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Costa Rica Impressionen

Viele Dinge lassen sich mit Worten nur schwer beschreiben; und nur schwer einer anderen Seele vermitteln. Auch Bilder sind da nicht perfekt, stehen sie doch außerhalb jeglichen Zusammenhangs, aber diese hier sind unverfänglich, auf ihre Art. Impressionen aus Costa Rica, September 2006.

Costa Rica: Entzugsfaktor 10

Als wäre ich aus einem Trip aufgewacht, so kam es mir heute morgen vor. Dunkelheit, Regen, Kälte, das war nicht der gewohnte Anblick der letzten zwei Wochen gewesen. Ich hatte mich an das Knurren von Ivy und Lucy unter unserem Fenster gewöhnt, an das Papageiengekreische, an das Aufstehen in Badehose, an die erste Tat am neuen Tag: dem Blick auf den Pazifik.

Der Kontrast der eigenen vier Wände, back home, ist kaum zu ertragen, denn hier fehlt das Salz in der Luft und das Sonnenlicht. Wenn ich zur Tür hinaus gehe, dann warten keine Hängematten auf mich, keine Surfbretter, keine Hunde und keine Kokospalmen. Heute morgen hilft mir nur die Erinnerung und Robert Rotifer.

Was für eine Ohrfeige, dieser Montag Morgen. Auch der Wecker mochte ihn nicht, er blieb einfach in der Nacht stehen. Recht hat er, und die Frage nach diesem Lebenskonzept dreht sich augenblicklich in meinem Kopf. Wirrwarr, und doch geht alles weiter. Um diese Uhrzeit wären wir schon in den ersten Wellen gewesen; ich aber habe sie mit dem Monitor getauscht.

Soweit ist es also gekommen, dass zwei Wochen in einem Land, das mir vorher so gut wie nichts gesagt hatte, solche Nachwehen verursachen. Schwer zu sagen, was “es” ausmacht, aber irgendwie hat das auch mit den Lebensumständen zu tun: einfach leben. Ich hatte für zwei Wochen keine Uhr, kein Fernsehen, kein Radio, keine Zeitung, kein Telefon; ich hatte für zwei Wochen den Tag für mich, für sie; ich hatte für zwei Wochen die Natur, die Gewitter, Flip-Flops und den Blick zum Horizont.

Das war’s nun aus dem Zopilote Surfcamp, wir wären gerne noch länger geblieben.

Feuerameisen zwischen den Zehen

Manchmal kommt man sich vor wie ein lebender, leckerer Hamburger. Alles pieckst, beisst und sticht in Fuesse, Beine, Haende, Gesicht und sonst wo. Nicht aufdringlich, aber bestaendig. Mosquitos gibt es hier recht wenige, zur Ueberraschung aller. Auch keine Killerbienen, und keine Schlangen (zumindest nicht in Augenweite).

Was stoert also den Frieden in diesem Paradies? Wir haben hier

  • die Sandfliegen: winzige Beissmonster, zum Glueck nicht in Schwaermen
  • Feuerameisen: wehe dem, der dem Nest zu nahe tritt
  • Spinnen, Skorpione: Haengematte immer ausschuetteln, sonst piekst
  • Quallen: selten, aber wenn sie dich erwischen, dann bist du schneller rot als durch einen Sonnenbrand
  • und auch die Stachelrochen sind nicht gerade angenehm, wenn man Pech hat und drauf steigt
  • kleine Dornen, die von Baeumen abfallen und mit der Flut auch an diversen Straenden landen – ungiftig, aber schmerzvoll

Um kein falsches Bild aufkommen zu lassen: es ist bei weitem besser als im Sommer im Ried oder einem einheimischen Gewaesser im Sommer. Nur die Gegner sind anders.

Surf bei Blitz und Donner

Die Sonne ist schon laengst verschwunden, nur wir treiben noch im Wasser, auf unseren Brettern, auf der Ausschau nach einer neuen Welle. In der Daemmerung zeichnen sich Gewitterwolken ab, die vom Land hereinziehen, bedrohlich und schwarz, aber doch noch weit entfernt.

