Posts

Pizol: Die mit dem Liftticket winken

Endlich ein Tag nach unserem Geschmack: 2.000 Höhenmeter, eigene Spur ziehen, Einsamkeit. Noch dazu grandioses Bergwetter mit Sicht. Also: von Valens (934 m) zunächst marschierend und Ski am Rucksack entlang des Sagentobels bis zu Punkt 1387 auf der Valenserberg-Straße. Von dort nun mit den Ski unter den Füßen gemütlich bis zum Obersäss (1.854 m). Ab hier wird richtig gespurt, ein steiler Südhang gequert und dann durch das Bachbett der Valplona gleichmäßig aufsteigend bis zu den Wildseeluggen (2.493 m). Dieser Sattel ist das Tor zum Pizol. Dieses benutzen nun aber auch diejenigen, die von der nahen Bergstation der Pizoler Sesselbahnen herüber kommen. Ab hier heißt es also keine Gämse mehr.

pizol

die ersten 400 Höhenmeter erwandert

pizol

dann gibts kein Halten mehr…

pizol-3

Wegsuche und Spurenanlage oberhalb des Obersäss

Es geht kurz steil zum Wildsee hinunter, dann flach gegen den Talschluss nach Süden. Hier fehlt nur mehr der etwas steilere Gipfelhang, und schon stehen wir am Skidepot. Nur mehr zu Fuß, recht unproblematisch einmal um den Berg und von Südwesten zur Spitze hoch. Bei einigen glatten Felsen helfen die angebrachten Sicherungsseile. Vom Gipfel des Pizol (2.844 m) überblicken wir den Kanton St. Gallen mit der Alvier-Gruppe, den Churfürsten, und sehen ins Prättigau hinein. Auch der Ost-Bodensee ist von hier gut zu sehen. Wir fahren kurze Zeit später ab, und kehren entlang unserer Aufstiegsspur bis nach Valens zurück. Niemand sonst hat diese Aufstiegsvariante gewählt. Stattdessen per Sesselbahn unter den Pizol gehievt. Oder am Gipfel mit der Liftkarte gewinkt. So ist das am Pizol.

pizol-4

noch ein gutes Stück unterhalb der Wildseeluggen

pizol-5

für den Club Andino de Bariloche auf Pizol-Expedition

Herbstliche Kletterei am Mattstock

In Kanada sind wir leider nicht zum Klettern gekommen. Und die meiste Ausrüstung wartet nun im Büssle in Anchorage auf uns. Etwas improvisiert und entfremdet geht es daher heute zum Mattstock über dem Walensee. Wir marschieren in ca. 1h15 von Amden (903 m) zum Einstieg der Südostwand Platte. Um 11 Uhr sind schon einige andere Seilschaften vor Ort, wir wählen deshalb die am wenigsten frequentierte: den Wasserrillenweg.

mattstock-1

in den Wasserrillen

Wie der Name schon verspricht, kraxeln wir mehrere Seillängen in Wasserrillen. Die Route ist gut abgesichert, braucht keinerlei Keile oder Friends. Hätten wir auch nicht. Wir sind bald oben. Der Blick auf den Walensee ist unbeschreiblich. Nun folgen wir dem Grat zum Gipfel des Mattstocks. An manchen Stellen muss abgeklettert werden, und sonst rufen die vielen Latschen am Grat zur Vorsicht. Am Gipfel (1.935 m) bleiben wir, bis die Jause aufgegessen ist. Das fällt leicht, denn hier oben ist keine Hektik und das Wetter ist angenehm. Der Hatsch hinunter ist zwar etwas lästig, aber wie heißt es so schön: “Nach oben ist freiwillig, nach unten ist Pflicht”.

