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Heute schon Löffelspitze?

Ein Finale, wie wir es dringend gebraucht haben. Eine kleine Herausforderung als Abschiedserinnerung an die Heimat. Von Bad Laterns (1.200 m) zur Löffelspitze (1.962 m). Nach dem gestrigen Einfahren auf dem Gehrenfalben ist der Pulver immer noch im perfekten Zustand. Zumindest in den schattigen Nordhängen. Und manche sind immer noch unverfahren. So die steilen Hänge zur Löffelspitze, die wir recht direkt über eine Rinne nehmen, zuletzt fast wieder im Kriechmodus mit den Ski am Rücken. Sonne, etwas Föhn und keine Menschenseele auf dem Gipfel. Die Abfahrt? Über die Rinne steil, aber sehr gut, weiter unten in weiten, schnellen Kurven und im Mittelteil durch das Gebüsch im Combat-Stil. Sehr lässig. Ein würdiger Abschluss der Alpen-Saison. Mit dabei: Wettergarant Steffi. Jetzt folgt RoF – Ring of Fire.

loeffelspitze

Steilrinnen schauen auf Fotos immer flach aus…

loeffelspitze

… im Anstieg rauben sie aber viel Atemluft

loeffelspitze

super gsi!

Über den Walserkamm zur Tälispitze

Der Föhn hielt die Regenwolken ab, da machten wir uns auf ein schon öfters anvisiertes, aber wegen Schlechtwetter verschobenes Laufprojekt: den Walserkamm. Vom Furkajoch (1.760 m) liefen wir hoch zum kleinen Sattel zwischen Pfrondhorn und Löffelspitz. Das Pfrondhorn (1.949 m) nahmen wir als erstes mit, drehten hier aber um und kreuzten am Grat zur Löffelspitze (1.962 m). Diese Teilstrecke ist kaum für Trailrunning geeignet, wie auch viele andere Teilstücke direkt am Walserkamm – zu eng, zu steil, zu abschüssig.

walserkamm

In einer flachen Passage nach der Löffelspitze

Von der Löffelspitze ging es über eine Mini-Kletterpassage hinüber zur Muttabella (1.935 m). Dieses Auf und ab zwischen den Gipfeln war recht anstrengend und dominierte die erste Hälfte des Laufes. Von der Muttabella ging es weiter zur Gehrenspitze (1.871 m) und über die weiter entfernte Melkspitze (1.935 m) zum Wendepunkt, der Tälispitze (2.000 m).

Walserkamm

unsere Walserkamm-Runde

Ab der Tälispitze konnten wir so richtig im Tempo laufen, zunächst hinunter zum Alpenheim Gaßner (1.562 m). Wir umrundeten nun sämtliche vorangegangen Erhöhungen in weiten Bögen (Plansott Alpe, Scheffs, Sentum Alpe), bevor wir wieder auf die Löffelspitze aufstiegen. Nach gut fünf Stunden Laufen, Gehen und kraxeln kamen wir wieder zum Furkajoch. Schön war’s, das Wetter hielt, und zuhause wartete ein feines Sofa für eine kurze Rast.

Tipp: Die rund 20 Kilometer sollte man nicht unterschätzen. Besonders bei nassem Wetter oder frischem Schnee kann der Weg am Grat durchaus heikel werden!

Über das Pfrondhorn zur Furka

Eine nasse Etappe erwartete uns neue im Großen Walsertal: mit den Mountainbikes ging es von Blons (gegenüber von Raggal) über eine asphaltierte und recht steile Mautstrasse beständig hinauf: Walkenbach, Valentischina, und fast bis nach Leu. Von dort an führte eine breite, aber leicht rutschige Schotterstrecke zur Vorderkamm Alpe (1460m), und weiter über einen sehenswerten Weg mit gewaltigem Panorama zur Hinterkamm Alpe.

In der Früh alles in Wolken – hier der Anstieg bei Blons

Zeitweise waren die Wege in dichten Wolken, und zur Nässe gesellte sich Kälte. Die Bergwelt war heute richtig rauh, und 1774 kam an dieser Passage auch Maria Jenny zu Tode, als sie beim Alpabtrieb im zu früh hereingebrochenen Winter von einer Lawine mitsamt 30 Rindern in den Ladritscher Tobel gerissen wurde.

