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Klettertraining 4 Tage en suite

Freunde von uns fliegen nach Kirgistan, Bekannte nach Georgien (mehr dazu auch hier), und wir sitzen mit Arbeit eingedeckt in der Hitze im Büro. Die Hoffnung liegt also im Wochenende. Doch nichts ist schlimmer als faul zu werden. In Vorbereitung auf eine alpine Woche im Juli haben wir diese Woche jeden Abend eine Klettergarten-Einheit eingeplant – im Rheintal und Bregenzerwald. Kaum zu glauben, wie schnell die Abende hierbei vergehen. Schön, dass es jetzt doch so lange hell bleibt. Und vielleicht mal den einen oder anderen Sprung in die Ach machen können!

Beate Pocksberg

Beate am Pocksberg

Tag der Arbeit: 2300 Höhenmeter, 102 Kilometer

Die Arbeitswelt hat uns vollends nach unserem Aosta-Weekend am Gran Paradiso verschluckt, und nur Abends gelang es uns auszubrechen – Laufen im Ried, Bouldern an Südwänden, Kondition schinden beim Wasserkanister-Trek. Da kommt der Feiertag gerade recht. Und wir feiern den Tag der Arbeit in seinem Sinne – wir erarbeiten uns mit unseren Rennrädern 2300 Höhenmeter und 102 Kilometer. Das passt. Die Route: von Dornbirn auf’s Bödele, hinab nach Schwarzenberg und recht platt bis Au, dann hinauf nach Damüls und über die Faschina ins Große Walsertal. Sehr hügelig bis zum Schwarzen See, flott und flach über Götzis nach Dornbirn.

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super gsi!

Langlaufen mehr als eine Schlechtwetteridee

Heute ging es mit Beate und Karol für gut zwei Stunden auf’s Bödele in die Loipenspur. Der Tag prächtig, die Spur fein präpariert, aber auch von zahlreichen Fußgängern frequentiert, da lassen sich ein paar schöne Runden ziehen. Nicht nur die Nähe zur Loipe (15 min von der Stadtmitte zum Ausstieg), sondern deren abwechslungsreiches Terrain sind einen Besuch wert. Und das nicht nur bei Schlechtwetter als Skitourenersatz.

Im Winter streue ich gerne Langlauf-Einheiten (im klassischen Stil) ins Training ein. Es ist eine prima Ergänzung zum Lauftraining, schont dabei die eh schon überbeanspruchten Gelenke (Sprunggelenk, Knie, Hüfte). Da man Intensität und Länge schön dosieren kann, eignet es sich hervorragend zum Cardio-Training oder auch zur Regeneration. Der Oberkörper wird zudem mehr gefordert als beim Laufen oder bei der Skiabfahrt.

Dass Langlaufen langweilig sein soll, dem kann ich nichts abgewinnen. Ich gleite gerne durch die Landschaft, entdecke beim Laufen oft interessante Kleinigkeiten, und ich kann mit anderen Loipennutzern messen wenn ich möchte. Die Technik ist wichtig, aber auch nicht allzu schwierig zu erlernen. Positiv ist jedenfalls, dass man sein Gleichgewichtsgefühl auf den schmalen Latten schult. Zudem ist dieser Sport finanziell sehr günstig. Gute Langlaufsets (zumindest für’s Training) sind im Abverkauf um die 150 Euro zu haben. Die Nutzung von Loipen ist überwiegend kostenlos, wie z.B. eben am Bödele, oder wie vor zwei Wochen im Ötztal.

Für mich ist Langlaufen eine wichtige Ergänzung im Ausdauertraining (Skitouren und Laufen) und zudem eine ausgezeichnete mentale und physische Abwechslung. Da ich mein Training möglichst abwechslungsreich zu gestalten versuche, um meinem Körper neue Trainingsreize zu geben, ist Langlaufen im Winter ein fixer Bestandteil im Programm.

Kamor: es stöckelt gewaltig

Das Schlechtwetter ist für kurze Zeit verschwunden, und meine Arbeiten im Osten Österreichs beendet. Das kann nur eines bedeuten: rauf auf die Ski. Beate kommt vom Nachtdienst, ich aus dem Fitnesscenter, und schon geht’s nach Plona (577 m) bei Rüthi im schweizer Rheintal. Schon nach wenigen Metern wird klar: der Schnee ist schwer, feucht und pappig. Bald ziehen wir Schneeblöcke unter unseren Ski am Fell und in den Bindungen hinauf. Es wird lästig und schwer, der Weg bleibt aber schön gemäßigt und gelassen.