mattstock-2

der nette Grat von der Südwestplatte zum Gipfel

Fulfirst als Wochenend-Ersatz

Das Osterwochenende war vor allem eines: voller Arbeit. Den ganzen Tag am Computer zu sitzen (außer den besagten Trainingsaktivitäten) ist öde und drückt gewaltig auf die Stimmung. Man sieht ja nur das Büro, ernährt sich von Osterhasen und wenn man auf die Uhr aufblickt, ist schon fast der ganze Tag vorbei. Eine kleine Entschädigung gab es deshalb heute: Beate kommt vom Nachtdienst, ist aber fit genug für eine Tour. Also hinauf zu einem Gipfel, den wir noch nicht kennen und immerhin noch in einer gewissen Nähe ist: der Fulfirst.

fulfirst

der Gipfel des Fulfirst (li)

Nach dem Osterwochenende hoffen wir auf Ruhe in diesem sonst sehr überlaufenen Skitourengebiet. Tatsächlich finden sich am Malbuner Berghaus (1.365 m) nicht einmal ein Dutzend Fahrzeuge. Der Hang ist zwar saftig verspurt, aber hier oben herrscht die Sonne, und ich atme frische, kalte Luft. Schnell sind wir im Waldabschnitt, dann durch das hügelige, meist abgeblasene, aber heute sulzige Schneegelände. Wir kommen schnell voran, auch wenn es heute schon sommerlich warm ist. Nach nicht einmal zwei Stunden schlagen wir unser Skidepot auf, nachdem wir auch den steilen, aber pulvrigen Gipfelhang passiert haben. Der Gipfel des Rosswies sieht von hier recht eindrucksvoll aus. In fünf Minuten sind wir am Gipfel des Fulfirst (2.384 m): zunächst leicht im guten Trittschnee auf den Grat, dann etwas rutschig bis nach oben. Die Sicht herausragend: Alvier, Gauschla, Schafwies, Säntis, Altmann, Madchopf. Im Rheintal ein Nebelmeer.

fulfirst

der letzte Anstieg zu Fuß zum Gipfel

Die Abfahrt ist oben steil und fein, im Mittelteil in Schattenlagen überraschend trocken, im Wald etwas zerfahren. Nicht übel für einen Osthang kurz nach Mittag. Ich habe Luft getankt, Energie und ein Lächeln. Die Berge geben einem viel zurück. Und Beate.

fulfirst

schöne Tiefblicke

Regeneration? Dann Schafwies!

Ein etwas verzwickter Sonntag-Morgen war das. Die Wetter-Situation hat unseren 2-Tages-Plan mit Winterraum-Übernachtung durcheinander gebracht, genauer gesagt der Anstieg der LWS auf “3” in den südlichen Alpen. Lösung: heute Regeneration dank eher schlechtem Bergwetter, Montag wieder Skibergsteigen mit Stil wie am Samstag (Drusenfluh). “Regeneration” ist bei uns aber kein Besuch irgendwelcher Wellness-Absteigen, sondern der Weg hinaus. Die Wahl fällt aufgrund der fortgeschrittenen Morgenstunden auf ein relativ nahe gelegenes Tourengebiet: Wildhaus.

schafwies

gemächlicher Februar-Sonntag am Schafwies

Unterhalb der Alpe Laui (Parkplatz auf ca. 1.000 m) starten wir los und biegen vor der Alpe links hoch ab. Dank fetter Spur ist der Weg eigentlich nicht zu verfehlen, trotz der miserablen Sicht und leichtem Schneefall um 11.00 vormittags. Bei schönem Wetter ist das wohl eine Massentour. Für uns aber gerade richtig, denn wir haben in etwas Entfernung zwei Tourengeher als Begleitung und später kommen uns noch fünf Abfahrer entgegen. Das war’s.

