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Owens River Gorge: Back to Business im Felsklettern

Nach zwei Tagen Eisklettern oberhalb von Lee Vining geht es für mich zusammen mit Vicente weiter südlich wieder in die Nähe von Bishop. Die Owen River Gorge, ein tiefeingeschnittener, enger Canyon ist von der 395 nicht zu sehen, aber atemberaubend, wenn man an seinem Abbruch steht. Wir steigen über einen steilen Steig hinab und suchen uns einige annehmbar leichte Routen in diesem ausserordentlich umfassenden Klettergebiet.

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ein schönes Wandergebiet: der Owens River

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… mit unendlich vielen Kletterrouten

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Vicente locker im Vorstieg

In der Owens River Gorge wird seit den 90ern im Basalt geklettert und entsprechend auch Routen eingerichtet. Die Sportkletterrouten gehen bis in die höchsten Schwierigkeitsgrade. Für mich, der über ein Jahr lang nicht mehr mit Kletterfinken unterwegs war, eine besondere Herausforderung, Rost abzuwerfen und den Körper wieder langsam an Felswände zu gewöhnen. Die ersten Seillängen sind mühsam. Keine Beintechnik, kein Gleichgewicht, keine Kraft, und kein Vertrauen in sich selbst. Erst als mir schon die Unterarme brennen und die Zehen weh tun, in der letzten Länge einer Riss-Kletterei mit Überhang, da glaube ich zu erkennen, dass alte Bewegungsmuster wiederkommen. Kaum wieder am Boden, aus dem Seil ausgebunden und einen Riegel verzehrt, schaue ich in meine zerkratzten, aufgepumpten Hände und denke über meinen Trainingsplan für das Frühjahr nach. Es hat mich wieder, das Felsklettern. Danke Vicente!

Klettern in Antalya

Nach den wenigen, beschaulichen Tagen an der türkischen Riviera dürfen wir endlich am Fels aktiv werden. Um Antalya herum finden sich zahlreiche Klettergebiete, die sicherheits-technisch recht gut erschlossen sind und ein weites Spektrum an Schwierigkeitsgraden bieten. Das wollen wir ausprobieren.

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Blick auf “unsere” Berge von Antalya aus

Unser Weg führt uns nordwestlich von Antalya nach Geyikbayiri, ein übersichtliches wenn auch zersiedeltes Dorf am Berghang. Die Straße hinauf führt entlang der 35 Sektoren, die sich links und rechts des guten Fahrweges aufbauen. Man kommt aus dem Schauen nicht heraus: überall Wände, Höhlen, Säulen. Insgesamt sind hier 618 Routen erschlossen. Da ist die Auswahl recht groß. Das Klettergebiet ist übrigens sehr gut beschrieben im Führer “A Rock Climbing Guide to Antalya”, der uns gute Dienste leisten sollte.

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in einer der 618 Routen

Die Weitläufigkeit des Geländes verheißt aber nicht, dass man sich hier alleine bewegt. An den Klettertagen hatten wir stets Nachbarn, und manchmal muss man richtig nach einer freien Route suchen. Die großartigen Möglichkeiten, auch bei Schlechtwetter und in den Winter hinein zu klettern, locken viele Kletterfreunde in diese Gegend. Wir hatten sogar Schwierigkeiten, in einen der vielen Kletter-Camps eine Unterkunft zu finden. Erst im Dorf Geyikbayiri fanden wir ein Zimmer auf der Eko-Ranch Rasayana, welches von einer Familie geleitet wird, die sich auf Öko-Produkte ihrer Landwirtschaft spezialisiert hat. Der Garten ist dementsprechend ein Augenschmaus aus Olivenbäumen und Rosmarinsträuchern, dazwischen Granatäpfel und Orangen.

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im gemütlichen Gemeinschaftsraum unseres Guesthouse

Die Kletterei selbst ist zunächst von Schlechtwetter geprägt. Regen, Nebel, dunkle Wolken. Und trotzdem trocknen die Südwände in Regenpausen recht rasch, so dass wir in den wenig geschützten Routen der gemäßigten Schwierigkeitsgraden unsere täglichen Längen absolvieren können. Der Kalkfels erinnerte mit ein wenig an Ferentillo, wobei er noch lange nicht so poliert ist. Die Orientierung gelingt dank Guide recht gut, die Zustiege sind kurz und einfach. Oft warten wir einen kurzen Regenschauer ab, klettern manch feuchte Stelle durch und sind später im Dunkeln im Abstieg. Auf dem Weg zurück zur Ranch essen wir noch bei kleinen, unscheinbaren Restaurants frische Forellen. Im großen Gästezimmer sitzen wir dann noch mit den anderen Kletterern, erzählen uns vergangene Geschichten und schließen Freundschaften. Wir gehen müde ins Bett, die Finger brennen immer noch vom Klettern, die Augenlider schließen sich. Das Leben ist gut.

Mehrseillängen-Routen in den Calanques

Der eher gemütliche Vortrag in Marseille ließ unsere Lust auf Fels und Seil noch weiter wachsen. Der Mistral hatte sich gelegt, mit Kletterausrüstung, Badesachen und einer feinen Tagesverpflegung ging es hinab in unsere Bucht “En Vau”.