Der Himmel hat sich mittlerweile blutrot und lila gefaerbt, die Flut steigt und die Voegel verschwinden langsam in den Baumkronen. In der Ferne hoert man noch aufgeregt die Bruellaffen, aber auch sie sind bald ueberstimmt vom Grollen aus der Ferne.

Es wird zu einem gewaltigen Schauspiel. Beim Weg hinaus auf den Ozean, paddelnd und gegen die Brecher kaempfend, da nimmt einem das Lila des Himmels auf, und die Gischt der Wellen; es dauert nicht lange, da fallen die ersten Tropfen, die zu einem Platzregen uebergehen.

Wir wollen nicht hinaus, denn das Wasser ist waermer als die Luft, die mittlerweile wirbelt und faucht, im Wasser aber ist es unendlich ruhiger, man ist Teil des Ozeans, treibt dahin. Ist man draussen angekommen, dort wo die Wellen sich auftuermen, dann drehen wir bei, blicken hin zum Strand, hinueber ans Land, welches nur mehr von Blitzen erleuchtet wird. Das Donnern ist nahe, und man spuert den Schall foermlich auf der Haut.

Die Welle, die ich nehme und wenige Sekunden entlang fahre, sie wird zu einer langen Fahrt, im Platzregen des Gewitters, erleuchtet von seinem Licht. Es ist schoen.

Es ist schoen, als das wir auch im Gewitter hier ewig verbleiben koennten. Aber die Stimmen aus der Ferne rufen uns, und bald werden wir ihnen folgen.

Und taeglich gruesst das Murmeltier

Das Wetter und die Wellen bestimmen hier unseren Tag: mit der Sonne schluepfen wir in die meist noch recht feuchten Badesachen, schnappen uns ein Board und fahren mit dem Auto zum verlassenen Strand. Wenn nicht gerade irgendwelche Affen da sind, ist es bis auf das Brechen der Wellen sehr ruhig und verlassen.

Der Surf ist jeden Tag anders. Die Wellen, ihre Wut, ihre Kraft, ihre Hoehe. Manchmal ist es ein leichtes auf das offene Meer hinter der Brandung zu kommen, manchmal fast nicht zu schaffen. Die Stroemung ist nicht so stark hier, dass es einen hinaus zieht, was eigentlich ganz praktisch waere, einen bequemen Lift zu haben. So oder so, eine Menge Salzwasser schlucken wir immer; und nach ein paar Stunden rinnt es einfach so aus der Nase, wie aus einem Wasserhahn.

Die Hunde kommen auch immer mit ins Wasser, die scheinen sich sehr an die Wellen hier gewoehnt zu haben. Wasserhunde, die nie muede werden. Das Unfassbare ist fuer mich, wie ruhig die Hunde hier sind. Kein Gejaule, kein Bellen, nur ein neugieriges Schnueffeln, schauen, herumalbern.

Nach zwei Stunden geht es zurueck auf die Anhoehe, fruehstuecken, relaxen, lesen. Beate kann es immer noch nicht fassen, dass es nichts zu tun gibt, und sie muss beschaeftigt werden. Meistens mit Kuchen backen, machmal auch mit putzen. Aber heute hat sie sogar auch fern gesehen.

Spaet nachmittags gehts nochmals herunter an den Strand, zum Surf, neuen Wellen, neues Glueck, und viel Salzwasser in der Nase. Die Tage verfliegen, und auch wenn sie immer gleich wirken, es ist nie langweilig. Wenn Beate Kuchen backen kann.

Zeitlosigkeit als bestimmende Dimension

Was gibt es hier schon viel Neues? Sich immer an die anders gestalteten und geschalteten Computer-Tastaturen gewoehnen… und: neben morgentlichen Surf, grossem Fruehstueck mit Meerblick, taeglichem Whale-watching von der Terrasse und Kokosnuesse aufklopfen, ist das Gewaltigste hier die Zeitlosigkeit.