schafwies

der Ost-Abbruch am Schafwies

Der Aufstieg ist durchgehend recht steil, aber da die Hänge auch ordentlich Breite haben, fällt die Neigung nicht so auf. Insgesamt sind einige Steilstufen zu überwinden, am spektakulärsten vielleicht der Felsabbruch östlich des Gipfels. In dichten Wolken und Schneeschauer erreichen wir das Gipfelbuch am Schafwies (1.986 m) ohne irgendwelche Schwierigkeiten. Von den anderen Gipfeln sehen wir heute so gut wie nichts – weder SäntisAltmannWildhuser Schafberg noch Stockberg.

schafwies

Das Gipfelkreuz nur noch 20 Meter entfernt

Die Abfahrt ist zunächst etwas verhalten, da die Bodensicht gegen Null tendiert. Etwas später wird’s besser und wir heizen die Steilhänge herunter, trotz schon schwerem Schnee mit einer Schicht Harsch darunter. Das Gelände ist auch schon reichlich verfahren, aber im Steilgelände finden sich immer wieder feine Lücken. Empfehlenswerte Tour als Schlechtwettervariante.

Stoss: Piazen am Nachmittag

Vor wenigen Tagen sind wir mit den Bikes daran vorbei gefahren. Und da kam der Gedanke, dort mal etwas zu verweilen. Oder noch besser: die Kalkwände auszutesten. Von der Alp Laui (1.072 m) geht’s erstmal gemächlich ins Talende Richtung Schafberg / Säntis. Die Sonne brennt schon herunter, wir sind spät dran, weil Beate von der Nachtschicht zurück kommt. Wie sie das macht, ist mir sowieso ein Rätsel. Aber wenn wir mal unterwegs sind, dann zählt das nicht. Ich will nach oben.

alp-laui

Blick auf die Alpe Laui

Nun schlängelt sich die Straße in die Höhe. Die Alpe Troosen (1.327 m) erreichen wir schon recht verschwitzt. Hier tummeln sich Wanderer und Älpler. Wir steigen weiter, gehen über Schotter zum Wandfuss des Stoss (2.111 m). Der Einstieg zu unserer Route (“Familienroute” nennt sich das, wenn man im schwachen 6. UIAA Grad hinauf möchte) finden wir leicht (1.590 m).

stoss

in der zweiten Länge

Wie im Schlaf legen wir Klettergurt, Helm, Kletterschuhe an. Beate wird die erste Länge machen, dann wechseln wir im Vorstieg ab. Sie bindet die Halbseilenden ein, ich sichere, und schon können wir griffigen Kalk genießen. In der Wand ist auch ab und zu ein Lüftchen zu spüren, so dass die Hitze erträglich bleibt. Am Ende des Tages trage ich dennoch einen roten Nacken heim, trotz schon wieder langer Haare.

stoss

fast schon gegen Ende

Die Kletterei ist Genuß und Herausforderung. Das Klettern in Wasserrillen ist nicht jedermanns, und die Zehen müssen auch etwas unempfindlich sein – sie werden schon oft arg irgendwo hineingepresst. Wir versuchen es mit direkten Varianten, dann ab und zu mit Piazen. Platten sind nicht so meins, aber auch da muss man durch. Schon besser geht es mit den vielen Untergriffen, aber auch das Stemmen und Anpressen taugt. Ganz oben holen wir nun die vor uns kletternde Seilschaft ein, genießen nur kurz die Aussicht, denn es liegen noch gute 4 lange Seillängen zum Abseilen vor uns. Die Friends und Keile haben wir wieder einmal umsonst mitgebracht, die Route ist sehr gut abgesichert.

schafberg

rechts der Schafberg

Als wir dann unten sind, nach einmaligen wieder zurück klettern, weil ein Seilende sich beim Abziehen in einen Spalt gefressen hat, wir der Himmel über uns schon dunkel. Quellwolken schießen in den Himmel, und wir sind schon am Parkplatz, als auch schon der Säntis in einer dunkelgrauen Masse verschwindet.