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Port Miou bei Cassis, 30 Gehminuten von En Vau entfernt

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die Kletterfelsen um die Bucht von En Vau

Zunächst ließen wir uns auf die fünf Seillängen von La Saphir (6-) ein. Eine schöne Route mit guten Griffen und feinem Fels. Die Route ist prima abgesichert und recht schlicht in der Linie. Friends und Keile braucht es nicht, aber die eine oder andere Schlinge, um die zwei Klebehaken am Stand miteinander zu verbinden, um Redundanz zu schaffen, sind kein Fehler. Wer weiss, was der Salzgehalt in der Luft dem Metall antun kann? Der Abstieg erfolgt zunächst über ein höher gelegenes Plateau und dann in einem weiten Linksbogen wieder in die Bucht zurück. Der exakte Routenverlauf ist, wie schon jene Routen bei St. Raphael, im Kletterführer “France: Cote d’Azur” von Rockfax detailliert beschrieben.

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eine Seillänge noch, dann gibt’s die Bucht…

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schöner Stand in der zweiten Kletterroute des Tages

Standesgemäß musste die Mittagspause am Wasser erfolgen, wenn auch die Sonne nur noch knapp über die Klippen in die Bucht schien. Auf ein Schläfchen konnte ich mich aber nicht einlassen, Beate forderte die zweite Klettertour des Tages, diesmal auf La Sirene (Route Sirène liautard, 5+, 1-2 Friends und Keile sind nicht schlecht). Diese Route hatte ebenfalls 5 Seillängen, war aber etwas criss-cross und oben, nach dem 3 m langen Loch im Pfeiler, musste man durch die Botanik etwas ungemütlich abklettern, um den Stand vor der letzten Seillänge zu erreichen. Meine Route war es nicht, und auch der Ausstieg ist mit viel kratzendem Gebüsch verbunden. Lange Hosen sind empfehlenswert, wenn es nicht zu heiß ist.

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wir konnten es kaum erwarten, wieder ins Wasser zu springen…

Nach der zweiten Rückkehr in die Bucht von En Vau waren überhaupt keine anderen Besucher mehr da, die Sonne schon hinter den Felsen verschwunden, aber wir mussten noch unsere Abendwäsche durchführen. Mit der leicht abbaubaren Seife und Schampoo ging das auch im Salzwasser rasch und unkompliziert. 45 Wander-Minuten später machten wir unseren Bus reisebereit und verließen die Calanques von Marseille in Richtung Camarque.

Klettern & schwimmen in St. Raphael

Von Sospel über Monaco und Nizza kommend erreichten wir noch am späten Nachmittag St. Raphael (Nähe Frejus). Übernachtet haben wir direkt am kleinen Hafen von Port du Poussai (die Fischer störten auch am Morgen nicht wirklich), hatten unser Abendessen am Strand.

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Port du Poussai

Am nächsten Morgen wollten wir endlich den Fels um uns herum testen – das Klettergebiet “Pilier de Soleil” war angesagt. Die Infos dazu hatten wir aus unserem Kletterführer “France – Cote d’Azur” von Rockfax. Der Zustieg vom Hafen ist sehr kurz – gerade ein paar Minuten. Die Orientierung ist auch nicht schwer, dank des Topos und der breit getretenen Wege.

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An der Kette Blick herab

Der Fels ist super-griffig, fest und an kühlen Tagen fein gegen Süden ausgerichtet (wird im Sommer wohl zu heiss sein!). Die Routen bewegen sich von 3 bis 8, es ist alles da, was man braucht. Keile und Friends sind nicht notwendig, die Route ist bestens abgesichert.  Ein 60 m – Einfachseil genügt.

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fein warm am Fels, sogar der Kaktus wächst hier

Nach dem Klettern gab’s noch eine Runde Schwimmen und faulenzen. Alles sehr ruhig um diese Jahreszeit, da könnte man sich schon eine Weile hier verweilen. Am frühen Nachmittag ließen wir den Hafen und den tollen Fels hinter uns und fuhren nordwärts ins Hinterland der Provence in den größten Canyon Europas.

Im Klettergarten Schollberg

Einen schönen Einsteig in ein sehr anstrengendes Wochenende versprach der Klettergarten Schollberg bei Sargans. Unterhalb des Gonzen an einer etwas unscheinbaren und doch recht stark befahrenen Stelle zwischen Sargans und Trübbach finden sich insgesamt gut 50 Routen mittlerer Schwierigkeitsgrade (wer Klettergärten in Vorarlberg sucht, schaut hier nach…)

Heuer hatten wir nur wenige Male das Kletterseil auspacken können, doch an diesem Abend kletterten wir bis es dunkel wurde. Es folgte die erste von insgesamt drei Büssle-Nights in der Schweiz.

Der nächste Tag führte uns ins Prättigau, für einen langen Tag hinauf zur Sulzfluh.

Abendklettern am Pocksberg

Ein zwar sehr gut besuchter, aber schöner Klettergarten in Mäder: der Pocksberg. Diesmal war Barbi mit von der Partie und schlug sich wacker. Ja, jeden Tag sollte man gut ausnützen. Und das war so einer.

Kletterkurs mit Helmut

Gestern war sozusagen Abschlußabend, beim Kletterkurs. Helmut, unser Bergführer und Klettermeister, hatte uns über vier Abende im Fels nicht nur ziemlich viel beigebracht, sondern auch ordentlich viel Lust auf mehr Wände gemacht. Das wird sich wohl in weiteren solchen Postings niederschlagen.

In Schwarzenberg, Au und Mäder gab es alle Schwierigkeitsstufen, die Beate und ich so gerade noch schaffen konnten. Am besten taugt uns natürlich das Vorsteigen, aber auch TopRop fürs Experminentieren ist eine coole Sache. Das Abseilen ist mittlerweile eine alter Hut. ;D