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Einstieg in die Tour

Kaum sind wir aus dem Wald, fängt der Schnee an zu ächzen. Laute Wumm-Geräusche begleiten uns durch die wenigen offenen Hänge. Wir vergrößern den Abstand, laufen und lauschen aufmerksam. Wir stören hier. Die Schneedecke ist nicht entspannt, und wir genauso wenig. Vorsichtig queren wir die etwas steileren Hänge, schleichen uns in lichte Wälder, wo die Schneeschicht besser liegt. Nun ist es nicht mehr fern, wir folgen einer sanften Rinne, und dann hinaus aus diesem Tälchen auf die Straße, die von Kamor nach Stofel (ca. 1.550m) führt.

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Einheimische als Spurenpartner

Nun schließt sich der Himmel, Wolken nebeln uns ein, im Nichts marschieren wir weiter zum Gipfel des Kamor (1.751 m). Die Abfahrt macht trotz allem – schwerer Schnee, teils Harschdeckel – Spaß. Wir können unsere Spuren ziehen.

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Endlich da, Abfahrt in wenigen Minuten

Gamidaur: ein Reh im Nebel, sonst blind

Da hatten wir es wieder. Kein Schlaf (Beate’s 28 Stunden-Schicht im Krankenhaus), Stau in den Strassen, und Schlechtwetter-Vorhersage auf die nächsten Tage. Normalerweise sind das Ingredienzen für einen Sporttag-GAU. Der Plan ging also gründlich schief, zwei Nächte auf der Bieler Höhe zu verbringen und der Silvretta wieder 2-3 Gipfel abzuknöpfen. Wir kehrten in Partenen (!) um, die Stimmung im Auto war “hervorragend”.

Mehr aus Frust als aus Nachdenken bogen wir auf dem Heimweg nach Latschau (985 m) ab, liefen die paar Meter zur Lindauer Hütte (1.744 m) hinauf. Viele Leute auf dem Weg, meist Rodler oder selbsternannte Wintersport-Experten. Den einzigen Spaß hatten wir an der LWS-Versuchsanlage der örtlichen Bergrettung. Zuerst suchten wir nach einem einzigen Verschütteten, dann nach zwei und schließlich nach drei. Man kann so ein Training nicht oft genug machen.

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Hantieren mit den Suchsonden

In Summe ein fast verlorener Tag. Da musste ich noch zwei Stunden auf den Crosstrainer, damit wenigstens meine Beine was davon hatten. Wenige Stunden später hatte mich der Wecker bereits vor eine Tasse Kaffee gesetzt, wir packen in Minutenschnelle unser Zeugs und fahren hinaus in die Dunkelheit. Es regnet.

In Mels biegen wir in die Strasse Richtung Weisstannental, parken in einer schmale Lücke hunderte Meter nach dem Waldheim (ca. 840 m). Es schneit mittlerweile. Wir schnaufen im Autoinneren durch, öffnen die Türe und organisieren uns im Schein unserer Stirnlampen. Irgendwie sind wir noch von unserem kleinen Abenteuer am Blankuskopf aufgeputscht. Ich zumindest, Beate findet es nicht so witzig. Immer noch nicht. Die erste Etappe führt uns auf teils glatten Spuren zur Ebenwald Alpe (1.411 m). Die Ski stöckeln, hin und wieder ist im Dunkeln ein Fluch zu hören. Orientierungsprobleme gibt es hier nicht. Dafür ist die Spur zu ausgelatscht, und diesen Wegabschnitt sind wir schon mal auf unserem Weg zum Garmil (2.003 m) gegangen. Ein Reh kreuzt unseren Weg, dann verschwindet es wie alles andere im Nebel.

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Wer meint, Skitouren sind was Romantisches, irrt. Hier der Beweis.

Wir folgen weiter der Spur, aber je weiter wir kommen, desto stärker wird wieder Wind und Schneefall. Die Sicht beträgt rund zehn Meter, wenn man einen Anhalt wie einen Baum oder Fels hat. Ansonsten müssen wir uns fast bücken, um nach der Spur Ausschau zu halten. Es geht beständig aufwärts, immer mehr Schnee fällt, dann sind wir auch schon über den Bäumen und am Grat. Wir sehen nicht, wie weit es links und rechts hinunter geht, und auch die nahen Gipfel über dem Weisstannental (Hühnerchopf, Steingässler z.B.) bleiben unsichtbar.