Immer wieder Wildhaus…

40 km, 1.500 Höhenmeter, viel Asphalt, etwas rutschige Abfahrt – so läßt sich die Runde entlang der Churfürsten am ehesten beschreiben. In der Früh hatten wir noch wechselhaftes Wetter, auf der zweiten Hälfte schon sehr warmes Wetter. Insgesamt kann man die Runde gemächlich angehen, die Orientierung ist recht einfach, wenn man auf die Karte schaut.

MTB Runde entlang der Churfürsten

technisch unschwierige MTB-Runde

Teile der Strecke kannten wir schon von früheren Ausflügen: der Zustieg zum Brisi und Selun, die Fahrt am Gräppelensee, der Aufstieg zum Gamplüt. Ich glaube, die Gegend kennen wir nun. Jetzt fehlen noch ein paar der Churfürsten….

churfuersten

sattes Grün entlang der Churfürsten

churfuersten

eine der vielen kurzen Anstiege

churfuersten

schon auf dem Retourweg, Blick zum Schafberg

Es gibt noch weisse Flecken: Voralpsee

Ich dachte schon, wir haben alles im Umkreis von 50 km abgefahren, abgelaufen, mit den Skiern gekreuzt, abgeklettert. Nein, es gibt sie noch, die weißen Flecken in Vorarlberg und dem Schweizer Umland. Einer davon ist gestern entdeckt worden: der Voralpsee.

voralpsee

kurz vor der Alpe Valspus

Der Voralpsee liegt eingebettet zwischen Wildhaus, den Churfürsten, der Alvier-Gruppe und Grabs im Rheintal. Unsere Route beginnt in Grabs (475 m) und führt über Buchs bis zur Alpe Valspus (1.170 m). Eine erste Abfahrt bis zur asphaltierten Straße, die zum Voralpsee führt, folgt. Kurze Zeit später geht’s bei Stillebrunnen (955 m) wieder hinauf, diesmal auf Güterwegen oberhalb des Sees (1.210 m), dann hinunter zum Ufer und mit der Straße zum Parkplatz beim Kurhaus. Das ist auch die einzige Passage, wo mit etwas Leuten auf dem Weg gerechnet werden muss.

voralpsee

Abfahrt zum Voralpsee

voralpsee

Rennrad-Käppi, Trailrun-Rucksack, 14-Kilo Fully + Vollbart = Anti-MTB-Look in Perfektion

Wir wollen nun den letzten Aufstieg in Angriff nehmen, steigen etwas steiler hoch bis zum Wegweiser Vorderstöcken (1.440 m). Ab hier wird’s wieder lockerer, etwas hinauf und hinab, bis zum höchsten Punkt (1.505 m, Alpe Schwanz). Eine Trailpassage folgt, bis wir über den Schotterweg am Ölberg vorbeiziehen. Nun geht es nur noch bergab, auf breiten Schotterwegen und ab Bachweid auf asphaltiertem Weg bis nach Grabs.

Voralpsee-Runde

die empfehlenswerte Voralpsee-Runde

Die Runde gefiel uns sehr: abwechslungsreich, landschaftlich interessant, und gute Wegeverhältnisse.

Kamor: es stöckelt gewaltig

Das Schlechtwetter ist für kurze Zeit verschwunden, und meine Arbeiten im Osten Österreichs beendet. Das kann nur eines bedeuten: rauf auf die Ski. Beate kommt vom Nachtdienst, ich aus dem Fitnesscenter, und schon geht’s nach Plona (577 m) bei Rüthi im schweizer Rheintal. Schon nach wenigen Metern wird klar: der Schnee ist schwer, feucht und pappig. Bald ziehen wir Schneeblöcke unter unseren Ski am Fell und in den Bindungen hinauf. Es wird lästig und schwer, der Weg bleibt aber schön gemäßigt und gelassen.

