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Die Wahl haben und Entscheidungen treffen

Im Leben steht man immer vor einer Wahl, sich zwischen Alternativen zu entscheiden. Es hängt meist von uns ab, welchen Weg wir einschlagen, auch wenn der Zufall gelegentlich seltsame Blüten treibt. Dennoch: es liegt an uns ob wir in Träumen verweilen oder in der Realität leben. Dazu gehört Mut und auch eine Portion Entschlossenheit. Zusammenziehen. In ein anderes Land gehen. Ein Haus kaufen. Neue Wege ausprobieren. Reisen. Lernen. Weitergeben. Leben. Es liegt an uns, was wir aus unserem Leben machen. Wir haben die Wahl. Choices. Du bist die Beste, Beate.

 

CHOICE. from gnarly bay productions, Inc. on Vimeo.

Bergführer: Mit oder ohne?

Was ist ein alpines Unternehmen und wann wird es zu einer Angeber-Tour? Was haben Bergführer, Seilbahnen und Trampelpfade damit zu tun? Auf diese und andere Fragen habe ich den einen oder anderen Gedanken formuliert – eine persönliche Sicht auf den “Bergsport-Boom” der letzten Jahre. Den Artikel habe ich auf weit draußen im Journal “Der Ruf der Wildnis” publiziert – hier ist der Link.

Was, wenn Geld keine Rolle spielt

Wir tun Dinge, die wir nicht mögen, um Dinge zu tun, die wir nicht mögen. Geld spielt hier eine wesentliche Rolle. Wenn wir in unseren Leben Wegen folgen, die uns jemand vorgibt, oder die Gesellschaft, und wir akzeptieren diesen Lebensstil, auch wenn wir ihn nicht mögen, dann handeln wir ziemlich dumm. Denn ist es nicht  besser, ein intensives, vielleicht kürzeres Leben ohne die Bessessenheit des Geldverdienens zu führen als dauern zu scheffeln, um irgendwann “besser” leben zu können? Auch wenn wir ein Leben lang Dinge tun müssen, die uns nicht gefallen? Und dies auch unseren Kindern beibringen?

Alan Watts fragt sich in diesem schönen Video: Was würden wir tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Diese Frage sollten wir uns jeden Abend vor dem Einschlafen stellen. Die Welt wäre eine bessere.

Alan Watts – What if money were no object- from Marjoleijn Felius on Vimeo.

Live vicariously

Es gibt Tage und Wochen, da lebt man wie in einer Nebelsuppe, ohne Inspiration, ohne Mut, ohne Vision. Und dann hört man, liest man, sieht man Geschichten, die alles wieder in dir erwecken. Live vicariously! Mehr will ich dazu nicht sagen, ich freue mich auf den ganzen Film, wenn einmal die Reise der Goodwins zu Ende ist. Hier vorweg ein Trailer, den man mehr als einmal anschauen wird…

screen-capture

man lebt nur einmal…

Slow yourself down and you see so much more! Egal was dir andere sagen, was in deinem Leben wichtig ist. Folge deiner Inspiration, sehe die Welt, älter wirst du sowieso.

A climber’s soul

Es ist gut, nach links und rechts zu schauen, und zu sehen, was andere so aus ihren Leben machen. Es ist aber auch schön, von Unbekannten deren Lebensgeschichten und Ansichten zu erfahren, auch um sich selbst seiner Position und seines Werdens bewußt zu werden. Warum ich etwas tue, oder nicht tue, wohin ich gehen will, und wohin eben nicht. Alles eine Einstellungs- und Charaktersache, vermute ich, und auch die folgende Kurzgeschichte ist wieder so ein Wegweiser, welcher zum Nachdenken anregt. Der Kurzfilm ist an alle gerichtet, für die das Geldverdienen nicht die Top-Priorität ist. Und schließt mit dem Rat: macht weiter so! Die Weite ruft…

A Desert Life from Austin Siadak on Vimeo.

Lifestyle: Reisen, Outdoors, und mehr

Es ist Sommer, und wir sitzen in Dornbirn. Wahrlich, es gibt Übleres. Aber wir sind schon eine kleine Ewigkeit nicht mehr so richtig unterwegs gewesen (Kaukasus, wann war das noch mal?), und irgendwie schare ich schon mit den Füßen unter’m Tisch. Es sind noch Monate bis zum nächsten, längeren Unternehmen.

