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Der Wasserkanister-Trek

Mit diesem Post möchte ich eine neue Kategorie in unserem Blog einführen: “Training”. In dieser Kategorie werde ich Trainingstipps und -möglichkeiten präsentieren, die ich selbst ausprobiert habe und über deren Wirkung schreiben. Ich muss natürlich dazu sagen, dass diese von mir nicht wissenschaftlich erprobt oder erforscht wurden, sondern einfach in meiner Trainingspraxis in unterschiedlichem Umfang ausgetestet und bestenfalls eingeführt wurden.

trekking

Bergsteigen heißt oft langer Zustieg, meist mit viel Gepäck und Höhenmetern…

Den Anfang mache ich mit einer Trainingseinheit, die ich bei Steve House abgeschaut habe. Ich nenne es den “Wasserkanister-Trek”. Die Grundidee von Steve ist, dass man sich mit dieser Trainingseinheit schön langsam Grundkondition aufbauen kann. Also lange vor einer geplanten Bergtour oder Bergprojekt. Grundbedingung ist daher, dass man einen guten Überblick darüber hat, wann im Jahr welche Belastungsspitzen auftreten werden (da hilft schon ein einfacher Zeitplan, der auf einer Liste von Zielen fußt). Auf das hin kann man sein Jahresprogramm zusammenstellen. In der ersten Phase, wo es um die Gewöhnung des Körpers an ein bestimmtes Arbeitspensum geht, kommt auch die erwähnte Methode des Wasserkanister-Schleppens zum Einsatz.

Dieses Training ist einfach und effektiv. Bei mir schaut es folgendermaßen aus: mit dem Rad zur Talstation der Karren-Seilbahn radeln und zwei 10-Liter Kanister mit dem Wasser aus der Dornbirner Ache füllen. Diese Kanister verstaue ich in meinen großen Trekking-Rucksack (60 l) und dann auf meinem Rücken. Nun folgt der Anstieg in einem schnellstmöglichen Tempo hinauf zur Bergstation – das sind rund 470 Höhenmeter auf einem durchgehend mittelsteilen Forstweg mit wenigen, kurzen Flachpassagen (insgesamt ca. 3km). Ich bewege mich daher meist im Grundlagenausdauer 2 – Bereich. An der Bergstation angekommen schütte ich das Wasser aus und marschiere wieder zur Talstation herunter – diesmal aber mit einem nicht spürbaren Rucksack, also keine Gefahr für die Knie beim steilen Abwärtsgehen! Wenn man will, kann man das bis zum Umfallen wiederholen.

Dieses Training bietet einige Vorteile. Zum einen der Cardio-Effekt, dann aber auch die Stärkung der Beinmuskulatur und das Gewöhnen an große Lasten bei großer Anstrengung. Außerdem kann ich meine Knie schonen, und das Training bei jeder Witterung und Tages- und Nachtzeit (Stirnlampe) durchführen. Ausnahme: wenn der Weg komplett vereist ist (aber auch hier könnte man mit Steigeisen eine interessante Variante einbauen). Ich versuche, je nach Trainingsperiode zwei bis drei mal pro Woche diese Trainingseinheit durchzuführen und brauche mit der Rad-An-/Abfahrt fast zwei Stunden dafür (inklusive Kanisterbefüllen etc.).

Edelweiss Raid
Edelweiss Raid 2009, Foto: Siegi Schwärzler

In den nächsten Tagen wird sich in einem ersten Test zeigen, ob und wie sich mein Trainingsplan bewährt hat: die erste Belastungsspitze des Jahres 2011 ist ein zwei-tägiger Wettkampf in den Bergen Tirols. Das Edelweiss-Raid ist ein Mannschaftsbewerb im Skitourensport, organisiert vom Österreichischen Bundesheer. Ich darf im Team des Vorarlberger Militärkommandos teilnehmen und bin schon gespannt auf zwei Tage mit je 2.000 (positiven) Höhenmeter, 40 Kilometer Marschweg und diversen Sonderprüfungen sowie einem Schneebiwak. 20 Teams aus dem In- und Ausland sind gemeldet. Ich werde an anderer Stelle von dieser Veranstaltung berichten.