hoher-kasten

Einstieg in die Tour

Kaum sind wir aus dem Wald, fängt der Schnee an zu ächzen. Laute Wumm-Geräusche begleiten uns durch die wenigen offenen Hänge. Wir vergrößern den Abstand, laufen und lauschen aufmerksam. Wir stören hier. Die Schneedecke ist nicht entspannt, und wir genauso wenig. Vorsichtig queren wir die etwas steileren Hänge, schleichen uns in lichte Wälder, wo die Schneeschicht besser liegt. Nun ist es nicht mehr fern, wir folgen einer sanften Rinne, und dann hinaus aus diesem Tälchen auf die Straße, die von Kamor nach Stofel (ca. 1.550m) führt.

hoher-kasten

Einheimische als Spurenpartner

Nun schließt sich der Himmel, Wolken nebeln uns ein, im Nichts marschieren wir weiter zum Gipfel des Kamor (1.751 m). Die Abfahrt macht trotz allem – schwerer Schnee, teils Harschdeckel – Spaß. Wir können unsere Spuren ziehen.

hoher-kasten

Endlich da, Abfahrt in wenigen Minuten

Pulvertraum am Gonzen

Uh, heute hatten wir so eine klassische Lawinenunfallsituation: gestern viel Schnee und starken Wind, heute schönstes Wetter und Wochenende. Viele Leute tummeln sich auf den Bergen, und der noch nicht gesetzte Schnee wartet auf seine Auslösung. Also ging es bei uns auf eine recht sichere Route, von Trübbach (489 m) hinauf zum Gonzen (1.829 m).

gonzen

Noch “im Tal”, das Wetter prächtig

Die Route bis zum Berghaus Gonzen (1.478 m) kannten wir schon von einem früheren Ausflug auf den Tschuggen. Von hier teilt sich ein wenig später die Spur Richtung Nordgrat des Gonzen, der zunächst breit, später schmaler durch Latschen in einem Bogen sich bis zum Gipfelkreuz hinaufwindet. Am Grat war der Schnee schon recht abgeblasen, aber fürs Hinaufsteigen immer noch ok.

gonzen

Am Nordrücken zum Gonzen hinauf

Für die Abfahrt wählten wir die steile Variante über die Alpli, was sich als sehr geniale Entscheidung herausstellte. Steile Hänge mit tiefem Schnee, der locker und leicht trug, aber dennoch nicht abrutschte. Wir hatten bestimmt 900 Höhenmeter beste Pulverstrecke, wir konnten es nicht fassen. Wenn dieser Winter so weiter geht, dann wird das ein Jahrhundertwinter! Erst ungefähr ab dem Skihaus Lanaberg waren die Hänge mit einer dünnen Schneeschicht versehen – bei einer rassigen Fahrweise grub man schon die Wiese an…

Herbstrunde Rennrad II: Herisau

Eine zweite, sehr angenehme Rennradrunde (siehe hier die erste), die wir an diesem langen Wochenende gemacht haben, ging ins Appenzell. Eine hügelige Partie ist es geworden, ca. 75km lang mit lockeren 1.100 Höhenmetern. Wer etwas für’s Auge will, wenig Verkehr sucht und mal was Neues entdecken will, der fährt nach Herisau:

Rennrad Appenzell St.Gallen

Durch die Kantone Appenzell und St.Gallen

Uns gefiel’s, wir kommen gerne wieder!

Rennrad Herisau

Das Herbstwetter nützen…

Appenzell

… der Winter kommt noch nicht!

Nachgeholt: Säntis-Runde per Rennrad

Was Beate schon im April vorgelegt hatte, konnte ich heute nachholen: eine feine Runde um den Säntis, per Rennrad. Die genaue Routenbeschreibung findet sich im April-Post, allerdings war mein Start- und Endpunkt nicht Altstätten, sondern Lustenau. Dadurch verlängert sich die Strecke um etwa 20km.

säntis

Auffahrt zur Schwägalp, im Bild Wolken um den Säntis

Mit dem Mountainbike gibt’s eine etwas andere Runde, nicht ganz so lang, aber mehr Höhenmeter in Summe.

