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Prachttag am Triglav

Die Nockalm-Runde war nur ein Zwischenspiel in unserem langen Wochenende der Bergbesteigungen. Nach dem Großvenediger und dem Großglockner wollen wir uns eine weitere Größe in dieser Region vornehmen: den Triglav. Der Triglav ist der Nationalberg Sloweniens und liegt angenehm nah an der österreichischen Grenze. Noch am Abend nach der Radrunde fahren wir durch den Karawankentunnel und übernachten unweit am Fuß der Triglav’ Nordwand.

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Die Nordwand des Triglav teils in Wolken gehüllt

Am nächsten Morgen starten wir den 1.900 Höhenmeter Aufstieg, der uns zunächst durch ein Tal, später durch einen steilen, aber einfachen Steig (“Prag”) direkt in die Nebel- und Wolkenwand führt. Erst so ab 2.300 m Seehöhe überwinden wir die tiefliegenden Wolken, es ist strahlendblau. Von der Triglavhütte sehen wir schon die zahlreichen Aspiranten, die sich am Klettersteig zum Gipfel hinauf oder vom Gipfel hinab bewegen. Hilft nichts, da müssen wir durch. Ein Klettersteigset ist meiner Meinung nach nicht unbedingt notwendig, dafür schon eher ein Helm.

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über dem Wolkenmeer am Prager Steig

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Triglavski dom

Die schöne Gratwanderung findet im Trubel am Triglav-Gipfel ein jähes Ende. Ich dachte schon, hier oben sein ein Pferdekarussell. Nein, aber gröhlende Menschen, ein Gipfelbiwak das wie ein Klohäuschen aus dem 19. Jahrhundert ausschaut und ein Gipfelplateau groß genug für alle. Klar doch, dass wir schon nach fünf Minuten auf der anderen Seite, also Richtung Luknja Scharte, im Abstieg begriffen sind. Von hier kommen kaum Menschen hoch. Der Weg ist wohl länger, und beschwerlicher, als vom Triglav dom (2.514 m).

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Der Triglav vom Osten

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hübscher Gratweg zum Gipfel

Der Weg zieht sich, und als wir in den Bamberg Weg einbiegen, erwartet uns ein weiterer Klettersteig, den Hüsler in seinem Atlas mit 4 von 6 Schwierigkeitsgraden angibt. Wir haben kein Klettersteigset dabei, im Rucksack aber einen Hilfsapparat. Dennoch steigen wir ohne Sicherung ab, und ich habe nicht den Eindruck, dass es hier besonders schwer ist. Ein, zwei Stellen sind etwas ausgesetzt, aber das ist es auch schon. Den Helm behielten wir aber an, unter anderem auch, weil viele Gämse und Steinböcke im Steig unterwegs waren. Man konnte sich fast die Hände schütteln und am Bart kraulen. Scheue ist den slowenischen Bergziegen unbekannt.

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Steinböcke lenken uns ab

Von der Luknja Scharte zieht sich es, aber wir halten kurz vor unserem Parkplatz am Bach. Zu verlockend die Kühle, zu leer unsere Sigg-Flaschen. Der kurze Badeaufenthalt hat es in sich, und sehr entspannt füllen wir im Alizajev dom (1.015 m) unsere Mägen mit Krainer Klobassa, Sauerkraut, Apfelstrudel und sonstigem. Alles hausgemacht. Ein prächtiger Tag.

In Indien angekommen: Kaziranga

Nach den großen Mühen, die wir aufgebracht haben nach Kohora zu kommen, war die Erwartungshaltung groß. Was konnte der Nationalpark Kaziranga tatsächlich bieten? Wir hatten viel darüber gelesen, und große Biologen waren wir auch nicht, so dass wir schon Großwild für unsere Augen brauchten, um eine “Sensation” zu erleben. Die Kleinigkeiten würden uns nicht auffallen oder groß interessieren, oder einfach gesagt: wir wollten Rhinos sehen. Und das bekamen wir.