Man haelt es nicht fuer moeglich, aber es faellt einem nicht leicht, sich an die Nicht-Zeit zu gewoehnen. Es gibt hier keine Uhren, und alles ist hier “manana”, also morgen. Wir stehen mit der Sonne auf, und gehen nicht viel nach ihr wieder ins Bett. Es faellt schwer, eine Ordnung der Zeit wie Tage, Uhrzeit oder irgendwelche Termine aufrecht zu erhalten. Die Zeit, die hier zaehlt, ist jene der Sonne, oder der Welle, die Gezeiten.

Das Leben ist hier ueberraschend unbillig. Lebensmittel beispielsweise kosten nicht viel weniger als bei uns, ausser denen, die auf den Baeumen wachsen. Stromausfaelle gibt es hier immer wieder, aber sehr kurze, und die Strassen sind in einem argen Zustand. Alles wird aber irgendwie improvisiert, und das funkt ganz gut.

Auf jeden Fall macht alles hier Lust auf mehr und die Aussicht auf einen Herbst im Nebel kommt sehr ungelegen.

Tom Hanks schafft es aus dem Flughafen

Nach 38 Stunden herumreisen lagen wir im Meer, im super-warmen Meer. Zunaechst gab es fuer uns aber die individuelle Version von Tom Hanks “Airport” – gestrandet in Schiphol in Amsterdam, von der Fluglinie mit Essmarken vertroestet, die wir nicht alle verbrauchen konnten (habe zwei mal ausgefasst, fuer fast 70 Euro…). In Amsterdam wird “nicht gerockt” (heisst auf niederlaendisch “rauchen verboten”).

Nur langsam ging es weiter, in einer neuen Maschine, ueber Miami und Orlando, mit ewigen Verspaetungen und Wartezeiten, Fingerscans und Gesichtsphotos, … um letztenendes um 4.00 in der Frueh mitten in San Jose zu stehen – ha. Stockdunkel, irgendwo, und dann am Busbahnof, … losgetuckert um 6.00, angekommen um 12.00 in Cobano. Dazwischen Faehre, Taxis, Schlagloecher.

Jetzt aber zum Wasser – nichts waermer als das. Beate will nicht mehr raus, und ich habe alle Muehe, sie endlich wieder an den Strand zu kriegen. Womit, das erzaehlen wir demnaechst aus Costa Rica…

Aufbruch nach Costa Rica

Das Leben ist eine Veranstaltung, die crazy ist. So sagen es zumindest die sechs Jungs aus dem Internat Neuseelen. (Übrigens ein ganz leicht und witzig zu lesendes Buch – Benjamin Lebert: Crazy)

Nicht nur nach der Lektüre dieses Romans kommt mir dieser Spruch in den Sinn. Irgendwie beobachte ich das immer wieder, und am meisten, wenn ich viel Abstand zum Trott gefunden habe. So wie jetzt, als es in zwei Tagen nach Costa Rica geht.

Was steht auf dem Plan? Handgepäck ohne irgendwelche Flüssigkeiten. Fingerscans und Foto-Termin mit den amerikanischen Einwanderungsbehörden. Tropensturm Ernesto über unserem Zwischenziel Miami. Crazy. Und da wäre noch Costa Rica…

… ja, Costa Rrrrrica. Land der Vulkane, Land der Nationalparks. Rund 25% der Landfläche sind offiziell als Reservate geschützt, und das macht das Land für Biologen und sonstige Forscher recht interessant: unentdeckte Pflanzen und Tiere könnten Substanzen produzieren, von denen sich die Pharma-Industrie neue Heilmittel und fette Profite erhofft. Wir gehen höchstens auf Foto-Safari, lassen die Frösche dort, wo sie hingehören.