Bedrohliche Wolken über dem Großwalsertal, ein Blick zur Wangspitze/Breithorn

Von der Hinterkamm Alpe ging es über die schön gelegene Sera Alpe bis Böda, und dann war mit dem Fahren Schluss. Eine recht lange Schiebe-/Tragepassage über nasse Wiesen und sehr rutschige Wege brachte uns schließlich kurz unterhalb des Pfrondhorns (1949m) auf den Grat, von dem aus das Furkajoch aber auch die Untere Frutzalpe und weiter gegen Nordwesten Gapfohl einsehbar war. Auch präsentierte sich das Glatthorn im Osten recht bedrohlich. Der Abstieg war nicht minder rutschig, dafür aber mit Blaubeer-Sträuchern übersät.

Die kraftraubende Schiebepassage von Böda zum Furkajoch

Vom Furkajoch ging es die bekannte Abfahrt hinunter nach Damüls, wo wir parallel zur Straße nach Faschina den alten Walserweg per Bike erklommen. Eine rasante Abfahrt nach Fontanella, Sonntag und Sonntag-Stutz folgte, dann nochmals ein kräftiges Antreten gegen den Berg in Richtung Blons.

In Summe eine sehr schöne Tour, die noch besser über die andere Seite des Ladritscher Tobels (Hintere Türtsch Alpe) als Retourweg gefahren wird. Aufgrund der sehr matschigen Wege und der großen Rutschgefahr aber an diesem Tag keine sinnvolle Alternative.

Powder am Gerenfalben

Trotz unwirtlichster Verhältnisse im Rheintal wagten wir es: Ski rein ins Auto, prima Jause eingesteckt (man erinnere sich an Goggos Verzweiflungsschrei auf der Rosswies, als er am Gipfel feststellte, dass er seinen “z’nüner” am Küchentisch hat liegen lassen…) und los gings in Richtung vermeintlichen Schnees.

Der Weg führte uns zum Bädle in Laterns, von wo aus wir den Gerenfalben besteigen wollten.
Nach gemütlichem Aufstieg entlang des Garnitzabaches folgten Spitzkehren bis zur Neugerachalpe. Hier zeigte sich dann auch schon die Sonne und mit ihr sich die ersten Schweißtropfen auf unseren Gesichtern. Dann plötzlich trat der unglaublich schöne Gipfelhang des Gerenfalben , dessen Idylle durch keine einzige (!) Skispur gestört wurde, ins Blickfeld. Zum Schluß des Aufstieges ging es in rundem Bogen dem Hang entlang auf das Gipfelkreuz zu, wo wir dann leider doch nicht die einzigen waren. Trotzdem genossen wir die Milkaschoki und den prächtigen Ausblick auf Freschen, Matona, Löffelspitz und co. Gestärkt und warm eingepackt war nun das Powdervergnügen an der Reihe.

Die zwei Skilehrer (Andi und Goggo) machten es uns vor und TW und ich stürzten uns in erstklassiger Manier hinter ihnen die Hänge hinunter.
Der unglaublich leichte Pulverschnee und die unverspurten Hänge ermöglichten auch weniger sicheren Abfahrern ein einmaliges Fahrerlebnis (Bis zu diesem Tage habe ich echt nicht gewußt, dass ich eigentlich die beste Tiefschneeefahrerin im ganzen Grabenweg sein muß !).

Nach halbstündiger (!) Abfahrt erreichten wir erschöpft und glücklich ob des Wissens, das der heute verlebte Tourentag einer der besten der heurigen Saison bleiben würde, unseren Ausgangspunkt beim Bädle.

Zum Furkajoch und weiter auf die Weißenfluh

Nach dem Regen kam die Sonne, und so auch die Laune zum Biken. Diesmal wollten wir es wissen (was auch immer das heißt): eine 2-Tagestour mit Erholungsfaktor 10.

Zunächst die Überraschung: nein, wir fuhren nicht mit dem Zug zum Start der Tour, sondern nutzen die 25 km Anfahrt zum Aufwärmen. Rankweil ist ja nicht weit von Dornbirn, und außerdem hatten wir eh nichts anderes vor – heute.