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Die Community steht hinter dem Projekt “Nationalpark”

Insgesamt verbrachten wir einen sehr langen Tag im Elefantengras. Einmal auf dem Rücken von Elefanten, zweimal auf der Ladefläche von Jeeps. Stets begleitet von unserem Guide, und im Falle der Jeeps auch von einem Fahrer und einem Wachmann, der unartige tierische Zeitgenossen zähmen sollte. Der Ritt auf den Elefanten in den Morgen des Parks glich einem Bootsausflug. Der Tierrücken als Barke, das Elefantengras als Meer. Dazwischen tauchten die ersten Tierspuren auf, dann die ersten Bewegungen, und schließlich auch die Köpfe und Körper von Büffeln, Sumpfhirschen und eben auch Rhinos. Das leise Dahingleiten der Elefanten beruhigte die Tierwelt um uns herum, und da wir nur mit der Fotokamera herumschossen, hatten wir Gelegenheiten genug, sehr nahe an diese Tiere zu kommen. Mehr Bilder gibt es in unserer Gallerie “Kaziranga National Park”.

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Büffel im Morgengrauen

Die Stimmung im Park veränderte sich im Laufe des Tages nur unwesentlich – ruhig, abgeschieden, im voller Spannung auf den kurzen Moment, den Rücken eines Tigers im Augenwinkel doch noch zu erhaschen. Auch wenn es an diesem Tag keine Tiger zu sehen gab, die Komposition der Natur, seiner Einwohner und seiner Beschützer ist sehr gelungen. Rund 700 Parkwächter leben im Park, in Baumhütten oder anderen verwegenen Hauskonstruktionen, um ständig bei den Tieren zu sein und sie vor Wilderern zu schützen. Die Population der Tiere steigt an, auch der Tiger und Rhinos. So gesehen ist der Park eine Symbiose zwischen Mensch und Natur, im modernen Sinn. Den Tieren ermöglicht es ein relativ freies und beschütztes Leben, und der Bevölkerung um den Park ein doch bescheidenes Einkommen aus dem Tourismus.

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Einhörnige Rhinos im lichten Elefantengras

Unser Guide Tarun ist ein schönes Beispiel für ein Leben am und vom Park. In seinen 20ern, verheiratet und gerade ein kleines Baby zuhause, ist er sicherlich einer der Privilegierten in Kohora. Sein Einkommen ist hoch genug, um sich in privaten Hospitälern (in Indien) behandeln zu lassen, um seinen Geschwistern finanziell unter die Arme zu greifen. Seine Ausbildung als Guide erweist sich als wertvoll, seine Englisch-Kenntnisse als essentiell, denn er weiss sehr viel zu berichten. Wer sich also in Kaziranga einen guten Guide sicher möchte, kann Tarun Gogoi über sein Mobil-Tel erreichen: 09859332737 (in Indien).

Wir hatten ihn zufällig kennen gelernt, denn unsere Unterkunft (Wild Grass Resort) organisierte für uns die Ausflüge in den Nationalpark. Das klappte vorzüglich, und man muss wieder mal hinweisen, auch wenn es möglich ist, das alles selbst zu machen, die indische Bürokratie ist ein Schrecken, und man verliert unendlich viel Zeit, dies auf die richtigen Schienen zu bringen. Man wird viele Bürowände sehen, bevor es überhaupt nach Elephantengrass riecht. Unsere Empfehlung: über die Unterkunft, die man in Kohora gewählt hat, alles organisieren lassen. Auch wenn es ein paar Rupies mehr kostet. Im Wild Grass ist man auf diese Anfragen vorbereitet und dementsprechend klappt das. Die Hotelanlage ist wohl die Beste in der Gegend, die Zimmer sehr nett, das Gelände weitläufig, nur der Pool ist zugeschüttet (warum auch immer). Das Essen ist mäßig, und die Kommunikation nach außen ist auch sehr beschränkt (kein Internet, kein Fax). Bezahlen kann man nur Cash, wenn auch in US-Dollar. Das sollte man tun (in US$ zahlen), denn in der ganzen Gegend gibt es selten Möglichkeit Geld zu tauschen, und das auch nur zu beschränkten Zeiten. Unser Rat: Rupies horten.

