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Review Hochtouren-Ausrüstung

Auf unserer 6-Tages-Hochtour im Berner Oberland (Mönch, Jungfrau, Großes Fiescherhorn und Finsteraarhorn) habe ich das eine oder andere auch über das verwendete Material nachgedacht. Erkenntnisse, die wir auf einer nächsten Tour umsetzen wollen.

hanwag

Der Hanwag Eclipse GTX Schuh

Hier eine Zusammenfassung:

  • die Schuhe, das Um und Auf: unsere Boots (bei mir die Hanwag Eclipse GTX) haben sich in allen Lagen bewährt – beim Klettern wie in den Steigeisen
  • Steigeisen von Austria Alpin: stabil, mittel-schwer und sicher beim Klettern. Die Anti-Stol-Platte hatte allerdings ihre Mühe mit matschigem Firn und verhinderte die Stol-Bildung nicht – was nicht lustig ist bei Gletscherspaltenüberquerungen!
  • Gletscherbrille von Julbo: hervorragend!
  • Handschuhe von Injinji (Injinji Man’s Performane Handschuh) versprachen Grip und Trockenheit – leider für Hochtouren kaum geeignet: null Grip am Seil, was bei einer Spaltenbergung oder beim Abseilen schnell recht kritisch werden kann. Und wenn’s ein bißchen bläst, dann bietet der Handschuh auch kaum Schutz. Dieser Artikel bleibt das nächste Mal zuhause.
  • Gamaschen von Salewa (Makalu Modell): den Zacken des Steigeisens hilflos ausgeliefert, aber auch der Reissverschluss hinten ist fehleranfällig – zwei von vier Gamaschen haben sich an dieser Stelle verabschiedet. Fazit: völlig unbrauchbar und landeten im Mistkübel.
  • Icebreaker Unterwäsche: ein Muss auf langen Touren. Das “no stink” Motto hält, und der Komfort spricht für sich.
  • Hochtouren-Rucksack von Millet: auf allen Ebenen überzeugend, möchte ich nicht mehr missen
  • Stirnlampe Mammut Lucido TX1: weiter Lichtstrahl und guter Sichtkegel, was wichtig ist, wenn man in der Dunkelheit auf der Suche nach einer Spur ist oder einem Ausweg aus einem Gletscherspaltenwirrwarr braucht
  • Uhren von Suunto: eine absolute Empfehlung
  • Eispickel von Black Diamond: wir haben das Modell “Raven Grip” – super stabil, leicht, und haut ordentlich rein, sowohl mit der Haue wie dem Spitz; würde ich wiederkaufen

Hochtouren-Rucksack Peuterey 50 von Millet

Mein neuer Wegbegleiter auf längeren Skitouren, Querungen und Hochtouren ist der vielseitige und gut durchdachte 50 l Rucksack Peuterey von Millet. Zum ersten Mal habe ich ihn auf unserer Herbst-Tour in den französischen Alpen gesichtet, dann in einem Geschäft in Chamberey. Beate hat eine etwas kleinere Ausgabe (35 l) von Salewa, ebenfalls ein sehr funktionelles Teil.

Was mich an meinem alten Rucksack von Essl stört, ist dass er kein Innengestell  hat und so alles wie ein Sack am Rücken hängt. Nicht nur, dass ich mit dem Peuterey nun einen stabilen Pack am Rücken habe, sondern auch bei ordentlichem Packgewicht viel Luft zwischen Rücken und Rucksack bekomme (zumindest beim Aufstieg – beim Abstieg oder Abfahrt will ich mehr Kontrolle bei der Bewegung nach unten – dann wird der Brustgurt scharf angeschnallt).

millet-peuterey-50

Die Befestigungsmöglichkeiten sind das erste, was einem am Millet Peuterey 50 auffällt. Lawinenschaufel-Tasche außen, Befestigung für zwei Eisgeräte, stabile Ski-Fixierung, externe Halterung für Steigeisen, eine Materialschlaufe am Hüftgürtel und vieles mehr wie ein Gurt für die Seilpuppenhalterung.

Der Innenraum ist mit rund 50 l groß genug, dass die Ausrüstung für eine mehrtägige Hochtour / Skitour samt Kocher, Schlafsack und Proviant hineinkommt. Mit dem Zelt wird’s schon eng, der Helm muss dann außen befestigt werden. Wenn man sich das Zelt und den Schlafsack sparen kann (weil Hüttenübernachtung), dann kann mehr als nur Trockenessen mitnehmen. Zugriff auf den Innenraum hat man von verschiedenen Seiten, so dass langes Suchen der Vergangenheit angehört. Die zwei Deckeltaschen sind geräumig und wasserfest, die Zugschnüre leicht zu bedienen, auch mit dicken Fäustlingen bei starkem Wind. Auch unser Trinksystem findet einen separaten Slot.

Zur Verarbeitung kann ich noch nicht viel sagen (wird sich wohl in den nächsten Monaten zeigen), aber soweit habe ich keine Verarbeitungsmängel festgestellt. Da der Peuterey Millet Rucksack von der Österreichischen Bergrettung als Bestandteil ihrer Ausrüstung ausgesucht worden ist, bestand in dieser Hinsicht bei mir aber kein Zweifel über die Qualität des Materials und der Konzeption. Gesehen und gekauft bei Bergsport Stochay, alles ohne Probleme und Verzögerungen.