipfel, die Kanisfluh, also hinauf, und hinunter, und dann gab es doch noch das Schnitzel und die Nudeln. Für 1.300 Höhenmeter, 5 Stunden Fahrzeit und keine Ahnung wieviel Kilometer, auf jeden Fall ein paar, war das auch verdient. Und 500 Höhenmeter zu Fuß hätte ich ja fast noch vergessen.

Abschließend, das Gasthaus: sehr romantisch gelegen, kaum Übernachtgäste und eine nette Wirtin, Spitzen-Koch und ein Radler, für den hätte ich noch mehr zahlen können. Egal, geschlafen hatten wir prima, und Heißwasser gab es auch. Was will man mehr, außer Tag 3?