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Der Speisesaal im Wild Grass

Nach unseren Tagen und Nächten am und im Nationalpark Kaziranga folgten wir unseren Reiseplänen zunächst zur beliebten indischen Reisedestination Shillong, einer Stadt in den Bergen nahe der Grenze zu Bangladesh…

Sundarbans: Bangladesh’ Mangroven-Wunder

Im Zentrum des historischen Bengalen wollen wir im Zuge unserer Reise durch Bangladesh auch den Nationalpark Sundarbans besuchen. Das Einzigartige an diesem rund 1.300 km² großen Park ist sein Lage:

  • Mündungsgebiet von Ganges, Brahmaputtra und Megna
  • riesiges Delta, das “fließend” in den Indischen Ozean übergeht
  • und daher das Brackwasser einen gewissen Salzgehalt aufweist.

Die Sundarbans (“schöner Wald”) sind ein System aus unzähligen Wasserarmen und dichten Mangrovenwäldern, in denen Krokodile, Pythons, Hirsche, Wildschweine und vor allem der vom Aussterben bedrohte bengalische Tiger leben. Gerade letzter hat in den Sundarbars den Ruf eines “Killers”, fallen ihm doch jährlich rund 100 Menschen (meist Honigsammler) zum Opfer. Die Tigerpopulation in den Sümpfen ist die Höchste der Welt, doch ihr Lebensraum ist bedroht – die Wasserverschmutzung, das Drängen der Bevölkerung auch in diesem unwirtlichen Gebiet eine Lebensstätte zu finden. Die Sundarbars sind aber auch besonders vom steigenden Meeresspiegel bedroht, mehrere Eilande sind bereits in den ozeanischen Fluten verschwunden.

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Das Sundarbars-Delta. Der dunkelgrüne Fleck ist der eigentliche Nationalpark, und um diesen herum landwirtschaftliche Flächen.

Ein Teil des Nationalparks erstreckt sich auf auf Indisches Gebiet und ist somit auch “leicht” von Kalkutta aus erreichbar. Mehr Infos zu den Sundarbans findet sich hier oder in unserem Guide Bangladesh.

Auf dem Weg nach Assam: Kaziranga Nationalpark

Bevor wir Mitte November zu unserem großen Jahresziel “Brahmaputtra und der Himalaya” aufbrechen, stellen wir hier wieder ein paar Schwerpunkte unserer Reise vor – quasi zur mentalen Vorbereitung (sprich: Vorfreude). Beginnen wollen wir mit dem bekannten indischen Nationalpark in Assam, Ost-Indien: Kaziranga.

Satellitenaufnahme vom Kaziranga Nationalpark. Blau der Brahmaputra, in der Mitte mintgrün der Park.

Der Name klingt schon sehr viel versprechend, und der Nationalpark ist es auch. Das Weltkulturerbe der UNESCO beherbergt auf ca. 430 km² (etwas kleiner als der Bodensee) zahlreiche einzigartige Spezies wie den Asiatischen Elefant, den Bengaltiger, wilde Wasserbüffel, den Goldlangur, den Weißbrauengibbon, den Zackenhirsch, Muntjaks, Schweinshirsche, den Sambar, und den Gaur sowie den Asiatischen Wildhund, Leoparden, Kragenbären, Lippenbären, Indische Fischotter und Gangesdelfine.

Der Park ist aber vor allem für die große Population an indischen Panzernashörnern bekannt. Derzeit leben rund 1.500 Tiere im geschützten Park, der den Zutritt an Besuchern stark reglementiert. Eintritt ist nur auf dem Rücken von Elephanten in den Morgenstunden möglich, oder zwei Mal täglich mit Jeeps und Guides. Das Projekt ist insofern erfolgreich, als die Population der hier lebenden Tierarten wächst.

Da das Klima vom Monsun geprägt ist, fällt ab November (bis April) kaum Niederschlag. Wenn der Dauerregen aber schließlich los geht, dann sind weite Teile des Parks überschwemmt und die Tiere büchsen in höhere Gebiete aus. Das gibt natürlich Ärger mit den umgebenden Landwirtschaften, Zwischenfälle und Jagd auf Nashörner durch Wilderer sind die Folge. Übrigens beträgt die Durchschnittstemparatur im Winter 10 °C, also fast schon kühl. Infos zum Nationalpark, Übernachtungsmöglichkeiten und Anfahrt sind auch im Lonely Planet Indien zu erfahren.