Ab der Valduna ging es dann doch bergauf, quer durch Wälder und Lichtungen, hin zum südlichen Frutz-Ufer. Freilich gab es kein Bad für uns. Erstens zu frisch, zweitens hatten wir noch einiges vor, und drittens hätten wir die Schlucht hinabsteigen müssen. Nö, und als wir dann einige Kilometer weiter im Tal-Inneren zur “Üblen Schlucht” kamen, wußten wir auch warum. Schäden durch Muren, überall. Umgestürzte Bäume, weggerissene Wege und Brücken. Der Weg entlang der Frutz, so angenehm er begonnen hatte, so “interessant” gestaltete er sich als Kletterpartie über die nächsten Kilometer. Querliegende Baumstämme zu überqueren war das leichteste. Das Rad über meterhohen Abhängen zu tragen etwas ganz anderes.

Am Ende entschied sich die Natur doch für ein flacheres Tal-Ende mit viel Wiese und dem kleinen Teich bei Bad Laterns. Hier wurden Beine massiert, und der Schoki-Vorrat aufgebraucht.

Mit der nächsten Etappe ging es an die Sonne, der Aufstieg zum Furkajoch (ca. 1700 m). Der Weg nicht unangenehm, und doch nervten die vielen Sonntagsfahrer (=Weekend-Harley-Davidson Fahrer & Co), die sich hier wie auf einer Rennstrecke benahmen. Lächerlich. Wir kämpften uns hinauf, Meter für Meter, hatten mehr mit der Sonne als mit der Höhe zu tun. Oben auf dem Furkjoch war dann die ganze Motorrad-Gilde versammelt, die uns in den letzten 50 min die Ohren zugemüllt hatte. Den Ausblick ins Tal nach Damüls genossen wir trotzdem und hielt auf der Abfahrt auch die Motorräder in Schach.

In der Pension Edelweiß gab’s dann eine nette Chefin und ein prima Zimmer mit Garage für unsere Räder. Wir hatten noch was vor – sünnala – und das war wohl die leichteste Aufgabe an diesem Tag in Oberdamüls. Schließlich gab’s noch ein prima Sonnenterrassen-Abendmahl beim Gasthof Lucia.

Nicht weniger prachtvoll der nächste Morgen – zunächst das Frühstückbuffet, dann die 10 km Abfahrtsstrecke nach Au. Vollgas und ohne Verkehr. Nur die Bremsen quietschen hin und wieder, und unten in Au dann die Dorfkapelle, die hier die Leute aufweckte.

Überraschend genial dann der Weg entlang der Ach bis nach Mellau, herrlich nichts los, und schön asphaltiert. In Null-komma-Nichts standen wir auch schon vor der eigentlichen Tagesaufgabe, dem Anstieg zur Weißenfluh von Reuthe aus. Über Unterfluh, Schwenka und Schnellvorsäß bissen wir einige Höhenmeter auf das Plateau unterhalb der Weißenfluh, von wo wir dann in staubigem Downhill-Rennen insgesamt rund 30 reichlich verschwitzten Bikern auf dem Weg hinauf ein “Servas” ins Gesicht lachten. Für uns war der Tag praktisch gelaufen, der Schuss ins Gütle ein Vergnügen.

Was danach folgte, beschreibt man am besten als einen Tag am Pool.

Ganz schön steil: Gapfohl

Nach dem ersten Einfahren und dem überraschenden Sommer-Einbruchs (gar nicht April-Wetter) gingen unsere Mountainbike-Ambitionen weiter. Jetzt wollten wir es wohl wissen, und starteten von Rankweil hinauf ins Laternsertal.

Genauer gesagt krochen wir hinauf, über Batschuns (noch gute Straße) nach Innerlaterns (ziemliche giftige Anstiege mit ruppigem Untergrund dazwischen), schließlich noch hinauf quer zum bekannten Skilift und damit zur Bergstation (Gapfohlalpe). War noch anfangs das Wetter heiß und brütend heiß, kühlte es sich am höchsten Punkt auf 1.600 Höhenmetern deutlich ab. Wir “flohen” über einen ziemlich anspruchsvollen Trial mehrere Kilometer den Kamm Richtung Dafins entgegen, ehe eine sehr lange, teilweise nicht leicht befahrbare Abfahrt begann.

Langer Rede, kurzer Sinn: eine anspruchsvolle Strecke, auch wenn man nicht wie wir auch noch von Klaus bis nach Dornbirn zurückradelt.

Sturm am Hohen Freschen