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Feil: Und wieder nichts zu sehen

Die Großwetterlage in der ersten Jännerwoche bleibt ungünstig – Schlechtwetterfronten, hohe Lawinengefahren, mangelnde Sicht. Muttner Horn, Cauma und heute Feil – fast das gleiche Bild: in den Wolken. Von Stierva (1.375 m) marschieren wir im dichten Schneefall über weite Alphänge los, folgen kaum sichtbaren Spuren durch eine Waldschneise zur Narglesa (ca. 1.800 m). Ab hier wird das Gelände wieder vegetationslos und daher im fahlen Licht sehr schwer einzuschätzen. Wir finden die Alpe Gaglignas (2.145 m), steuern dann hart gegen rechts zum Hangrücken, der von Norden zum Gipfel des Feil (2.442 m) führt. Einmal auf dem Rücken verengt sich dieser auf einen schmalen Grat. Durch das fahle Licht ist man extrem vorsichtig – links geht’s steil hinunter, und rechts nicht minder. Wenn ich hier den ganzen Tag gehen müsste, dann würde ich seekrank, so wackelt man dahin, auch wegen des beständigen Westwinds.

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Im dichten Schneetreiben, noch unter der Wolkendecke

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am Feil, mitten im White out

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schneereiche Abfahrt mit viel Action

Irgendwann erreichen wir den höchsten Punkt, drehen aber wegen des undurchsichtigen, feuchten Wetters ohne abzufellen wieder auf dem Rücken ab und bewegen uns langsam wieder in flacheres Gelände. Erst hier und im Windschutz des Grates wechseln wir in Abfahrtsposition und gönnen uns Pulverhänge. Der Neuschnee ist zwar schwer, aber reichlich, so dass auch die steilen Waldschneisen lässig zu fahren sind. Ab 1.700 m wird der Schnee deutlich schwerer, aber noch besser zu fahren als gestern am Cauma. Wir warten die Schneepflüge in der sehr netten Gusteria Bellavista in Stierva ab. Ab Tiefencastel schüttet es wieder.

Muttner Horn: In den aufkommenden Föhnsturm

Als Startschuss in das Wochenende fahren wir einen Ausflug nach Mutten (1.395 m). Warum Mutten? Liegt über der Schneegrenze, und bietet eine relativ lawinensichere Tour. Wohin? Auf das Muttner Horn (2.401). Die Wegführung ist einfach, die Steigung genügsam und der Schnee überraschend gut. Die einzige Herausforderung des Nachmittags ist der starke Föhnwind, der uns aus der Bahn werfen möchte.

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die letzten Meter auf dem Rücken zum Muttner Horn

Die Blicke reichen über die Lenzerheide nach Tiefencastel, im Norden im Westen zeichnet sich das Safiental ab.

Die Abfahrt bietet oben eher windharschige Verhältnisse, aber bereits im ersten Waldstück tiefen, wenn auch etwas schweren Pulver, der sich in diesem steilen Gelände hübsch fahren lässt. Auch die steilen Alpwiesen sind fast unbefahren, und so jauchzen und schanzen wir den Weg bis zum Parkplatz. Die Freude ist groß, der Tag hat sich wieder gelohnt.

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Blick auf den Piz Beverin