Garmil: eine Pulverschnee-Abfahrt

Leider haben wir in den heimischen Bergen immer noch recht ungünstige Skitourenbedingungen – sehr viel Schnee, schlechte Haftung, und einigen Wind. Die Alternative: unsere schweizer Nachbarn. Heute: auf den Garmil, quasi der kleine Bruder des Gamidaur oberhalb von Mels (500 m) bei Sargans. Alternativ könnte man von Mels auch eine einfache, schöne Tour zum Hüenerchopf (2.171 m) gehen.

Blick zur Alviergruppe (rechts) und Hinterruck (über dem Wallensee)

Der erste Abschnitt der Tour führt über Forstwege und später Wanderwege durch Wälder und gelegentliche Lichtungen mal flach, dann wieder ordentlich ansteigend auf ein erstes Plateau bei der Alpe Ebenwald (1.411 m). Hier könnte man zum Gamidaur abzweigen, aber heute war auch hier aufgrund der Steilheit der Gipfelhänge eher davon abzuraten. Stattdessen ging es rechts meist über freie Hänge und später entlang einer Kante bis zum Gipfel des Garmil (2.003 m) hinauf.

Aufstieg nach der Alpe Ebenwald

Die Aussicht vom Garmil ist schon nicht schlecht: gleich benachbart die Pizolbahnen und der Pizol (2.844 m), auf der anderen Seite der Gamidaur, und weiter nördlich die Alviergruppe (mit Tschuggen, Hurst, Alvier, etc.). Man sieht sogar den Bodensee.

Die Abfahrt war nun das Beste der ganzen Tour heute. Sehr welliges Gelände, inkl. fantastischem Pulver, nicht zuviel, nicht zuwenig. So macht Abfahren Spaß!

Spurensuche am Stockberg

Eigentlich wollte wir heute keine Übungseinheit für unsere Adventure Race Renn-Saison absolvieren, aber es kam wie es kommen musste:

  • Schneekettenanlegen
  • Spurensuche
  • Geländekunde und Orientierung
  • Blindfahren (Nachtfahren ist ein Luxus dagegen)

Die Anfahrt nach Stein (835m) bei Wildhaus und Alt St.Johann (Heimatgemeinde von Simon Amann) / Schweiz war schon ein kleines Abenteuer. Keine Wege geräumt, Autobahnausfahrten Wälle aus Schnee, und dann noch rutschige Straßenoberfläche, die Schneekettenanlegen erforderlich machten.

In Stein selbst hieß es zunächst den Einstieg finden, und der Spur folgen. Leichter gedacht als dann exekutiert: Hin und wieder sah man so etwas wie eine Aufstiegsspur, ein Schatten, eine Wanne, vielleicht mal ein weitentferntes Schema. Was in der Weite (10m) gewisse Ähnlichkeiten mit Schi- und Stockspuren hatte, war aus der unmittelbaren Schispitzennähe überhaupt nichts. Einfach nur weiß, keine Konturen, kein Kontrast, vielleicht ein wenig härtere Unterlage. Es hieß mit Gefühl laufen, auf die Fußsohlen hören. Hohe Wolken, heftiger Schneefall und rasch-wechselnde Nebelbänke erinnerten ein wenig an den gestrigen Tag am Hurst.

Am Gipfel hieß es rasch die Felle abnehmen und herunterdüsen

Mit Spurensuche, eigenem spuren und sich orientieren dauerte der Aufstieg länger als gedacht. Nach 2,5 Stunden erreichten wir den Gipfel des Stockberg (1.781m, Alpstein-Gebirge) oberhalb des Rissipasses. Der scharfe Nordwind ließ uns aber keine Sekunde länger am Grat verweilen. Kein Schaden, denn der Gipfelhang mit gut 250m steiler Piste war trotz Südostexposition pulvrig ohne Ende. Erst im untersten Teil der Abfahrt (kurz oberhalb von Stein) bekamen wir den harschigen Untergrund ordentlich zu spüren.

