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Bush, Billabongs und die ewige Suche nach einem Pool

Wir verbringen gewöhnlich nie mehr als zwei Tage an einem Ort (Ausnahmen: Beijing, Anchorage, Los Angeles, Quito, Ushuaia). Diesmal ist es Darwin, aus reisetechnischen Gründen: Visa-Antrag bei den Indonesiern. Nach viermaligen Besuch klappt es. Nicht das sie unwillig wären, uns das Visa auszustellen. ‘Unfähig’ ist die passendere Bezeichnung. Darwin ist also ein bißchen Zwangsaufenthalt, den wir aber trotz Hitze vielfältig ausfüllen.

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auf dem Stuart Highway nach Süden

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Termitenhügel

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einer der vielen Rockpools in Litchfield

Es ist die Umgebung der Stadt, die sie so interessant macht. Das Hinterland ist abseits der Küste recht karg, so scheint es. Aber die Natur schafft Erstaunliches: da sind tiefe Schluchten, und tatsächlich Wasser, welches fortwährend kleine und große Rock-Pools schafft. So liegen wir im Litchfield National Park in diesen Badewannen aus Fels, das Wasser warm, mit Baseballcap und Sonnenbrille. Wären da nicht die Tourbusse aus Darwin, wäre das eine sehr eindrückliche, einsame Gegend. So fahren wir eher früh als spät an den Termitenbauten vorbei wieder zurück nach Darwin, mit dem Wagen von Brook, einem Toyota Pickup der klapprigen Sorte.

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Seerosen-Paradies in den Wetlands

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ein Vogel-Paradies

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und hier unser drittes Salzwasserkrokodil an diesem Tag

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ein Verwandter unseres Storchs

Etwas komfortabler (aka Klimaanlage) fahren wir im Bus in die Wetlands, eine Gegend, die einem wilden Durcheinander von Flüssen und natürlichen Kanälen gleicht. Billabong auf Billabong befahren wir mit einem Ausflugsboot, auf der Suche nach Salties, den Salzwasserkrokodilen. Im Laufe der Tour, die mehr für Vogel-Fans ist, lassen sich einige Salties blicken und beobachten. Keine riesigen Monster, aber im Wasser ist eine Begegnung unangebracht. Die Gewässer hier im Top End Australiens sind Krokodil-verseucht, wie es schön heißt. Ein Schwimm ist also unmöglich, aber die Eindrücke aus den Wetlands bleibend. Als wir wieder nach Darwin zurückkommen, ist der erste Schritt der in den Pool.

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Brook, Simon & Chris (v.l.n.r.)

Der dritte Teil der Landschaft, die das Northern Territory zu bieten hat, eröffnet sich während einer Bootsfahrt in den Mangroven und im Küstengewässer. Mit Chris, Brook und Simon fahren wir im Schnellboot hinaus, Angelrouten und kaltes Bier mit an Bord. Wir hätten etwas mehr auf den Zustand der Bordbatterie schauen sollen, denn die ging just am weitesten Punkt von der Küste in die Knie. Nach reichlich Kopfzerbrechen kann Chris den Motor per Kordel anwerfen und eine zweite, aber leere Batterie wieder aufladen. Die Fische beißen nicht an, aber das Bier schmeckt. Auch später, als wir dann wieder in Darwin im Pool liegen, mit Bier und unserem unverbrauchten Köder, den wir den Greifvögeln, die um das Haus kreisen, zum Fraß in die Höhe werfen.

Impressionen aus Darwin

Darwin ist eine richtige Ausnahmeerscheinung in Australien – es ist der tropische Norden mit Dauerwetter über 30°C im Schatten. Ähnlich wie in Papua Neu Guinea existieren hier zwei Jahreszeiten, eine trockene und eine nasse. Anfang November markiert gerade den Übergang, mit sehr heißen Tagen, bevor der Regen kommt. Und wenn er kommt, dann in Fluten.

Die Stadt selbst ist wirkt wie eine Insel, mit viel Küste und Mangroven, sehr vielen Pools und noch mehr Bars. Das Leben in diesem Aussenposten ist teuer, die Wohnungspreise unerhört, und wir sind mehr als froh, wieder mit Hilfe von Chris (siehe Cairns) bei Brook für einige Tage unterzukommen.

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super gsi!

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Darwin Beachfront

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Aborigene Kunst

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im Fliegermuseum

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entspannte Abende