Wo wir uns niederlassen, das ist zumindest für den ersten Teil der Reise klar: am Pazifik, in der Nähe von Santa Teresa und Mal Pais, jedem Surfer bekannte Örtlichkeiten. Costa Rica ist eines der beliebtesten und besten Wellenreit-Reviere der Welt; und auch wenn uns die Super-Brecher völlig schnuppe sind, weil es uns eh nur verheizen würde, so freuen wir uns auf die kleinen Wellen, denn die sollen einfach nur beständig sein.

Das Surfcamp, wo wir uns einnisten, liegt auf einem Hügel und übersieht die pazifische Küste. Auf das freuen wir uns schon mal, auch wenn das eine oder andere Ungetier (= Insekten aller Art und Größe) den Tropenwald mit der Veranda verwechselt. Zudem soll es dort einfach nur wärmer sein als hier in Dornbirn. Und das ist gut so. Was für ein Sommer? Crazy, eben.

Nachtrag – hier eine Übersicht aller Beiträge zu unserem Costa Rica Trip:

Surf-Versuche (4) – Surfschule in Raglan

Raglan ist eine winzige Stadt. Wenige Straßen, noch weniger Häuser, zwei oder drei Cafés und ein Supermarkt. Alles schließt um 4.00 am Nachmittag, aber uns war das freilich egal. Wir wollten nur ans Wasser, um zu sehen.

Irgendjemand hatte uns diesen Ort empfohlen, als einen guten Platz zum surfen, zum relaxen. Wir waren neugierig, wie die Wellen aussahen, und als wir da standen, am Strand, da war alles einfach nur flach, flacher als flach. Nicht schon wieder, sagten wir, nicht schon wieder. Irgendwo mussten sie ja sein, aber für uns unsichtbar – wir waren Blinde in einem Land voller Wellen.

Am Nachmittag trafen wir diesen bärtigen Typen von der Surfschule. Irgendwie war er unsere letzte Hoffnung: wenn nicht er, wer dann? Er grinste. Er murmelte. Alles kein Problem, ihr kommt schon noch ins Wasser, und Wellen gebe er uns dutzend-weise. Na fein, und als wir dann mit ihm und anderen Surfwilligen endlich mit einem Truck aufbrachen, dachte ich, das kann ja nur lustig werden.

Im Camp kamen noch 20 andere dazu – ebenfalls blutige Anfänger, Schüler aus der Gegend. Die Einweisung in die Technik des Surfens hätten wir uns eigentlich sparen können. Das Aufstehen am Brett kannten wir aus unzähligen Büchern, und den Surfer Style hatten wir sowieso schon im Blut. Wann käme endlich das Wasser dran?

Dienstantritt im Koala-Hospital

Nun, da Beate demnaechst als Doktorin ihren Dienst antreten wird, wurden wir gleich zum Koala Hospital (mehr hier…) in Port Macquarie “gerufen”. Jeder der kleinen Patienten hatte ein eigenes Krankenblatt mit Foto und Verwandschaftsverhaeltnissen. Offensichtlich hatten die Pelztiere eine Privatversicherung, denn jeder hat ein eigenes grosses Gehege, reichlich Eukalyptus und eigene Pfleger, mit denen sie herumschmusen durften. Auch stand eine Intensivstation mit Labor zur Verfuegung.
Der Patient oben hatte einen Autounfall – Unterarmfraktur. Mitnehmen durften wir ihn trotz nachgewiesener Qualifikation nicht.

Port Macquarie bot sonst ausser prima Straenden und Kinos nicht “viel”. Wiedermal ein Faulenzertag in der Sonne. Interessantes Detail: die Strassen sind so breit wie Autobahnen (mit 3 Autos / Stunde Frequenz) und haben aber keine Gehsteige.
Wuchern tut hier sonst reichlich viel, besonders Orchideen, an jeder Ecke und in jedem Garten. Floristen haetten ihre Gaude. Wir haben derzeit nur eine Farbe im Kopf, das ist braun, denn wir bekommen immer mehr davon.
Und wiedermal: ganze Schulklassen im Meer. Prima Unterricht, haetten wir uns wohl alle gewuenscht. Wenn dann 30 Maedels auf Surfbrettern gegeneinander donnern, dann ist das nicht unwitzig anzuschauen. Cheers!