Mitten in die Wolken: Hurst

Trotz relativ schlechter Aussichten für heute ging es dennoch in die Höhe, diesmal wieder in die Schweiz, um der Lawinengefahr auf heimischen Bergen auszuweichen. Wie schon die letzte Woche besuchten wir die Alviergruppe: nach Rosswies, Chapf und Tschuggen starteten wir von Buchs (450m) aus zum Hurst.

Blick ins Rheintal – eine Nebelsuppe, die uns einfing

Bei Schneefall ging es die ersten hundert Höhenmeter über Wiesen und vorbei an zahlreichen Bauernhöfen gemächlich hinauf. Erst oberhalb von 1.000 m kamen wir zunehmend in dichte Bewölkung. Die Sicht wurde zunehmend schlechter, und ab einem Zeitpunkt folgten wir einfach nur mehr der Spur, mit Sichtweiten von rund 10 Meter. Da wirkt der Aufstieg fast wie ein Weg zur Trance: den Blick gesenkt auf die Skispitzen, die linke nach vor, dann die rechte, dann die linke, … und so fort, tausende Male. Das ist ein Takt, der tranceartig wirkt, wenn man um sich nichts als nur etwas Helles wahrnimmt. Das erschwert sogar die Fähigkeit das Gleichgewicht zu halten.

Nun, gut dass jemand vor uns gelaufen sein muss, denn wir liefen einer Spur nach, als zwei einsame Gestalten stumm den Berg hinauf und mitten in das Herz dieser den Berg umgreifenden Wolke. Wir liefen so leise, dass uns eine Gams in wenigen Metern Abstand überrascht ansah, was wir denn bei diesem Wetter auf ihrem Hang denn verloren haben. Für uns natürlich eine angenehme Flucht aus der Monotonie des Nebels, für sie eine Ruhestörung. Eine halbe Stunde später erreichten wir den Gipfel des Hurst (1.970m) nach rund 2,5 Stunden Aufstieg.

Erst kurz vor Ende der Abfahrt fuhren wir nicht mehr blind

Auch hier wollte die Sonne nicht, auch wenn sie sich schon langsam daran machte, die Wolken weiter nach unten gegen das Tal zu drücken. Eine halbe Stunde später, und wir hätten uns sonnen können. Aber wir fuhren dann doch rasch ab – ein älterer Local wartete am Gipfel schon auf uns, um gemeinsam herunterzuwedeln. Die Sicht war extrem schlecht (kein Blick hinauf zum benachbarten Alvier), so dass wir gerne dem ortskundigen Skitourenfreund nachfuhren. Ohne ihn hätte die Tour sehr umständlich werden können. Trotzallem: der Schnee war oben perfekt, weiter unten schon schwer. Uns gefiel’s. Und um 13.00 saßen wir schon zuhause am Tisch: geduscht, gegessen und 1.500 Höhenmeter in der Tasche. Das ist dann ein anderes Grinsen, dass man zeigen kann.

Traum-Abfahrt vom Tschuggen

Nach dem gestrigen Spaß im Pulverschnee an den Hängen des Chapf versuchten wir unser Skiglück wieder in den Schweizer Ostalpen. Von Trübbach (549m) im Sarganserland ging es noch ein Stückchen motorisiert nach oben, um sich um wenige Parkplätze zu streiten. Wie gestern war der Ansturm gewaltig. Und noch mehr sollten kommen…

Die Tour ging gleich so richtig los, mit einer Spuranlage, die mir gar nicht gefiel: einfach gerade aus, schnurstracks hinauf. Was vielleicht ein paar hundert Meter in der Länge einer Tour bringt, rächt sich mit größerer Steilheit des Anstiegs und einer meist rutschigeren Anlage, die zweifach Kraft kostet. Nun, es ging irgenwie hinauf, über Matug bis zum Skihaus Lanaberg.