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Die Nebelsuppe lichtet sich für einen Augenblick

Mit jedem kleinen Gupf glauben wir schon am Gipfel zu sein, und doch zieht die Spur weiter. Aber dann, irgendwo im völligen White-Out, endet die Spur an einem felsigen Vorsprung, und es geht zu allen Seiten nurmehr abwärts. Am Gamidaur. In zwei Minuten sind wir abfahrtsbereit, gehen nochmals die Abfahrt durch. Dicht beinander bleiben, der Spur folgen.

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Der Gipfelaufbau des Gamidaur (2.309 m)

Die ersten Hänge sind eine Katastrophe. Der Schnee ist locker, aber ich sehe gerade mal über meine Skispitzen. Und das am Grat. Im Schritttempo geht es hinunter. Mühsam. Bald sind die ersten Bäume sichtbar, wir trauen uns mehr. Der Nebel lichtet sich allmählich, und auf dem breiten Rücken oberhalb des Karbodens ist es dann so gut, dass wir in Schwüngen durch den Pulverschnee toben. Wir jagen im Duett nach kleinen Kuppen und Schanzen. Erst auf dem Güterweg an der Ebenwald Alpe müssen wir uns einbremsen, fahren über harten Schnee ab und unterschreiten die Wolkendecke. Sargans liegt nun unter uns, und wir sehen zu den Churfürsten hinüber.

Bouldern im Herbst

Nebel hin und her, solange es trocken ist, geht sich allemal eine Boulder-Einheit draußen in der Natur aus. Dann packe ich mein Crash-Pad auf meinen Rücken, schwinge mich auf’s Rad und schon geht’s hinauf an den Fels.

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prächtiger Altweibersommer am Fels

Bouldern ist für mich eine prima Ergänzung zum Bergsteigen im Allgemeinen, zum Sportklettern im Besonderen. Es gibt mir immer wieder einen Impuls, die eine oder andere Kletterpassage beständig auszuprobieren und irgendwann auch zu durchzusteigen. Die Griffe und Tritte eines bewältigten Boulderproblems werden feiner und eleganter, die Fingerkraft stärker. Durch das Wechselspiel mit Kletterwänden in der Halle oder draußen im Klettergarten habe ich bessere Fortschritte in den letzten Monaten gemacht als durch das Sportklettern alleine. Eine Überlegung ist auch der Einsatz eines Trainingboards in den eigenen vier Wänden, um gezielt Fingerkraft zu trainieren. Dazu ein andermal mehr.

Meine Sessions sind meist Kraftausdauer und Technik-orieniert (Maximalkraft trainiere ich eher am Trainingboard). Das heißt, ich nehme mir eine bestimmte Anzahl an Zügen vor, die ich an einer Session absolvieren möchte, genauso bestimmte Passagen, wo ich an Neuem bzw. noch nicht Bewältigtem weiter arbeiten kann. So ergibt sich ein guter Mix, und innerhalb einer guten Stunde kann man seine Unterarme so richtig aufblasen.

Steile Runde zum Margrethenberg

Nach dem Schneefall vom Wochenende bis auf 1.700 m legten wir sämtliche Pläne für Alpin-Klettertouren beiseite und dachten wieder einmal daran, das Mountainbike aus dem Radraum zu holen. Es sollte nach Untervaz (Nähe Chur) gehen.

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der längere, steile Anstieg von Haldenstein hinauf

Die Runde, die wir uns im Mountainbike-Erlebnis Graubünden abgeguckt haben, führt über Haldenstein (572 m) vorbei an der Ruine Lichtenstein hinauf auf’s Herrentobel (ca. 1100 m), bevor es nach Untervaz (564 m) ins Tal zurückkehrt. Von hier geht’s wieder gleichmäßig steil und auf Schotter unterhalb des Chimmispitz zum Fürrlichopf (1.391 m). Ab hier führt eine asphaltierte Straße durch das recht nette St. Margrethenberg. Eine lange Abfahrt bringt uns schließlich, etwas verfroren, bis nach Landquart. Dort blieb Beate aufgrund eines Reifendefekts zurück, ich holte sie mit dem Auto von Untervaz wieder ab.

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Abfahrt Richtung Untervaz

Insgesamt eine nicht unanstrengende Runde: die kurzen 45 km und etwas mehr als 1.500 Höhenmeter waren durch längere, steile Rampen beschwerlicher als gedacht.