Trainieren fuer die naechste Weltmeisterschaft

Wir moegen Coffs Harbour und die Papageien uns. Von denen gibt es massig viele, in allen Farben und Lautstaerken. Das mit der Lautstaerke kann man getrost auch vom Hostel behaupten, Laerm bis in die Nacht hinein. Mehr Details von den WCs erwaehne ich nicht. Ueberhaupt hat eine lang anhaltende Gluecksstraehne ein Ende gefunden – der erste Diebstahl, und das in Australien!

  • Objekt: unser Toastbrot und Wheat-Bix (Weizen-Cornflakes-Stangen)
  • Tatort: die Kueche des Hostels (wem Hostels in ihren Ablauefen nicht so bekannt sind: in jedem gibt es auch eine gemeinsame Kueche und Abstellregale fuer das eigene Essen. Darauf kommt ein Pickerl mit Name und Datum. Alles “ohne” wird aus hygienischen Gruenden vom Hostel-Personal entfernt)
  • Verdaechtige: besoffene EnglaenderInnen
  • Gegenmassnahmen: beim Videoabend laeuft “Die letzten 8 Fussballweltmeisterschaften” als Einstimmung auf die kommende WM in Deutschland. Hoehepunkt: “Die Hand Gottes” von Diego Maradonna. Aetsch!

Weiteres zu den Kulturgewohnheiten der Aussies:

  • Wassersport-fanatisch. Ganze Schulklassen im Meer beim Surfen, oder Triathlon. Und die, die nicht mitmachen, feuern an!
  • Fish&Chips sind prima, daran kann man sich gewoehnen. Da stimmen auch wieder die Preise. Danke.
  • Die Billigmarke fuer Lebensmittel hier heisst “Black & Golden”. Unser Einkaufskorb schaut dementsprechend aus.

Das Training – Surf und Fish&Chips – geht also fleissig weiter, demnaechst in Port Macquire. Um das Hostel doch ein wenig gut aussehen zu lassen: die Betreiber sind sehr bemueht und helfen uns auch bei jeder noch so bloeden Anfrage.

Noch ein Nachtrag aus Paraguay – das Rating unserer Unterkunft in Ascuncion!

Endlich Sonne, und in Coffs

Das Wetter hat uns nicht im Stich gelassen, obwohl noch weite Teile des Landes ueberflutet sind. Hier noch nachtraeglich ein Bild aus den Sturm-Tagen:

Das Wasser wusste einfach nicht, ob nach vor oder nach hinten, es war richtig “giftig” und man traute sich kaum an den Strand. Das alles haben wir mehr oder weniger gut ueberstanden…

In Coffs Harbour hat uns der Surf-Alltag wieder eingeholt: Bretter wachseln, Wellen suchen, dehnen und aufwaermen, andere Surfer aus dem Wasser retten, ein paar gute Breaks erwischen und dann gemuetlich zur Siesta die Bretter zurueck an den Strand schieben.

Ein paar Anmerkungen zur australischen Provinz:

  • viele Staedte sehen von der Autobahn kommend aus wie amerikanische aus – viele Fast food Restaurants, viele Motels, viele Einkaufszentren mit riesigen Parkplaetzen
  • weiter in der Stadtmitte kommt ein wenig britisches Flair auf, vor allem weil ueberall Fish & Chips draufsteht und Cricket-Plaetze zu finden sind
  • Internet: im Vergleich zu Suedamerika weniger Internet-Cafes, teuerer
  • das kann man auch von den Bussen hier sagen: wenige Verbindungen, viel weniger Komfort, ein wenig teurer. Wir vermissen den argentinischen Standard!

