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Bockmattli: Neun Seillängen Kalk zum Geburtstag

Noch am späten Nachmittag wechseln wir nach unserer Bike-Tour am Lachengrat von Näfels ins Wägital, und weiter hinauf an den Stausee in Innerthal (923 m). Hier stellen wir das Büssle einmal ab, packen unsere sieben Sachen für eine alpine Klettertour am Bockmattli. Der Aufstieg beginnt, es ist recht warm, die Sonne scheint nun immer mehr, wir schwitzen etwas. Von Innerthal sind es gute 1,5 Stunden zur Alpe Schwarzenegg. Etwas weiter oberhalb, fast schon an der Südwand errichten wir unser Biwak für die sternenklare Nacht.

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Abendstimmung oberhalb der Alpe Schwarzenegg

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schon lange wach

Schon früh wird es hell, aber in den Biwaksäcken ist es bequem. Wir bleiben etwas liegen, dann kochen wir Kaffee und warmes Müsli. Esbit und Adventure Food sei Dank, wir schleppen kein Gramm zuviel mit. Dafür ist das Kletter-Equipment schwer genug, wir haben eine ganze Batterie an Friends & Keilen mit. Wir räumen das Lager zusammen, deponieren unseren Großrucksack, und steigen an der Kletterhüttli (1.500 m) vorbei zum Einstieg zum Namenlosen Turm am Bockmattli. Eine Geburtstags-Klettertour für Beate. So soll es sein.

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Frühstück im Bett

Der Einstieg zur Namenlosen Kante ist recht gut markiert (blauer Punkt) und folgt in den meisten Passagen einer logischen Linie entlang von Kanten und Rissen den Grat bis zum höchsten Punkt des Turmes. Wir sind früh unterwegs, und entsprechend auch die ersten. Später und weiter oben sehen wir schon viele Seilschaften beim Zustieg. Die Route klettert sich recht flüssig. Manche Seillängen sind kaum mit Sicherungshaken befestigt, die Stände sind aber alle gebohrt. In Summe braucht es aber keine Friends oder Keile, finde ich. Die Route ist nicht senkrecht oder überhängend, und an den etwas schwereren Stellen finden sich genug Sicherungen. Zusätzliche Bandschlingen sind aber nicht schlecht, um die Stände abzusichern und Zwischensicherungen eventuell etwas zu verlängern, um die Seilreibung zu minimieren.

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Beate entlang des Grats

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Der Grat des namenlosen Turms von der Seite

Wir wechseln im Vorstieg ab und sind vor Mittag die 9 Seillängen durch. Ein kurzer Aufstieg zum Gipfelkreuz folgt, wir schauen uns vom Bockmattli (1.835 m) die nahe Gegend an. Zürich ist in der Ferne auszumachen. Wir sind zufrieden, Klettern im Kalk ist fein (siehe auch Brüggler), am Gipfel zu sitzen sowieso. Der Abstieg ist ohne Schwierigkeit, aber dauert auch seine Zeit, bis man wieder am Kletterhüttli ankommt. Nach einem sauren Moscht wandern wir bis nach Innerthal ab, hängen noch eine kurze Badesession an. Der Himmel zieht wieder zu, und wir haben zwei geniale Tage auf den Weg gebracht.

Pragelpass-Klausenpass Rennrad-Runde

Diesen Klassiker hatten wir schon lange am Programm, aber schlechtes Wetter und Wintersperren der Pässe ließen uns diese herausfordernde Runde erst jetzt realisieren. Insgesamt 130 km und 3.150 Höhenmeter waren zu bewältigen.

Route Klausenpass-Pragelpass

Unsere längste Runde bis dato

Startpunkt war die schmucke Stadt Glarus (506 m), die wir rasch im Anstieg zum Klöntaler See (eine erste Steilstufe) verließen. Das Besondere an dieser Strecke war, dass sie am Wochenende für motorisierte Fahrzeuge ab Richisau gesperrt ist – das garantiert fast keinen Verkehr über unseren ersten Pass. Am Klöntaler See vorbei geht es anschließend fortwährend bergauf. Nicht übermäßig steil, aber konstant bis zum 1.550 m hohen Pragelpass. Dort gab es erstmal eine kurze Pause, bevor der wesentlich steilere “Abstieg” ins Muotathal (606 m). Rasch überbrückten wir die flachen und abfallenden Kilometer bis nach Schwyz.

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Der Klöntaler See – ein Prachtstück!

Entlang des Vierwaldstättersees hatten wir es mit reichlich viel Verkehr zu tun. Aber: die Schweizer Verkehrsplaner hatten sogar in Tunnels eine extra-breite Radspur angelegt, und so war die Strecke bis zum Schweizer “Ur-Dorf” Altdorf ein Vergnügen für die Augen.

Schaechental

Der Anstieg zum Klausenpass

Ab Altdorf war dann Schluss mit Lustig, die Sonne brannte, und wir stiegen kontinuierlich das Schächental hoch. Das dauerte eine Weile, hatten wir doch in einem Stück gute 1.500 Höhenmeter zu absolvieren. Hier waren leider viele Motorradfahrer unterwegs, die die Straße zu einer Rennstrecke erklärten. Aber irgendwann kamen auch wir am Klausenpass an, genossen den Ausblick, und packten schließlich alles zur langen Abfahrt bis nach Linthal zusammen. Die Abfahrt war holprig und gar nicht angenehm, sogar Kopfsteinpflaster mussten wir fahren. Die letzten 30 km nach Glarus waren dann nur noch zum herunterspulen (inklusive Suche für einen netten Stellplatz für die Nacht), allerdings mit vielen Anhöhen.

Klausenpass

Kurz vor dem Klausenpass – eine Raststätte