Winterbegehung am Kapf

Das Wetter schien freundlicher zu werden, Beate saß noch im Zug, also ging es heute mal zur Abwechslung im Schnee und Eis den Klettersteig Kapf hinauf. Mit dabei Gebo von den Molldu‘s. Der Zustieg war meist heikler als der Klettersteig selbst, aber mit ein bißchen Achtsamkeit geht das schon. Der Klettersteig selbst war an manchen Stellen etwas vereist, so dass die Tritte im Fels nicht immer zu gebrauchen waren. Also etwas mehr Arm-Arbeit war gefragt! Am Gipfelkreuz genossen wir den Blick auf das Rheintal, der angesagte schöne Sonnenuntergang fand aber hinter dichten Wolken statt.

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Gebo nach dem ersten kurzen Überhang

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Blick nach Süden

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Schöner Rastplatz

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Einmal um die Ecke und dann hoch…

Nachgeholt: Säntis-Runde per Rennrad

Was Beate schon im April vorgelegt hatte, konnte ich heute nachholen: eine feine Runde um den Säntis, per Rennrad. Die genaue Routenbeschreibung findet sich im April-Post, allerdings war mein Start- und Endpunkt nicht Altstätten, sondern Lustenau. Dadurch verlängert sich die Strecke um etwa 20km.

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Auffahrt zur Schwägalp, im Bild Wolken um den Säntis

Mit dem Mountainbike gibt’s eine etwas andere Runde, nicht ganz so lang, aber mehr Höhenmeter in Summe.

Im Klettergarten Schollberg

Einen schönen Einsteig in ein sehr anstrengendes Wochenende versprach der Klettergarten Schollberg bei Sargans. Unterhalb des Gonzen an einer etwas unscheinbaren und doch recht stark befahrenen Stelle zwischen Sargans und Trübbach finden sich insgesamt gut 50 Routen mittlerer Schwierigkeitsgrade (wer Klettergärten in Vorarlberg sucht, schaut hier nach…)

Heuer hatten wir nur wenige Male das Kletterseil auspacken können, doch an diesem Abend kletterten wir bis es dunkel wurde. Es folgte die erste von insgesamt drei Büssle-Nights in der Schweiz.

Der nächste Tag führte uns ins Prättigau, für einen langen Tag hinauf zur Sulzfluh.

Einfahrrunde nach Oberbildstein

Nachdem wir am Vormittag bei der Rotspitze mit den Schneeverhältnissen zu kämpfen hatten, bot der Nachmittag keinerlei Widrigkeiten. Es ging mit den Bikes nach Oberbildstein (924 m), unserer Hausstrecke, also eine recht gemütliche Runde zum einfahren und um die Bikes für die lange Saison vorzubereiten.

Von Oberbildstein kommend Richtung Farnach unterwegs

Wir planen ja für heuer wieder Tagestouren, Mehrtagestouren, eine Bike-Woche (wie in Graubünden 2008) und einige Adventure Races, wo Mountainbiking stets ein fixer Bestandteil ist. Wir testeten unsere neuen Shirts und unsere AR-Rucksäcke. Braucht jemand Produkte-Tester dieser Art? Wir wären noch zu haben!

Der Frühling im Ried

Auch wenn ich in den letzten Tagen meine Runden alleine laufen musste (diesmal haben wir die Rollen getauscht: ich bin zuhause, Beate auf Seminar), gab es allerhand zu sehen, unter anderem diese Schneeglöckchen. Ein untrügliches Signal, dass sich der Frühling nähert…

Und hier einer unserer “Lauf-Klassiker”, falls sich jemand mal anschließen möchte:

Im Schweizer Ried

Wenn andere lange Wochenenden haben oder sich im Urlaub verweilen, bleibt uns oft ein “zerteiltes” Weekend. Was auch nicht schlecht ist, weil

  1. wir mal unter der Woche einen Tag frei haben
  2. wir auch bald in Urlaub gehen
  3. man auch kurze Tage schön ausnützen kann…

Diesmal u.a. mit einem schönen Laufausflug im Schweizer Ried zwischen Dornbirn und Lustenau. In dieser Gegend begegnet man auch am Samstag Nachmittag nicht gerade den Massen. Und so hat man einfach mehr Zeit und Muße, die Landschaft im Vorbeilaufen für sich zu entdecken…