Posts

Impressionen aus Alesund

Der heutige Skitag am Kolastinden war recht kurz, ein Ruhetag sozusagen. Dazu gehört neben Sauna, Körperpflege auch ein Stadtrundgang in Alesund. Es liegt wunderbar gelegen, umgeben von Wasser von drei Seiten. Uns gefällt es hier. Hier einige Impressionen… bevor es weiter Richtung Romsdalen zum Skjervan geht.

alesund
alesund
alesund
alesund
alesund

Den Vormittag am Kolastinden

Der Slogen liegt hinter uns, und damit auch Saebo. Wir fahren nach Orsta, schauen uns die Stadt an und genießen das feine Wetter. Erst am Abend fahren wir wieder auf die andere Seite der Halbinsel, über eine vereiste Dirt-Road-Piste zum Nachtplatz. Direkt neben der Aufstiegsroute zum Kolastinden. Die sternenklare Nacht wird wieder frisch, der Trick mit dem Kühlschrank funktioniert, allerdings nicht mit Olivenöl, welches wieder vollständig gefriert.

kolastinden

ein Klassiker: der Morgen-Blick aus dem Büssle – klarer Himmel, vereiste Innenscheiben

kolastinden

und auf zum Kolastinden!

Am Morgen haben wir wieder einmal sagenhaftes Wetter. Beate schlüpft wie immer im Schlafsack vom oberen in den unteren Stock und beginnt mit dem Teekochen. Ich mache das Auto abreise-bereit, und dann müssen wir auch schon in die kalten Ski-Sachen. Es gibt nichts zu meckern. Ein paar Löffel warmen Porridge, und schon stehen wir draußen in den Ski. Auch die Skispuren sind heute recht markant, genauso wie die Wegführung insgesamt.

kolastinden

schöne Passage mit anschließendem Felsdurchschlupf

Wir marschieren also in unser Tälchen oberhalb von Standalhytta, staunen ob der Berglandschaft hier, nehmen die eine oder andere kleine Steilstufe und stehen vor einer uns umfassenden Bergarena. Links ein Steilgletscher mit Eisfeldern, rechts senkrechte Felsgrate, und mittig unser Weg über hügeliges Terrain bis zum Talschluss.

kolastinden

der Kolastinden in Sehweite

Skitechnisch anspruchsvoll wird die Tour nie wirklich, ein paar steile Quergänge zu einem Felsdurchschlupf, dann wieder einige Meter über Gletscher, und schließlich der Steilanstieg zum Skidepot. Dort ist erstmal kleine Pause, die Sicht ist fantastisch, und wir entdecken zum ersten Mal andere Skitourengeher, weit entfernt in einem Paralleltal. Windstille, Sonnenschein. Wir steigen zu Fuß die letzten 30 Höhenmeter hoch, erklimmen den scharfen Grat, stehen wenig später am Gipfel des Kolastinden (1.432 m). Nach Westen geht es markant in die Tiefe. Das Leben ist gut. Die Tage hier sind wie in einem Wunderland. Wir bewegen uns in den Bergen wie in einer Seifenblase, in der es nur Sonnenschein und gute Tourenbedingungen gibt.

kolastinden

steiler Gipfelaufbau, später zu Fuß zum Gipfel

kolastinden

Blick vom Kolastinden in die Tiefe

Die Abfahrt ist lässig. Pulver oben, auch über den Gletscher, dann kurz Harsch, später wieder locker oder soft-schwer. Wir brausen hinunter. Am Parkplatz dann ein Schwätzchen mit einem Filmemacher aus Bergen, der hier eine Doku dreht. Wir tauschen Bergweisheiten und Geheimtipps aus. Nach einer halben Stunde trennen wir uns – er fährt ins Krankenhaus zu einem Freund, der beim Pinkeln vom Balkon aus dem 2. Stock gestürzt ist. Mehr wollen wir nicht wissen und wünschen viel Erfolg mit seiner Berg-Doku. Wir fahren weiter nach Festoya, erwischen die Fähre nach Solavagen, und steuern das einzige Hallenbad weit und breit an. Körperpflege ist angesagt. Aber auch die einfachsten Dinge können manchmal schwierig sein, da unser Duschbad immer noch gefroren ist… Da hilft nur eins: es mit in die Sauna nehmen. Sauber und gepflegt geht es dann an die Wasserfront von Alesund.

Slogen: eine Pralinen-Tour

In Saebo hatten wir es uns gemütlich gemacht – im lokalen Camping eine Hütte gemietet und den langen Nachmittag ausgekostet. Wieder fit steht man locker am Ski für den nächsten Berg. Nicht bevor man allerdings per Fähre den Fjord quert. Was für ein Start in den Tag! Wolkenloser Himmel, der Fährmann und wir. In Urkedalen suchen wir den Einstieg in die Route zum Slogen (1.564 m). Diesmal haben wir nur eine sehr grobe, norwegische Beschreibung, aber kein Gipfelfoto und nur einen kleinen Kartenausschnitt. Wir gehen also auf gut Glück, oder um Forrest Gump zu zitieren, so eine Skitour ist “wie eine Pralinenschachtel, man weiss nie, was man bekommt”.

