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Die Sella-Runde: ein Südtirol-Klassiker

Ein lang ersehntes gemeinsames Wochenende hatte ein Thema: Rennradfahren. Die Wahl fiel auf Südtirol mit den drei Klassikern: die Sella-Runde, die Marmolada-Runde und die Bozner-Hausrunde mit dem Mendelpass. Die Anreise am Vortag hatte einen kurzen Stopp am Klettersteig in Arzl gebracht, um sich die Beine zu vertreten und die Arbeitswoche abzuschütteln. Dann bogen wir aber ins Grödnertal ein, um die Nacht in Wolkenstein zu verbringen, den Ausgangspunkt der Sella-Runde.

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Blick hinauf zum Grödnerjoch

Die Sella-Runde ist eine rund 65 km lange Umrundung der Sella-Gruppe, eine prächtige Gebirgsformation der Dolomiten im Südosten Südtirols. Wir hatten schon einen kurzen Teilabschnitt letztes Jahr mit einer Runde um den Rosengarten befahren, wußten also, was uns bevor stand. Insgesamt standen vier Pässe mit rund 2.200 Höhenmeter Anstieg auf dem Programm.

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ein schöner Morgenaufstieg…

Die Runde beginnt für uns in Wolkenstein (1.564 m) und der Anstieg führt uns spektakulär an Felswänden vorbei hinauf zum Grödner Joch (2.121 m). Das Wetter ist prächtig und die Straße für die erste Abfahrt angenehm trocken und fast verkehrsfrei. Wir brausen nach Corvara (1.528 m) hinunter, in die bekannte Skiregion Alta Badia. Schnell geht es wieder auf den nächsten Pass, der eher als leichter Anstieg bezeichnet werden kann: Passo di Campolongo (1.875 m).

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Aufsteig zum Passo di Pordoi

Sensationell flott geht es aber in der Abfahrt bis nach Arabba auf 1.600 m Seehöhe. Hier beginnt ein längerer, aber nicht allzu steiler Anstieg auf den Passo di Pordoi (2.239 m). Das Panorama ist weiterhin gewaltig, nur der Himmel verschließt sich und ein Gewitter holt uns ein, sodass wir am Pass selbst im Graupelschauer kurz eine Mittagspause einschieben und das Unwetter bei Kaffee und einer warmen Mahlzeit vorbeiziehen lassen.

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Abfahrt im Regen – eine kalte Angelegenheit

Die Abfahrt wird allerdings zu einer sehr kalten Angelegenheit, denn binnen Sekunden sind wir von der nassen Straße und dem Regen nass und kalt. Die steile Abfahrt dauert wenigstens nicht allzu lange (auf ca. 1.800 m hinunter), bevor wir zum letzten Anstieg auf das Sellajoch (2.224 m) wieder in die Pedale treten müssen. Erstaunlich einfach klettern wir hinauf und trocknen im Wiegetritt. Am Sellajoch selbst ist es trocken und schön, nur einige große Touristenbusse trüben die Sicht. Ohne Pause stechen wir ins Grödnertal hinunter und erreichen problemlos Wolkenstein. Eine wunderbare Tour vor einer fantastischen Alpenkulisse! Wir hatten aber noch nicht genug, am nächsten Tag ging es um die benachbarte Marmolada-Gruppe herum…

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prächtiger Blick vom Grödnerjoch zum Sellapass

Für die Planung der Runde haben wir unter anderem das Buch “Rennradfahren in den Alpen, Band 1” von Thomas Mayr verwendet.