Geplant sind in den nächsten Tagen ein paar Tage in den Alpen Frankreichs, und so das Wetter uns die Stange hält, ein paar alpine Bergtouren. Außer meinem Training, um in Form zu bleiben, tut sich aber nicht sehr viel. Da muss man durch. Sich Ziele setzen und an diesen arbeiten. Ich finde das eine gute Methode, um auch im Training die Motivation zu halten. Und dann gibt’s noch diese Methode: feine Video-Clips von Leuten, die ihren Traum leben. Im vorliegenden Fall ein Bursche aus Helsinki, der sich im Bouldern einen Namen gemacht hat: Nalle Hukkataival. Für ihn gehört das Klettern, das Reisen und andere Menschen treffen zusammen. Es ist sein Lifestyle. Und ist schon immer meiner gewesen (bis auf das Klettern, welches nun dazugekommen ist).

ROCKLANDS: Black Diamond athlete Nalle Hukkataival visits South Africa’s famed boulders from Black Diamond Equipment on Vimeo.

Identität, Leidenschaft und Sport

Mein Titel kann den folgenden Beitrag von Darcy Turenne nicht anders zusammen fassen: Identität, Leidenschaft und Sport gehören zusammen. Sport wirkt dabei wie ein Katalysator. Besonders deutlich wird dies in dieser Doku über vier Sportlerinnen, die in der Männer-dominierten Gesellschaft Indonesiens Sport als probates Mittel ihrer Selbstbehauptung und Selbstbestimmung entdeckt haben. Ein großartiger Kurzfilm!

The Eighth Parallel from Darcy Turenne on Vimeo.

Alaska, Alaska

Je länger wir herum sitzen, in unserer Arbeit verhaftet, und je länger wir nicht in die Welt aufbrechen können, desto mehr brennt es in uns, da hinaus zu kommen, wo die Weite ist. Aber wir wären nicht wir, wenn wir wenigstens nicht schon Ideen hätten, diesen Zustand des sich-bequem-machens zu überwinden. Alaska, Alaska. Oder war’s doch was anderes? Die Zeit wird’s sagen. Aber jetzt doch: Alaska, Alaska …

Portugal. The Man – Sleep Forever from Portugal The Man on Vimeo.

Warum wir in die Berge gehen…

Man könnte es so “schön” haben, höre ich oft. Auf dem Sofa liegen. Tatort schauen. Kaffee trinken gehen am Marktplatz. Sich ausruhen. Ausschlafen. Wellnessen (was für ein Wort!). Am Strand abhängen. Mein “Super-GAU Sonntag” besteht aus all diesen Elementen: ausschlafen, spät frühstücken (von 10.00 bis 13.00 aka “Brunch”), spazieren gehen (vorgeben etwas Körperliches zu tun), irgendwann die Glotze einschalten und sich im Sofa langsam des Tages in pseudo-intellektueller Manier entledigen. Was für eine Art sein Leben zu verschwenden.

bergsteigen

bergauf & bergab

Stattdessen gehen wir in die Höhe. Das kostet Kraft, es ist anstrengend, man schwitzt, hat Hunger und Durst, stürzt gelegentlich, hängt halb in einer Gletscherspalte, übernachtet in kalten Biwaks, wandert in nicht-so frischen Sachen, der Rucksack drückt, die Luft wird dünn, die Kälte nagt an den Fingern. Es ist nicht so, dass wir das Leiden lieben. Aber es ist ein Aspekt des Bergsports. Die Grenzen überwinden, sich selbst motivieren weiterzugehen, jedes mal auf’s Neue. Die Berge reduzieren uns auf das Wenige, was wir mitnehmen können. Schwierigkeiten zu meistern. Auf dem Gipfel zu stehen und die Aussicht zu genießen ist eines. Aber erst wenn wir wieder unten sind, nicken wir uns zu und wissen, was wir wieder in den letzten Stunden geleistet haben. Erst unten ist die Tour vorbei. Erst unten sind wir King & Queen, aufgeputscht und aufgedreht, unbesiegbar. Die Berge geben uns all das retour, sie sind das Terrain, auf dem wir uns stets von Neuem beweisen können.