slogen

Blick nach Seabo

slogenEinstieg ins lange Tal

Der Start läuft gut an – wir finden ein Hinweisschild, folgen einigen Skispuren. Kommen zu den ersten Hütten, dann weiter durch ein mäßig ansteigendes, tief verschneites Tal. Das Tal zieht sich, es wird immer länger. Den Slogen machen wir aber schon von Weitem aus. Zunächst vom Westen, irgendwann stehen wir im Süden, und letztlich betrachten wir seine Ostflanke. Wir überqueren den gefrorenen Isavatne (See), steigen dann auf die Ostschulter hoch. Hier sieht der sehr zerklüfftete Berg Skitauglich aus. Je näher wir über den Wechten-übersäten Grat zum Gipfelhang entlang marschieren, desto steiler wird dieser. Hier treffen sich alle Routen aus Süd, West und Ost. Wir gehen noch ein Stückchen weiter, testen die Steilheit aus. Auf einem der vielen Schultern oder Vorgipfel machen wir für heute Schluss. Die letzten 150 Höhenmeter sind sehr steil, und der nun in voller stehende Hang könnte Ärger machen. Wir fellen ab und fahren oberhalb des erwähnten Sees retour.

slogen

Rechts hinten unser Ziel: Slogen

slogen

die Nordwand

slogen

extrem steiler Gipfelhang

Auf halber Höhe der Abfahrt entdecken wir Ost-seitig des Slogen noch einen weiteren Gipfel, den wir nicht benennen können, aber besteigen. Die Aussicht zum Fjord und nach Urkedalen ist gewaltig. Die Abfahrt wird wie gestern ein Mix aus Harsch und Pulver, dann etwas Sulz. Alles passt, die Fähre bringt uns wieder nach Saebo, und dann zurück nach Orsta. Morgen soll es auf den Kolastinden und den Nordre Saestretind gehen, mal schauen ob Tour Nummer 4 wieder wunschgemäß klappt! Norwegen ist einfach geil…

slogen

Blick von einem unbekannten Gipfel zum Fjord und Saebo

Lang und schön: Skarasalen

Von unserem ersten Norwegen-Gipfel, Skala, geht’s zunächst ein paar Fjorde und Seen weiter. Die beiden lassen sich nur schwer unterscheiden, aber die einen sind eisfrei, die anderen noch mit einem festem Panzer überzogen. Wo wir auch hinkommen, sehr idyllisch und viele kleine Kulturlandschaften inmitten gewaltiger Natur aus Fels, Meer und Wald. In Volda und Orsta verbringen wir ein paar Stunden der Recherche und des Kaffeetrinkens, dann geht’s weiter Kvistad, einer kleinen Ortschaft in der Nähe von Saebo: der Ausgangspunkt für die nächste Tour.

skarasalen

Von Kvistad geht’s lange ins Tal…

Die Nacht wird frisch. Minus 11° C berichtet später der Ladenbesitzer in Saebo. Der Wassertank ist uns eingefroren, und die Heizung ist auch ausgefallen. Das Obst und Gemüse ist ebenso gefroren. Wir werden nun die heiklen Waren demnächst im Kühlschrank aufbewahren – jener Ort im Auto, der am besten isoliert ist. Naja, trotzdem schlafen wir mit offenem Dachzelt. Die Schlafsäcke sind definitiv winterfest. Das Herauskriechen am nächsten Morgen ist dann wie immer eine ganz andere Geschichte. Aber ein Schluck heißen Tee und etwas warmen Porridge bringt uns auf Trab. Wenig später marschieren wir schon die Ski am Rucksack zum Startpunkt.

skarasalen

endlich ein paar steilere Passagen

skarasalen

schon am breiten Rücken zum Gipfel

Von Kvistad führt ein recht breiter Traktorweg Richtung Blahornet. Er ist lang und steigt mäßig an. Genau richtig, um aufzuwärmen und erste Sonnenstrahlen zu erhaschen. 600 Höhenmeter weiter biegen wir in einen steilen Südhang ein. In vielen Kehren steigen wir hoch. Der Schnee trägt gut, und wir müssen nicht viel nachdenken, denn wir folgen einer breiten Spur. Es geht durch eine sehr breite Rinne hoch bis zum Grat, der auf der anderen Seite steil und felsig zum Storfjorden abfällt. Über den breiten Rücken schieben wir die Ski dann noch ein paar hundert Meter bis zum Gipfel des Skarasalen (1.542 m). Die Aussicht ist gewaltig, und wir scheinen die einzigen Skitouren-Geher weit und breit zu sein. Auch sehen wir über den Fjord nach Lekneset, wohin wir morgen die Fähre nehmen wollen für unsere dritte Tour hier in der Gegend.

skarasalen

Blick zum Jorundfjord

skarasalen

super gsi!

Die Abfahrt ist von unterschiedlicher Güte. Oben sehr pulvrig in einem langen, steilen Hang. In der Rinne etwas harschig, teils hart, teils weich. Im Wald wiederum tief und soft. Wie auch immer, das Wetter war prächtig, die Einsamkeit absolut, und die Szenerie einzigartig. So kann es weiter gehen, auch mit Minus 11° C in der Nacht.

skarasalen

und ab zum Büssle!