Lennox vs Byron

Es schuettet nach wie vor – und wir wissen nun auch warum: wir sind in einen Zyklon (so was wie ein Hurrikan) geraten, dessen Auslaeufer die Ost-Kueste Australiens streifen. Wir haben hier Flutwarnung fuer einige Gebiete, besonders der Streifen um uns herum. Viel koennen wir hier nicht tun ausser nass werden. Das haben wir dann auch gemacht, auf dem Weg nach Byron Bay, dem vielfach empfohlenen Reiseziel in dieser Gegend.

Byron Bay wurde als Hippie-Stadt gross, bekannt fuer seine Aussteigermentalitaet und lockeres Leben. Nun, da muss ich mit ein paar Myther aufraeumen:

  • Byron Bay heisst zunaechst einmal Kommerz. Alles, wofuer Byron Bay steht (besser: stand), wird dem Touristen nachgeworfen – holistisches Tattoo (!), organic Food (aber jeder der “Hippies” geht in den Woolworth…) und Raeucherstaebchen.
  • Byron Bay lebt von Image des Anders-sein. In der Tat ist es keine Betonburg wie Surfers Paradise (europaeisch heisst das Grande Motte in Suedfrankreich). Doch das ist auch schon alles: alle Restaurant-Ketten gibt es hier, viele Bekleidungsmarken.
  • Das andere, koennte man meinen, ist das Publikum hier. Das stiiiimmt. Das Touristenvolk hier ist meist unter 18, und kennt nur eines: Party. Byron Bay entpuppt sich in Wahrheit als ein Mallorca der Generation Y oder juenger.
  • Vom Hippie-Geist frueherer kann man hier fast nichts mehr sehen, vielleicht erahnen. Die Jugendlichen, die in Bushaltehaeuschen schlafen. Die vielen alten VW-Busse. Die Mode des einfach-irgendetwas-anhabens (oder nicht anhabens: hier gibt es besonders viele Hobbits …)
  • Die wahren Hippies und Pot-Raucher haben sich endgueltig ins Hinterland verkrochen (Nimbin)
  • Und es gibt auch Finanzberater hier: Jens Krause (sic)
  • Das gefaellt mir am besten: Aussteiger mit Kreditkarte, so gesehen an einem der vielen Bankomaten

Eine Reiseempfehlung kann ich nicht abgeben. Wohnen muesste ich hier (in Byron Bay) nicht. Zuviele Leute, die bei Vollgas-Regenschauer mit Sonnenbrille herumlaufen (aber hallo!). Lennox Head hingegen ist ja voellig von der Welt vergessen, hat gerade mal zwei Pubs und einen Drive-In Liquor store (also ein Alkohol-Geschaeft), dafuer aber im Winter einen der Top-10 Surf-Breaks in der Welt. Aber vielleicht ist meine Einschaetzung auch vom miesen Wetter eingefaerbt und Byron Bay verwandelt sich bei Sonnenschein in das alte, verzaubernde und idyllische Hippie-Staedtchen mit Nackt-Surf zurueck!

Das Wasser kommt weiterhin massig vom Himmel, und das macht den Aussies wie unserem Busfahrer Spass, wenn er Aquaplaning mit dem Bus spielt. Oder Kids eine grosse Pfuetze zum bodyboarding nutzen.

Noch ein Beitrag zur Serie “Wurzeln und Verbindungen nach Oesterreich”:

  • die Chefin unserer Unterkunft war ueber ein Jahr lang in Mittersil als Krankenschwester taetig (in den 60ern, gibt es da einen Zusammenhang zu den Hippies von Byron Bay?)
  • die Mutter eines Zimmernachbarns wohnt in Wien. Deutsch kann er nicht, nur: “Guten Tag. Kann ich ein Bier haben, bitte?”