Dieser Post ist eine Replik auf einen Artikel zum Sinn und Unsinn des Bergsteigens, gefunden im Magazin Rock & Ice. Man hat die Wahl sein Leben zu gestalten. Oder man wird wahllos gestaltet.

Life in your years

Nur noch wenige Tage, und dann sind wir wieder unterwegs. Kann es gar nicht fassen, dass die monate-lange Vorbereitung nun Wirklichkeit wird und wir wieder einen Punkt auf unserer Ideen-Liste für 2010-11 realisieren können. Es fehlen nur noch ein paar US$, Schoki für Sergey und diverse Reserve-Batterien. Rucksack ist probegepackt, und für den Berg bereit gemacht. In den nächsten Tagen pushen wir den Körper noch ein wenig, damit er sich auf die kommende Woche einstellen kann, und verbringen sonst noch die eine oder andere Stunde in der Kletterwand.

Wir sind fest überzeugt, dass sich die Anstrengungen vor und während dieser Reise lohnen werden, dass wir aufregende Tage erleben und interessante Menschen treffen werden. Oder wie es schon Abraham Lincoln einmal treffend sagte: “And in the end, it’s not the years in your life that count. It’s the life in your years.” (frei übersetzt: Letztlich kommt es nicht darauf an, wielange man lebt. Es kommt auf das Leben in diesen Lebensjahren an.)

Im Web habe ich ein schönes Beispiel für diese Lebenseinstellung gefunden – Jacinda Hunter, Krankenpflegerin und vierfache Mutter, die sich in den schwierigsten Wänden kletternd bewegt. Hier das Interview:

Jacinda Hunter: Style, Grace, Power from Prana Living on Vimeo.

Intensive Erfahrung durch einfache Ausführung

Noch eine Woche bevor es nach Zentralasien geht, und  nun haben wir alle notwendigen Visa sowie das Flugticket, das uns in einer Antonow An-24 von Bishkek nach Dushanbe bringen soll. Übrigens ein Geburtstagspräsent, so zu sagen, und das mit einer Fluglinie, die in Europa nicht landen darf. Unser Kontaktmann in Bishkek, Sergey, wird uns die Tickets aushändigen.

Antonov An-24

Eine Antonov AN-24 (Foto: Dmottl)

Der Stapel an Ausrüstung wird immer größer, und ein Probepacken ist nun angesagt. Fast alles ist auf das Bergsteigen hingetrimmt, von dicken Handschuhen über Steigeisen bis zu Hardshell-Überhosen. Die Freude ist jedenfalls groß, und die letzten Tage verbringen wir wie die letzten Wochen: mit Ausdauertraining beim Laufen, Klettern und Radfahren.

Diese Reise ist in Summe die Zusammenfassung unserer sportlichen Ambitionen in diesem Jahr. Es drehte sich fast alles um den Berg – die Skitouren in Marokko, der Alpen-Cross mit den Mountainbikes, die Gipfelbesteigungen in den Berner Alpen. Die vielen Stunden, die wir in unsere Ausdauer investiert haben, hunderte Laufkilometer, und mittlerweile mehr als 130.000 Höhenmeter (2010), das sind Aktivitäten, die vor allem eines haben: sie sind einfach und unkompliziert, man tut sie. Das ist das Schöne am Berg, die Dinge einfach halten. Da las ich letztens einen treffenden Spruch von Steve House, einer der wohl besten Bergsteiger derzeit, auf seiner Webseite:

Steve House

In diesem Sinne wollen wir auch auf unserer Reise alles so einfach wie möglich halten und uns an den Landschaften und den Menschen vor Ort erfreuen. Und auf unseren Hochtouren intensive Stunden leben.

Es gibt noch Abenteuer – Mount St. Elias

Ein Abenteuer der heutigen Zeit, schön verpackt in einem dramatischen Film – die Geschichte des Aufstiegs und der Ski-Abfahrt vom Mount St. Elias.

Es gibt sie noch, die Abenteuer. Es müssen nicht so spektakuläre sein, aber eine persönliche Challenge. Go for it!

Peter Ressmann, der neben Axel Naglich und Jon Johnston am Mount St. Elias gewesen war, verunglückte im Mai 2010 in den heimischen Alpen bei einem Bergunfall tödlich.