Der Nebel wird durchbrochen…

Von dort stiegen wir wieder die Höhenmeter rasend schnell hoch, kamen bei 1.300 m in dichte Wolken, die auch das Berghaus Gonzen einhüllten (von hier geht’s links hinüber zum Nordgrat des Gonzen). Erst kurz unterhalb des Grats zum Gipfel gaben die Nebelschwaden die Sicht frei, mit einem Prachtblick auf die Churfirstenwände. Den Tschuggen (1.880m) erreichten wir nach 2,5 Stunden.

Vom Gipfel des Tschuggen Blick zum Wallensee

Nun, der beste Teil kommt erst. Das ist auch gerecht so, denn der feuchte Nebel, die rutschigen Steilrampen hatten ein wenig auf die Stimmung gedrückt. Die Abfahrt – ohne Übertreibung – die beste des Jahres. Superhänge mit der richtigen Neigung, knietiefer Pulver und manchmal mehr, und einfach so viel unverspurt! Wir fuhren wie die Götter, aber dazu braucht es bei diesen Verhältnissen überhaupt nicht viel. Die Ski trugen uns wie auf Wolken. Erst wie ab dem Skihaus Lanaberg wurde der Schnee batziger, aber das war wirklich völlig wurscht. Man kann es immer noch nicht fassen, dass wir solche Bedingungen erwischt hatten!

Pulver ohne Ende…

Zum Schluss brauchten wir doch noch unsere Lawinenschaufel. Aber nicht für uns, sondern fürs Auto. Wir buddelten uns einen Weg frei, damit die Vorderreifen den ersten Meter richtig greifen konnten…

Schneefall begleitet uns zum Chapf

Endlich wieder mal ein arbeitsfreies Wochenende für Beate, also nichts wie hinauf in die Berge. Auf Grund der geringen Lawinengefährung der Hänge unterhalb des Chapf (2.043m) war unsere Wahl für heute früh entschieden. Der reiche Schneefall der letzten Tage versprach ein interessantes Abfahrtsvergnügen, denn wir hatten die Hänge bei unserem Aufstieg zum Rosswies schon von weitem bewundern können.

Von Grabs (465m) ging es zunächst über mehrere Obstbaumwiesen zu den höher gelegenen Bauernhöfen. Immer schön geradlinig und höhenmeterfressend schraubte sich die Spur in die Höhe. Leider war die Sicht heute schlecht – viele Wolken, und dann manchmal leichter, mal dichter Schneefall verhinderten, dass wir schon früh erahnen konnten, wohin der Weg heute führen würde.

Ein netter Schweizer grüßt

Auch als die Schihütte Gampernei (1.500m) erreicht wurde, konnten wir den Gipfel nicht erkennen. Dafür eine handvoll anderer Tourengeher, die gerade Pause machten. Eine weitere Handvoll, die den Hang über uns erklommen, und vielleicht noch ein Dutzend, dass unter uns herauskam. Was für ein Unterschied zur gestrigen Seelenruhe zum Lank! Später bei der Abfahrt konnten wir sicherlich noch 30 bis 40 weitere Tourengeher auf dem Weg nach oben ausmachen….

Nach knapp 2,5 Stunden erreichten wir den Chapf und hatten rund 1.500 Höhenmeter hinter uns gebracht. Oben pfiff der Wind, die Hände wurden eisig kalt und unbrauchbar, also ging es als bald wieder nach unten. Das war aber auch die richtige Entschädigung, denn der Pulver war trotz verspurter Hänge immer noch prima zu fahren und spaßig zu dem. Wir ließen es so richtig laufen, auch wenn es ein paar Verschnaufpausen zwischendrin benötigte. Die Länge dieser Abfahrt bis zum Autoparkplatz beim Gasthof Glocke ist schon rekordverdächtig.

Seltsame Stimmung den ganzen Vormittag – Blick Richtung Rosswies