In den Sturm hinein

Alles ruckelte und wackelte, der Tee floss ueberall auf den Tischen, die Fluegel flatterten rauf und runter (vielleicht probte der Pilot auch nur Loopings?!). Die Landung mit Vollbremse ging auch glatt vorueber, um dann erst recht in einen Sturm zu geraten: den australischen Zoll.

Irgendwie haben wir verdaechtig ausgesehen. Getrennt voneinander wurden unsere Rucksaecke auseinander genommen, bis zur Zahnpasta und dem Paeckchen Kaffee. Die Beamten waren ja ganz freundlich, “drohten” sie uns doch immer mit einer noch gruendlicheren Untersuchung mit dem Drogensensor. Das ging beinahe eine ganze Stunde so. Die halbe Lebensgeschichte wurde erzaehlt, uns als ich “meinem” Gegenueber erzaehlte, dass ich mal beim Militaer war, da funkelten seine Augen. Was ich dort gemacht habe und welche Einheit und und und … wie die besten Freunde.

In Brisbane selbst hatten wir dasselbe Wetter wie ueber den Wolken, nur noch mit orkanartigen Regenschauern. Auf dem Weg mit dem Bus in den Sueden sahen wir dann, was uns ein Einheimischer kurz auf den Weg mitgegeben hatte: das schlimmste Wetter des Jahres hatte es letzte Woche gegeben. Strassen ueberflutet, Baeume umgestuertzt, Wellen, wie man sie selten sieht.

Wir sind in der Naehe von Byron Bay gelandet (Lennox Heads) und richten uns auf stuermische Tage ein… da hilft schon mal ein Baileys.

Hier fischt Honecker

Detlev mit “V” hat uns heute morgen in Richtung Berlin verlassen. Doch die alte Connection zu Honecker ist weiterhin intakt, denn, wie eine Leserin dieses Blogs richtig anmerkte, die Witwe und die Tochter von Erich sind weiterhin in Chile und erfreuen sich eines Lebens in Wohlstand. Das wird zumindest gemunkelt, denn die beiden gehen nie an die Oeffentlichkeit. Die Geschaefte laufen demnach gut.

Auch die anderen Geschaefte in Santiago de Chile sind umtriebig. Der Fischmarkt der Stadt ist eine Ansammlung der Meeresfauna. Wir mussten danach unsere Hawaiianas (Flip-Flops, vulgo Badelatschen) desinfizieren.

In vieler Hinsicht ist Santiago de Chile anders als die bisher betretenen Staedte Suedamerikas:

  • die Leute hier sind ein Kopf kleiner (dadurch wird der Gehsteig ueberschaubar)
  • hier gibt es fast nur Schuhgeschaefte
  • die Uniformen der Polizei sehen hier ein wenig denen der ehemaligen Wehrmacht aehnlich
  • die Pferde der berittenen Polizei haben “Gummischlapfen” fuer besseren Strassen-Grip und duerfen auch straffrei auf den Gehsteig ihre Haeufchen machen
  • das eine oder andere Gebaeude ist schon mal zusammengestuerzt – hier ist Erdbebenzone.

Apropos Erdbeben: die gibts auch draussen unter dem Pazifik, und deshalb Achtung vor den Tsunamis:

Noch ein paar Fakten fuer den Geografie- und Geschichteinteressierten ueber Santiago:

  • ca. 5 Mio Einwohner
  • Smog ist die aergste Plage hier
  • gegruendet 1541
  • Isabell Allende (“Das Geisterhaus”) lebte lange Zeit in Santiago de Chile

Impressionen aus Anchorage, Alaska

Eine meiner USA-Reisen führte mich nach Anchorage, also ins abgelegene Alaska. Ich hatte dort einen Teil meines MBA-Studiums absolviert und konnte nicht nur das Uni Campus Leben inklusive Elchtiere erleben, sondern auch die Stadt selbst wie auch die nähere Umgebung der größten Stadt im nördlichsten Bundesstaat.

Hier ein paar Bilder dazu: