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Mixed-Klettern am Mont Blanc du Tacul

Nach einem interessanten Ski-Tag am Aiguille du Midi und dem Gletscher-System am Mont Blanc Massif ging der erste Teil des Chamonix-Ausflugs mit einer leichten Eiskletterei in der Nähe von Argentière zu Ende. Für mich war es eine Akklimatisation der besonderen Art. In dieser gewaltigen Bergwelt komme ich mir sehr rasch ganz klein und unbedeutend vor, Ehrfurcht entsteht.

Auch am nächsten Tag habe ich dieses Gefühl, wenn es mit der Kabinenbahn auf die Aiguille du Midi hinauf geht. Gewaltiger Granit in braun-oranger Farbe türmt sich hier überall auf, wir steigen vorsichtig zum Skidepot ab und fahren zur Refuge des Cosmique ab.

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Auf dem Weg zum Mont Blanc du Tacul; der rechte Rand des Felsriegels ist unser Ziel

Deutlich leichter (Gepäck bliebt im großen und ganzen auf der Hütte zurück) marschieren wir zum Wandfuß des Mont Blanc du Tacul (4.187 m). Ausgehend von ca. 3.670 m Seehöhe überwinden zunächst einen etwas lästigen Bergschrund. Die erste Seillänge führe ich im leichten Gelände (45°) über Eis und Schnee, Mathieu dann die nächste zum ersten Felsen. Oberhalb von uns wehen zwei Seilschaften ständig Schnee und Eis herunter, wir duschen an diesem Tag ausgiebig. Kleinste Schneebretter schießen über meinem Helm nach unten hinweg, als ich mich in die Eistrasse in der Goulotte Chéré wage. Das Eis ist gut, nicht spröde, meine Steileisgeräte liegen gut. Ich finde immer genug Halt, um meine Eisschrauben zu setzen, hänge währenddessen genüsslich an meiner Leine, die sich Mathieu in der Zwischenzeit (nach unserem Weisstannental-Gekraxle) auch besorgt hat. Hin und wieder nutze ich auch einen Riss im Fels für einen Friend, ich steige und steige, ich fühle mich sehr sicher.

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am Bergschrund, und dann geht’s nur noch hinauf durch die Enge der Goulotte Chéré

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super gsi!

Nach fünf langen Seillängen wird uns langsam wärmer, aber da sind wir schon am Ende der Route angelangt. Wir machen alles fertig für den Abstieg, seilen uns nacheinander durch den engen Couloir und letztlich über den Bergschrund zu unserem Skidepot ab. Mich trennt nur noch eine halbe Stunde von einem großen, heissen Kaffee.

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Mathieu schlägt sich durch